Der Fall der Lizzie Borden

Pendo Verlag
Fester Einband
384 Seiten
Erscheinungsdatum:
01.02.2018
Preis: 20,00 Euro
ISBN: 9783866124356

Klappentext
Zutiefst verstört starrt Lizzie Borden auf ihren Vater, der blutbefleckt auf dem Sofa liegt. Auch ihre Stiefmutter ist tot – ebenfalls hingerichtet mit einer Axt. Weitere eindeutige Spuren sind an jenem schicksalhaften Morgen des 4. August 1892 kaum auszumachen, dafür häufen sich die Fragen. Denn während die Nachbarn in Fall River, Massachusetts, nicht begreifen, wie einer so angesehenen Familie etwas derart Grausames zustoßen kann, erzählen diejenigen, die den Bordens wirklich nahestehen, eine ganz andere Geschichte: von einem jähzornigen Vater, einer boshaften Stiefmutter und zwei vereinsamten Schwestern. Schnell erklärt die Polizei Lizzie zur Hauptverdächtigen, deren Erinnerung an den Morgen jedoch lückenhaft ist.

∗∗∗∗∗

„Ich dachte daran, wie Lizzie zwei Monate zuvor im Morgengrauen in mein Bett geschlüpft war und geflüstert hatte:> Ich will nur, dass er leidet …< Die Art, wie sie gelacht hatte. >Stell dir vor, er würde die Treppe hinunterstürzen! Was glaubst du, welche Geräusche er machen würde?<“ (Seite 51)

Dieses Buch erzählt die wahre Geschichte der Lizzie Borden, die 1892 ihre Stiefmutter und ihren Vater auf brutalste Weise mit der Axt erschlagen haben soll. Aus vier verschiedenen Blickwinkeln versucht die Autorin Sarah Schmidt den Tathergang zu rekonstruieren bzw. aufzuzeigen. Die einzelnen Stimmen erzählen ihre Erlebnisse und ihre Sicht auf die Tat und das Verhältnis zu den Getöteten.

Lizzie Borden
Die jüngste der Borden Schwestern und in meinen Augen ganz schön verzogen. Sie bekommt fast alles was sie will und wenn nicht, versucht sie ihr Gegenüber zu erpressen um doch noch zu bekommen was sie haben möchte. Unter anderem setzt sie so ihre Schwester unter Druck bei ihr zu bleiben und nicht zu heiraten. Am Tag der Tat bringt ihr Vater ihre geliebten Tauben um.

Emma Borden
Die älteste der Borden Schwestern. Am Tattag ist sie bei einer Freundin. Sie wird ständig von ihrer Schwester Lizzie unter Druck gesetzt Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht will. Sie verlässt den Mann, den sie liebt, weil Lizzie ihr droht dem Vater zu sagen, dass dieser sie „entehrt“ hat, was zu einem Skandal führt. Nur, weil Lizzie nicht will, dass ihre Schwester sie verlässt.

Bridget
Sie ist das Hausmädchen der Bordens. Am Tag der Ermordung hat sie einen Disput mit Lizzies Mutter, denn Bridget hat genügend Geld gespart, um die Familie zu verlassen. Sie hat genug von dieser lieblosen und zu Gewalttaten neigenden Familie. Doch Mrs. Borden will sie auf keinen Fall gehen lassen und nimmt Bridget das ersparte Geld ab.

Benjamin
Er ist der mysteriöse Unbekannt. Angeheuert vom Onkel der Borden Schwestern, um „eine“ Sache für den Onkel zu erledigen. Er hält sich während des Mordtages im Ort auf.

„Als die zwölf Männer entschieden, dass Lizzie unschuldig war, weil >… wir davon ausgehen, dass Frauen ein derartiges Verbrechen nicht begehen würden<, brach im Gerichtssaal lauter Jubel aus (…)“ (Seite 316)

Ich habe dieses Buch verschlungen, konnte es kaum weglegen, weil es mich einfach fasziniert hat. Ich war in einem ständigen hin und her, wer denn der Mörder/ die Mörderin gewesen sein könnte. Fakt ist, jeder einzelne der vier Stimmen hätte einen Grund gehabt, die Bordens zu töten. Und das zeigt mir, wie schnell ein Opfer zu einem Täter werden kann bzw. ein Täter zu einem Opfer. Sarah Schmidt schafft es, die kalte und lieblose Atmosphäre innerhalb der Familie brillant mit Worten zu erfassen. An vielen Stellen hat es mich echt gegruselt, wie die Familie drauf ist. Wie schnell Glück in Unglück umschlagen kann, Liebe in Hass und Gewalt.

Ich mochte es sehr, dass mir die Autorin eine gewisse „Freiheit“ gelassen hat, selbst zu entscheiden, wem ich glaube oder nicht …

Dieses Buch ist faszinierend, packend, grandios und zugleich verstörend, grausam und kaltblütig.
Für mich ein erstes Highlight in diesem Lesejahr und daher unbedingt lesen!!!

4 Gedanken zu “Der Fall der Lizzie Borden

  1. Ja, die Darstellung der düsteren Atmosphäre im Hause Borden und der Grusel, den diese erzeugt, sind ein großes Plus des Buches. Ich habe es gerne gelesen.

    Und ich denke ein paar Tage nach der Lektüre immer noch über Bridget nach: Sie war zur Tatzeit der Morde im Haus und will nicht das Geringste gehört haben? Das erschließt sich mir nach wie vor nicht …

    Gefällt 1 Person

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