Abendrot von Kent Haruf

Diogenes
Fester Einband
480 Seiten
Erscheinungsdatum:
23.01.2019
ISBN: 9783257070453
Preis: 24,00 Euro

Klappentext
Das Leben ist rau in Holt, Colorado. Es gehorcht den Rhythmen der Natur und den ungeschriebenen Gesetzen einen Kleinstadt. Hier kann man sich nicht aus dem Weg gehen, hier gibt es aber auch eine Gemeinschaft, die einen nicht im Stich lässt, wenn man einsam oder verzweifelt ist. Und jederzeit ist die Begegnung möglich, die alles verändert.
Betty und Luther versuchen am Existenzminimum, ihre Familie zusammenzuhalten. DJ und Dena, elf Jahre alt, schaffen sich in einem verlassenen Haus ein Ersatzzuhause. Und die großartigen McPheron-Brüder samt ihrer Ziehtochter Victoria treten wieder auf. Ein paar einsame Seelen, die trotz aller Unterschiede zueinanderfinden. Das ist der Zauber von Holt, Colorado.

∗∗∗∗∗

Vor ca. zwei Jahren habe ich mein erstes Buch von Kent Haruf gelesen. Es war „Unsere Seelen bei Nacht“ Was für ein wunderschönes Buch. Ich war sofort schockverliebt in die Sprache, die Atmosphäre und die Geschichte. Dieses Buch ist ein Buch für alle Fälle … wenn man traurig ist … um Mut zu machen … eine Liebesgeschichte …. eine Familiengeschichte … einfach etwas fürs Herz. Ich verkaufe dieses Buch sehr oft im Büchergarten und die Rückmeldungen waren bisher immer (!!!) nur positiv.

Danach kam, ein Jahr später Harufs zweites Buch „Lied der Weite“ heraus. Auf den ersten Blick ein ganz anderes Buch. Einzige Ausnahme … es spielt ebenfalls in Holt. Und das ist eine Art „Markenzeichen“ von Haruf … seine Bücher spielen alle in Holt, einer Kleinstadt in Colorado. Er hat in seinen Büchern einen kleinen Kosmos innerhalb seiner fiktiven Stadt Hold erschaffen. In Lied der Weite lerne ich ganz viele Menschen kennen. Die Brüder McPhereon und deren spätere Ziehtochter Victoria, die Lehrerin Maggie und ihren Kollegen Guthrie mit seinen beiden Kindern, und noch einigen mehr. Es geht in diesem Buch um den Zusammenhalt, den Sinn der Gemeinschaft und das Familie nicht immer Blutsverwandte sein müssen.

Und jetzt erschien „Abendrot“ … oh wie sehr habe ich mich darauf gefreut. Und was soll ich sagen …. es war wie bei einem Wiedersehen mit alten Freunden. Denn genau das passiert in diesem Buch. Ich treffe in Holt auf die Brüder McPherson … auf Victoria und ihre kleine Tochter … auf Maggie und Gutherie. Ich treffe aber auch auf ein paar neue Figuren, wie zum Beispiel Luther und seine Familie. Eine Familie, die am Existenzminimum lebt und versucht mit dem Leben und seinen Herausforderungen klar zu kommen. Da ist DJ, der sich rührend um seinen Gro0vater kümmert und ohne den er längst in einem Waisenhaus wäre. Und da ist Rose, die Sozialarbeiterin, die sich um eben diese Menschen kümmert. Auch in diesem Buch geht es um Menschlichkeit, die Fähigkeit sich für andere einzusetzen, auch wenn man dabei an seine eigenen Grenzen stößt.

In Harufs Büchern zu lesen ist wie nach Hause kommen. Man schlägt das Buch auf und taucht sofort ein, in diesen kleinen besonderen Kosmos von Holt. Ich habe beim Lesen immer das Gefühl, dass ich Teil davon bin. Und das bin ich … irgendwie, denn die Schicksale eines jeden einzelnen gehen mir ans Herz. Gerade in „Abendrot“ habe ich sehr geweint, als ein mir Vertrauter stirbt.

In meiner Recherche habe ich gesehen, das diese drei Bücher aus einer Reihe sind. Das „Unsere Seelen bei Nacht“ der fünfte und letzte Band ist. „Lied der Weite“ der erste und „Abendrot“ der zweite. Jetzt wünsche ich mir natürlich sehr, dass die anderen beiden Bände auch noch übersetzt und veröffentlicht werden. Es wäre so schön wieder nach Holt zu reisen, in diesen ganz besonderen Kosmos der Menschlichkeit und der Liebe … oder ganz einfach … nach Haus zu kommen. ♥♥♥

Advertisements

Kurz & Knapp … Januar 2019

Lästige Liebe von Elena Ferrante

Delia kehrt nach dem plötzlichen Tod der Mutter in ihre Heimatstadt zurück. Sie möchte herausfinden, was in den letzten Tagen/ Stunden vor dem Tod der Mutter passiert ist, da sie nicht verstehen kann, warum die Mutter so plötzlich verstarb. Hat vielleicht jemand anderes seine Finger im Spiel?

In Rückblicken erzählt Delia aus ihrem Leben und dem Leben der Eltern. Der Vater war gewalttätig und die Mutter hatte eine Affäre mit einem Geschäftspartner des Vaters. In ihrer Rückschau erkennt Delia, dass sie mehr mit ihrer Mutter gemeinsam hat, als ihr lieb ist. Und dann ist da noch dieser mysteriöse Caserte, ein Freund des Vaters …

Dies war mein erster Ferrante und ich hab mir echt viel davon versprochen, da die Saga so hoch gelobt wurde. Doch leider bin ich mit diesem Buch überhaupt nicht zurecht gekommen. Delia, die Protagonistin war mir so fern, ich konnte mit ihr nichts anfangen und somit war auch die Geschichte für mich sehr eckig. Irgendwie fehlte mir ein roter Faden. Delia springt in ihren Erinnerungen hin und her, was mich beim lesen echt ermüdet hat.

Fazit: Auch wenn die Saga von Ferrante allerorts hochgelobt wurde, und dieses Buch vielleicht eine Ausnahme ist, die nicht gefällt, so bleibt es aber mein einziger Ferrante den ich gelesen habe/ lesen werde.

(Suhrkamp Verlag, ISBN: 9783518428283, Preis: 22,00 Euro)

 

∗∗∗∗∗

 

Die Zeit und was sie heilt von Kit de Waal

Mona ist 60 und lebt in einem kleinen Küstenort in England. Mit Anfang Zwanzig zog sie von der Stadt in dieses malerische Dorf. Sie fertigt Puppen an. Doch nicht irgendwelche, sondern Puppen für Frauen, die ihre Kinder verloren haben. Mit diesen Puppen leistet Mona ein Stück Trauerarbeit. Doch sie verarbeitet auch ein Stück ihrer Trauer und ihrer Vergangenheit.

Auch hier erfahre ich in Rückblicken und Geschehnissen in der Gegenwart viel aus Monas Leben. Warum sie die Stadt verließ und was sie bei den Frauen im Dorf bewirkt. Mir hat die Geschichte rund um Mona und ihrem Leben sehr gut gefallen. Es ist kein trauriges Buch, sondern eher ein MutmachBuch.  Vor allem die Sache mit den Puppen und der damit verbundenen Trauerarbeit haben mich fasziniert. Sie nehmen jedoch nur einen geringen Anteil in der Geschichte ein. Ich mochte Mona sehr, und das was sie in ihrem Leben erlebt hat, hat sie geprägt, und das merkt man auch in der Geschichte. Im Laufe der Geschichte reift Mona von einer Jugendlichen zu einer Frau, die weiß was sie im Leben will.

Fazit: Ein sehr schöne Geschichte, kurzweilig und mit der Intension, dass es immer weiter geht im Leben. Das nach jedem Tief auch wieder ein Hoch kommt, und dass alles im Leben seinen Sinn hat.

(Rowohlt Verlag, ISBN: 9783498074050, Preis: 22,00 Euro)

 

∗∗∗∗∗

 

Agathe von Anne Cathrine Bomann

Es ist das Jahr 1948 in Paris. Der 71-jährige Psychiater zählt die Tage bis zu seinem Ruhestand. Er ist es leid sich Tag für Tag die „Leiden“ seiner Patienten anzuhören. Und obwohl er es kaum erwarten kann, endlich seinen Lebensabend zu Hause zu verbringen, so weiß er, dass es ein sehr einsamer Lebensabend werden wird. Denn durch seine Arbeit hat er den sozialen Kontakt zu seinen Mitmenschen verloren. Als seine Sprechstundenhilfe dann trotz Patientenaufnahmestopp eine neue Patientin aufnimmt, verändert dieses Aufeinandertreffen sein Leben.

Dieses kleine Büchlein ist in kurze Kapitel eingeteilt. In erster Linie geht es um den Psychiater. Sein Leben und Arbeiten, und seine eigentlich vorausahnende Zukunft. Doch dann kommt Agathe ins Spiel und sie wirbelt das Leben des Psychiaters durcheinander. Die Geschichte ist sehr philosophisch und manches Mal hatte ich so meine Probleme ihr zu folgen. Es geht um zwei Menschen, die mit Menschen und dem Leben so ihre Probleme haben. Doch sie schaffen es aus ihren Mustern auszubrechen und bauen sich langsam ein neues Leben auf.

Fazit: Wer es philosophisch mag ist hier gut aufgehoben. Mir hat es bedingt gefallen, da mir persönlich die Figuren und ihre Geschichte ein wenig zu oberflächlich bleiben. Ich hätte gerne mehr Tiefe gehabt.

(Hanserblau, ISBN: 9783446261914, Preis: 16,00 Euro)

 

∗∗∗∗∗

 

Dein Leben und meins von Majgull Axelsson

An ihrem siebzigsten Geburtstag kehr Märit in ihrer Heimat zurück. Fünfzig Jahre lang hat sie den Ort ihrer Kindheit nicht betreten. Zu viel war geschehen, was sie vergessen wollte. Hier wurde ihr geistig behinderter Bruder in ein Heim gegeben, indem er zu Tode kam. Hier wurde ihr am Tage ihrer Abiturfeier übel mitgespielt … Doch nun stellt sie sich den Dämonen der Vergangenheit und ihrem Zwillingsbruder, der eigentlich ein Drillingsbruder ist.

Der Titel hört sich so toll an, und auch das Cover ist mega schön. Doch die Geschichte ist irgendwie ein bisschen plem-plem. Märit hört nämlich immer die Stimme ihrer Schwester. Die ist bereits im Bauch der Mutter gestorben. Ihr „Geist“ ist dann irgendwie in Märit gelandet und so redet „die Andere“ ständig dazwischen. Das ist beim lesen des Buches so mega anstrengend, dass ich teilweise überlegt habe abzubrechen. Doch meine Neugier siegte, da ich einfach wissen wollte wie das Buch ausgeht. Märit besucht viele Stationen ihrer Kindheit. Auch die ihres geistig behinderten Bruders, der in einem Heim zu Tode kam. Ich erfahre, dass einige grausame Dinge im Leben Märits passiert sind, an denen sie nicht so ganz unschuldig ist.

Fazit: Spannend geschrieben, allerdings nicht leicht zu lesen, wegen der Anderen. War irgendwie nicht mein Buch.

(List Verlag, ISBN: 9783471351727, Preis: 22,00 Euro)

 

∗∗∗∗∗

 

 

 

 

Der Apfelbaum von Christian Berkel

Ullstein Buchverlag
Fester Einband
416 Seiten
Erscheinungsdatum:
12.10.2018
ISBN: 9783550081965
Preis: 22,00 Euro

Klappentext
Berlin 1932: Sala und Otto sind dreizehn und siebzehn Jahre alt, als sie sich ineinander verlieben. Er stammt aus der Arbeiterklasse, sie aus einer intellektuellen jüdischen Familie. 1938 muss Sala ihre deutsche Heimat verlassen, kommt bei ihrer jüdischen Tante in Paris unter, bis die Deutschen in Frankreich einmarschieren. Während Otto als Sanitätsarzt mit der Wehrmacht in den Krieg zieht, wird Sala bei einem Fluchtversuch verraten und in einem Lager in den Pyrenäen interniert. Dort stirbt man schnell an Hunger oder Seuchen, wer bis 1943 überlebt, wird nach Auschwitz deportiert. Sala hat Glück, sie wird in einen Zug nach Leipzig gesetzt und taucht unter.
Kurz vor Kriegsende gerät Otto in russische Gefangenschaft, aus der er 1950 in das zerstörte Berlin zurückkehrt. Auch für Sala beginnt nach dem Frieden eine Odyssee, die sie bis nach Buenos Aires führt. Dort versucht sie, sich ein neues Leben aufzubauen, scheitert und kehrt zurück. Zehn Jahre lang haben sie einander nicht gesehen. Aber als Sala Ottos Namen im Telefonbuch sieht, weiß sie, dass sie ihn nie vergessen hat.

∗∗∗∗∗

Dieses Buch erzählt die biografische Geschichte von Berkels Eltern. Sala und Otto lernen sich 1932 kennen und lieben. Doch der Zweite Weltkrieg steht vor der Tür und die Beiden müssen sich trennen. Otto geht zur Wehrmacht und Sala flieht von einem Ort zu anderen, da sie als Halbjüdin nirgendwo sicher ist. Als der Krieg dann zu Ende ist, ist Otto in russischer Gefangenschaft und Sala landet mit ihrer Tochter in Buenos Aires. Jahre später kehrt sie nach Deutschland zurück und sucht Otto auf, der mittlerweile auch wieder in Deutschland lebt und verheiratet ist.

Berkel erzählt die Geschichten seiner Eltern aus zwei Perspektiven. Einmal ist die Gegenwart, in der er seine Mutter besucht, die dabei ist die Erinnerung zu verlieren. Doch in dieser Phase erinnert sie sich an ihre Jugend und die Zeit während des Krieges, die Zeit, über die in Berkels Familie immer geschwiegen wurde. Und dann wiederum erzählt er, an Hand von Aufnahmen und Recherchen, das Leben seiner Eltern im Krieg.

„Diese Aufnahmen, die mir so teuer wurden, enthielten die Essenz ihres Lebens, eine Münze, die in einem dunklen Brunnen ins Bodenlose zu fallen schien. Konnte ihr Vergessen wahrhaftig eine Form der Erinnerung finden? In welches vage Kellerglass würde sie mich entführen? Und was verbarg sich auf der Kehrseite dieser Medaille? Konnte es sein, dass prägende Erlebnisse aus ihrer Vergangenheit auf noch tiefer liegende Schichten prallten, um sich zu einer neuen Wirklichkeit zu verdichten? Wurden die Lücken unserer Familiengeschichte im Vergessen freigelegt? “ (Seite 17/18)

Zuerst, als ich in der Vorschau sah, dass der Schauspieler Berkel ein Buch veröffentlicht, dachte ich … nicht schon wieder ein Buch von einem „Promi“. Doch da mich das Thema interessierte, habe ich mir das Buch dann besorgt und fing an zu lesen.

Schon nach den ersten Seite hatte mich die Geschichte gepackt. Die leise, feine, gefühlvolle und melancholische Erzählweise hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn es viele Stellen im Buch gibt, die einfach nur grausam sind, schafft es Berkel diese mit viel Gefühl zu schildern.

Mich hat das Schicksal/ das Leben von Sala und Otto sehr berührt. Ihr Leben steht stellvertretend für viele ähnlich gelagerte Familiengeschichten. Einer Geschichte, die nie vergessen werden darf. Vor allem nicht in einer Zeit, in der die letzten Zeitzeugen sterben.

Als junger Mensch habe ich immer gedacht, solch eine Zeit wird es nie wieder geben. Doch wenn ich heute die Zeitung aufschlage erschrecke ich mich über die ganzen Schlagzeilen … Antisemitismus, Hass gegenüber Migranten … manchmal denke ich, wir sind näher dran als wir es uns wünschen.

Danke Christian Berkel , dass wir an der Geschichte Ihrer Familie teilhaben durften!

Unbedingt lesen!

Loyalitäten von Delphine de Vigan

DuMont Buchverlag
Fester Einband
176 Seiten
Erscheinungsdatum:
12.10.2018
ISBN: 9783832183592
Preis: 20,00 Euro

Klappentext
Der 12-jährige Théo ist ein stiller, aber guter Schüler. Dennoch glaubt seine Lehrerin Hélène besorgniserregende Veränderungen an ihm festzustellen. Doch keiner will das hören. Théos Eltern sind geschieden und mit sich selbst beschäftigt. Der Junge funktioniert und kümmert sich um die unglückliche Mutter und den vereinsamten Vater. Um ihren Sohn müssen sie sich keine Sorgen machen. Doch Théo trinkt heimlich, und nur sein Freund Mathis weiß davon. Der Alkohol wärmt und schützt ihn vor der Welt. Eines Tages wird ihn der Alkohol ganz aufsaugen, das weiß Théo. Doch wer sollte ihm helfen? Hélène, seine Lehrerin, würde es tun, wie aber soll das gehen, ohne das er die Eltern verrät? Mathis beobachtet das alles voller Angst. Zu gerne würde er sich seiner Mutter anvertrauen, allerdings ist Théo sein einziger Freund. Und einen Freund verrät man nicht. Außerdem würde er damit auch demjenigen in den Rücken fallen, der den Minderjährigen den Alkohol besorgt. Und der ist es, der das gefährliche Spiel in dem schneebedeckten Park vorschlägt, bei dem Théo bewusst den eigenen Tod in Kauf nimmt.

∗∗∗∗∗

„Loyalitäten
Das sind die unsichtbaren Verbindungen, die uns mit den anderen – den Toten wie den Lebenden – verbindet, leise gemachte Versprechungen, deren Auswirkungen wir nicht erkennen, still gehaltene Treue, das sind Verträge, die wir zuallermeist mit uns selbst geschlossen haben, Befehle, die wir hingenommen, aber nie gehört haben, und in den Nischen unserer Erinnerungen nistende Schulden.
Das sind die Gesetze der Kindheit, die in unseren Körpern schlummern, die Werte, in deren Namen wir uns aufrecht halten, die Fundamente, die es uns ermöglichen, Widerstand zu leisten, unlesbare Grundsätze, die an uns nagen und uns einschließen.
Unsere Flügel und unsere Fesseln.
Das sind die Sprungbretter, auf denen sich unsere Kräfte entfalten, und die Gruben, in denen wir unsere Träume begraben.“ (Seite 5)

Théo ist zwölf Jahre alt. Seine Eltern haben sich schon vor Jahren getrennt. Das Gericht hat entschieden, dass der Junge eine Woche bei seiner Mutter leben muss und in der nächsten Woche bei seinem Vater. Als er noch kleiner war, hat das jeweilige Elternteil ihn abgeholt und wieder zurück gebracht. Doch die Zeiten haben sich geändert und Théo muss diese Wege alleine gehen. Die Mutter ist verbittert und voller Hass auf den Vater. Théo bekommt dies zu spüren. Der Vater ist arbeitslos, höchst depressiv und lässt die Wohnung verkommen. Auch das muss Théo mit ansehen, ohne dass er sich irgendeinem anvertrauen kann, da er ja seinen Eltern gegenüber loyal ist. Und so ertränkt er seinen Kummer im Alkohol.

Er hat einen Freund, Mathis, der trinkt ab und an mit ihm mit. Doch Mathis ist nicht begeistert davon, als er merkt, dass Théo immer mehr abrutscht. Und da ist noch Hélène, eine Lehrerin, die etwas ahnt, jedoch nichts genaues weiß. Sie macht sich Sorgen um Théo und versucht zu helfen. Doch das ist gar nicht so einfach …

„Er hat vergessen, seit wann sein Vater nicht mehr arbeitet. Seit zwei Jahren. Oder drei. Er weiß nur, dass er eines Abends versprochen hat, nichts darüber zu sagen. Denn wenn seine Mutter erfährt, dass sein Vater nicht mehr arbeitet, wird sie einen Prozess anstrengen, um das alleinige Sorgerecht zu erhalten. Das jedenfalls hat sein Vater gesagt.
Er hat versprochen zu schweigen, deshalb hat er auch weder seiner Großmutter noch der Schwester seines Vaters, die ihn manchmal anruft, etwas gesagt.“ (Seite 63)

Dieses Buch ist kein schönes Buch. Es trifft mich beim Lesen mitten ins Herz. Ich möchte es beiseitelegen, weil ich es nicht aushalten kann, was Théo durchmacht. Doch lese ich weiter in der Hoffnung, dass irgendwer merkt was mit Théo los ist. Und letztendlich lässt es mich am Ende wütend zurück.

Was mich so erschüttert hat, ist nicht so sehr, dass Théo seinen Kummer in Alkohol ertränken will. Es ist die Tatsache, dass die Eltern überhaupt nicht merken was sie ihrem Sohn antun. Indem sie ihm das Versprechen abnehme zu schweigen, es ja niemanden zu erzählen, laden sie diesem kleinen Kerl eine Bürde auf, die unverzeihlich ist.

Ich frage mich, wie oft wir zu Kindern sagen … sag es ja niemanden weiter oder das musst du für dich behalten. Was wir in diesem Augenblick nicht bedenken ist die Tatsache, dass Kinder, im Gegensatz zu vielen Erwachsenen, wirklich noch loyal sind. Sie sind so „naiv“ und gutgläubig, vertrauen auf das Gute der Eltern/ Menschen, dass sie wirklich diese anvertrauten Geheimnisse für sich behalten. Doch welchen Preis müssen sie unter Umständen dafür bezahlen? Im besten Fall nichts, aber andere, wie Théo können/ werden daran zerbrechen.

„Er möchte das Stadium erreichen, in dem das Gehirn in den Ruhezustand geht. Den Zustand der Bewusstlosigkeit. Damit endlich Schluss ist mit diesem schrillen Geräusch, das nur er hört, das nachts auftaucht und manchmal auch mitten am Tag.
Dafür braucht man vier Gramm Alkohol im Blut. In seinem Alter wahrscheinlich ein bisschen weniger. Nach dem, was er im Internet gelesen hat, hängt es auch von dem ab, was man isst, und von der Geschwindigkeit, mit der man trinkt.
Das nennt sich >Koma durch Ethanolvergiftung<.
Er mag diese Wörter, ihren Klang und ihr Versprechen: ein Augenblick des Verschwindens, des Wegtauchens, in dem man niemandem mehr etwas schuldig ist.“ (Seite 115)

Wie bereits geschrieben, ist dieses Buch nicht schön, aber es ist wichtig. Es zeigt welche „Macht“ Eltern haben und wie loyal Kinder ihren Eltern gegenüber sind. Es zeigt wie wichtig es ist sich um sein Kind zu kümmern und es nicht reicht nur physisch anwesend zu sein.

Unbedingt lesen!!!

Das Leuchten in mir von Grégoire Delacourt

Atlantik Verlag
Fester Einband
272 Seiten
Erscheinungsdatum:
04.10.2018
ISBN: 9783455002737
Preis: 20,00 Euro

Rückentext
Emma ist vierzig und seit achtzehn Jahren glücklich mit Olivier verheiratet. Sie haben drei Kinder, das Leben könnte nicht besser sein. Doch dann trifft Emmas Blick auf den von Alexandre. Sie weiß sofort Bescheid. Für ihn wird sie alles riskieren, alles aufgeben, koste es, was es wolle.

∗∗∗∗∗

“ Meine bisherigen Tage waren wie die kleinen Kieselsteine eines wohlgeordneten Lebens gewesen, eines alten Versprechens, vorgezeichneten Bahnen zu folgen, vorgezeichnet von anderen, die an perfekte Wege oder wenigstens an tugendhafte Lügen glaubten. Meine künftigen Tage versprachen stürmisch zu werden. Und einer von ihnen erschütternd.“ (Seite 13)

Emma ist vierzig und schon sehr lange mit Olivier verheiratet. Die Beiden haben schon viel erlebt. Doch eines Tages sieht Emma Alexandre. Die beiden wechseln kaum Worte, doch schnell ist ihnen klar, dass sie ihre jeweiligen Partner verlassen werden, um zusammen glücklich zu werden. Am Tag als sie zusammen weggehen wollen geschieht ein Unglück …

„Ich war die Fröhlichkeit. Ich war die Melancholie. Ich war das Schmachten, eine Hauptpore und der Äther. Ich war die Lust. Ich war die Liebe. Ich war ohne Ende.“ (Seite 98)

„Ich weiß jetzt, dass die Trauer eine Liebe ist, die keinen Ort mehr hat.“ (Seite 118)

„An manchen Tagen saß ich im Sand und weinte. Dann rannte ich ins Meer, um meine Tränen zu ertränken. Seitdem weiß ich, warum das Meer salzig ist.“ (Seite 128)

Was für eine dramatische und hinreißende Liebesgeschichte. Mir hat vor allem die Erzählweise sehr gut gefallen. Sie ist so sinnlich, erotisch und zärtlich, dass ich gar nicht glauben konnte das hier ein Mann schreibt. Dieses Buch ist irgendwie, wie ein Rausch von dem man nicht genug bekommen kann.

Ich habe bisher zwei Bücher von Delacourt gelesen. Die mir sehr gut gefallen haben. Doch dieses Buch übertrifft alles. Selten habe ich ein Buch gelesen, in dem ein Mann so zärtlich über eine Frau schreibt, und über das Leben und die Liebe sinniert.

Unbedingt lesen!

„Unser Treiben auf Erden ist so kurz, von so vernichtender Kürze, dass es nicht verdient, durch falsche Liebe, Wutausbrüche oder Schrecken zusätzlich verkürzt zu werde: Weil man keine Zeit hat, muss man lieben, so sehr man kann. Und man muss vergeben und Vergebung erfahren, wenn man leben will.“ (Seite 163)

Orchis von Verena Stauffer

Kremayr & Scheriau
Fester Einband
256 Seiten
Erscheinungsdatum:
12.03.2018
ISBN: 9783218011044
Preis: 22,90 Euro

Klappentext
Anselm ist Botaniker und leidenschaftlicher Orchideenforscher. Mitte des 19. Jahrhunderts begibt er sich auf eine Expedition nach Madagaskar. Dort findet er nicht nur die schönste Orchidee der Welt, sondern Erfüllung, die aber nur von kurzer Dauer ist. Auf dem Schiff zurück in die Heimat verrückt sich etwas in Anselm: Aus seiner Schulter wächst eine Orchidee. Zu Hause angekommen, bringen ihn seine Eltern in eine Nervenheilanstalt, wo er sich bald wieder erholt. Seiner wissenschaftlichen Laufbahn scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Doch die Zeit arbeitet gegen ihn: Die politischen Umbrüche verändern sein Umfeld. Die wissenschaftlichen Neuerungen durch Darwin stellen seine Theorien auf den Kopf. Und die überstürzte Reise nach China bringt Ungeahntes zutage.

∗∗∗∗∗

„Regen. Gleichmäßig und flächendeckend rieselten Millionen gläserner Fallschirme vom Himmel zur Erde, Wolkentröpfchen, welche den Taupunkt erreicht hatten und in hoher Fallgeschwindigkeit hervorbrachen, um das Land zu tränken.“(Seite 45)

Anselm ist leidenschaftlicher Botaniker und Orchideensammler. Er befindet sich gerade in Madagaskar, um dort eine neue Orchidee zu finden. Er ist überwältig von Land und Leute. Kurz bevor das Schiff Richtung Heimat ablegt, findet er seine einzigartige Orchidee. Anselm ist beseelt von ihrer Schönheit. Auf der Heimfahrt erkrankt der junge Botaniker so schwer, dass er sich immer mehr in Halluzinationen verirrt. Schließlich glaubt er, dass ihm eine Orchidee auf der Schulter wäschst. In der Heimat angekommen, lassen seine Eltern ihn in eine Nervenheilanstalt einweisen. Dort kann Anselm auch wieder genesen. Er nimmt seine Arbeit als Botaniker wieder auf. Nicht nur die politische Lage hat sich während seiner Krankheit verändert, nein, er muss jetzt auch noch gegen Darwins Theorien kämpfen, um selbst gefeiert und gepriesen zu werden. Doch dann bricht er übereilt nach China auf …

„Und dann wieder die Geiger, die ihre Bögen an den Saiten schwangen, diese Säbel, von Papier diktierten Maschinen! Die Übersetzer waren, Übersetzer der Noten in Töne. Höchste Genauigkeit lag in jeder ihrer Bewegungen, in mathematischen Winkeln verliefen ihre Armsensen, ihre Hebel von Nähmaschinen und draußen schien der Mond weiß, während in der Oper übersetzt wurde, versucht wurde zu spielen, was einer sich lange ausdachte.
Die Bläser gegen die Streicher. Fleisch gegen Geist, Zärtlichkeit gegen Wildheit, Vertrauen gegen Lust.“ (Seite 129)

Die Geschichte um Anselm und seine Orchideen ist jetzt keine mega Story, in der es auf und ab geht. Sie liest sich dennoch spannend. Vor allem die vielen Details über die Orchideen fand ich interessant und spannend.

Was an diesem Buch fasziniert und mich echt umgehauen hat ist die Sprache. Oh mein Gott … was für eine Sprache! Ich habe selten ein so sprachgewaltiges Buch erlebt. Stauffers Beschreibungen ließen mir manches Mal mein Herz schneller schlagen. Oft hatte ich das Gefühl, ich stehe mit Anselm in diesen Orchideenfelder und rieche sie ebenso intensiv wie er.

Ich bin verzaubert und hätte noch stundenlang weiter lesen können. Bitte mehr davon.
Chapeau Verena Stauffer.

Unbedingt lesen!!!

„Oh, schaukelnde Blätter! Als suchten sie neue Äste und fänden nur den erdigen Boden, der sie mit dem nächsten Regen mürbe werden ließ und zurücknahm. Oh, letzte Ameisen! Als hätten sie es eilig, aber kein Ziel, als würden sie sich umdrehen, um zu sehen, woher sie gekommen waren, damit sie sich erinnern, wohin sie wollten. Auf den Feldern stand noch das Getreide, Roggen wogte, zeichnete weiche Pölster auf die Gründe, auch der Hafer warf flauschige Bauschen über das Land und in der Ferne leuchtete ein Lavendelfeld. Ein Teppich war die Landschaft, an dem die Jahreszeiten woben und stickten, ein Gobelin.“ (Seite 168)

Kurz & Knapp … Das Debüt 2018

Zuerst …

werde ich hier alle Bücher in der Reihenfolge kurz vorstellen, in der ich sie gelesen habe inklusive einem kurzen Fazit. Danach gibt es meine Entscheidung mit meiner ganz persönlichen Meinung. Diese Meinung ist meine und spiegelt einzig mein Empfinden beim Lesen des Buches. Alle Titel waren dieses Jahr sehr stark.

 

∗∗∗∗∗

 

Bevor wir verschwinden von David Fuchs

Ben ist Medizinstudent und soll als nächstes ein Praktikum auf der Onkologie absolvieren. Dort trifft er unerwarteter Weise seine erste große Liebe Ambros. Ambros ist Patient und hat metastasierenden Krebs. In Rückblicken erzählt David Fuchs von der ersten Liebe und von der Vergänglichkeit und dies in Mitten eines Krankenhausalltags, in denen die Patienten auf der Onkologie nur so wegsterben.

Fazit: Mein erstes Buch der Shortlist und ich fühlte mich etwas mit dem Thema überfordert. Die vielen Szenen mit den Nadeln (Infusionen, Punktionen etc.) sowie den ausführlich beschriebenen Tierversuchen waren eindeutig nichts für mich.

(Haymon Verlag, ISBN: 9783709934333, Preis: 19,90 Euro)

 

∗∗∗∗∗

 

Alles was glänzt von Marie Gamillscheg

Im Mittelpunkt des Romans steht ein Berg und ein kleines Dorf welches im Schatten des Berges liegt. Als eines Tages der Berg „zittert“ ahnen die Menschen, die dort leben, das etwas passiert. Marie Gamillscheg lässt die Bewohner des Dorfes zu Wort kommen. Sie erzählen von Menschen die schon beim ersten „zittern“ in die große Stadt geflohen sind und von denen, die ausharren bis zum Schluss. Von denen, die ihrer Heimat nicht verlassen wollen.

Fazit: Ich fand die Geschichte wirklich spannend geschrieben. Bis zum Schluss habe ich darauf gewartet, das etwas passiert. Doch außer einem Unfall ganz zu Anfang ist nicht wirklich etwas passiert. Und dennoch hat es die Autorin mit ihrem ganz eigenen Schreibstil geschafft, das ich bis zum Schluss Neugier blieb, in der Hoffnung, dass da noch etwas Großes passiert.

(Luchterhand, ISBN: 9783630875613, Preis: 18,00 Euro)

 

∗∗∗∗∗

 

Der letzte Huelsenbeck von Christian Y. Schmidt

Daniel hat einige Jahre in Ostasien gelebt. Nun ist er zurück. Auf der Beerdigung seines Jugendfreunds kommt es zu einer Schlägerei. Von da an scheint alles aus dem Ruder zu laufen. Daniel erinnert sich an seine Zeit mit Victor, den Verstorben, und der Clique den sogenannten Huelsenbecks, Anhänger des Dadaismus. Immer öfter taucht in Daniels Erinnerung eine geheimnisvolle Frau auf, die er nicht greifen kann. Er befragt seine ehemaligen Freunde, doch je mehr er erfährt desto verstrickter und komplizierter wird das Ganze. Jeder hat seine ganz eigene Erinnerung an die damalige Zeit.

Fazit: Zuerst hat mich dieser ständig bekiffte bzw. unter Drogen und Alkohol stehende Daniel genervt. Ich hab mich echt gefragt, muss das sein? muss ich ein Buch lesen, in dem der Protagonist ständig zugedröhnt ist und seine Umwelt nicht klar mitbekommt. Doch je mehr ich gelesen habe, desto interessanter und spannender fand ich die Geschichte. Das Ende hat mich dann echt überrascht.

(Rowohlt Berlin; ISBN: 9783737100243, Preis: 22,00 Euro)

 

∗∗∗∗∗

 

Orchis von Verena Stauffer

Anselm ist leidenschaftlicher Botaniker und Orchideensammler. Er befindet sich gerade in Madagaskar, um dort eine neue Orchidee zu finden. Er ist überwältig von Land und Leute. Kurz bevor das Schiff Richtung Heimat ablegt, findet er seine einzigartige Orchidee. Anselm ist beseelt von ihrer Schönheit. Auf der Heimfahrt erkrankt Anselm so schwer, das er sich immer mehr in Halluzinationen verirrt. Schließlich glaubt er, dass ihm eine Orchidee auf der Schulter wäschst. In der Heimat angekommen, lassen seine Eltern ihn in eine Nervenheilanstalt einweisen. Dort kann Anselm auch wieder genesen. Er nimmt seine Arbeit als Botaniker wieder auf.

Fazit: Was für eine Sprache! Die hat mich echt umgehauen. Ich habe selten ein so sprachgewaltiges Buch erlebt. Stauffers Beschreibungen ließen mir manches Mal mein Herz schneller schlagen. Ich hatte das Gefühl, ich stehe mit Anselm in diesen Orchideenfelder und rieche sie ebenso intensiv wie er. Die Autorin schafft mit ihrer Sprache ein sehr intensives Leseereignis.

(Kremayr & Scheriau, ISBN: 9783218011044, Preis: 22,90 Euro)

 

∗∗∗∗∗

 

Nichts, was uns passiert von Bettina Wilpert

Anna und Jonas kennen sich. Flüchtig. Nun ja, sie hatten einmal Sex miteinander, aber das war nicht der Rede wert. Dann war da diese Geburtstagsfeier von Hannes. Anna und Jonas sind auch eingeladen. Beide trinken viel Alkohol, knutschen rum. Anna hat einen Filmriss. Am nächsten Tag hat Anna das Gefühl, dass irgendetwas schief gelaufen ist. Sie glaubt Jonas hat sie vergewaltigt. Doch hat er das wirklich. Sie kann sich nicht wirklich erinnern. Nach Monaten, auf Zureden ihrer Schwester zeigt sie Jonas dann doch wegen Vergewaltigung an. Jonas sagt, er habe sie nicht vergewaltigt. es steht Aussage gegen Aussage. Freunde, Familie, Bekannte werden befragt. Und am Ende ist nichts mehr so wie es war ….

Fazit: Ein sehr intensiver Roman, der mich als Leserin hin und her gerissen hat. Wem glaubt man? Wer sagt die Wahrheit? Keine leichte Aufgabe dies heraus zu finden. Wer ist Opfer, wer Täter? Oder sind nicht Beide beides? Achtung, einige Szenen in diesem Buch könnten Triggern!!!

(Verbrecher Verlag, ISBN: 9783957323071, Preis: 19,00 Euro)

 

∗∗∗∗∗

 

Meine Entscheidung …

Platz 3 und somit 1 Punkt:

Alles was glänzt von Marie Gamillscheg

Marie Gamillscheg schafft es mit ihrer fabulierenden Sprache mich bis zur letzten Seite neugierig zu halten. Immer in der Hoffnung das etwas Großes passiert lese und lese ich die unterschiedlichsten Geschichten der Dorfbewohnen über ihr Leben am und mit dem Berg.

 

Platz 2 und somit 3 Punkte:

Der letzte Huelsenbeck von Christian Y. Schmidt

Auch wenn mir der Protagonist zuerst mächtig auf den Keks ging, so gewann die Geschichte doch immer mehr an Sog. Auch hier war es so, dass ich als Leserin einfach wissen wollte was steckt hinter dieser ganzen Geschichte um die Huelsenbecks. Vor allem hat mich fasziniert wie verschwommen die Grenzen zwischen Wahrheit, Erinnerung und Halluzination waren. Diese Buch ist abgedreht und anders, und deshalb lesenswert!

 

Platz 1 und somit 5 Punkte:

Orchis von Verena Stauffer

Verena Stauffer hat mich mit ihrer Geschichte an einen magischen Ort entführt. Einen Ort voller Fantasie, Gerüchen und Geräusche, die mich einfach nur begeistert haben, und mein Herz höher und schneller schlagen ließen. Es gibt so viele schöne Sätze in diesem Buch, wenn ich diese alle raus schneiden würde, dann bliebe nicht mehr viel Buch übrig. In einer Zeit, in der wir täglich so viele schlechte und schlimme Nachrichten lesen und hören, ist Stauffers Roman Balsam für die Seele. Chapeau ♥♥♥

 

∗∗∗∗∗

 

Und zuletzt …

vielen Dank an das Team von „Das Debüt“ für die tolle Vorauswahl der Bücher. Ebenfalls ein dickes Danke an die Verlage für die Bereitstellung der Leseexemplare.

DANKE!!! ♥♥♥

Und nun bin ich gespannt wer das Rennen macht ….