Erinnerungen verändern jedes Leben

Diogenes, ISBN: 9783257300482, Preis: 16,00 €

 

Klappentext
Am heißesten Tag des Jahres glüht Berlin in der Sonne, und im Museum für Naturkunde laufen die Vorbereitungen für die große Gala zum 200. Geburtstag des Hauses.
Cathy, eine junge Britin und Konservatorin im Museum, soll an diesem Abend für ihre Forschung ausgezeichnet werden. Doch Cathy ist mit den Gedanken ganz woanders, nachdem sie am Morgen auf ihrem Schreibtisch ein Paket ohne Absender gefunden hat. Sein Inhalt: eine in Bernstein eingeschlossene Raubwanze.
Vier Jahre ist es her, dass Cathy ein solches Paket bekam. Vier Jahre, in denen sie auf der Flucht vor dem Absender zweimal den Kontinent gewechselt hat. Hier in Berlin, an der Seite von Tom, hatte sie sich sicher gefühlt und ein fast normales Leben geführt. Doch nun katapultiert das kleine braune Päckchen sie zurück in eine Vergangenheit, deren Bruchstücke sie sorgfältig verwahrt hält.
Eine atemlose Jagd durch die verlassenen Korridore des Museums beginnt, bei der Cathy um ihre kindliche Unschuld und um ihre große Liebe kämpft.

∗∗∗∗∗

„Die Vergangenheit ist nicht beständig. Der Vorgang des Erinnerns verändert uns, und jedes Leben kann innerhalb eines Tages neu geschrieben werden.“ (Seite 9)

Die Geschichte um Cathy spielt an einem einzigen Tag im Naturkundemuseum in Berlin. Es ist der Tag der 200 Jahrfeier und Cathy soll an diesem Tag geehrt werden. Doch ein kleines Päckchen wirft sie vollkommen aus der Bahn. Der Inhalt eine in Bernstein eingeschlossene Raubwanze. Cathy weiß sofort von wem dieses Paket ist … Daniel. Eine Erinnerung, die sie vergessen für immer möchte . Cathy ist mit Tom nach Berlin gekommen um ein neues Leben zu beginnen. Tom ahnt nichts von ihrer Vergangenheit und das ist gut so. Aber mit dem Päckchen taucht ein ungutes Gefühl in Cathy auf. Hat Daniel sie gefunden?

„Vermeintlich unbelebte Dinge haben mehr Macht, als die meisten Menschen zugeben wollen. Sie können einen verzehren oder einen befreien. Sie können einen für den Rest des Lebens herabziehen oder, wenn man es zulässt, einem die Bürde des Erinnerns abnehmen.“ (Seite 49)

Schon am Anfang der Geschichte habe ich ein ungutes Gefühl. Mir scheint, etwas Bedrohlich kommt auf mich als Leserin zu. Ich kann es nicht in Worte fassen, es ist eine Ahnung … Stothard schafft diese Atmosphäre mit „dahingeworfenen“ Worten und Andeutungen.

Da sind Cathys Verletzungen und Narben die mich Schlimmes vermuten lassen, dann taucht Daniel das erste Mal auf und er ist mir unheimlich, streckenweise habe ich Angst. Es hat den Anschein als wäre Daniel das Böse und Cathy das Liebe. Doch im Verlauf der Geschichte/ Erinnerung müssen sich beide ihrem Dämon der Vergangenheit stellen, um endlich ein freies Leben führen zu können.

Stothard hätte keine passendere Kulisse für ihren Roman wählen können. So wie die fossilen Tiere im Nuturkundemuseum Berlin ihre Geheimnisse in sich tragen, so trägt Cathy ihr Geheimnis in sich. Die Geheimnisse, die Umgebung, der Staub, das Vergessene und Wiederhervorgeholte … ich kann es förmlich riechen und spüren. Stothards Charaktere sind glaubhaft und spürbar … in jeder einzelnen Zeile …

„Daniel glaubte nicht, dass Fehler einfach so passierten: er glaubte, dass sie in einem wuchsen und sich verdichteten, um dann irgendwann zutage zu treten.“ (Seite 103)

Kurz gesagt: Spannendes Buch! Gewalt in einer Beziehung, Stalking, Vergebung und Liebe sind die zentralen Themen. Vorsicht Suchtgefahr!!!

 

5 von 5 Sternen

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