„Lily“ von Rose Tremain

Insel Verlag, Fester Einband, ISBN: 9783458642961, Preis: 22,00 Euro, Hier kaufen

Klappentext

London, 1850: Mitten im Winter findet der junge Kommissar Sam Trench im Victoriapark ein Bündel – darin liegt ein Neugeborenes. Die kleine Lily wird bei einer Pflegefamilie in Suffolk untergebracht, wo sie unbeschwerte Jahre verlebt, bis sie mit sechs ins Waisenhaus nach London muss, um zur Näherin ausgebildet zu werden. Dort herrschen strenge Regeln und die Aufseherinnen bestrafen die Mädchen hat. Als junge Frau kommt Lily bei einer Perückenmacherin unter und könnte endlich ein selbstbestimmtes Leben führen, doch eine schwere Schuld lastet auf ihr …

Sam Trench hat Lily nie ganz aus den Augen verloren, und als er der jungen Frau wieder begegnet, fühlen sich die beiden zueinander hingezogen. Lily glaubt, dass sie mit Sam endlich ein neues Leben beginnen kann – aber kann sie die Schatten der Vergangenheit hinter sich lassen?

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„Warum habe ich so lange und so hart dafür gekämpft, mich an einem Ort zu behaupten, der es, seit ich ihn betrat, auf meine Vernichtung abgesehen hat? Warum habe ich mich nicht schon als Kind dem Tod ergeben, denn sind Kinderbilder vom Tod nicht fantasiereich und voller fremdartiger Schönheit?“ (Seite 9)

Lily wir als Baby von dem jungen Kommissar Sam Trench in einer kalten Winternacht im Park gefunden. Er bringt das Baby in das nahegelegene Waisenhaus. Doch Lily bleibt nicht lange dort, sonder kommt in eine Pflegefamilie. Dort ist sie eine Weile glücklich, denn die Familie behandelt sie fast wie ihre eigene Tochter. Doch die Familie weiß, das Lilys Zeit bei ihnen begrenzt ist. Denn die Waisenkinder kommen immer nur bestimmte Zeit zu Pflegefamilien. Ist diese Zeit abgelaufen, gehen die Kinder wieder ins Waisenhaus zurück und die Pflegefamilien bekommen ein neues Kind.

Nach sechs Jahren muss Lily also zurück ins Waisenhaus. Dort wird sie zur Näherin ausgebildet, um dann später bei einer Perückenmacherin unter zu kommen. In dieser Zeit trifft sie dann auch Sam Trench wieder, der Mann, der sie als Baby gefunden hat. Sie verliebt sich in ihn. Doch die dunklen Schatten aus ihrem noch jungen Leben lassen Lily nicht in Ruhe und sie flieht aufs Land, dorthin wo einst ihre Zieheltern lebten. Doch kann sie hier die Vergangenheit hinter sich lassen?

„Als Lily die Stufen zu dem Gebäude hinaufstieg, lief ihr ein Schauer über den Rücken. Hinter sich hörte sie die Stimmen von Kindern, die im Hof spielten, und sie dachte, wie schön der Lärm der Jungen und Mädchen war, die da draußen herumrannten und fangen spielten, als wären sie sorglos und glücklich und hätten ihren realen Kummer für eine Weile vergessen. Aber Lily wusste, dass dem nicht so war. Diese kleinen Wesen wussten genau, dass sie die Kinder von >Unwürdigen< waren. Sie wussten, dass sie nur am Leben waren, weil ihre fernen Wohltäter ihnen eine Hand ausgestreckt hatten.“ (Seite 134/ 135)

Dieses Buch hat es in sich. Es scheint so, als sei es eine „rührselige“ Geschichte über ein Waisenkind, dass seinen Weg macht. Doch es ist viel mehr. Schon zu Anfang erfährt man nämlich, dass Lily ein schweres Verbrechen begangen hat und nur darauf wartet, dass man sie findet und in den Kerker schmeißt. In Rückblicken erfahre ich dann ihre Lebensgeschichte. Wobei „Lebens“ ein wenig weit gegriffen ist. Denn die Protagonistin ist noch sehr jung.

Die Zeit bei der Pflegefamilie gehört zu den schönen Erinnerungen in Lilys Leben. Dort fühlte sie sich geliebt und angenommen. Die Zeit im Waisenhaus war die schlimmste Zeit in ihrem Leben. Hier waren Prügel und Züchtigungen an der Tagesordnung.

Puh, das war kein leichtes Buch. Als Leserin weiß ich von der ersten Seite an. dass irgendetwas „Schlimmes“ passiert sein muss, passieren wird. Das hatte natürlich den Sog, dass ich unbedingt wissen wollte, was es war und habe das Buch somit  förmlich inhaliert. Doch an manchen Stellen musste ich es dann doch aus der Hand legen, weil das was Lily passiert ist, mich einfach eiskalt erwischt hat.

Die Bücher von Rose Tremain konnten mich in der Vergangenheit immer begeistern. „Lily“ ist auch wieder eins dieser Bücher. Scheinbar leise und rührselig kommt Lilys Geschichte daher, doch nach ein paar Seiten bekommt man den ersten Einblick in Lilys „Hölle“ und die steigert sich im Verlauf des Buches. Kann es bei all dem noch ein „schönes“ Ende für Lily geben? Lest selbst.

„Träume, so befand Lily, spielten bei fast allem eine Rolle. Sie konnten die Vergangenheit in die Zukunft verwandeln. Sie konnten dich auf einen Weg schicken, an den du zwar einmal gedacht, den zu gehen du jedoch nie gewagt hattest – bis zu einem bestimmten Moment. Mit der wirren Mathematik des Gehirns können Träume manchmal Gleichungen vor dir ausbreiten, die vollkommen und korrekt sind. Und so geschah es, dass eines Tages – es war ein Sonntagnachmittag, sie war fast sechzehn und döste vor ihrem Kamin – solch ein Traum in Lilys Gehirn gesickert war.

Sie stand beinah sofort auf, ohne im Einzelnen darüber nachzudenken, was sie gleich tun würde, wollte es lieber als etwas betrachten, das gewissermaßen schon geschehen war.“ (Seite 200)

 

 

 

„Über Carl reden wir morgen“ von Judith W. Taschler

Paul Zsolnay, Fester Einband, ISBN: 9783552072923, Preis: 24,00 €, Hier kaufen

Rückentext

Fast hat man sich in der Hofmühle damit abgefunden, dass Carl im Krieg gefallen ist, als er im Winter 1918 plötzlich vor der Tür steht. Selbst sein Zwillingsbruder Eugen hätte ihn fast nicht erkannt. Eugen ist nur zu Besuch, er hat in Amerika sein Glück gesucht und vielleicht sogar gefunden. Wird er es mit Carl teilen? Lässt sich Glück überhaupt teilen? Ein großer Familienroman über drei Generationen.

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„Carl verzichtete lieber auf ein wenig überschwängliches Glück zu Beginn, wenn dafür später ein Rest davon übrigbleiben sollte. Ihm fiel ein Spruch ein, den sein Bruder Eugen als Kind ständig von sich gegeben hatte: Finden Sie Ihr Glück und behalten Sie es.“ (Lesezeichen im Buch)

Ehrlich gesagt, bin ich kein großer Fan von Familiengeschichten oder sogenannten Familiensagas. Doch als ich dieses Buch von Judith W. Taschler in die Finger bekam, war ich neugierig.

Es geht in diesem Buch um die Bruggers, eine Familie, welche in Oberösterreich lebt. Dort betreiben sie eine Mühle. Es ist eine Familiensaga über mehrere Generationen angefangen im 19. Jahrhundert bis kurz nach dem ersten Weltkrieg.

Die Geschichte beginnt mit Anton  Brugger und seiner Schwester Rosa. Während Anton die Mühle betreibt, zieht es seine Schwester in die Stadt, um dort als Dienstmädchen zu arbeiten. Jahre vergehen, bevor sich die beiden wiedersehen. Im weiteren Verlauf der Geschichte lerne weiter Familienmitglieder und ihr Leben kennen. Dies hier jedoch zu erzählen ist einfach zu komplex.

Mir ist während des Lesens die Familie Brugger sehr ans Herz gewachsen. Die Schicksale der einzelnen Familienmitglieder haben mich bewegt. Das hört sich jetzt ein bisschen kitschig an, war bzw. ist es aber nicht. Gut fand ich den Familienstammbaum, der als Lesezeichen im Buch bei liegt. Hier kann man immer mal wieder nachsehen, wer von wem abstammte bzw. wer mit wem verheiratet war.

Taschler Charaktere sind sehr lebensecht. Ich konnte mir die einzelnen Familienmitglieder in ihren Lebensabschnitten und Lebenssituationen sehr gut vorstellen.

Das einzige was mich ein klitzeklein wenig gestört hat, ist der Titel des Buches „Über Carl reden wir morgen“. Warum? Als Buchhändlerin und Leserin weiß ich, dass sich viele Bücher über den Titel verkaufen. Wenn ich jetzt einem Interessierten den groben Inhalt der Geschichte erzähle, kommt Carl da kaum vor. Die Rolle, die Carl in der Geschichte spielt wichtig (das sind andere Charaktere aber auch), doch sie spielt sich nur in einem Drittel des Buches ab. Ich hätte es schönen/ besser gefunden das Buch vielleicht „Die Bruggers“ oder so zu nennen … Aber das ist meine Meinung.

Mein Fazit: Eine tolle, spannende, komplexe und glaubwürdige Familiengeschichte über mehrere Generationen, die ich verschlungen habe.

„Carl staunte über das Glück, das ihn bisher keinen Augenblick lang verlassen hatte. Seine Tante hatte ihm die Geschichte von den Schutzengeln erzählt, die unsichtbar über jedem Menschen schwebten und auf ihn achtgab. Er fand die Vorstellung irgendwie tröstlich.“ (Lesezeichen im Buch)

„Die Kinder sind Könige“ von Delphine de Vigan

DuMont Buchverlag, Fester Einband, 320 Seiten, ISBN: 9783832181888, Preis: 23,00 €, Hier kaufen

Als junge Frau träumt Mélanie von einer Kariere als TV Star in Reality Sendungen, doch ihr Traum platzt früh. Jahre später, als sie bereits Mutter eines Sohnes ist, fängt sie an, innerhalb einer Mütterbubble auf Facebook Bilder ihres Sohnes zu posten. Dafür erhält sie viel Anerkennung. Im Laufe der Zeit wird sie so zu einer der erfolgreichsten YouTuberin mit Tausenden von Followern und eigenen Marken. Doch nicht sie, sondern ihre Kinder sind die Stars.

Eines Tage verschwindet Kimmy, ihre jüngste Tochter. Alle gehen davon aus, dass das kleine Mädchen entführt wurde. Die Polizeibeamtin Clara übernimmt die Ermittlung und fragt sich wie man unter all den Menschen, die Kimmy kennen und mit denen sie tagtäglich zu tun hat, den oder die Täter*in finden soll …

Ich bin ja ein großer De Vigan Fan. Ich mag ihre Bücher sehr, da sie sich immer besonderen Themen annimmt. Deshalb war ich sehr gespannt auf das neue Buch, weil der Titel erst einmal alles offen lässt.

In dieser Geschichte tauche ich in die Welt der Influencer und YouTuber ein. Und was ich lese lässt mich teilweise unfassbar zurück. Ich ahnte ja bereits, dass da einiges an Geld fließt, aber wie es da abgeht macht mich einfach sprachlos. Kinder werden im Babyalter vor die Kamera gezerrt, müssen im Kleinkinderalter posieren, Werbung machen, Challenges erfüllen, ob sie wollen oder nicht. Das alles nur, um die unerfüllten Träume ihrer Eltern zu erfüllen. Irre!!!

Was ich besonders interessant fand, war die Tatsache, dass viele dieser Kinder am sogenannten „Truman- Syndrom“ leiden. Die meisten von uns kennen den Film, in dem Truman ja in einer virtuellen Welt aufwächst und dies nicht weiß. Ähnlich hier, die Kinder wachsen mit Instagram, Facebook und YouTube auf, müssen täglich zig Contents abdrehen und alles Möglich hautnah den Followern mitteilen. Es gibt so gut wie kein Privatleben, was zur Folge hat, dass sich die Kinder irgendwann verfolgt fühlen. Seit einigen Jahren gibt es sogar Klagen von Kindern gegen ihre Eltern, weil diese mit dem posten der Bilder ihre Persönlichkeitsrechte missbrauchen.

Seitdem ich das Buch gelesen habe, sehe ich Bilder von Kindern im Netz und Social Media kritischer. Es ist so, wie der Titel von De Vigans Buch schon sagt „Die Kinder sind Könige“ und die gilt es zu schützen.

Dieses Buch ist wieder ein mega Buch von De Vigan. Es ist spannend wie ein Krimi geschrieben und bietet viele Hintergrundinformationen rund um Social Media.

Unbedingt lesen!!!

„Das Herz von Paris“ von Veronika Peters

Oktopus by Kampa, Fester Einband, ISBN: 9783311300199, Preis: 22,00 €, Hier kaufen:

Ich bin ganz verliebt in dieses Buch. ♥

Ann-Sophie und ihr Mann gehen im Frühling 1925 nach Paris. Ann-Sophies Mann wird in Zukunft in der Anwaltskanzlei seines Onkels arbeiten. Die junge Frau hingegen langweilt sich und vertrödelt ihre Tage.

An einem dieser Tage streift sie durch Paris und landet durch Zufall vor der Buchhandlung „Shakespeare and Company“. Vor der Tür trifft sie auf eine rauchende Frau in Männerkleidung. Es ist die Buchhändlerin und Verlegerin Sylvia Beach. Neugierig geworden betritt Ann-Sophie die Buchhandlung und fasziniert von den Frauen denen sie dort begegnet.

Die Frauen bieten ihr eine Stelle als Aushilfe an, die Ann-Sophie sofort annimmt. Schon bald wird aus der schüchternen Ann-Sophie eine junge und selbstbewusste Frau, die mehr vom Leben und der Liebe will.

Mich hat dieses Buch so gefesselt. Ich mochte es so sehr zu sehen, wie aus der schüchternen Sophie eine selbstbewusste Frau wird. Mir gefielen die lockeren Gespräche der Frauen, hatte oft das Gefühl, ich säße dabei und könnte mitplaudern. Natürlich ist nicht alles eitler Sonnenschein, denn schon schnell kommt es zu Spannungen zwischen Ann-Sophie und ihrem Mann, der mit der Emanzipation seiner Frau gar nicht umgehen kann. Doch die Frauen der Company stärken der jungen Frau den Rücken, bzw. alle stehen für alle ein.

Ich hab ja schon einige Bücher von Veronika Peters gelesen, und das hier ist definitiv eines meiner Lieblingsbücher von ihr.

Danke liebe Veronika für diese wirklich schöne Geschichte und den schönen Stunden die ich mit den Frauen der Company verbringen durfte. ♥♥♥

„Ursprung“ von Eva Tind

Mare Verlag, Fester Einband, ISBN: 9783866486478, Preis: 25,00 €, Hier kaufen:

Kai liebt Miriam über alles. Miriam liebt Kai, doch ihre Kunst liebt sie mehr. Die beiden bekommen ein Kind und kurz nach der Geburt geht Miriam, um nur noch für ihre Kunst zu leben. Kai zieht Sui, so heißt die gemeinsame Tochter, alleine groß. Als Sui flügge wird und zu Hause auszieht, stürzt das Kai in eine Krise. Er reist nach Indien um Kraft und neuen Sinn zu finden.

Da Sui ihre Mutter kaum kennt, reist sie zu ihr. Miriam lebt schon seit Jahren in einem einsamen Waldgebiet, um dort an einem großen Kunstprojekt zu arbeiten. Doch die Begegnung mit ihrer Mutter verläuft anders als sich Sui das erhofft hat. Sie reist weiter auf die koreanische Insel Marado und hofft dort Antworten zu ihren Wurzeln zu finden.

Am Anfang hat mich das Buch ein wenig traurig und wütend zugleich gemacht. Miriam und ihr Egoismus sind mir so auf die Nerven gegangen. Doch je weiter ich in die Geschichte eingetaucht bin, desto mehr hat mich die ganze Geschichte fasziniert. Sie wird aus der Perspektive jedes einzelnen erzählt.

Kais Suchen und Finden, nach neuen Ansätzen für sein Leben ohne Sui; Miriams Kunstprojekt, welches ein Lebensprojekt wird für das sie bis zum Tod alles gibt; und schließlich Suis Suche nach ihren Wurzeln/ Identität machen das Buch zu etwas besonderem.

Jede Geschichte für sich ist einzigartig und alle zusammen ein wundervolles Buch über das Suchen und Finden der eigenen Identität in verschiedenen Lebensphasen.

Dies & Das … im Januar 2022

Hallo Ihr Lieben,

schwupps, ist der Januar auch schon rum. Früher war das immer der sogenannte KaugummiMonat. Endlos lang und langweilig. Dieses Jahr ist er verflogen wie nix. Wir haben im Büchergarten in der ersten Woche ein bisschen rumgeputzt. In der Weihnachtszeit ist dafür immer wenig Zeit. Wenn dann im Januar die meisten Bücher wieder im Regal stehen, die Weihnachtsdeko weggeräumt ist, dann sieht man den ganzen Staub. Also bitte einmal alles sauber. Dabei haben wir ein bisschen umgeräumt und neue Themenwelten geschaffen. Es gibt jetzt einen Regalboden Sachbücher für Kinder und Erwachsene, die Hobbyecke (Stricken etc.) haben wir ausgebaut und erweitert … Mutter/ Kind haben wir umgestaltet zu Familie. Jetzt gibt es einen Rgealboden voll mit Büchern rund um dich mit dem Überbegriff Mind & Soul. Aus Religion haben wir Spirituell gemacht und dann gibt es jetzt auch alles rund um die Gesundheit. Ihr seht, wie haben verschieden Bereiche zusammen gefasst, um anderen Bereichen Platz zu machen. Kommt vorbei und schau selbst. 

Neben der Putzerei habe ich die Verlagsvorschauen für das Frühjahr gesichtet. Manchmal fühle ich mich erschlagen von der Titelauswahl der Verlage. Sich dadurch zu arbeiten ist gar nicht so einfach. Ich muss abwägen, ob das etwas für den Büchergarten ist oder nicht. Titel die ich interessant finde kommen auf eine Merkliste. Diese Merkliste arbeite ich dann immer einen Monat vor Erscheinen der Bücher ab, und entscheide dann was ich bestelle. 

Ende Januar war ich auf einer kleinen Hausmesse von „Good old friends“ in Siegburg. Da die großen Messen im Januar und Februar ausfallen, haben die wieder eine kleine Hausmesse gemacht. Oh was gibt es wieder schöne neue Dinge. Ich hab einiges von den Neuigkeiten bestellt. Ab Mai gibt es die dann im Büchergarten. Lasst Euch überraschen. ♥

Gelesen habe ich auch ein bisschen. Ganze vier Bücher, und weitere 4 habe ich angelesen und dann abgebrochen, weil die mich überhaupt nicht angesprochen haben. Geht es nur mir so? In der letzten Zeit sprechen mich viele Bücher einfach nicht mehr an. Der Klappentext hört sich vielversprechend an, doch der Inhalt entpuppt sich dann als langweilig oder langatmiger Text oder mich nerven die Protagonisten. Ich vermisse Bücher wie „Mr. Gwyn“ … oder „Die Verwandlung des Schmetterlings“ … oder „Cyril Avery“ … oder „Und es schmiltz„, um nur ein paar zu nennen. Bücher die mich fesseln, mich herausfordern, mich überraschen … Nun, ich bin gespannt, was ich dieses Jahr so alles finden werde. 

Zwei habe ich bereits gefunden, und zu denen möchte ich Euch einen kurzen Einblick geben:

„Q“ von Christina Dalcher

Stellt Euch eine Welt vor, in der die Menschen über einen sogenannten Q-Wert definiert werden. Je höher dieser ist, desto mehr Vergünstigungen bekommt. Ist der Wert gering, beziehungsweise fällt unter einen bestimmten Wert, wird man in staatliche Einrichtungen gebracht, von denen man nicht weiß, was dort geschieht.

Elen Fairchild und ihr Mann Malcom waren einer der ersten Mitinitiatoren dieser Regeln, die später zu Gesetzen wurden und immer wieder modifiziert werden. Zur Überprüfung der Werte müssen monatliche Tests absolviert werden. Schneidet man schlecht ab, werden Punkte vom aktuellen Wert abgezogen. Fällt man unter den Basiswert, droht die Unterbringung in einer staatlichen Einrichtung. Man nennt es „Kampagne für wertvollere Familien“, ein Bildungs- und Sozialprogramm.

Als nun Freddy, die jüngste Tochter der Fairchilds ihren Test verhaut, muss sie am nächsten Tag in eine dieser Einrichtungen. Die Eltern dürfen ihre Tochter nur einmal pro Halbjahr besuchen. Im Gegensatz zu anderen Eltern will Elena wissen was mit ihrer Tochte passiert. Beim nächsten Test fällt sie mit Absicht durch, und so schafft sie es, in die gleiche Einrichtung zu kommen, in der ihrer Tochter ist . Doch was sie dort erlebt ist der Horror und sie setzt alles daran ihre Tochter und sich aus dieser Einrichtung zu befreien …

Wenn man diese Geschichte anfängt zu lesen denkt man erst … na ja. Doch je tiefer man eintaucht desto fassungsloser wurde ich beim Lesen. Sicherlich ist diese Geschichte eine Dystopie, doch mit jedem Satz mehr und den Andeutungen von Elenas Großmutter, ahnt man in welche Richtung die Geschichte geht. Auch das Nachwort der Autorin zeigt ganz klar auf, hier geht es um Eugenik. Ich gestehe, ich kannte dieses Wort nicht. 

Eugenik (von altgriechisch εὖ  ‚gut‘, und γένος génos ‚Geschlecht‘) oder Eugenetik, deutsch auch Erbgesundheitslehre, in der Zeit des Nationalsozialismus (da auch Erbpflege genannt) bzw. in Deutschland[2] meist gleichbedeutend mit Rassenhygiene “ (Wikipedia)

Ich habe dann ganz viel gegoogelt, mich informiert und musste dann feststellen, dass Dalchers Roman gar nicht so dystopisch war wie angenommen. Tagtäglich werden Entscheidungen getroffen, die sich um die Eugenik drehen. Zwar nicht mehr in dem engen Begriff der „Rassenhygiene“, aber  es wird entschieden, ob eine Eizelle/ Embryo ein Mensch werden darf oder nicht. Das aber hier zu diskutieren führt zu weit.

Zurück zum Buch … für mich eine spannende Lektüre, die mich manchmal an meine Grenze gebracht hat, die Ihr aber lesen solltet. ♥ 

„Q“ von Christiane Dalcher, S.Fischer Verlag, ISBN: 9783596704538, Preis: 16,99 €, Hier kaufen: 

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„Der Verdacht“ von Ashley Audrain

Violet ist das Wunschkind von Blythe und Fox. Blythe freut sich so sehr darauf Mutter zu sein. Sie möchte ander sein als ihre Mutter und ihre Großmutter. Möchte es anders, besser machen als die Beiden. Doch als man ihr Violet kurz nach der Geburt in den Arm legt, merkt sie das irgendetwas nicht stimmt. Violet lehnt sie ab. Und auch Blythe hegt j´keienrlei Muttergefühle für Violet. Doch sie gibt ihr Bestes. Doch je älter Violet wird, desto schwieriger wird das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter. Violet liebt nur ihren Vater und das sehr. Bei Blythe schreit, tritt, beißt … Violet, bei ihrem Vater kuschelt und schmust sie. Blythe denkt sie ist eine schlechte Mutter. Als Violet in den Kindergarten kommt passieren dort merkwürdige Dinge. Die KInder möchten nicht mit ihr spielen, manche haben sogar Angst vor Violet. Ei n paar Jahre vergehen, und dann bekommt Violet ein weiteres Kind, einen Jungen. Vom ersten Tag an fühlt Blythe die Mutterliebe, die sie bei Violet vermisst hat. Am Anfang freut sich Violet sehr über ihr Brüderchen. Doch schon bald schlägt die Stimmung um und es passiert ein schrecklicher Unfall (?) …

Puh, was für ein Buch! Mich hat die Geschichte um Blythe und Violet sehr mitgenommen. Ich habe sooft den Kopf geschüttelt über die Dinge die hier passieren. Kann es sein, dass eine Mutter ihr Kind nicht liebt? Kann es sein, dass ein kleines Kind seine Mutter nicht liebt? Sie sogar hasst? Was Audrain an vielen Stellen beschreibt macht mich fassungslos und wütend. Fassungslos weil ich es mir nicht vorstellen kann, wütend weil niemand, weder Blythe noch Fox, etwas unternimmt um dem Einhalt zu gebieten. Ich schlage jede Seite vorsichtig um, weil ich Angst davor habe, was als nächstes passiert.

Unglaublich gut geschrieben und es wirkt noch lange nach, weil Dinge passieren, die unfassbar sind. 

„Der Verdacht“ von Ashley Audrain, Penguin Verlag, ISBN: 9783328601449, Preis: 22,00 €, Hier kaufen: 

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Upps, das ist jetz doch länger geworden, als ich geplant hatte. Ich wünsche Euch viel Spaß beim lesen und wünsche Euch eine gute Zeit bis zum nächsten Mal.

Eure Angelika ♥