Die erste und die letzte Liebe

Diana
Fester Einband
224 Seiten
Erscheinungsdatum:
06.03.2017
Preis: 17,99 €
ISBN: 9783453291911

Klappentext
Beinahe wären sie einander nie begegnet: Marcel, der den Sternenhimmel liebt, und Marguerite, die nur dem Tag Schönheit abgewinnen kann. Er, für den nur die Freiheit zählt, und sie, die ausnahmslos allen Regeln folgt. Doch dann verlieren beide ihre langjährigen Partner. An diesem Wendepunkt in ihrem Leben treffen sie aufeinander und stellen überrascht fest, dass sie über die gleichen Dinge lachen. Wagen sie es auch, noch einmal zu lieben?

∗∗∗∗∗

„Der Vormund war ihr entrissen worden, fortan würde sie lernen müssen, ohne ihn auszukommen. Schritt für Schritt. Nur ein Teller auf dem Tisch, ein Löffel, eine Gabel, ein Messer, ein Glas, nur eine Serviette im silbernen Serviettenring und ganz alleine im großen Esszimmer.“ (Seite 26)

Marguerite ist 78 Jahre alt, als ihr Mann Henri stirbt. Das Paar war 55 Jahre verheiratet. Doch die Ehe war eine sehr distanzierte. Das Paar hat sich nach wie vor gesiezt und körperliche Nähe gab es selten. Dennoch haben sie einen Sohn. Frédéric. Henri ein angesehener Anwalt hat sich immer um alles gekümmert, Marguerite war das schmückende Beiwerk. Nun ist Henri tot und Marguerite was nicht wie sie das Leben ohne ihn meistern soll, da sie sich nie um die alltäglichen Dinge kümmern durfte. Doch dann tritt Marcel in ihr Leben …

Dabei sehnt sie sich nach Leichtigkeit und ein wenig Verrücktheit, wollte drei Schokoladen-Éclairs hintereinander verputzen, ohne Schirm durch den Regen spazieren. Sie sinniert über all das, was sie nie getan hat. Nun ist sie frei. Aber es ist zu spät.“ (Seite 48)

Anders bei Marcel. Er hat seine große Jugendliebe geheiratet. Nora. Beide sind glücklich und genießen ihre  Zweisamkeit. Dann passiert dieser dumme Badeunfall und Nora kommt ums Leben. Für Marcel bricht eine Welt zusammen und er droht an diesem Verlust zu zerbrechen. Doch dann tritt Marguerite in sein Leben …

„Er weigert sich Schlafmittel zu nehmen. Er möchte nicht betäubt werden. Solange es wehtut, ist sie da. Wenn er im Morgengrauen endlich einschläft, träumt er von ihren Küssen. Beim Aufwachen bricht die unerträgliche Wirklichkeit mit voller Wucht über ihn herein. Sie und er: miteinander verschlungene Fäden eines wertvollen Stoffs, der früher Tag für Tag weitergewoben wurde. Mit einem einzigen Hieb durchtrennt. Nicht mehr zu flicken.“ (Seite 57/58)

Marguerite und Marcel treffen in einem Thermalbad aufeinander. Die beiden nähern sich an, was den Kindern der Beiden gar nicht gefällt. Frédéric, Marguerites Sohn und eine Kopie seines Vaters kann nicht verstehen woher diese plötzliche Lebenslust seiner Mutter kommt. Er verlangt von ihr sich so zu benehmen, wie in der gemeinsamen Zeit mit dem Vater. Doch Marguerites Sehnsucht nach Leben und Leidenschaft ist geweckt und so ignoriert sie die Vorschriften und Vorwürfe des Sohnes. Und auch Marcel ignoriert die Bedenken der Familie um mit Marguerite ein neues Leben zu beginnen.

Sie lacht noch mehr, und ihn überrascht dieses Lachen eines kleinen Mädchens im Körper einer alten Dame.“ (Seite 86)
„Das Leben kann bisweilen zauberhaft und zart sein, auch das hatte sie zuvor nicht gewusst.“ (Seite 120)

Ich habe es geliebt, dieses Buch zu lesen. Am Anfang habe ich Marguerite nicht verstanden wie sie einen wie Henri heiraten und lieben konnte. Im Verlauf der Geschichte ist mir klar geworden, dass sie am Anfang geglaubt hat, dass es Liebe sei. Als Henri dann tot war, war es so berührend zu lesen wie Marguerite ihr verkrustetes Leben aufbricht. Wie ein Raupe, die aus ihrem Kokon schlüpft.

Die Autorin hat mit sehr viel Gefühl geschrieben. Das merkt man ganz besonders an der Stelle, als Marcel seien große Liebe Nora verliert. Das ist so intensiv, dass ich Marcels Schmerz spüren konnte.

Überhaupt ist diese ganze Geschichte einfach hervorragend. In einer Zeit in der wir immer älter werden, ist es ein Thema darüber nachzudenken wie man weiter leben möchte wenn der Partner stirbt. Darf man sich mit über 70 noch einmal verlieben? Oder gibt es nur einmal die große Liebe? Und ist es „schicklich“ im hohen Alter noch an Sexualität zu denken und diese auch zu haben? Lambert greift unter anderem dieses Thema auf und setzt es wundervoll um.

Die Geschichte von Marguerite und Marcel ist eine Geschichte die das Herz wärmt … ist wie heiße Milch mit Honig … wie Sonnenstrahlen, die die Haut kitzeln … einfach nur bezaubernd und sollte unbedingt gelesen werden. ♥♥♥

„Dieser Mann versetzt sie in Aufruhr. Wird sie seine Erwartungen erfüllen können? Wie lautet die Gebrauchsanweisung für die Liebe, wenn man nicht einmal mehr auf einen Stuhl steigen und eine Glühbirne wechseln kann? Männer werden reifer, Frauen älter.“ (Seite 203)

 

5 von 5 Sternen

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3 Gedanken zu “Die erste und die letzte Liebe

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