Goldkind von Claire Adam

Hoffmann und Campe
Fester Einband
272 Seiten
Erscheinungsdatum:
04.01.2020
ISBN: 9783455005981
Preis: 23,00 Euro

Klappentext

Der Alltag der Deyalsinghs ist nicht immer leicht – so kehrt Clyde, der Vater oft erschöpft von seiner Arbeit in der Ölfabrik zurück, während die beiden Söhne jeden Tag weite Wege in die Hauptstadt fahren, um eine Eliteschule zu besuchen. Zwar wurde nur der hochbegabte Peter angenommen, doch sollte der verträumte Paul nicht von seinem Zwillingsbruder getrennt werden. Eines Abends kehrt Paul nicht von seinem Streifzug durch den Busch zurück, der direkt hinter dem Haus der Familie beginnt. – dabei bleibt man auf Trinidad zu Hause, sobald die Sonne untergeht. Die Sorge ist groß, geschehen in der Stadt doch jeden Tag schreckliche Verbrechen – erst kürzlich wurde die Familie selbst zu Hause von Räubern überfallen. Als klar wird, dass Paul entführt worden ist, erkennt Clyde, dass die Hoffnungen auf eine bessere Zukunft für seine Kinder einen unvorstellbaren Preis haben.

∗∗∗∗∗

Clyde und Joy leben mit ihren Zwillingen Peter und Paul auf Trinidad, eine kleine Insel im Karibischen Meer nahe Venezuela. Obwohl Clyde eine gut bezahlte Arbeit in einer Ölfirma hat, wächst ihm vieles über den Kopf und so nimmt er Dankbar die kleinen Geldschenke von Onkel Vishnu an. Der ist es auch, der bei der Geburt der Zwillinge feststellt, dass Paul durch Sauerstoffmangel „zurück“ bleiben wird. Peter gleitet durchs Leben, ihm gelingt alles, doch Paul hat es von Anfang an schwer und mogelt sich mit Peters Hilfe und der Nachsicht vieler durch. Dann verunfallt der Onkel und hinterlässt der Familie ein kleines Vermögen für Peters Zukunft. Als Peter von einem Ausflug nicht zurück kommt, wird irgendwann klar, dass es entführt wurde. Wenig später kommt eine Lösegeldforderung. Doch soll Clyde das Geld, welches für Peters Zukunft gedacht war, den Entführern geben um Paul zu retten?

Die Geschichte ist in drei Teile aufgeteilt. Im ersten erfahre ich von Paul und seiner Entführung. Ich mochte Paul sehr und habe mich immer wieder gefragt, warum alle immer behaupten er sei zurück geblieben. Er ist sicherlich ein ruhiges und verträumtes Kind. Paul hat von sich selbst eine sehr geringe Meinung und betrachtet sich als Anhängsel von Peter. Er versucht seinen Entführern zu entkommen und sucht immer und immer wieder nach einem Ausweg aus seiner Misere.

Der zweite Teil erzählt von der Geburt der Zwillinge, dem Leben der Familie auf Trinidad bis hin zur Entführung. Ich erfahre ein wenig über die hohe Kriminalität und Mafiavorgänge auf der Insel. Von den Träumen der Bewohner ein besseres Leben zu führen und endlich dieser Armut zu entfliehen. Peter ist ein begabter Schüler, was die Lehrer schnell feststellen. Er hat die Möglichkeit in der Stadt eine gute Schule zu besuchen. Paul darf ihn begleiten und bekommt durch einen Lehrer Nachhilfe.

Im dritten und letzten Teil schildert die Autorin den inneren Konflikt des Vaters, ob er das Lösegeld zahlen soll oder nicht, und über die Zeit nach der Entführung.

Mir hat die Geschichte gut gefallen. Sie hat allerdings ein paar Schwächen. So hat es mich zum Beispiel echt geärgert, dass Paul immer als dumm dargestellt wurde bzw. wie diese „Dummheit“ argumentiert wurde. Ja, er war langsam in dem was er tat. Doch wenn man als Kind immer und immer wieder zu hören bekommt dass man dumm sei macht das etwas mit einem Kind. Es denkt dann irgendwann es sei wirklich dumm und verhält sich auch so. Und was ich echt ein bisschen schade fand, war das der dritte Teil so kurz abgehandelt wurde. In den ersten beiden Teilen erzählt die Autorin sehr ausführlich von den Familie, dem Land, dem Leben, dem Umstand der Entführung usw. Doch als es darum geht, welche Entscheidung die Eltern treffen und warum, hatte ich den Eindruck die Autorin hatte entweder keine Zeit mehr oder aber sie hatte keine Seiten mehr zur Verfügung. Mich hätte die Auseinandersetzung des Vater und der Mutter mit der Entscheidung ob sie das Lösegeld zahlen oder nicht, sehr interessiert. Doch darauf wird nur mit wenigen Worten eingegangen. Schade!

Alles in allem dennoch lesenswert!

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