Neulich in der Buchhandlung … #19

Hallo Ihr Lieben,

gerade diese Woche erlebt …

Vater und Sohn betreten die Buchhandlung. Der Sohn ist ca. 2-3 Jahre alt. Die beiden waren vor ein paar Tagen schon einmal da und haben Bilderbücher gekauft. Heute möchten die beiden ein Wörterbuch Deutsch-Italienisch abholen, welches der Vater bestellt hat. Ich gebe also das Buch raus und der Kurze sagt:“ Papa, möchte Buch gucken.“ Der Vater gibt es dem Sohn. Wir Erwachsenen quatschen noch ne Runde und der Sohn sitz auf dem Boden und schaut sich das Buch an. Dann gehen die beiden. An der Tür bemerkt der Vater, dass der Sohn das Buch nicht mehr in der Hand hält. Es liegt im Kassenbereich auf dem Boden. Der Vater zu seinem Sohn:“ Das Buch müssen wir aber mitnehmen, das ist bezahlt. Holst du es bitte.“ Der Sohn: „Nein.“ Der Vater:“ Warum nicht?“ Der Sohn:“ Keine Bilder drin.“ Tja, damit war die Sache dann geklärt. Was ist die Essenz dieser Geschichte … Bücher ohne Bilder kommen dem Kurzen nicht ins Haus. 🙂

In diesem Sinne …. schöne Feiertage

Eure Angelika ♥

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Kurz & Knapp … März 2019

Ich bleibe hier von Cathrine Ryan Hyde

Grace ist neun Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter in einem sozialen Brennpunkt. Die Mutter ist Drogenabhängig und so sitzt Grace oft vor der Haustür, weil ihre Mutter „schläft“. Eines Tages lernt sie Billy kennen, ein Nachbar, der schon seit Jahren das Haus nicht mehr verlassen hat, weil er an einer Zwangsstörung leidet. Durch ihre offene Art, hat Grace schnell Kontakt zu weiteren Hausbewohnern. Als sich das Jugendamt einschaltet und Grace in Obhut nehmen will, bis die Mutter clean ist, schließt sich die Gruppe zusammen, um Grace vor dem Heim zu bewahren. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt und jeder Bewohner kommt an seine persönlichen Grenze …

Wir haben dieses Buch innerhalb des Lesekreis gelesen. In der Besprechung hinterher haben wir für uns beschlossen, dass man diese Geschichte als modernes Märchen sehen muss, da viele unschöne Dinge und Abläufe einfach zu sehr geschönt wurden. Allein die Tatsache, dass eine Gruppe von Menschen, die alle ihre eigenen sozialen wie auch krankhaften Probleme haben, es schaffen Grace vor dem Heim zu bewahren. Die Story hat ziemlich viele gute Ansätze und Themen, aber in der Umsetzung fehlt es an Substanz.

Fazit: Gut geschrieben, aber inhaltlich hätte man mehr machen können.

(Ullstein, ISBN: 9783548288932, Preis: 9,99 Euro)

 

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Die einzige Geschichte von Julian Barnes

Ein junger Mann, der Ich-Erzähler erzählt die Geschichte seiner ersten großen Liebe zu einer älteren Frau. Aufgeteilt in der Kapitel erzählt das erste die Zeit des Kennenlernen, das zweite die Zeit in der das Paar zusammen in eine andere Stadt zieht und im dritten Kapitel wirft der Ich-Erzähler im reifen Alter ein Rückblick auf sein Leben.

Ehrlich gesagt, kann ich überhaupt nicht verstehen, warum dieses Buch so gehypt wird. Mich hat die Geschichte dermaßen angeödet, dass ich immer wieder kurz davor stand sie abzubrechen. Hey, da erzählt einer die Geschichte seiner ersten großen Liebe, aber leider so emotionslos wie ein Stück Brot. Ich hätte mir so manches Mal mehr Leidenschaft bei der Erzählung gewünscht. Ich hab mir so sehr eine wahnsinnig tolle Liebesgeschichte gewünscht. Nö, gibt es nicht. Leider. Seufz.

Fazit: Von mir gibt es an dieser Stelle keine Empfehlung. Es sei denn, ihr möchtet euch zu Tode langweilen. Ja dann solltet ihr dieses Buch unbedingt lesen.

(Kiepenheuer & Witsch, ISBN: 9783462051544, Preis: 22,00 Euro)

 

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Lubotschka von Luba Goldberg-Kuznetsova

Eine junge Frau lebt in Russland zur Jahrtausendwende. Sie hat gerade ihr Abitur gemacht und träumt von einem glamourösen Leben. Doch sie lebt in ärmlichen Verhältnissen. Doch auf ihrem Abschlussball möchte sie glänzen … strahlen … denn danach wird sie mit der Mutter nach Deutschland gehen.

Die Geschichte um die Wünsche und Sehnsüchte dieser jungen Frau ziehen sich wie Kaugummi durchs Buch. Mich hat es irgendwann nur noch angenervt. Es geht um die richtige Klamotte für den Abschlussball, um Jungs und was man sich alles kaufen könnte. Materielle Dinge stehen sehr im Fokus der jungen Dame. Ihre Weltanschauung spiegelt das Russland der Nullerjahre.

Fazit: Auch hier leider keine Leseempfehlung von mir. Leider.

(Aufbau Verlag, ISBN: 9783351037635, Preis: 22,00 Euro)

 

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hell/ dunkel von Julia Rothenburg

Zwei Geschwister so unterschiedlich wie Tag und Nacht, wie hell und dunkel, erfahren, dass die Mutter sterben wird. Bald. Die beiden Kinder müssen sich nun um alles kümmern.

Eine tolle Geschichte, die mich beim Lesen fesselt. Da sind Valerie und Robert, zwei Geschwister, die eine gemeinsame Mutter haben aber verschiedene Väter. Ihr Verhältnis zueinander ist nicht innig, genauso wenig wie das zur Mutter. Valerie lebt bei der Mutter, Robert in einer anderen Stadt. Nun ist die Mutter krank, und die Kinder müssen Abschied nehmen, stehen kurz davor einen Verlust zu erleiden. All dies erzählt die Autorin sehr gefühlvoll bis zu einem bestimmten Punkt und an dem war ich dann raus. Die beiden sind in ihrer Trauer, Wut, Hoffnungslosigkeit immer näher gerückt, was dann soweit ging, dass sie Sex miteinander hatten. Und das nicht nur 1x. Nennt mich spießig oder sonst was, aber da bin ich raus. Blutverwandt und Sex geht gar nicht. Vor allem fehlt mir an dieser Stelle eine Triggerwarnung. Während der Erzählung deutete nichts darauf hin, dass dies passieren würde.  Um so überraschter war ich. Im zweiten Teil steht diese Beziehung dann auch etwas mehr im Fokus der Geschichte.

Fazit: Es hätte eine tolle Geschichte werden können, eine Geschichte über den Umgang mit Trauer, Verlust und den daraus entstehenden Ängsten. Aber die sexuelle Komponente zwischen den Geschwistern haben dem Buch einen unangenehmen Beigeschmack gegeben. Schade.

(Frankfurter Verlagsanstalt, ISBN: 9783627002596, Preis: 20,00 Euro)

 

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Neulich in der Buchhandlung … #18

Hallo Ihr Lieben,

heute habe ich einmal ein persönliches Anliegen, bzw. möchte Euch unsere neue Veranstaltung „Spätschicht“ vorstellen.

Vor einiger Zeit habe ich im Radio einen Beitrag aus Schweden gehört. Dort ist es Gang und Gebe, dass sich die Menschen nach Feierabend in den Büchereien des Ortes treffen. Die sind täglich bis 24.00 Uhr geöffnet. Dort treffen sich die Menschen um in Ruhe am PC zu arbeiten, mit Freuden zu plaudern, zu stöbern etc. Der Letzte, der geht, macht das Licht aus. Nun gut, die Skandinavier sind da auch etwas anders gestrickt als wir hier in Deutschland … sie vertrauen einfach darauf, dass niemand etwas mitgehen lässt.

Tolle Sache dachte ich mir, und habe überlegt warum geht das bei uns in Deutschland nicht? Oder so etwas ähnliches zumindest. Gut, ich führe keine öffentliche Bücherei, und PCs an denen man arbeiten könnte habe ich auch nicht. Aber ich führe eine Buchhandlung und somit einen Ort, an dem man sich begegnet und im besten Fall sich auch wohlfühlt. Hinzu kommt, dass auf dem Land die Geschäfte meist um 18.00 Uhr – 18.30 Uhr schließen, bis auf die großen Discounter.

Und so reifte der Gedanke immer weiter und weiter … und schließlich entschied ich mich es zu versuchen …

Ab dem 22. März 2019 wird es einmal im Monat die sogenannte „Spätschicht“ geben. An diesem Tag/ Abend haben wir bis 22.00 Uhr geöffnet. Aber nicht, um Bücher oder sonstiges zu verkaufen, sondern als Treffpunkt … zum plaudern, inne halten, schmökern, stöbern,  austauschen … mit Freunden oder auch alleine.  Natürlich kann man auch Bücher erwerben, aber darauf liegt für mich an diesen Abenden nicht der Fokus. Ich möchte die Buchhandlung an diesen Abenden zu einem Ort der Begegnungen machen.

Na, was haltet Ihr davon? Werden wir uns sehen? Ich würde mich sehr freuen!

Eure Angelika ♥

Neulich in der Buchhandlung … #17

 

Hallo Ihr Lieben,

 

es gibt Tage, da möchte ich laut loslachen, weil das Erlebte so … ja wie soll ich es nennen … kurios, witzig, surreal …. ist. 🙂 Aber lest selbst …

 

Ein junger Mann betritt die Buchhandlung mit einem großen Karton unter dem Arm. Es ist kurz vor Ladenschluss. Er wirkt gestresst … gehetzt. Der junge Mann schmeißt (!) das Paket auf die Ladentheke.

„Können Sie mir das bitte einpacken?“

Ich bin etwas irritiert und antworte:

„Das ist aber kein Buch und auch kein NonBook Artikel den wir führen.“

„Stimmt. Das habe ich nebenan gekauft.“

Ich jetzt noch irritierter:

„Und warum lassen Sie es sich nicht dort verpacken?“

„Sie haben einfach schöneres Geschenkpapier als die von nebenan.“

Tja, was soll man da noch sagen. 🙂 Ich hab das Paket dann verpackt, und währenddessen kam heraus, dass es ein Geschenk für s Freundin ist. Der junge Mann wollte mir dann fürs verpacken 5 Euro geben, doch ich habe abgelehnt und ihm und seiner Freundin, unbekannter Weise, einen schönen Abend gewünscht. Er verließ die Buchhandlung mit einem strahlenden Lächeln.

 

Eure Angelika ♥♥♥

 

Kurz & Knapp … Januar 2019

Lästige Liebe von Elena Ferrante

Delia kehrt nach dem plötzlichen Tod der Mutter in ihre Heimatstadt zurück. Sie möchte herausfinden, was in den letzten Tagen/ Stunden vor dem Tod der Mutter passiert ist, da sie nicht verstehen kann, warum die Mutter so plötzlich verstarb. Hat vielleicht jemand anderes seine Finger im Spiel?

In Rückblicken erzählt Delia aus ihrem Leben und dem Leben der Eltern. Der Vater war gewalttätig und die Mutter hatte eine Affäre mit einem Geschäftspartner des Vaters. In ihrer Rückschau erkennt Delia, dass sie mehr mit ihrer Mutter gemeinsam hat, als ihr lieb ist. Und dann ist da noch dieser mysteriöse Caserte, ein Freund des Vaters …

Dies war mein erster Ferrante und ich hab mir echt viel davon versprochen, da die Saga so hoch gelobt wurde. Doch leider bin ich mit diesem Buch überhaupt nicht zurecht gekommen. Delia, die Protagonistin war mir so fern, ich konnte mit ihr nichts anfangen und somit war auch die Geschichte für mich sehr eckig. Irgendwie fehlte mir ein roter Faden. Delia springt in ihren Erinnerungen hin und her, was mich beim lesen echt ermüdet hat.

Fazit: Auch wenn die Saga von Ferrante allerorts hochgelobt wurde, und dieses Buch vielleicht eine Ausnahme ist, die nicht gefällt, so bleibt es aber mein einziger Ferrante den ich gelesen habe/ lesen werde.

(Suhrkamp Verlag, ISBN: 9783518428283, Preis: 22,00 Euro)

 

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Die Zeit und was sie heilt von Kit de Waal

Mona ist 60 und lebt in einem kleinen Küstenort in England. Mit Anfang Zwanzig zog sie von der Stadt in dieses malerische Dorf. Sie fertigt Puppen an. Doch nicht irgendwelche, sondern Puppen für Frauen, die ihre Kinder verloren haben. Mit diesen Puppen leistet Mona ein Stück Trauerarbeit. Doch sie verarbeitet auch ein Stück ihrer Trauer und ihrer Vergangenheit.

Auch hier erfahre ich in Rückblicken und Geschehnissen in der Gegenwart viel aus Monas Leben. Warum sie die Stadt verließ und was sie bei den Frauen im Dorf bewirkt. Mir hat die Geschichte rund um Mona und ihrem Leben sehr gut gefallen. Es ist kein trauriges Buch, sondern eher ein MutmachBuch.  Vor allem die Sache mit den Puppen und der damit verbundenen Trauerarbeit haben mich fasziniert. Sie nehmen jedoch nur einen geringen Anteil in der Geschichte ein. Ich mochte Mona sehr, und das was sie in ihrem Leben erlebt hat, hat sie geprägt, und das merkt man auch in der Geschichte. Im Laufe der Geschichte reift Mona von einer Jugendlichen zu einer Frau, die weiß was sie im Leben will.

Fazit: Ein sehr schöne Geschichte, kurzweilig und mit der Intension, dass es immer weiter geht im Leben. Das nach jedem Tief auch wieder ein Hoch kommt, und dass alles im Leben seinen Sinn hat.

(Rowohlt Verlag, ISBN: 9783498074050, Preis: 22,00 Euro)

 

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Agathe von Anne Cathrine Bomann

Es ist das Jahr 1948 in Paris. Der 71-jährige Psychiater zählt die Tage bis zu seinem Ruhestand. Er ist es leid sich Tag für Tag die „Leiden“ seiner Patienten anzuhören. Und obwohl er es kaum erwarten kann, endlich seinen Lebensabend zu Hause zu verbringen, so weiß er, dass es ein sehr einsamer Lebensabend werden wird. Denn durch seine Arbeit hat er den sozialen Kontakt zu seinen Mitmenschen verloren. Als seine Sprechstundenhilfe dann trotz Patientenaufnahmestopp eine neue Patientin aufnimmt, verändert dieses Aufeinandertreffen sein Leben.

Dieses kleine Büchlein ist in kurze Kapitel eingeteilt. In erster Linie geht es um den Psychiater. Sein Leben und Arbeiten, und seine eigentlich vorausahnende Zukunft. Doch dann kommt Agathe ins Spiel und sie wirbelt das Leben des Psychiaters durcheinander. Die Geschichte ist sehr philosophisch und manches Mal hatte ich so meine Probleme ihr zu folgen. Es geht um zwei Menschen, die mit Menschen und dem Leben so ihre Probleme haben. Doch sie schaffen es aus ihren Mustern auszubrechen und bauen sich langsam ein neues Leben auf.

Fazit: Wer es philosophisch mag ist hier gut aufgehoben. Mir hat es bedingt gefallen, da mir persönlich die Figuren und ihre Geschichte ein wenig zu oberflächlich bleiben. Ich hätte gerne mehr Tiefe gehabt.

(Hanserblau, ISBN: 9783446261914, Preis: 16,00 Euro)

 

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Dein Leben und meins von Majgull Axelsson

An ihrem siebzigsten Geburtstag kehr Märit in ihrer Heimat zurück. Fünfzig Jahre lang hat sie den Ort ihrer Kindheit nicht betreten. Zu viel war geschehen, was sie vergessen wollte. Hier wurde ihr geistig behinderter Bruder in ein Heim gegeben, indem er zu Tode kam. Hier wurde ihr am Tage ihrer Abiturfeier übel mitgespielt … Doch nun stellt sie sich den Dämonen der Vergangenheit und ihrem Zwillingsbruder, der eigentlich ein Drillingsbruder ist.

Der Titel hört sich so toll an, und auch das Cover ist mega schön. Doch die Geschichte ist irgendwie ein bisschen plem-plem. Märit hört nämlich immer die Stimme ihrer Schwester. Die ist bereits im Bauch der Mutter gestorben. Ihr „Geist“ ist dann irgendwie in Märit gelandet und so redet „die Andere“ ständig dazwischen. Das ist beim lesen des Buches so mega anstrengend, dass ich teilweise überlegt habe abzubrechen. Doch meine Neugier siegte, da ich einfach wissen wollte wie das Buch ausgeht. Märit besucht viele Stationen ihrer Kindheit. Auch die ihres geistig behinderten Bruders, der in einem Heim zu Tode kam. Ich erfahre, dass einige grausame Dinge im Leben Märits passiert sind, an denen sie nicht so ganz unschuldig ist.

Fazit: Spannend geschrieben, allerdings nicht leicht zu lesen, wegen der Anderen. War irgendwie nicht mein Buch.

(List Verlag, ISBN: 9783471351727, Preis: 22,00 Euro)

 

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Kurz & Knapp … Oktober 2018

Vox von Christina Dalcher

Von heute auf morgen dürfen Frauen in Amerika nicht mehr als 100 Worte sprechen. Ein Armband am Handgelenk zählt diese und bei überschreiten der 100 werden elektrische Impulse ähnlich einem Elektroschocker freigesetzt. Jean kann dies erst einmal gar nicht fassen. Sie ist Wissenschaftlerin und Mutter. Wie soll sie mit 100 Worten am Tag auskommen? Und ihrer Tochter erst. Sie ist noch ein Kind und entdeckt gerade die Welt und die Sprache … Ziel der neuen Machthaber der USA ist es, dass die Frauen zurück an den Herd sollen und die Männer ihre Macht zurückbekommen …

Wir haben das Buch innerhalb des Lesekreis gelesen. Und wir allen waren ähnlicher Meinung. Spannend bis zur letzten Seite geschrieben, doch leider an vielen Stellen nicht zu Ende gedacht. Die Thematik ist schon sehr spannend. Eine Welt, in der Frauen mur noch 100 Wörter pro Tag nutzen dürfen.  Wie würde eine solche Welt aussehen?

Viele Fragen bleiben offen … ein Ehepaar, das sich liebt hat keine Geheimnisse voreinander. Warum verschweigt Jeans Mann ihr, dass er versucht sie zu retten? Stattdessen hat man als Leserin den Eindruck, dass er sie verrät und alles dafür tut, damit es ihr so richtig schlecht geht. Woher kommt diese Untergrundbewegung? Wer hat sie gegründet und warum? Was will diese Bewegung erreichen? Und noch viele andere Punkte sind bis zum Ende nicht durchgedacht. Leider … und sehr schade …

Fazit: Toll geschrieben, von der ersten bis zur letzten Seite durchaus spannend. Doch leider nicht bis zum Ende durchdacht und somit bleiben für mich viele wichtige Fragen offen. Schade!

(S. Fischer Verlag, ISBN: 9783103974072, Preis: 20,00 Euro)

 

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Das reife Mädchen von Anna Giurickovic Dato

Als Maria noch ein Kind war, und Anna noch mit ihrem Mann zusammenlebte, schien die Welt in Ordnung. Doch sie war es nicht, denn Maria wurde von ihrem Vater missbraucht. Jetzt ist Maria 13 und flirtet wie eine kleine Lolita mit dem neuen Freund der Mutter. Das ist Anna zu viel und sie schmeißt den neuen Freund raus.

Die Geschichte wird in zwei Erzählsträngen erzählt. Einmal die Zeit in der Maria noch das Kind ist, und vom Vater missbraucht wird und dann die Zeit, in der Anna ihren neuen Freund zu Besuch hat und Maria mit diesem sehr eindeutig flirtet. Anna erlebt das Ganze wie in einem Traum. Sie merkt zum ersten Mal, dass es eigentlich ihre Schuld ist, das Maria jetzt so ist, wie sie ist. Doch ist dem wirklich so?

Ein sehr intensives Buch über das Wegsehen und nicht Wahrhabenwollen einer Mutter, dem Missbrauch und die Entwicklung eines Kindes, das sich nicht wehren konnte und auch niemanden hatte, dem es sich anvertrauen konnte. Bis zu dem Tag, an dem es sein Schicksal selbst in die Hand nimmt.

Fazit: Ein in meinen Augen sehr gelungenes Debüt, das aber keine einfache Lektüre ist. Die Autorin schafft es mit sehr viel Gefühl über das Thema Missbrauch zu erzählen.

(Piper, ISBN: 9783492059053, Preis: 20,00 Euro)

 

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Farben der Nacht von Davit Gabunia

Surab, Anfang 30 lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Tiflis. Die Familie führt ein unaufgeregtes Leben. Surab ist gerne Vater. Weniger gerne ist er Hausmann. Doch er hat seinen Job verloren und so bleibt er zu Hause und seine Frau verdient das Geld für die Familie. Schnell kommt nach erledigter Hausarbeit Langeweile auf und Surab beginnt die Menschen in seiner Nachbarschaft zu beobachten. Schnell interssiert ihn aber das Leben des jungen Manns im Nachbarhaus. Dieser scheint homosexuelle zu sein und ein Verhältnis mit einem hohen Beamten vom Staatsschutz zu haben. Surab ist von dem Paar fasziniert und aus der anfänglichen Neugier wird eine Obsession. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse …

Dieses Buch ist sehr spannend geschrieben und ich kam mir beim Lesen selbst wie eine Voyeurin vor. Ich konnte das Buch nicht beiseite legen, weil ich unbedingt wissen musste, wie es weiter geht. Das Ende hat mich dann sehr überrascht, aber auch ein wenig ratlos zurück gelassen.

Fazit: Wer Hitchcocks „Fenster zum Hof“ spannend fand, findet hier ein ähnliches Werk mit modernen Elementen.

(Rowohlt Berlin, ISBN: 9783737100410, Preis: 20,00 Euro)

 

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Der Tag, an dem ich feststellte, dass Fische nicht klettern können von Christian Jaschinski

Max ist Mitte vierzig. Als er am diesjährigen Hochzeitstag nach Hause kommt, teilt ihm seine Frau knapp mit, dass sie ihn verlassen wird. Max fällt aus allen Wolken, dachte er doch seine Ehe wäre Vorbildlich. Auch seine Tochter wendet sich von ihm ab. Einzig sein Freund Bolle ist für ihn da und versucht ihm in dieser schweren Zeit beizustehen. Die beiden fahren für ein Wochenende nach Berlin. Ein Wochenende, dass alles verändert …

Ich habe diesen Roman gelesen, weil wir eine Lesung mit dem Autor in der Buchhandlung gemacht haben. Die Geschichte ist kurzweilig und amüsant. Der Abend mit dem Autor war es ebenfalls.

Fazit: Wer mal schnell etwas Lustiges zwischendurch lesen möchte ist mit diesem Buch gut bedient. Hier ist mal nicht die Frau die Verlassene, sondern der Mann, und zu sehen wie Mann damit umgeht ist ganz nett.

(Schwarzkopf & Schwarzkopf, ISBN: 9783862655458, Preis: 9,99 Euro)

 

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Liebe ist die beste Therapie von John Jay

Steve und Charlotte sind schon einige Jahre verheiratet, haben Kinder und ein Eigenheim. Eigentlich könnten sie glücklich sein. Doch sie sind es nicht. Beide betrügen sich gegenseitig mit anderen Partnern, lügen und verheimlichen. Und doch scheint da noch etwas von Liebe zwischen ihnen zu sein. Daher beschließen sie eine Paartherapie zu machen, um zu sehen, ob ihre Ehe noch eine Zukunft hat.

Dieser Roman spielt überwiegend in den Räumen der Therapeutin. Und es geht auch nur um diese drei Menschen und ihr Leben, ihre Gedanken und ihre Gefühle. Steve und Charlotte schildern was ihnen in der Beziehung fehlt, was sie sich wünschen … Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, der Autor hält mir einen Spiegel vor. Wer lange verheiratet oder in einer langen Beziehung lebt, hat mit Sicherheit die ein oder andere Situation aus dem Buch so oder ähnlich erlebt. Wie z.B. das nicht richtige Zuhören des Partners und die damit verbundenen Streitigkeiten. Jays Therapeutin zeigt Wege auf, wie ein Miteinander wieder klappen kann.

Fazit: Ein tolles Buch, und obwohl Roman, hat dieses Buch auch etwas von einem Ratgeber …

(Diogenes, ISBN: 9783257070439, Preis: 22,00 Euro)

 

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Ein Winter in Paris von Jean-Philippe Blondel

Als Außenseiter hat es Victor es am elitären Lycee D. in Paris nicht einfach. Obwohl alle wissen das er die Prüfung nicht schaffen wird, unterwirft er sich dem strengen Schulsystem. Er ist jedoch nicht der einzige. Mathieu ist ebenfalls Außenseiter. Einige Tage vor seinem 19zehnten Geburtstag beschließt Victor, dass er Mathieu zu einem gemeinsamen Essen einladen möchte. Doch ehe es dazu kommen kann, springt Mathieu in den Tod. Schüler wie auch Lehrer sind entsetzt über die Tat. Doch plötzlich steht Victor im Mittelpunkt, da alle denken das er mit Mathieu befreundet war. Auch Mathieus Vater ist sehr an Victor und seiner Beziehung zu seinem Sohn interessiert.

Die Geschichte plätschert irgendwie nur vor sich hin. Ich habe nicht wirklich verstanden, was der Autor mir mit diesem Buch sagen möchte. Alle Protagonisten sind so … so nichtssagend, blass und uninteressant. Sie haben mich gelangweilt. Trotzdem habe ich dieses Buch zu Ende gelesen. Warum? Weil ich vor zig Jahren ein Buch von Blondel gelesen habe, welches mich fasziniert hat. Es hieß „Zweiundzwanzig“ und hatte mich von der ersten Seite an gepackt. Es war eine Hommage ans Leben. Doch die Bücher die ich danach vom Autor las, konnten mich alle nicht mehr berühren. Leider.

Fazit: Ich fand dieses Buch langweilig und für mich wird es wohl das letzte Buch von Blondel gewesen sein, welches ich gelesen habe. Schade!

(Paul Zsolnay, ISBN: 9783552063778, Preis: 19,00 Euro)

 

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Kurz & Knapp … September 2018

Ich komme mit von Angelika Waldis

Vita und Lazy kennen sich eigentlich schon ein Leben lang. Vita zog vor 42 Jahren als junge Mutter in das Haus in der Torstraße 6. Der Sohn ist mittlerweile aus dem Haus und ihr Mann verstorben. Lazy ist 21, Student und nennt Vita wie alle anderen Bewohner, die Alte von oben. Lazy ist jung und frei, leibt seine Freundin und das Leben. Als seiner Freundin ihn verlässt und er zudem noch schwer erkrankt, wird Vita plötzlich zu einer Art von Freundin. Sie kümmert sich und weicht Lazy nicht mehr von der Seite.

Eine Freundschaft zwischen Lazy und Vita bahnt sich an. Ungewöhnlich? Eher nicht. Beide haben niemanden, der sich um sie kümmert oder sich für sie interessiert. Lazy wurde von seiner Freundin verlassen und zum Vater gibt es keinen Kontakt. Vitas Mann lebt nicht mehr und der Sohn lebt im fernen Amerika und kommt nur alle Jubeljahre die Mutter besuchen. Somit ist es dann nicht ungewöhnlich, dass Lazy und Vita zueinander finden.

Fazit: Eine nette Geschichte, die zeigt, dass Familie nicht immer Blutsverwandte sein müssen. Nachhinten raus, wird die Geschichte dann aber doch ein wenig konstruiert.

(Wunderraum, ISBN: 9783336547975, Preis: 20,00 Euro)

 

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Putzfrau bei den Beatles von Birgit Rabisch

Vier Freunde, alle in die Jahre gekommen leben in ihrer persönlichen „Yellow Submarine“. Da wundert es nicht, dass sie sich John, George, Paul und Ringo nennen. Jana, eine junge Frau, ist auf der Suche nach einem Job, um etwas Geld zu verdienen, da sie an ihrem ersten großen Buch schreibt. Sie landet bei den vieren als Putzfrau und erfährt vieles aus deren Leben. Eines Tages taucht ein kleiner Junge auf und behauptet der Enkel von Paul sei. Die Beatles sind schwer geschockt, vor allem Paul, der keine Ahnung von einer Tochter hatte.

Natürlich geht es in diesem Buch nicht um die wirklichen Beatles, sondern um eine Gruppe Männer, die in dieser Zeit aufgewachsen sind. Sie lieben die Musik der Beatles und hatten als Jugendliche auch eine eigne Band. Neben der Musik der Beatles und dem Leben der vier Männer nimmt sich Rabisch vielen aktuellen Themen unserer Zeit an … Generationenkonflikte, Politik in Amerika … um nur zwei von vielen zu nennen. Leider waren mir das dann zu viele, da alles irgendwie nur angedeutet und nicht richtig ausgearbeitet wurde. Sehr schade!

Fazit: Ein weiteres Buch von Birgit Rabisch, dass ich gerne gelesen habe, mich aber nicht wirklich überzeugen konnte. Die anderen beiden Vorgängerbücher fand ich wesentlich stärker!

(duotincta, ISBN: 9783946086307, Preis: 15,00 Euro)

 

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Zehntelbrüder von Ruth Cera

Mich hat ein auf den ersten Blick sehr verworrenes Familienkonstrukt. Da ist erst einmal sein Halbbruder, und dann noch seine beiden Stiefbrüder. Aber da sind auch noch die beiden Töchter seines Vaters und dessen zweiten Ehefrau. Seine Mutter ist irgendwann abgetaucht und keiner weiß wo sie steckt. Da ist Micha elf. Er wächst zunächst bei seinem Stiefvater auf, und dann später bei einer weiteren Exfrau seines Stiefvaters. Und so wird sein Familienkonstrukt immer verworrener.

Cera erzählt hier eine sehr spannende Familienkonstellation. Die zeigt, dass man nicht Blutsverwand sein muss, um Familie zu sein. Am Anfang hatte ich leichte Schwierigkeiten alle Protagonisten auseinander zu halten bzw. einzugliedern wer wohin gehört. Doch irgendwann hatte ich den Dreh raus. Obwohl Micha sehr „verwaist“ aufwächst, meist auf sich allein gestellt ist, ist er scheinbar der einzige in dieser Familienkonstellation, der seinen Weg findet und geht. Micha ist derjenige, der sich immer wieder um seine vielen Geschwister und deren Belange kümmert.

Fazit: Mir hat dieses Buch sehr gefallen. Was mir nicht gefiel war die kleine Schrift und die minimalen Zeilenabstände in der Taschenbuchausgabe. Das hat das Lesevergnügen ein wenig gemildert.

(Frankfurter Verlagsanstalt, ISBN: 9783627002510, Preis: 14,00 Euro)

 

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