Sekunden im Superlativ

Heyne HC Fester Einband  368 Seiten  Erscheinungsdatum: 08.03.2016 Preis: 14,99 €  ISBN: 9783453270121

Heyne HC
Fester Einband
368 Seiten
Erscheinungsdatum:
08.03.2016
Preis: 14,99 €
ISBN: 9783453270121

Rückentext
Tessa hat immer gewartet: auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, sie hätte noch Zeit. Doch die hat sie nicht. Tessa wird sterben und das schon sehr bald. Sie ist fassungslos, wütend und verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der sie und ihre Fassade durchschaut, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr zur Seite steht. Er überrascht Tessa mit einem großartigen Plan und schenkt ihr einen letzten Sommer. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind.

∗∗∗∗∗

„Früher habe ich mein Leben totorganisiert. Jetzt organisiere ich eben meinen Tod.“ (Seite 19)
„Das Leben wird nicht definiert von den Momenten, in denen du atmest, sondern von denen, die dir den Atem rauben.“ (Seite 24)

Tessa ist siebzehn und weiß, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt. Sie wird sterben, und das schon ziemlich bald. Sie sitze nur noch in ihrem Zimmer und wartet auf den Tod. Alle Bemühungen seitens der Familie enden nur in Streit.
Tessa ist wütend, auf sich und die Welt. Dachte sie doch immer sie hätte alle Zeit der Welt … für den ersten Freund, den ersten Kuss, die Liebe … Selbst den Führerschein, das Abi und eine Ausbildung wird sie nie machen. Ihre Tage sind gezählt. Doch dann tritt Oskar in ihr Leben …

„Ich muss lachen. Nein, mit Oskar habe ich nicht gerechnet. Mit ihm und diesem Kribbeln. Ich sitze nur da und starre auf meinen Bildschirm, mit diesem Lächeln auf den Lippen und den Tränen, die mir in die Augen steigen und seine Worte zu schwarzen Flecken verschwimmen lassen. Ich wähle die Illusion. Das Leben in der Seifenblase. Und das, obwohl sie vermutlich schon sehr bald platzen wird. Ich will einfach leben – zumindest solange ich das noch kann.“ (Seite 51)

Oskar trifft bei dem Arbeitskollegen von seinem Vater das erste Mal auf Tessa. Er weiß nichts von ihrer Krankheit und ist auf den ersten Blick von ihr fasziniert und sucht ihre Nähe. Er lädt Tessa zu einem Konzert ein. Bei beiden fängt es an zu kribbeln, doch Tessa hat Angst, da sie weiß, dass sie bald sterben wird. Wie wird Oskar reagieren, wenn sie es ihm sagt? Soll sie es ihm überhaupt sagen?

„Dann plötzlich die zarte Berührung seiner Unterlippe. Es ist nicht mehr als der Flügelschlag eines Schmetterlings, und doch hält er meine Welt an. Seine Lippen liegen auf meinen, behutsam, noch zögernd.“ (Seite 82)

Tessa entschließt sich Oskar die Wahrheit zu sagen. Doch der reagiert anders als erwartet und kommt mit einem irren Plan um die Ecke. Er will mit Tessa durch Italien reisen. Tessas Eltern sind schockiert, da sie Angst haben ihre Tochter nicht mehr lebend wieder zu sehen. Doch letztendlich stimmen sie zu und die beiden machen sich auf den Weg nach Italien.

„Ich will nicht sterben. Ich würde am liebsten jeden Tag mit Oskar ein bisschen älter werden, bis wir eines Tages runzelig sind wie Rosinen. Aber das wird nicht passieren. Bald wird es mich nicht mehr geben, aber der Gedanke, glücklich zu sterben, lässt mich dennoch lächeln. Mein Herz mag kaputt sein, aber es  ist voller Liebe.“ (Seite 265)

Als ich dieses Buch in die Hand genommen habe, wusste ich, dass es kein gutes Ende nehmen wird. Mir war von Anfang an klar, dass Tessa sterben wird. Und dennoch wollte ich dieses Buch unbedingt lesen. Und ja, ich bin froh, dass ich es gelesen habe.
Die Geschichte von Tessa und Oskar ist eine Geschichte wie Achterbahnfahren. Es geht rauf und runter … man lacht und weint, manchmal beides gleichzeitig. Und auch jetzt habe ich einen Kloß im Hals. Ich habe selten ein Buch gelesen, das es schafft die Gefühle eines Teenagers zu beschreiben, der weiß, dass er bald sterben wird. Die Wut, die Trauer, aber auch die Freude am Leben … alles ist so spürbar und nachvollziehbar. Zu keinem Zeitpunkt habe ich Tessas Geschichte als kitschig oder übertrieben wahrgenommen. Im Gegenteil, auch ich habe von Tessa noch lernen können: Nämlich den Augenblick des Lebens zu genießen, im Hier und Jetzt zu leben und nicht sein Leben totorganisieren.

„Mein Blick fällt auf Oskar Gesicht, und ich spüre, wie mir Tränen in die Augen steigen. Ich dachte, ich gehe als unbeschriebenes Blatt, aber das werde ich nicht. Oskar hat Spuren hinterlassen. Seine Gefühle in meinem Herzen, seine Stimme in meinem Kopf und seine Hände auf meiner Haut. Ich glaube ich habe verstanden. Liebe ist genug. Und ich wurde geliebt.“ (Seite 350)

Danke liebe Anne Freytag, für diese wunderschöntraurige Geschichte von Tessa und Oskar.
Danke, dass ich an Tessas bestem letzten Sommer teilhaben durfte. ♥♥♥

 

5 von 5 Sternen

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2 Gedanken zu “Sekunden im Superlativ

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