„Über Carl reden wir morgen“ von Judith W. Taschler

Paul Zsolnay, Fester Einband, ISBN: 9783552072923, Preis: 24,00 €, Hier kaufen

Rückentext

Fast hat man sich in der Hofmühle damit abgefunden, dass Carl im Krieg gefallen ist, als er im Winter 1918 plötzlich vor der Tür steht. Selbst sein Zwillingsbruder Eugen hätte ihn fast nicht erkannt. Eugen ist nur zu Besuch, er hat in Amerika sein Glück gesucht und vielleicht sogar gefunden. Wird er es mit Carl teilen? Lässt sich Glück überhaupt teilen? Ein großer Familienroman über drei Generationen.

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„Carl verzichtete lieber auf ein wenig überschwängliches Glück zu Beginn, wenn dafür später ein Rest davon übrigbleiben sollte. Ihm fiel ein Spruch ein, den sein Bruder Eugen als Kind ständig von sich gegeben hatte: Finden Sie Ihr Glück und behalten Sie es.“ (Lesezeichen im Buch)

Ehrlich gesagt, bin ich kein großer Fan von Familiengeschichten oder sogenannten Familiensagas. Doch als ich dieses Buch von Judith W. Taschler in die Finger bekam, war ich neugierig.

Es geht in diesem Buch um die Bruggers, eine Familie, welche in Oberösterreich lebt. Dort betreiben sie eine Mühle. Es ist eine Familiensaga über mehrere Generationen angefangen im 19. Jahrhundert bis kurz nach dem ersten Weltkrieg.

Die Geschichte beginnt mit Anton  Brugger und seiner Schwester Rosa. Während Anton die Mühle betreibt, zieht es seine Schwester in die Stadt, um dort als Dienstmädchen zu arbeiten. Jahre vergehen, bevor sich die beiden wiedersehen. Im weiteren Verlauf der Geschichte lerne weiter Familienmitglieder und ihr Leben kennen. Dies hier jedoch zu erzählen ist einfach zu komplex.

Mir ist während des Lesens die Familie Brugger sehr ans Herz gewachsen. Die Schicksale der einzelnen Familienmitglieder haben mich bewegt. Das hört sich jetzt ein bisschen kitschig an, war bzw. ist es aber nicht. Gut fand ich den Familienstammbaum, der als Lesezeichen im Buch bei liegt. Hier kann man immer mal wieder nachsehen, wer von wem abstammte bzw. wer mit wem verheiratet war.

Taschler Charaktere sind sehr lebensecht. Ich konnte mir die einzelnen Familienmitglieder in ihren Lebensabschnitten und Lebenssituationen sehr gut vorstellen.

Das einzige was mich ein klitzeklein wenig gestört hat, ist der Titel des Buches „Über Carl reden wir morgen“. Warum? Als Buchhändlerin und Leserin weiß ich, dass sich viele Bücher über den Titel verkaufen. Wenn ich jetzt einem Interessierten den groben Inhalt der Geschichte erzähle, kommt Carl da kaum vor. Die Rolle, die Carl in der Geschichte spielt wichtig (das sind andere Charaktere aber auch), doch sie spielt sich nur in einem Drittel des Buches ab. Ich hätte es schönen/ besser gefunden das Buch vielleicht „Die Bruggers“ oder so zu nennen … Aber das ist meine Meinung.

Mein Fazit: Eine tolle, spannende, komplexe und glaubwürdige Familiengeschichte über mehrere Generationen, die ich verschlungen habe.

„Carl staunte über das Glück, das ihn bisher keinen Augenblick lang verlassen hatte. Seine Tante hatte ihm die Geschichte von den Schutzengeln erzählt, die unsichtbar über jedem Menschen schwebten und auf ihn achtgab. Er fand die Vorstellung irgendwie tröstlich.“ (Lesezeichen im Buch)

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