Was bleibt?!

duotincta Flexibler Einband 320 Seiten Erscheinungsdatum: 22.09.2015 Preis: 16,95 €  ISBN: 9783946086024

duotincta
Flexibler Einband
320 Seiten
Erscheinungsdatum:
22.09.2015
Preis: 16,95 €
ISBN: 9783946086024

Rückentext
Weihnachten in den Tropen – eigentlich ein Traum! Doch statt eines entspannten Urlaubs mit Freundin Nina erlebt Bastian in Thailand sein ganz persönliches Fegefeuer: Rastlos sitz er auf glühenden Kohlen im Paradies, geplagt von Erinnerungen an seine Kindheit in einer zerbrechenden Familie. Als er auf eine rätselhafte Botschaft in einem Bücherregal stößt, nimmt die Reise eine unerwartete Wendung: Was als Geocaching-Abenteuer durch Thailand beginnt, endet für Bastian in einer selbstzerstörerischen Konfrontation mit seiner eigenen Schuld

∗∗∗∗∗

„Es ist so typisch: Nina tritt immer dann auf die Bremse, wenn er Gas geben will, zieht immer dann die Reißleine, wenn er lieber fallen will.“ (Seite 13)

„Weißt du, Nina und ich, wir sind wie … keine Ahnung, sagen wir: Kontinent und Ozean. Sie ist stur wie ein Fels, wirklich. Um sie zu erschüttern, brauchst du schon ein Erdbeben. Tja, und mich bringt bereits ein leichter Sturm aus der Fassung.“ (Seite 27)

Bastian reist mit seiner Freundin Nina nach Thailand. Eigentlich sollte es ein entspannter Urlaub zu zweit werden. Doch die Reise ist in Wahrheit eine Flucht, denn Tage zuvor hat Bastian seinen Vater beerdigt und den Haushalt aufgelöst. Dabei findet er ein Brieftagebuch seiner Eltern und das erste Mal in seinem Leben muss er sich den Dingen stellen, vor denen er sich sein Leben lang verschlossen hat. Der Trip nach Thailand wird zum Desaster …

„Ich möchte mich nicht länger hinter einer Mauer verschanzen. Darum schreibe ich Dir diese Nachricht; um Dir Einblick zu gewähren, was in mir vorgeht. Dabei weiß ich eigentlich selbst nicht, was in den letzten Monaten mit mir los ist. Manchmal gibt es einfach Tage, an denen ich mich fühle wie im freien Fall. Dann sind alle meine Gedanken plötzlich so tonnenschwer, da? Sie mich in die Tiefe reißen. An diesen Tagen ist es, als hätte sich die Gravitation verdoppelt – als presste sie mich zu Boden und wollte mich unbedingt unten halten. Ich würde dann am liebsten liegenbleiben und mich einfach der Schwerkraft ergeben. Alles ist anstrengend, selbst die leichtesten Dinge wirken unerträglich schwer: Aufstehen, Sprechen, Lachen.“ (Seite 50)

Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Dieser Roman ist der Wahnsinn!!! Er geht mir unter die Haut, berührt mein Herz und meine Seele. Vor allem die Briefe zwischen Bastians Eltern lassen keinen Leser kalt. Was ich hier lese, treibt mir die Tränen in die Augen. Sie sind voller Liebe und Zärtlichkeit, aber auch voller Abgründe, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit. Ich habe noch nie etwas Derartiges gelesen. Frank O. Rudkoffsky schafft es in diesen Briefen, eine Krankheit und deren Ausmaß darzustellen, das man förmlich spüren kann, was Depressionen mit einem Menschen machen können. Wie sehr man leidet … auch das Umfeld bleibt davon nicht verschont. Eine Krankheit deren Ausmaß man sich nicht vorstellen kann.

„Du schreibst vom Abgrund, den Du manchmal hinter den kleinen Rissen vermutest. Ich verspreche Dir: Wir rücken so eng zusammen, daß sich die Risse wieder schießen.“ (Seite 52)

Aber nicht nur das hat mich bewegt. Sondern auch die in meinen Augen schon fast philosophischen Ansätze darüber, was von uns bleibt. Darüber welche Spuren wir hinterlassen … wie können sie aussehen … was bewirken sie … Was bleibt von uns, wenn wir diese Welt verlassen?

„Dein Idealismus in allen Ehren, sagt Bastian, aber so einfach ist es im richtigen Leben nicht. Du sagst, was zählt, sind die Erinnerungen, die man an einen Menschen hat, nicht das was er zurücklässt. Was aber, wenn die Erinnerungen verblassen? Meine Mutter ist zum Beispiel schon vor vielen Jahren gestorben. Ohne Foto wüsste ich kaum noch wie sie aussah. Aber ihr Geruch, der Klang ihrer Stimme – das ist alles wie ausgelöscht. Spätestens wenn ich selber tot bin, erinnert sich niemand mehr an sie. Dann ist es, als hätte es sie nie gegeben. (…) Ob du’s glaubst oder nicht, erwidert Jenny leise, genau darüber habe ich in letzter Zeit auch sehr viel nachgedacht. Letzten Endes bleiben uns doch nur die Tage in Erinnerung, die etwas Besonders waren. Die wenigen Augenblicke, in denen wir ganz bewusst leben, die sind es, die bleiben.“ (Seite 83/84)

Lieber Frank,
ich danke Dir für dieses Wahnsinnsbuch. Für die Einblicke in die Briefe von Anke und Gert, die Reise mit Bastian und Nina durch Thailand. Sie bleiben … bei mir … in meinem Herzen … auf ewig …

Danke ♥♥♥

Und an all die anderen da draußen …. Dieses Buch muss man lesen … unbedingt!!!!

5 von 5 Sternen

Advertisements

Ein Gedanke zu “Was bleibt?!

  1. Liebe Angelika,

    ehrlich gesagt fehlen mir gerade ein bisschen die Worte – was für eine anrührende Rezension! Ich danke dir und bin stolz und glücklich, dass ich dich mit meinem Roman so bewegen konnte! Jetzt freue ich mich noch mehr als ohnehin schon auf meine morgige Lesung in deinem Büchergarten – da kommen schließlich zwei Lebensträume zusammen! 🙂

    Liebe und dankbare Grüße
    Frank

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s