Kurz & Knapp … Juli 2018

Unter der Drachenwand von Arno Geiger

Veit Kolbe wurde im Krieg verletzt. Er wird zu Rehabilitation nach Hause geschickt. Er reist jedoch weiter zu seinem Onkel an den Mondsee. Dort versucht Veit seine Zeit an der Front zu verarbeiten. Doch immer wieder ereilen ihn Panikattacken und er hat das Gefühl, dass er nie wieder an einem „normalen Leben“ teilhaben kann. Er trifft auf verschiedene Menschen, die es mehr oder weniger geschafft innerhalb der Kriegsjahre zu leben bzw. zu überleben.

Ich habe dieses Buch im Rahmen unseres Lesekreis im Büchergarten gelesen. Zuvor hatte ich so viel positives über das Buch gehört und war nun sehr gespannt. Doch schon nach den ersten 50 Seiten war ich enttäuscht. Mir war die Geschichte einfach zu langweilig, was wohl daran lag, das die einzelnen Personen der Geschichte, diese ihrerseits mega langweilig erzählt haben. Mir war das alles so monoton. Sie zeigten keinerlei Gefühle oder Emotionen. Ich konnte mit keiner Person wirklich mitfühlen, geschweige sie wirklich verstehen. Auch fand ich manche Passagen sehr verwirren. Vor allem die Briefe. Oft wusste ich nicht wer erzählt, ist es ein Brief oder sind es mehrere. Erst durch die Diskussion im Lesekreis konnten sich ein paar Fragen klären.

Fazit: Auch wenn ich mich jetzt mal wieder unbeliebt mache, weil ich ein „grandioses Werk“ schrecklich finde, so ist es wie immer meine Meinung und ihr solltet euch eure eigene machen. Es gibt bessere Literatur zu diesem Thema.

(Carl Hanser, ISBN: 9783446258129, Preis: 26,00 Euro)

 

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Das weibliche Prinzip von Meg Wolitzer

Greer Kadetsky ist eine schüchterne junge Frau, die intelligent und sehr ehrgeizig ist. Eigentlich sollte sie in Yale studieren, doch durch ein Versäumnis ihrer Hippie Eltern landet sie auf einem zweitklassigen College. Doch sie versucht das beste daraus zu machen. Eines Abends schleppt ihre Freundin sie zu einem Vortrag der Feministin Faith Frank. Greer ist fasziniert von dieser Frau. So möchte sie auch sein. Und schließlich versucht sie ihrem Vorbild nachzueifern, was jedoch nicht so einfach ist, wie es scheint.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Es für mich eine „Entwicklungsgeschichte“ der Greer Kadetsky gewesen, denn ich begleite das Leben von Greer. Angefangen bei der schüchternen Studentin bis hin zur reifen und selbstständigen Frau, die weiß was sie im Leben will. Ist eine solche Entwicklung mit Feminismus zu vergleichen? Eher nicht. Natürlich nimmt dieses Thema Raum in diesem Buch ein. Es sind jedoch eher die Aktivitäten rund um Faith Frank, und weniger die der Greer Kadetsky. Und machen zwei Menschen den Feminismus aus? Eher nicht …

Fazit: Tolle Ansätze zu einem wirklich aktuellen Thema, aber dann doch eher „nur“ eine Geschichte über ein junges Mädchen, das sich zur Frau entwickelt.

(DuMont Buchverlag, ISBN: 9783832198985, Preis: 24,00 Euro)

 

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Als wir unbesiegbar waren von Alice Adams

Es sind die letzten Tage an der Uni. Eva, Sylvie, Benedict und Lucien sind seit dem ersten Tag an der Uni unzertrennliche Freunde. Doch nun werden sich ihre Wege trennen. Eva wird geht in die Finanzwelt, Benedict träumt von einem Job als Physiker am CERN und die Geschwister Sylvie/ Lucien werden erst einmal um die Welt reisen. Eva macht Karriere, Bendict heiratet und auch beruflich läuft es toll, nur bei den Geschwistern läuft es nicht ganz so rund. Beide rutschen in die Drogenszene ab und drohen den Halt zu verlieren. Doch die Freundschaft der vier hat auch nach der Uni bestand, und so helfen sie einander so gut es geht …

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist letztes Jahr bereits als Hardcover erschienen und ich habe es aber jetzt erst für mich entdeckt. Ich mochte alle vier Protagonisten. Auch die Erzählweise hat mir gefallen, denn es kommt pro Kapitel immer einer der vier zu Wort. Und dabei geht es in der Zeit aber immer weiter. So bekomme ich die Entwicklung der einzelnen Protagonisten mit. Vom Verlassen der Uni bis in die heutige Zeit. Alle haben so ihre Probleme, von denen die Freunde nichts ahnen. Und obwohl sie auf der Welt verstreut leben, versuchen sie sich gegenseitig zu helfen und zu motivieren.

Fazit: Eine schöne Geschichte, die zeigt, das Freundschaft auch trotz Distanz bestehen kann!

(DuMont Buchverlag, ISBN: 9783832198411, Preis: 20,00 Euro)

 

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Am Hügel von Capodimonte von Wanda Marasco

Klappentext

Neapel, Italien: Rosa spricht zu ihrer eben verstorbenen Mutter Vincenzina. Und sie erzählt: Wie Vincenzina, eine Analphabetin vom Land, in die Großstadt flieht und Rafele trifft, den Sprössling einer großbürgerlichen Familie. Mitten in den Kriegstrümmern blüht eine verbotene Liebe auf. Rafeles Mutter bietet ihr Geld an, um sie für den zurückgenommenen Heiratsantrag zu entschädigen – und sie loszuwerden. Doch Vincenzina bleibt an Rafeles Seite, der sie mit seinen Affären zur Verzweiflung treibt. Ist das Liebe? Oder ein Fluch, der über Generationen hinweg bestehen bleibt? Wanda Marascos Familiensaga ist eine literarische Sensation, selten hat man die Seele einer Stadt, in der Schönheit und Hölle nebeneinanderstehen, so zauberhaft erzählt.

Ich habe mich an dieser Stelle ganz bewusst für den Klappentext entschieden, da ich dieses Buch nach 100 Seiten abgebrochen habe. Ich habe dieses Buch einfach nicht verstanden. Es war mir zu viel mystisches, zu viel angedeutetes und unausgesprochenes. Keine Ahnung was mir die Autorin erzählen möchte. Dennoch möchte ich diesem Buch eine Chance geben, deshalb hier der Link zu einer wirklich tollen Besprechung zum Buch von Litblogkoeb https://litblogkoeb.de/am-huegel-von-capodimonte-wanda-marasco/

Fazit: Leider kann ich abschließend nichts zu dem Buch sagen. Vielleicht lese ich es irgendwann noch einmal.

(Paul Zsolnay, ISBN: 9783552059023, Preis: 22,00 Euro)

 

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