Rückblick & Einblick … Februar 2020

 

Hallo Ihr Lieben,

ich bin Euch noch einen Rückblick & Einblick für Februar schuldig. Bisher bin ich nicht dazu gekommen. Mein Kopf ist momentan voll mit 1000 anderen Dingen. Da ich nicht schlafen kann, hab ich mir mal den Laptop ins Bett geholt und möchte Euch zumindest einen kleinen Rückblick & Einblick für Februar 2020 geben.

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Rückblick

Im Februar habe ich erstaunlicherweise auch viele Bücher gelesen, was auch an dem verlängertem Wochenende wegen Karneval lag. Auch im Februar gab es wirklich gute Bücher, aber auch echt mega Flops. Richtig gut gefallen haben mir „Das Haus der Frauen“ von Laetitita Colombani aus dem S. Fischer Verlag, „Hör mir zu, auch wenn ich schweige“ Abbie Greaves ebenfalls S. Fischer Verlag und „Die blaue Stunde“ von William Boyd aus dem Kampa Verlag. (Rezensionen folgen)

Das erste Buch von Colombani „Der Zopf“ habe ich nicht gelesen. Das Thema sprach mich seinerzeit nicht an. Doch bei dem neuen Buch sprach mich der Inhalt sehr an. Da gibt es einmal den realen Teil über eine Frau die 1926 gelebt hat und sich mit all ihrer Kraft für bedürftige Menschen eingesetzt hat, bis sie schließlich dann das erste Frauenhaus, den „Palais de la Femme“ in Frankreich schuf. Mir hat diese Geschichte sehr gefallen, vor allem weil diese Frau, die niemand wirklich kennt etwas großartiges geschaffen hat. Parallel dazu erzählt Colombani Geschichten von Frauen, die in diesem Hause leben. Einzelschicksale die für viele Schicksale stellvertreten stehen. Mich haben sie sehr berührt.

„Hör mir zu, auch wenn ich schweige“ habe ich in einer Nacht gelesen. Wow, die Autorin hat es drauf einen Spannungsbogen aufzubauen, so dass man bis zum Schluss dran bleibt. Erzählt wird die Geschichte eines Paares, welches seit 40 Jahren verheiratet ist. Sie liegt nach einem Selbstmordversuch im Koma und er erzählt ihr am Bett ihre gemeinsame Lebensgeschichte. Doch dies macht er, um ihr etwa zu gestehen … seit sechs Monaten hat er nicht mit ihr gesprochen, sich einfach verweigert, weil er in seinen Augen eine große Schuld auf sich geladen hat. Doch bevor er ihr gestehen kann was es ist, spitzt sich die Lage im Krankenhaus zu und er wird nach Hause geschickt. Dort findet er eine Art Tagebuch und nun erzählt sie aus ihrem gemeinsamen Leben und auch sie denkt, dass sie eine große Schuld auf sich geladen hat und will sich deshalb umbringen. Ich sag euch, das ist so toll geschrieben, und da ich unbedingt wissen wollte was für eine Schuld beide auf sich geladen haben, musste ich immer weiter lesen. Ich will nicht zu viel vorweg nehmen, aber nur so viel … ich denke beide hätten es nicht ändern können.

Boyds „Die blaue Stunde“ ist das zweite Buch, welches ich von diesem Autor gelesen habe. Boyd hat eine tolle Art zu erzählen. Völlig unspektakulär erzählt er von einem Mann der sehr lange im Gefängnis saß, wegen eines Mordes den er nicht begangen hat, und nun seine angebliche Tochter aufsucht. Mit ihr gemeinsam möchte er diesen Mord von damals aufklären. Die vermeintliche Tochter sträubt sich zuerst, willigt aber dann doch ein, wenn er ihr seine Lebensgeschichte erzählt. Und dass macht Boyds Protagonist dann auch. Mir hat an dieser Geschichte die ruhige leise teilweise melancholische Erzählweise gefallen.

Auch durchaus lesenswert war „Nach Mattias“ von Peter Zantingh aus dem Diogenes Verlag. Zantingh erzählt von Menschen, die in irgendeiner Weise Mattias gekannt haben. Flüchtige wie innige Beziehungen oder Bekanntschaften. Doch nun ist Mattias tot und ich als Leserin erfahre wie sich dieser Tod auf diese Menschen auswirkt, wie er ihr weiteres Leben beeinflusst.

Ein wenig enttäuscht hat mich das neue Buch von Sabine Roger. Wie sehr habe ich „Das Labyrinth der Wörter“ geliebt. In „Wenn das Schicksal anklopft, mach auf“ geht es um eine junge Frau die das Touret Syndrom hat, eine alte Frau die Angst vor Menschen und dem Leben hat, und noch ein paar anderen „verrückten“ Gestalten. Eigentlich ein Thema, was mich interessiert. Was aber mega anstrengend war, war das Roger die Ticks mit einbaut. Heißt man liest ständig ein Wuaaaaahhhhhh oder liest ein und dasselbe Wort 3-5 hintereinander. Das hat mich in meinem Lesefluss sehr beinträchtig und ich konnte mich auf die eigentliche Story gar nicht konzentrieren. Ab Mitte des Buches wird es weniger, doch da hatte ich das Interesse bereits verloren und hab nur noch quer gelesen. Tolle Story, aber mich hat die Umsetzung ein wenig genervt. Versucht es und schaut selbst, wie Ihr es empfindet.

So, nun noch zu meinem absoluten Flop. Das ist leider „Power“ von Verena Güntner aus dem Dumont Verlag. Oh man, ich habe keine Ahnung was mir diese Geschichte sagen möchte. Das ist wieder so ein Buch, das spaltet. Entweder man liebt es, oder man findet es ganz schrecklich. Ich gehöre leider zu denen, die es ganz schrecklich finden. Es fängt schon einmal damit an, dass die Protagonistin Kerze heißt. Bitte wer heißt im realen Leben Kerze? Dann geht e schon gleich weiter … ein Hund wird vermisst. Kerze macht es sich zur Aufgabe diesen zu finden. Als ihr das auf Anhieb nicht gelingt, versetzt sie sich in den Hund , kriecht auf allen vieren, schnüffelt rum etc. Nun möchten ihr andere Kinder beim Suchen helfen. Das dürfen sie, müssen allerdings wie Kerze auf allen vieren kriechen, wie Hunde fressen und schnüffeln. Letztendlich leben alle Kinder im Wald, die Eltern kommen nicht mehr an ihre Kinder heran, werden von ihnen gebissen und angebellt. Mal ganz ehrlich … ich hab den Sinn nicht verstanden. Sorry!

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Einblick

Im Februar war ja Karneval und Valentinstag. Aus Karneval mach ich mir nicht wirklich etwas. Das liegt wohl daran, dass ich als Kind auf jede Veranstaltung geschleppt wurde die es gab, da mein Vater als Kölner in vielen Karnevalsvereinen war. Deshalb habe ich wohl so etwas wie ein Karnevaltrauma. 🙂 Für mich ist Karneval immer ein verlängertes Wochenende, da wir Rosenmontag den Büchergarten zu lassen, an dem ich viel lesen kann.

Dann war auch noch Valentinstag. Auch einer dieser Tage, der aus Amerika eingeschleppt wurde. Ich bin dann immer hin und her gerissen. Mache ich einen Bücher- und SchnickschnackTisch oder lass ich es bleiben. Meist mache ich dann doch einen, weil einige KundenInnen doch nach Büchern oder Schnickschnack nachfragen. Persönlich machen wir es uns immer schön an diesem Tag. Kochen etwas zusammen und trinken ein Gläschen Wein … Aber mein Mann hat absolutes Blumenkaufverbot. Ich finde die Preise für Blumen an diesem Tag echt unverschämt.

Ansonsten waren wir im Februar das erste Mal bei Trend & Trade in Holland. Da ist ein riesiges Einkaufszentrum für Widerverkäufer. Dort bekommt man alles mögliche rund um NonBooks. Wir kleinen Inhaber geführte Läden haben leider immer wieder das Problem bei den NonBooks, das entweder die VEs (Verkaufseinheiten) so groß sind, dass man ewig an einem Artikel verkauft oder die Mindestbestellmengen so hoch sind. Hier kann ich von dem Artikel der mir gefällt nur 1 oder 2 oder 3 oder wie auch immer nehmen. Ich fand es spannend und hab auch ein paar schöne Sachen für den Büchergarten erstanden.

Apropo Mindestbestellmengen etc. Gerade vor ein paar Wochen habe ich mich wieder sehr über eine Firma, deren Name ich nicht nennen werde, geärgert. Durch Zufall sah ich, dass dieser Verlag wunderschönes Porzellan auf den Markt gebracht hat. Tassen, Eierbecher, Müslischalen etc. Also hab ich da angerufen und einen Katalog bestellt. Die VEs waren okay, und die Dame am Telefon sagte mir, dass ich auf jeden Fall immer die VEs nehmen muss. Nun denn … ich habe mir dann ein paar Sachen ausgesucht und bestellt. Ein paar Tage später bekomme ich einen Anruf vom Verlag, mit dem Hinweis, das ich von diesem Porzellan von allen Motiven eine VE nehmen muss. Ich hatte mir zum Beispiel von den Tassen nur 3 Motive ausgesucht. Es gibt aber 8. Da war ich echt sauer, denn das war mega viel. Das wäre ein dreifaches fast vierfaches Einkaufsvolumen gewesen von dem was ich bestellen wollte. Das kann ich als kleine Buchhandlung nicht wuppen. Liebe Verlage, liebe NonBook Vertriebler … warum acht ihr das? Warum muss man immer solche Mengen abnehmen, die ich niemals verkauft bekomme? Das führt letztendlich dazu, dass nur große Buchhandlungen diese tollen Sachen führen können und die kleinen Buchhandlungen bleiben mal wieder auf der Strecke. Schade … Schade …

So, das war es erst einmal von mir.

Passt auf Euch auf …. Eure Angelika ♥

 

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