Kurz & Knapp … Januar 2019

Lästige Liebe von Elena Ferrante

Delia kehrt nach dem plötzlichen Tod der Mutter in ihre Heimatstadt zurück. Sie möchte herausfinden, was in den letzten Tagen/ Stunden vor dem Tod der Mutter passiert ist, da sie nicht verstehen kann, warum die Mutter so plötzlich verstarb. Hat vielleicht jemand anderes seine Finger im Spiel?

In Rückblicken erzählt Delia aus ihrem Leben und dem Leben der Eltern. Der Vater war gewalttätig und die Mutter hatte eine Affäre mit einem Geschäftspartner des Vaters. In ihrer Rückschau erkennt Delia, dass sie mehr mit ihrer Mutter gemeinsam hat, als ihr lieb ist. Und dann ist da noch dieser mysteriöse Caserte, ein Freund des Vaters …

Dies war mein erster Ferrante und ich hab mir echt viel davon versprochen, da die Saga so hoch gelobt wurde. Doch leider bin ich mit diesem Buch überhaupt nicht zurecht gekommen. Delia, die Protagonistin war mir so fern, ich konnte mit ihr nichts anfangen und somit war auch die Geschichte für mich sehr eckig. Irgendwie fehlte mir ein roter Faden. Delia springt in ihren Erinnerungen hin und her, was mich beim lesen echt ermüdet hat.

Fazit: Auch wenn die Saga von Ferrante allerorts hochgelobt wurde, und dieses Buch vielleicht eine Ausnahme ist, die nicht gefällt, so bleibt es aber mein einziger Ferrante den ich gelesen habe/ lesen werde.

(Suhrkamp Verlag, ISBN: 9783518428283, Preis: 22,00 Euro)

 

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Die Zeit und was sie heilt von Kit de Waal

Mona ist 60 und lebt in einem kleinen Küstenort in England. Mit Anfang Zwanzig zog sie von der Stadt in dieses malerische Dorf. Sie fertigt Puppen an. Doch nicht irgendwelche, sondern Puppen für Frauen, die ihre Kinder verloren haben. Mit diesen Puppen leistet Mona ein Stück Trauerarbeit. Doch sie verarbeitet auch ein Stück ihrer Trauer und ihrer Vergangenheit.

Auch hier erfahre ich in Rückblicken und Geschehnissen in der Gegenwart viel aus Monas Leben. Warum sie die Stadt verließ und was sie bei den Frauen im Dorf bewirkt. Mir hat die Geschichte rund um Mona und ihrem Leben sehr gut gefallen. Es ist kein trauriges Buch, sondern eher ein MutmachBuch.  Vor allem die Sache mit den Puppen und der damit verbundenen Trauerarbeit haben mich fasziniert. Sie nehmen jedoch nur einen geringen Anteil in der Geschichte ein. Ich mochte Mona sehr, und das was sie in ihrem Leben erlebt hat, hat sie geprägt, und das merkt man auch in der Geschichte. Im Laufe der Geschichte reift Mona von einer Jugendlichen zu einer Frau, die weiß was sie im Leben will.

Fazit: Ein sehr schöne Geschichte, kurzweilig und mit der Intension, dass es immer weiter geht im Leben. Das nach jedem Tief auch wieder ein Hoch kommt, und dass alles im Leben seinen Sinn hat.

(Rowohlt Verlag, ISBN: 9783498074050, Preis: 22,00 Euro)

 

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Agathe von Anne Cathrine Bomann

Es ist das Jahr 1948 in Paris. Der 71-jährige Psychiater zählt die Tage bis zu seinem Ruhestand. Er ist es leid sich Tag für Tag die „Leiden“ seiner Patienten anzuhören. Und obwohl er es kaum erwarten kann, endlich seinen Lebensabend zu Hause zu verbringen, so weiß er, dass es ein sehr einsamer Lebensabend werden wird. Denn durch seine Arbeit hat er den sozialen Kontakt zu seinen Mitmenschen verloren. Als seine Sprechstundenhilfe dann trotz Patientenaufnahmestopp eine neue Patientin aufnimmt, verändert dieses Aufeinandertreffen sein Leben.

Dieses kleine Büchlein ist in kurze Kapitel eingeteilt. In erster Linie geht es um den Psychiater. Sein Leben und Arbeiten, und seine eigentlich vorausahnende Zukunft. Doch dann kommt Agathe ins Spiel und sie wirbelt das Leben des Psychiaters durcheinander. Die Geschichte ist sehr philosophisch und manches Mal hatte ich so meine Probleme ihr zu folgen. Es geht um zwei Menschen, die mit Menschen und dem Leben so ihre Probleme haben. Doch sie schaffen es aus ihren Mustern auszubrechen und bauen sich langsam ein neues Leben auf.

Fazit: Wer es philosophisch mag ist hier gut aufgehoben. Mir hat es bedingt gefallen, da mir persönlich die Figuren und ihre Geschichte ein wenig zu oberflächlich bleiben. Ich hätte gerne mehr Tiefe gehabt.

(Hanserblau, ISBN: 9783446261914, Preis: 16,00 Euro)

 

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Dein Leben und meins von Majgull Axelsson

An ihrem siebzigsten Geburtstag kehr Märit in ihrer Heimat zurück. Fünfzig Jahre lang hat sie den Ort ihrer Kindheit nicht betreten. Zu viel war geschehen, was sie vergessen wollte. Hier wurde ihr geistig behinderter Bruder in ein Heim gegeben, indem er zu Tode kam. Hier wurde ihr am Tage ihrer Abiturfeier übel mitgespielt … Doch nun stellt sie sich den Dämonen der Vergangenheit und ihrem Zwillingsbruder, der eigentlich ein Drillingsbruder ist.

Der Titel hört sich so toll an, und auch das Cover ist mega schön. Doch die Geschichte ist irgendwie ein bisschen plem-plem. Märit hört nämlich immer die Stimme ihrer Schwester. Die ist bereits im Bauch der Mutter gestorben. Ihr „Geist“ ist dann irgendwie in Märit gelandet und so redet „die Andere“ ständig dazwischen. Das ist beim lesen des Buches so mega anstrengend, dass ich teilweise überlegt habe abzubrechen. Doch meine Neugier siegte, da ich einfach wissen wollte wie das Buch ausgeht. Märit besucht viele Stationen ihrer Kindheit. Auch die ihres geistig behinderten Bruders, der in einem Heim zu Tode kam. Ich erfahre, dass einige grausame Dinge im Leben Märits passiert sind, an denen sie nicht so ganz unschuldig ist.

Fazit: Spannend geschrieben, allerdings nicht leicht zu lesen, wegen der Anderen. War irgendwie nicht mein Buch.

(List Verlag, ISBN: 9783471351727, Preis: 22,00 Euro)

 

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