Dies & Das … im Januar 2022

Hallo Ihr Lieben,

schwupps, ist der Januar auch schon rum. Früher war das immer der sogenannte KaugummiMonat. Endlos lang und langweilig. Dieses Jahr ist er verflogen wie nix. Wir haben im Büchergarten in der ersten Woche ein bisschen rumgeputzt. In der Weihnachtszeit ist dafür immer wenig Zeit. Wenn dann im Januar die meisten Bücher wieder im Regal stehen, die Weihnachtsdeko weggeräumt ist, dann sieht man den ganzen Staub. Also bitte einmal alles sauber. Dabei haben wir ein bisschen umgeräumt und neue Themenwelten geschaffen. Es gibt jetzt einen Regalboden Sachbücher für Kinder und Erwachsene, die Hobbyecke (Stricken etc.) haben wir ausgebaut und erweitert … Mutter/ Kind haben wir umgestaltet zu Familie. Jetzt gibt es einen Rgealboden voll mit Büchern rund um dich mit dem Überbegriff Mind & Soul. Aus Religion haben wir Spirituell gemacht und dann gibt es jetzt auch alles rund um die Gesundheit. Ihr seht, wie haben verschieden Bereiche zusammen gefasst, um anderen Bereichen Platz zu machen. Kommt vorbei und schau selbst. 

Neben der Putzerei habe ich die Verlagsvorschauen für das Frühjahr gesichtet. Manchmal fühle ich mich erschlagen von der Titelauswahl der Verlage. Sich dadurch zu arbeiten ist gar nicht so einfach. Ich muss abwägen, ob das etwas für den Büchergarten ist oder nicht. Titel die ich interessant finde kommen auf eine Merkliste. Diese Merkliste arbeite ich dann immer einen Monat vor Erscheinen der Bücher ab, und entscheide dann was ich bestelle. 

Ende Januar war ich auf einer kleinen Hausmesse von „Good old friends“ in Siegburg. Da die großen Messen im Januar und Februar ausfallen, haben die wieder eine kleine Hausmesse gemacht. Oh was gibt es wieder schöne neue Dinge. Ich hab einiges von den Neuigkeiten bestellt. Ab Mai gibt es die dann im Büchergarten. Lasst Euch überraschen. ♥

Gelesen habe ich auch ein bisschen. Ganze vier Bücher, und weitere 4 habe ich angelesen und dann abgebrochen, weil die mich überhaupt nicht angesprochen haben. Geht es nur mir so? In der letzten Zeit sprechen mich viele Bücher einfach nicht mehr an. Der Klappentext hört sich vielversprechend an, doch der Inhalt entpuppt sich dann als langweilig oder langatmiger Text oder mich nerven die Protagonisten. Ich vermisse Bücher wie „Mr. Gwyn“ … oder „Die Verwandlung des Schmetterlings“ … oder „Cyril Avery“ … oder „Und es schmiltz„, um nur ein paar zu nennen. Bücher die mich fesseln, mich herausfordern, mich überraschen … Nun, ich bin gespannt, was ich dieses Jahr so alles finden werde. 

Zwei habe ich bereits gefunden, und zu denen möchte ich Euch einen kurzen Einblick geben:

„Q“ von Christina Dalcher

Stellt Euch eine Welt vor, in der die Menschen über einen sogenannten Q-Wert definiert werden. Je höher dieser ist, desto mehr Vergünstigungen bekommt. Ist der Wert gering, beziehungsweise fällt unter einen bestimmten Wert, wird man in staatliche Einrichtungen gebracht, von denen man nicht weiß, was dort geschieht.

Elen Fairchild und ihr Mann Malcom waren einer der ersten Mitinitiatoren dieser Regeln, die später zu Gesetzen wurden und immer wieder modifiziert werden. Zur Überprüfung der Werte müssen monatliche Tests absolviert werden. Schneidet man schlecht ab, werden Punkte vom aktuellen Wert abgezogen. Fällt man unter den Basiswert, droht die Unterbringung in einer staatlichen Einrichtung. Man nennt es „Kampagne für wertvollere Familien“, ein Bildungs- und Sozialprogramm.

Als nun Freddy, die jüngste Tochter der Fairchilds ihren Test verhaut, muss sie am nächsten Tag in eine dieser Einrichtungen. Die Eltern dürfen ihre Tochter nur einmal pro Halbjahr besuchen. Im Gegensatz zu anderen Eltern will Elena wissen was mit ihrer Tochte passiert. Beim nächsten Test fällt sie mit Absicht durch, und so schafft sie es, in die gleiche Einrichtung zu kommen, in der ihrer Tochter ist . Doch was sie dort erlebt ist der Horror und sie setzt alles daran ihre Tochter und sich aus dieser Einrichtung zu befreien …

Wenn man diese Geschichte anfängt zu lesen denkt man erst … na ja. Doch je tiefer man eintaucht desto fassungsloser wurde ich beim Lesen. Sicherlich ist diese Geschichte eine Dystopie, doch mit jedem Satz mehr und den Andeutungen von Elenas Großmutter, ahnt man in welche Richtung die Geschichte geht. Auch das Nachwort der Autorin zeigt ganz klar auf, hier geht es um Eugenik. Ich gestehe, ich kannte dieses Wort nicht. 

Eugenik (von altgriechisch εὖ  ‚gut‘, und γένος génos ‚Geschlecht‘) oder Eugenetik, deutsch auch Erbgesundheitslehre, in der Zeit des Nationalsozialismus (da auch Erbpflege genannt) bzw. in Deutschland[2] meist gleichbedeutend mit Rassenhygiene “ (Wikipedia)

Ich habe dann ganz viel gegoogelt, mich informiert und musste dann feststellen, dass Dalchers Roman gar nicht so dystopisch war wie angenommen. Tagtäglich werden Entscheidungen getroffen, die sich um die Eugenik drehen. Zwar nicht mehr in dem engen Begriff der „Rassenhygiene“, aber  es wird entschieden, ob eine Eizelle/ Embryo ein Mensch werden darf oder nicht. Das aber hier zu diskutieren führt zu weit.

Zurück zum Buch … für mich eine spannende Lektüre, die mich manchmal an meine Grenze gebracht hat, die Ihr aber lesen solltet. ♥ 

„Q“ von Christiane Dalcher, S.Fischer Verlag, ISBN: 9783596704538, Preis: 16,99 €, Hier kaufen: 

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„Der Verdacht“ von Ashley Audrain

Violet ist das Wunschkind von Blythe und Fox. Blythe freut sich so sehr darauf Mutter zu sein. Sie möchte ander sein als ihre Mutter und ihre Großmutter. Möchte es anders, besser machen als die Beiden. Doch als man ihr Violet kurz nach der Geburt in den Arm legt, merkt sie das irgendetwas nicht stimmt. Violet lehnt sie ab. Und auch Blythe hegt j´keienrlei Muttergefühle für Violet. Doch sie gibt ihr Bestes. Doch je älter Violet wird, desto schwieriger wird das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter. Violet liebt nur ihren Vater und das sehr. Bei Blythe schreit, tritt, beißt … Violet, bei ihrem Vater kuschelt und schmust sie. Blythe denkt sie ist eine schlechte Mutter. Als Violet in den Kindergarten kommt passieren dort merkwürdige Dinge. Die KInder möchten nicht mit ihr spielen, manche haben sogar Angst vor Violet. Ei n paar Jahre vergehen, und dann bekommt Violet ein weiteres Kind, einen Jungen. Vom ersten Tag an fühlt Blythe die Mutterliebe, die sie bei Violet vermisst hat. Am Anfang freut sich Violet sehr über ihr Brüderchen. Doch schon bald schlägt die Stimmung um und es passiert ein schrecklicher Unfall (?) …

Puh, was für ein Buch! Mich hat die Geschichte um Blythe und Violet sehr mitgenommen. Ich habe sooft den Kopf geschüttelt über die Dinge die hier passieren. Kann es sein, dass eine Mutter ihr Kind nicht liebt? Kann es sein, dass ein kleines Kind seine Mutter nicht liebt? Sie sogar hasst? Was Audrain an vielen Stellen beschreibt macht mich fassungslos und wütend. Fassungslos weil ich es mir nicht vorstellen kann, wütend weil niemand, weder Blythe noch Fox, etwas unternimmt um dem Einhalt zu gebieten. Ich schlage jede Seite vorsichtig um, weil ich Angst davor habe, was als nächstes passiert.

Unglaublich gut geschrieben und es wirkt noch lange nach, weil Dinge passieren, die unfassbar sind. 

„Der Verdacht“ von Ashley Audrain, Penguin Verlag, ISBN: 9783328601449, Preis: 22,00 €, Hier kaufen: 

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Upps, das ist jetz doch länger geworden, als ich geplant hatte. Ich wünsche Euch viel Spaß beim lesen und wünsche Euch eine gute Zeit bis zum nächsten Mal.

Eure Angelika ♥