… aus „Niemand weiß, wie spät es ist“ von René Freund

Zsolnay, Paul
Fester Einband
272 Seiten
Erscheinungsdatum: 25.07.2016
Preis: 20,00 €
ISBN: 9783552063266

 

„Der Tod ist ein Skandal, hat Canetti gesagt. Das ist ein großer Unsinn. Canetti gehört nicht zum Kreis meiner Altersfreunde! Der Tod ist eine simple Sache. Der Skandal ist das Leben. Es geht einfach weiter.“ (Seite 192)

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„Alles ist irgendwann das erste Mal. Und alles ist irgendwann das letzet Mal. Der erste Kuss, der letzte Kuss … der unwiederbringliche letzte Kuss.“ (Seite 193)

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„Ich verstehe da so: Es gibt nur zwei Möglichkeiten – es gibt keine dritte! Entweder, das alles hat einen Sinn, oder alles ist Willkür und Zufall. Entweder. Dein Leben wird von einer inneren Weisheit geleitet, oder deine Freunde, deine Familie, deine Erfahrungen sind sinnlos und austauschbar. Und auch wenn ich wie wir alle den Sinn nicht erkennen kann, möchte ich auf den Sinn wetten. Das macht unser Leben einfach größer und erfüllter.“ (Seite 234)

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aus … „Freedom Bar“ von David Bielmann

Riverfield Verlag
Fester Einband
304 Seiten
Erscheinungsdatum:
27.02.2016
Preis: 24,90 €
ISBN: 9783952452349

 

„Dabei war es doch gerade der Rückblick, der den Dingen Tiefe verlieh, der einem erlaubte, Ereignisse zu verstehen und einzuordnen. Erst der Rückblick machte eine bestimmte Zeit richtig interessant, machte aus dem Alltag Kultur, und erst die Fähigkeit zurückzublicken machte aus dem Menschen ein  intelligentes Wesen.“ (Seite 85)

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„Buchhändlerin? >Ist das nicht etwas … na ja, langweilig?<, fragte Bert vorsichtig. >Nicht, wenn man Buchhandlungen als Paradies betrachtet.< Ihre Augen begannen zu leuchten. > Hast du dir schon einmal überlegt, was sich so alles in einer kleinen Buchhandlung drin befindet? Wie viele Menschen da zusammen kommen, wie viel gedacht und gesagt und gefühlt wird, wie viele Reisen und Küsse und Morde stattfinden, wie viele Welten da erschaffen worden sind? Eine Buchhandlung ist ein Universum, in dem man sich frei durch Raum und Zeit bewegen kann. Gibt es etwas Schöneres?<“ (Seite 137)

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„Unter den sieben Milliarden Menschen, die derzeit auf der Welt lebten, gab es zu jeder Sekunde Tausende, die gerade enttäuscht worden waren, sich eine Träne von der Wange wischten und Trost beim Mond suchten. (.. .) Was immer man auch tat, was immer auch geschah, man war nicht allein, und vielleicht, dachte er weiter, während er in den Sternenhimmel sah, war die Sehnsucht sogar das einzige Gefühl, das man auf sämtlichen Planeten kannte.“ (S. 147)

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„Jeder braucht doch ein bisschen Hoffnung, ein paar Träume. Auch wenn sie dann nicht in Erfüllung gehen, es reicht doch schon, wenn man sie nur im Kopf hat. Wenn man sie nicht vergisst. Sonst geht man ja kaputt, verstehst du?'“ (S. 184)

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… aus „Die vier Jahreszeiten des Sommers“ von Grégoire Delacourt

Atlantik Verlag, ISBN 9783455600414, Preis: 18,00 €

Ich warte darauf, dass sie größer wird, Mama. Ich warte darauf, dass sie den Kopf an meine Schulter lehnt. Ich warte darauf, dass ihr Mund zittert, wenn ich mich ihr nähere. Ich warte auf die betörenden Düfte, die sagen, du kannst dich jetzt in mich verlieren, in mir verbrennen. Ich warte darauf, ihr Worte zu sagen, die man nicht zurücknehmen kann. Die Worte, die die Weichen stellen für ein Leben zu zweit. Für das Glück. Und manchmal für eine Tragödie.“ (Seite 24)

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Einige Jahre später lernte ich einen Ehemann kennen. Lachen Sie nicht. Natürlich war er bezaubernd. Sogar schön. Von der Art Schönheit, die wir Frauen bei einem Mann wahrnehmen, wenn wir hungrig sind. Sein Blick, seine Stimme, seine Worte waren ungeschickt. Nach ein paar Liebesnächten, Fieber, Zärtlichkeit, Gewalt und Versöhnung wurde ich schwanger. Erst stürzt man sich aufeinander, und dann stürzt man ab.“ (Seite 57)

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„Morgen muss ich auch den perfekten Körpern entgegentreten. Den Körpern mit makellosen Brüsten, die sie der Jugend oder der Chirurgie verdanken. Den wunderbaren, herrlich gebräunten Körpern, die den Frauenmagazinen und den Hochglanzseiten entsprungen zu sein scheinen und denen man jetzt hier am Strand begegnet, sie sind ganz nah neben uns und unseren Männern. Den Körpern mit endlosen Beinen, die auf den Kaffeeterrassen unter kurzen Röckchen zur Schau gestellt werden, wie diese „Zirkel, die den Erdball in alle Himmelsrichtungen ausmessen.“ Diese Traumkörper, wie Ohrfeigen, die mich ständig daran erinnern, was man entbehrt, wenn man die fünfzig erreicht hat, was uns das Leben, die Geburten, die niederträchtige Zeit und der heimliche Kummer geraubt haben. Weil mein Mann mich nicht mehr anschaut …“ (Seite96/ 97)

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“Wir sind wunderbar verliebt – seit fünfunddreißig Jahren. Wir sind der Letzte des anderen, diese Gewissheit macht uns unendlich ruhig, glücklich und frei. Wir sind ewig schön füreinander.“ (Seite 179)

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… aus „Der Weg nach Hause“ von Fabio Volo

Diogenes
Flexibler Einband
352 Seiten
Erscheinungsdatum: 25.05.2016
Preis: 16,00 €
ISBN: 9783257300352

„Um sein wahres Ich zu finden, musste er von zu Hause weg, aus diesem Leben aussteigen, das ihn lähmte, erdrückte und einschränkte. In seinem gegenwärtigen Leben hatte sein wahres Selbst keine Chance. Er musste weg von diesen Verhaltensweisen, die ihm fremd waren, von der eigenen Wut, die ihn zu zerstören drohte. In diesem Unbehagen kam eine Seite von ihm zu tragen, die immer weiter hinab wollte, bis auf den Grund, um herauszufinden, wie tief das Gefühl von Leere reichte.“ (Seite 93)

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„Was macht einen Menschen aus? Die Art, wie er geht, wie er sich bewegt, wie er über Pfützen springt. Wie er redet, was er sagt und was er nicht sagt. Wie er zuhört, was er denkt. Die Art, wie er lacht, wie er sich aufregt. Wie er liebt, wie er küsst, wie er umarmt. Wie er schwitzt.
Ein Mensch besteht aus seinem Geruch, seinem Duft, daraus, wie er Auto oder Fahrrad fährt, aus der Miene, die er aufsetzt, wenn er mit einem Blumenstrauß in der Hand unterwegs ist. Daraus, wie er sich im Spiegel betrachtet, wenn er allein im Aufzug steht. Wie er den Kopf zurück wirft, wenn er in Lachen ausbricht, wie er sich weinend nach vorne beugt, wenn ihm der Bauch weh tut. Ein Mensch ist, was er ist, was bleibt und was verschwindet. Und eine Menge anderer Dinge, die seine Welt ausmachen, ihn auf Trab halten und eines Tages mit einem Klick nicht mehr da sind. Und wenn er gut war, hat er irgendetwas, ein winziges Stück von sich selbst an die weitergegeben, die bleiben.“ (Seite 339) 

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Der Tod des Vaters bedeutete auch das Aus für alte, eingefahrene Verhaltensmuster: mit dem Vater verlor er eine zentrale Bezugsperson, vor allem aber die Person, auf die man alle Schuld und alle Verantwortung abwälzen konnte. Den idealen Sündenbock für all seine eigenen Schwächen. Schlagartig offenbarte sich ihm die erschütternde Erkenntnis, dass auch er nun kein Sohn mehr war, sondern einfach nur ein Mensch. Ihn überkam ein Gefühl grenzenloser Leere. Nun musste er sein Leben, seine ganze Existenz neu erfinden. Die alte Schablone passte nicht mehr auf die neue Situation.   “ (Seite 368)

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„Das unablässige Warten auf eine Zukunft voller Verheißungen, eine Zukunft mit den tollsten Abenteuern und den faszinierendsten Frauen, war in Wahrheit nur eine Illusion, eine Lüge, ein ewiger Selbstbetrug, das Resultat eines Mechanismus, der seit je sein Leben bestimmt. Er begriff, dass er alles andere war, als ein freier Mann. Was er für Freiheit gehalten hatte, war gar keine. Es war eine Pseudofreiheit, denn faktisch hatte er gar nichts im Griff: weder seine gegenwärtige Lage noch sein Leben und schon gar nicht seine Entscheidungen. Vielmehr entschieden die Situationen, die Gelegenheiten und Versuchungen für ihn. Er wurde von der Strömung herumgewirbelt, er flog nicht frei wie ein Vogel, der selbst die Route und die Richtung wählte, er war wie ein Stück Papier, das im Wind flatterte. Er hatte im gedacht, er sei ehrlich, weil er immer erklärt hatte, wer er war, doch in Wirklichkeit war das die Treue zu seiner Rolle, die er sich selber ausgesucht hatte, die Treue zu einer Maske.“ (Seite 391)

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… aus „Ist das jetzt schon Liebe?“ von Christina Beuther

Aufbau TB
Flexibler Einband
240 Seiten
Erscheinungsdatum:
17.06.2016
Preis: 9,99 €
ISBN: 9783746632254

Juli wusste inzwischen, dass Ria sie geliebt hatte. Sie empfand ihrer Mutter gegenüber keinen Groll mehr, und trotzdem spürte sie leise noch immer das schwere Gefühl, alleingelassen worden zu sein, selbst wenn sie Ria inzwischen verstand, denn auch sie hatte diese Weite des Horizont irgendwann nicht mehr als Freiheit empfunden, sondern als trügerisches Versprechen, als Leinwand einer Zukunft, die sie beklommen zurück ließ. Auch Juli war gegangen, als sie die Möglichkeit dazu gehabt hatte.“ (Seite 10)

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Sollte sie das Haus also verkaufen müssen? Das Haus ihrer Urgroßeltern. Ihrer Großmutter. Ihrer Mutter. Ihr Haus? Als sie gestern das Haus betrat, hatte sie das Gefühl, es würde sich eine weiche Decke um sie legen, gewebt aus Momenten, Begebenheiten, Gefühlen und Geschichten, die sie beschützte und geborgen umschloss. Die Mauern des Hauses erzählten von der Vergangenheit. Die Wände atmeten gelebte Tage, und in den Fenstern spiegelten sich bunte Stunden. Das Haus war der Schauplatz ihrer aller Familiengeschichte, Was würde bleiben?“ (Seite 39)

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„Es ist gut, Flügel zu haben, die die eigenen Gedanken in die Welt tragen. Aber was sind wir letztendlich ohne unsere Wurzeln? Wir treiben orientierungslos im Wind, auf der Suche nach einem Ort, der uns aufnimmt und an dem wir wirklich zu Hause sind. Und doch scheinen wir unfähig, irgendwo anzukommen und uns zu verankern, denn unsere Flügel wollen weiterfliegen. Die eigene Herkunft, das, was man mit auf den Weg bekommen hat, glauben ignorieren zu müssen, um sich im Gegenwurf zu verwirklichen, ist vertane Zeit.“ (Seite 107)

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„Das Leben will riskiert werden. Es ist ein Wunder, das sich ungeduldig und rastlos auf der Suche nach etwas Unbestimmten nicht entfalten kann, das jedoch, wenn man achtsam und bei sich ihm leise, geduldig und voller Vertrauen die Hand hinhält, sichtbar wird als all das, was man ist, was einen ausmacht und was man in sich trägt, und das Raum gibt, für die Menschen, die wir lieben und die uns lieben.“ (Seite 108/ 109)

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… aus „Als die Liebe endlich war“ von Andrea Maria Schenkel

Hoffmann und Campe Fester Einband  384 Seiten Erscheinungsdatum: 10.03.2016 Preis: 16,99 € ISBN: 9783455403824

Hoffmann und Campe
Fester Einband
384 Seiten
Erscheinungsdatum:
10.03.2016
Preis: 16,99 €
ISBN: 9783455403824

 

 

„Sie ging, wie sie in sein Leben gekommen war. Und so wie der letzte Sommer schon vergessen ist, wenn sich die ersten Blätter an den Bäumen verfärben und die Spinnen sich an langen Fäden durch die Lüfte tragen lassen, hatte auch er sie schon vergessen, als die ersten Stürme die Blätter der Bäume durch die Luft tanzen ließen.“ (Seite 9)

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„Mag sein, Sie haben recht damit, dass wir uns zu häufig im Wind gebogen haben, aber wer sich nicht beigt, bricht.“ (Seite 71)

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So ist das im Leben, manche Menschen lieben die Hand, die sie schlägt, mehr als die, die ihnen Gutes tut.“ (Seite 90)

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„Ihm kam es so vor, als würden die Bücher, die er tagsüber las, die Geschichten der Matrosen und seine eigene Phantasie zu einem großen Ganzen vermengen. Alles war so phantastisch und einzigartig. Eine Welt der Wunder, in der Geschichten Wirklichkeit wurden. Alles war hier möglich, so schien es ihm. Alles.“ (Seite 106)

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„Wie konnte ein gütiges Gotteswesen all das Unglück, Krankheiten, Hunger, kurz die Ungerechtigkeit der Welt dulden? Müsste Gott nicht eingreifen, anstatt zuzusehen, wie sie hier sein Werk langsam, aber sicher zerstörten? Und warum ein Gott? Warum sollte es nur einen wahren Gott geben, die Existenz eines einzigen Gottes war genauso wenig bewiesen wie die Existenz vieler. War es nicht Arroganz und wahnsinnige Überheblichkeit zu glauben, nur monotheistische Religionen lägen richtig und Polytheisten falsch?“ (Seite 240)

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… aus „Romeo & Romy“ von Andreas Izquierdo

Insel Verlag Flexibler Einband  491 Seiten Erscheinungsdatum:711.04.2016  Preis: 14,99 € ISBN: 9783458361411

Insel Verlag
Flexibler Einband
491 Seiten
Erscheinungsdatum:711.04.2016
Preis: 14,99 €
ISBN: 9783458361411

 

„Es war nicht nur die klare, frische Luft, die so vertraut die Haut streichelte, es war, als spürte sie neben den Häuschen, Sträßchen und Gärten auch die, die hier schon immer gewohnt hatten. Sie hörte ihre Stimmen, ihr Gelächter, ihr Gemecker und ihr Seufzen wie ein immerwährendes Flüstern alter Geschichten, die das Laub rascheln ließen oder wie Pollen im Sonnenlicht tanzten. Erinnerungen. Wie die Farbe, die auf den Fassaden langsam verblasste.
Heimat war nicht das was man sah, sondern das, was andere niemals sehen würden.“ (Seite 35)

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„Das Leben verbraucht den Geist, das ist wahr, aber es kann ihn auch mit neuer Kraft befeuern.“ (Seite 297)

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„Menschen verändern sich. Manche verlassen ihre Heimat und finden woanders eine neue. Es gibt nicht die eine Liebe, die alles festlegt. Die Welt hat viel zu bieten. Und manchmal muss man länger suchen, bis man findet, was das Herz berührt.“ (Seite 392)

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„Der Konjunktiv jedoch war das Glitzerpapier auf dem Geschenk namens Leben (…)“ (Seite 399)

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