Zehn Tage im Februar … die kein Mensch braucht!

Blumenbar
Fester Einband
208 Seiten
Erscheinungsdatum:
19.01.2017
Preis: 18,00 €
ISBN: 9783351050375

Klappentext
Ein Mann hinterlässt seiner Frau einen Zettel: Er wird sie verlassen. Für zehn Tage. Danach werde man sehen. Die Frau schmeißt den zettel in den Müll, drapiert sich die Haare zum Dutt und zieht eine nachtblaue Robe an, denn es ist der Eröffnungsabend der Berlinale. Der Mann ist weg, aber die Filme kommen und mit ihnen die große Regisseurin Jane Campion, der einzige Mensch, dem sich die die Frau je wirklich verbunden gefühlt hat. Jane soll ihr helfen, sich zu entscheiden. Zwischen der Frau, die sie einmal war, die sich vom Scheich nach Cannes einladen ließ und die sich an nichts und niemanden band – außer an das Kino. Und der Frau, die sie geworden ist, die bittere Tränen in ihrem geschmackvoll eingerichteten Eigenheim vergießt, in deren Leben scheinbar alles an seinem Platz ist, aber rein gar nichts in Ordnung. Nach zehn Tagen kommt der Mann zurück. Die frau aber hat von Jane einen schwierigen Auftrag bekommen.

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Kennt ihr das? Da freut man sich auf ein Buch, weil der Klappentext interessant erscheint, dann liest man es und die Geschichte hinterlässt ein großes Fragezeichen. So erging es mir mit diesem Buch und ich habe lange gezögert und mich gewunden dazu etwas zu schreiben. Nun hier meine Meinung zu diesem Buch, und dem Hinweis bitte macht euch eure eigene Meinung.

Die beiden „Hauptprotagonisten“ bleiben ohne Namen. Das gibt es hin und wieder in Büchern, und doch kann man eine „Beziehung“ aufbauen. Anders hier. Die Frau bleibt für mich eine Person, die ich nicht greifen und auch nicht begreifen kann. Sie hat eigentlich ein tolles Leben. Einen Mann, einen tollen Job, ein Eigenheim usw. Dennoch ist sie unzufrieden. Als ihr Mann sie für zehn Tage (die Zeit der Berlinale) verlässt, hat die Dame nichts Besseres zu tun, als den Zettel (in meinen Augen ein Synonym für den Mann/ die Beziehung) in den Müll zu schmeißen, sich schick zu kleiden und sich ins Abenteuer zu stürzen. Kein Gedanken an den Mann oder die Beziehung. Egal. Fort damit. Es folgt ein Einblick in den Ablauf einer solchen Berlinale mit all seinen vielen Filmen (für Cineasten durchaus interessant). Zwischendurch ständiges Gejammer, das sie ihr altes ungezwungenes und ungebundenes Leben wieder haben möchte. Wobei sich hier die Frage stellt, war es wirklich so ungezwungen und ungebunden? Sie ließ sich von einigen Dame und Herren „aushalten“.  Nun denn … nach zehn Tagen war die Geschichte zu Ende, und ich mit meinen Nerven.

Ich habe immer und immer wieder gehofft, dass mich die Geschichte noch anspricht, doch leider hat es das nicht. Schade … sehr schade um die Lesezeit, die ich vergeudet habe.

 

2 von 5 Sternen

… aus „Der Weg nach Hause“ von Fabio Volo

Diogenes
Flexibler Einband
352 Seiten
Erscheinungsdatum: 25.05.2016
Preis: 16,00 €
ISBN: 9783257300352

„Um sein wahres Ich zu finden, musste er von zu Hause weg, aus diesem Leben aussteigen, das ihn lähmte, erdrückte und einschränkte. In seinem gegenwärtigen Leben hatte sein wahres Selbst keine Chance. Er musste weg von diesen Verhaltensweisen, die ihm fremd waren, von der eigenen Wut, die ihn zu zerstören drohte. In diesem Unbehagen kam eine Seite von ihm zu tragen, die immer weiter hinab wollte, bis auf den Grund, um herauszufinden, wie tief das Gefühl von Leere reichte.“ (Seite 93)

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„Was macht einen Menschen aus? Die Art, wie er geht, wie er sich bewegt, wie er über Pfützen springt. Wie er redet, was er sagt und was er nicht sagt. Wie er zuhört, was er denkt. Die Art, wie er lacht, wie er sich aufregt. Wie er liebt, wie er küsst, wie er umarmt. Wie er schwitzt.
Ein Mensch besteht aus seinem Geruch, seinem Duft, daraus, wie er Auto oder Fahrrad fährt, aus der Miene, die er aufsetzt, wenn er mit einem Blumenstrauß in der Hand unterwegs ist. Daraus, wie er sich im Spiegel betrachtet, wenn er allein im Aufzug steht. Wie er den Kopf zurück wirft, wenn er in Lachen ausbricht, wie er sich weinend nach vorne beugt, wenn ihm der Bauch weh tut. Ein Mensch ist, was er ist, was bleibt und was verschwindet. Und eine Menge anderer Dinge, die seine Welt ausmachen, ihn auf Trab halten und eines Tages mit einem Klick nicht mehr da sind. Und wenn er gut war, hat er irgendetwas, ein winziges Stück von sich selbst an die weitergegeben, die bleiben.“ (Seite 339) 

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Der Tod des Vaters bedeutete auch das Aus für alte, eingefahrene Verhaltensmuster: mit dem Vater verlor er eine zentrale Bezugsperson, vor allem aber die Person, auf die man alle Schuld und alle Verantwortung abwälzen konnte. Den idealen Sündenbock für all seine eigenen Schwächen. Schlagartig offenbarte sich ihm die erschütternde Erkenntnis, dass auch er nun kein Sohn mehr war, sondern einfach nur ein Mensch. Ihn überkam ein Gefühl grenzenloser Leere. Nun musste er sein Leben, seine ganze Existenz neu erfinden. Die alte Schablone passte nicht mehr auf die neue Situation.   “ (Seite 368)

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„Das unablässige Warten auf eine Zukunft voller Verheißungen, eine Zukunft mit den tollsten Abenteuern und den faszinierendsten Frauen, war in Wahrheit nur eine Illusion, eine Lüge, ein ewiger Selbstbetrug, das Resultat eines Mechanismus, der seit je sein Leben bestimmt. Er begriff, dass er alles andere war, als ein freier Mann. Was er für Freiheit gehalten hatte, war gar keine. Es war eine Pseudofreiheit, denn faktisch hatte er gar nichts im Griff: weder seine gegenwärtige Lage noch sein Leben und schon gar nicht seine Entscheidungen. Vielmehr entschieden die Situationen, die Gelegenheiten und Versuchungen für ihn. Er wurde von der Strömung herumgewirbelt, er flog nicht frei wie ein Vogel, der selbst die Route und die Richtung wählte, er war wie ein Stück Papier, das im Wind flatterte. Er hatte im gedacht, er sei ehrlich, weil er immer erklärt hatte, wer er war, doch in Wirklichkeit war das die Treue zu seiner Rolle, die er sich selber ausgesucht hatte, die Treue zu einer Maske.“ (Seite 391)

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Gewaltig, gefühlvoll und zärtlich … ein literarisches Denkmal

Frankfurter Verlagsanstalt
Fester Einband
699 Seiten
Erscheinungsdatum:
01.03.2014
Preis: 24,90 €
ISBN: 9783627002039

Klappentext
Sie nennen ihn „Diamanten Eddie“, Juwelen und Pelze sind sein Spezialgebiet. Stets elegant gekleidet, charmant und intelligent, ist Edward Kray gern gesehen an den Spieltischen der Stadt und feiert großzügig jeden gelungenen Coup. Er reist quer durch Europa, nach Frankreich, Belgien, Holland und Griechenland, macht keine Pläne, spart nichts-ein Leben im Jetzt.
Doch in seinen Träumen kehren die dunklen Bilder der Vergangenheit zurück: 1939 verliert der fünfzehnjährige Edward beim ersten Fliegerangriff der Deutschen auf das südostpolnische Zamość seine Familie und gerät in die Hände der Gestapo. Als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt, verbringt er sechs Jahre in Arbeits- und Straflagern und bleibt nach Kriegsende dennoch im Land.
Im zerstörten Deutschland lernt er die lebenshungrige Marianne kennen und wird zwischen den Verheißungen des Wirtschaftswunders, dem Chaos und der Neuordnung der Nachkriegszeit zum erfolgreichen Hehler und Dieb.

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Erzählt wird das Leben von Eddie in zwei Erzählsträngen. Abwechseln lernt der Leser den Eddie während der Gefangenschaft kennen und den, der im Jetzt lebt. Es wird sehr ausführlich über die Zeit währen des Krieges berichtet. Eine Zeit, in der Eddie mehr als einmal stirbt. Nachdem der Krieg zu Ende ist, bleibt er in dem Land, dessen Menschen ihn so sehr gefoltert haben. Aber sein Lebenswille und sein Lebenshunger sind so groß, dass er versucht zu vergessen. Das gelingt ein wenig, doch irgendwann holt ihn die Vergangenheit ein und er droht daran zu zerbrechen …

Die Lebensgeschichte des Edward Kray hat mich nicht mehr losgelassen. Einmal eingetaucht in diese Welt war ich erschüttert was Edward und Millionen andere Menschen während des Krieges erdulden und erleiden mussten. An vielen Stellen, vor allem denen der Lagerbeschreibungen hatte ich Tränen in den Augen und mich gefragt, wie muss Sabine Kray empfunden haben, als sie von der Lebens- und Leidensgeschichte ihres Großvater erfahren hat?

Dieser Roman ist ein erschütterndes Stück Zeitgeschichte. Ein literarisches Denkmal der Enkelin an ihren Großvater … gewaltig, gefühlvoll und zärtlich …

Danke liebe Sabine Kray, dass ich daran teilhaben konnte … ♥

 

5 von 5 Sternen

Die erste und die letzte Liebe

Diana
Fester Einband
224 Seiten
Erscheinungsdatum:
06.03.2017
Preis: 17,99 €
ISBN: 9783453291911

Klappentext
Beinahe wären sie einander nie begegnet: Marcel, der den Sternenhimmel liebt, und Marguerite, die nur dem Tag Schönheit abgewinnen kann. Er, für den nur die Freiheit zählt, und sie, die ausnahmslos allen Regeln folgt. Doch dann verlieren beide ihre langjährigen Partner. An diesem Wendepunkt in ihrem Leben treffen sie aufeinander und stellen überrascht fest, dass sie über die gleichen Dinge lachen. Wagen sie es auch, noch einmal zu lieben?

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„Der Vormund war ihr entrissen worden, fortan würde sie lernen müssen, ohne ihn auszukommen. Schritt für Schritt. Nur ein Teller auf dem Tisch, ein Löffel, eine Gabel, ein Messer, ein Glas, nur eine Serviette im silbernen Serviettenring und ganz alleine im großen Esszimmer.“ (Seite 26)

Marguerite ist 78 Jahre alt, als ihr Mann Henri stirbt. Das Paar war 55 Jahre verheiratet. Doch die Ehe war eine sehr distanzierte. Das Paar hat sich nach wie vor gesiezt und körperliche Nähe gab es selten. Dennoch haben sie einen Sohn. Frédéric. Henri ein angesehener Anwalt hat sich immer um alles gekümmert, Marguerite war das schmückende Beiwerk. Nun ist Henri tot und Marguerite was nicht wie sie das Leben ohne ihn meistern soll, da sie sich nie um die alltäglichen Dinge kümmern durfte. Doch dann tritt Marcel in ihr Leben …

Dabei sehnt sie sich nach Leichtigkeit und ein wenig Verrücktheit, wollte drei Schokoladen-Éclairs hintereinander verputzen, ohne Schirm durch den Regen spazieren. Sie sinniert über all das, was sie nie getan hat. Nun ist sie frei. Aber es ist zu spät.“ (Seite 48)

Anders bei Marcel. Er hat seine große Jugendliebe geheiratet. Nora. Beide sind glücklich und genießen ihre  Zweisamkeit. Dann passiert dieser dumme Badeunfall und Nora kommt ums Leben. Für Marcel bricht eine Welt zusammen und er droht an diesem Verlust zu zerbrechen. Doch dann tritt Marguerite in sein Leben …

„Er weigert sich Schlafmittel zu nehmen. Er möchte nicht betäubt werden. Solange es wehtut, ist sie da. Wenn er im Morgengrauen endlich einschläft, träumt er von ihren Küssen. Beim Aufwachen bricht die unerträgliche Wirklichkeit mit voller Wucht über ihn herein. Sie und er: miteinander verschlungene Fäden eines wertvollen Stoffs, der früher Tag für Tag weitergewoben wurde. Mit einem einzigen Hieb durchtrennt. Nicht mehr zu flicken.“ (Seite 57/58)

Marguerite und Marcel treffen in einem Thermalbad aufeinander. Die beiden nähern sich an, was den Kindern der Beiden gar nicht gefällt. Frédéric, Marguerites Sohn und eine Kopie seines Vaters kann nicht verstehen woher diese plötzliche Lebenslust seiner Mutter kommt. Er verlangt von ihr sich so zu benehmen, wie in der gemeinsamen Zeit mit dem Vater. Doch Marguerites Sehnsucht nach Leben und Leidenschaft ist geweckt und so ignoriert sie die Vorschriften und Vorwürfe des Sohnes. Und auch Marcel ignoriert die Bedenken der Familie um mit Marguerite ein neues Leben zu beginnen.

Sie lacht noch mehr, und ihn überrascht dieses Lachen eines kleinen Mädchens im Körper einer alten Dame.“ (Seite 86)
„Das Leben kann bisweilen zauberhaft und zart sein, auch das hatte sie zuvor nicht gewusst.“ (Seite 120)

Ich habe es geliebt, dieses Buch zu lesen. Am Anfang habe ich Marguerite nicht verstanden wie sie einen wie Henri heiraten und lieben konnte. Im Verlauf der Geschichte ist mir klar geworden, dass sie am Anfang geglaubt hat, dass es Liebe sei. Als Henri dann tot war, war es so berührend zu lesen wie Marguerite ihr verkrustetes Leben aufbricht. Wie ein Raupe, die aus ihrem Kokon schlüpft.

Die Autorin hat mit sehr viel Gefühl geschrieben. Das merkt man ganz besonders an der Stelle, als Marcel seien große Liebe Nora verliert. Das ist so intensiv, dass ich Marcels Schmerz spüren konnte.

Überhaupt ist diese ganze Geschichte einfach hervorragend. In einer Zeit in der wir immer älter werden, ist es ein Thema darüber nachzudenken wie man weiter leben möchte wenn der Partner stirbt. Darf man sich mit über 70 noch einmal verlieben? Oder gibt es nur einmal die große Liebe? Und ist es „schicklich“ im hohen Alter noch an Sexualität zu denken und diese auch zu haben? Lambert greift unter anderem dieses Thema auf und setzt es wundervoll um.

Die Geschichte von Marguerite und Marcel ist eine Geschichte die das Herz wärmt … ist wie heiße Milch mit Honig … wie Sonnenstrahlen, die die Haut kitzeln … einfach nur bezaubernd und sollte unbedingt gelesen werden. ♥♥♥

„Dieser Mann versetzt sie in Aufruhr. Wird sie seine Erwartungen erfüllen können? Wie lautet die Gebrauchsanweisung für die Liebe, wenn man nicht einmal mehr auf einen Stuhl steigen und eine Glühbirne wechseln kann? Männer werden reifer, Frauen älter.“ (Seite 203)

 

5 von 5 Sternen

… aus „Ist das jetzt schon Liebe?“ von Christina Beuther

Aufbau TB
Flexibler Einband
240 Seiten
Erscheinungsdatum:
17.06.2016
Preis: 9,99 €
ISBN: 9783746632254

Juli wusste inzwischen, dass Ria sie geliebt hatte. Sie empfand ihrer Mutter gegenüber keinen Groll mehr, und trotzdem spürte sie leise noch immer das schwere Gefühl, alleingelassen worden zu sein, selbst wenn sie Ria inzwischen verstand, denn auch sie hatte diese Weite des Horizont irgendwann nicht mehr als Freiheit empfunden, sondern als trügerisches Versprechen, als Leinwand einer Zukunft, die sie beklommen zurück ließ. Auch Juli war gegangen, als sie die Möglichkeit dazu gehabt hatte.“ (Seite 10)

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Sollte sie das Haus also verkaufen müssen? Das Haus ihrer Urgroßeltern. Ihrer Großmutter. Ihrer Mutter. Ihr Haus? Als sie gestern das Haus betrat, hatte sie das Gefühl, es würde sich eine weiche Decke um sie legen, gewebt aus Momenten, Begebenheiten, Gefühlen und Geschichten, die sie beschützte und geborgen umschloss. Die Mauern des Hauses erzählten von der Vergangenheit. Die Wände atmeten gelebte Tage, und in den Fenstern spiegelten sich bunte Stunden. Das Haus war der Schauplatz ihrer aller Familiengeschichte, Was würde bleiben?“ (Seite 39)

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„Es ist gut, Flügel zu haben, die die eigenen Gedanken in die Welt tragen. Aber was sind wir letztendlich ohne unsere Wurzeln? Wir treiben orientierungslos im Wind, auf der Suche nach einem Ort, der uns aufnimmt und an dem wir wirklich zu Hause sind. Und doch scheinen wir unfähig, irgendwo anzukommen und uns zu verankern, denn unsere Flügel wollen weiterfliegen. Die eigene Herkunft, das, was man mit auf den Weg bekommen hat, glauben ignorieren zu müssen, um sich im Gegenwurf zu verwirklichen, ist vertane Zeit.“ (Seite 107)

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„Das Leben will riskiert werden. Es ist ein Wunder, das sich ungeduldig und rastlos auf der Suche nach etwas Unbestimmten nicht entfalten kann, das jedoch, wenn man achtsam und bei sich ihm leise, geduldig und voller Vertrauen die Hand hinhält, sichtbar wird als all das, was man ist, was einen ausmacht und was man in sich trägt, und das Raum gibt, für die Menschen, die wir lieben und die uns lieben.“ (Seite 108/ 109)

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Tolles Debüt!!!

Hoffmann und Campe
Flexibler Einband
288 Seiten
Erscheinungsdatum:
17.03.2017
Preis: 16,00 €
ISBN: 9783455000092

 

Klappentext
Luc Verlain liebt gutes Essen, Frauen und sein sorgenfreies Leben in Paris. Doch als sein Vater schwer erkrankt und niemand weiß, wie lange der Austernfischer noch zu leben hat, lässt Luc sich versetzen. Ausgerechnet nach Bordeaux in die Regien Aquitaine, von wo er als junger Polizist geflohen war. Und schon kurz nach seiner Ankunft erschüttert ein Mord die Gegend: Ein Mädchen liegt erschlagen am Strand. Schnell wird ein Tatverdächtiger festgenommen, doch die Bewohner des Heimatdorfs der Toten vertrauen der Polizei nicht und nehmen die Sache selbst in die Hand. Lucs Ermittlungen führen an die Strände und in die Weinberge der Region und zurück nach Paris, immer an seiner Seite: seine Kollegin Anouk, deren Charme er nur schwer widerstehen kann …

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                                                                                                                                                    Ruppichteroth, 17.03.2017

Lieber Alexander,

vor ein paar Wochen zog ein Päckchen bei mir ein. Als ich es öffnete war ich erst einmal ein wenig sprachlos, dachte nur … och nö … ich lese doch keine Krimis. Als ich dann die beigelegte Karte aus der Aquitaine las war ich wirklich vollkommen sprachlos … was nicht so oft passiert 🙂

An dieser Stelle muss ich jetzt mal kurz die Mädels von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit  bei Hoffmann und Campe erwähnen. Ich bin immer wieder überrascht was ihr euch alles so einfallen lasst. Chapeau und merci  ♥♥♥

Zurück zur Postkarte. Sie war von keinem geringeren als Dir lieber Alexander. Mit ein paar lieben Grüßen in den Rhein-Sieg-Kreis und ein paar persönlichen Sätzen zur Erfüllung meines Traumes (wer hat Dir das denn geflüstert 🙂 )wünscht Du mir viel Spaß mit Comissaiere Luc.

Huch, jetzt war ich schon ein wenig „gebauchpinselt“. DER Alexander Oetker schreibt mir (!!!)  … und mindestens noch 100 anderen Leser*innen/ Blogger*innen  … eine Postkarte . Ich hab dann angefangen in Deinem Buch zu blättern. Als ich auf der letzten Seite Dein „Merci“ gelesen habe, war ich gerührt. Ich liebe Nachwörter in Büchern. Sie geben dem ganzen eine sehr persönliche Note. Natürlich bin ich dann sofort auf www.lucverlain.de gegangen. Die Seite von Luc und seinem Aquitaine  ist sehr schön und hat mich dann wirklich neugierig gemacht.

Tja, was soll ich sagen, ich habe angefangen, den ersten (!!!) Krimi meines Lebens (im zarten Alter von 53 Jahren) zu lesen.

Schon nach den ersten 50 Seiten war ich verliebt in die Aquitaine. Deine Beschreibungen von der Landschaft und dem Flair lässt mich glauben ich sei vor Ort. Luc mag ich von Anfang und ich kann ihn mir sehr gut vorstellen. Froh war ich, als Du sein kleines Geheimnis um Hélène am Ende auch lüftest. Ich hatte befürchtet, dass ich die Aufklärung erst im nächsten Buch bekomme.

Die Such nach dem Mörder war von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend. Ich hatte natürlich auch zwei „Hauptverdächtige“, doch leider war der Mörder ein anderer. Erst kurz vor Schluss ahnte ich wer es ist. Super gemacht. An manchen Stellen habe ich auch gelacht. Zum Beispiel als Luc das erste Mal auf Etexberria (wird x geschrieben aber sch gesprochen) *ggg* Ich muss dazu anmerken, ich habe das Buch abends im Bett gelesen und dann eben versucht den Namen laut auszusprechen. Mein Mann fragte mich nach dem zehnten Versuch was ich denn da mache …
Aus Deinem Lebenslauf und der Bemerkung auf der vorletzten Seite Deines Buches weiß ich, dass Frankreich Dein Herzensland ist, und Du sehr viel Anteil an den Dingen die dort geschehen nimmst. Die lässt Du auch ein wenig in die Geschichte um Luc einfließen, ohne dass es „aufdringlich“ wird. Dinge wie die Anschläge auf Charlie Hebdo und dem Rassismus in diesem Land.

So, nun werde ich diesen Brief langsam schließen … Ich bin keine Krimiexpertin, doch ich kann sagen, ich habe Dein Buch, die Geschichte um Luc sehr gerne gelesen. Mich hat das Land und das „Savoir-vivre“ sehr angesprochen und dank Deiner wundervollen Beschreibung konnte ich für eine kurze Zeit an diesem wunderbaren Ort verweilen.

Ein wirklich tolles Debüt!!!

Ich weiß, Du arbeitest bereist an einer Fortsetzung und darauf freue ich mich jetzt schon. Vielleicht verschlägt es Dich einmal in den Rhein-Sieg-Kreis zu einer Lesung im Büchergarten … wer weiß …

Nun ist es Zeit Abschied zu nehmen …
Merci pour tout …
Drück Dich …
Angelika

P.S.: Ich wünsche Deinem Buch gaaaaaanz viele Leser!!!

5 von 5 Sternen

Neulich in der Buchhandlung … #7

 

Ihr Lieben,

es wird mal wieder Zeit ein wenig aus meinem buchhändlerischen Alltag zu erzählen. 🙂

Am Montag Nachmittag kommt ein Kunde in den Laden. Es ist ein Stammkunde. Er schaut mich ernst an und sagt dann: „Ich muss Ihnen sagen, mein Leben hat ohne Sie keinen Sinn.“ Ich schaue ihn an, denken was hat er denn für ein Problem und überlege wie ich reagieren soll … schaue verlegen im Laden herum und sehe auf die Eingangstür … ich stutzte und plötzlich wird mir alles klar … grinse den Kunden an und sage: Danke! 🙂

Was war passiert? Am Montag Morgen habe ich eine Lieferung Bücher bekommen. Vom Diogenes Verlag. Und wer kennt sie nicht, die wundervollen Sprüche vom Verlag, die es auf Karten, Tüten und Plakate gedruckt gibt. Es gibt unter anderem einen Lieblingsspruch, den ich als Plakat bekommen habe. Dieses Plakat habe ich dann am Montag Vormittag in die Eingangstür gehängt. Allerdings habe ich nicht mit dieser Reaktion gerechnet. Dieser Herr am Nachmittag war nicht der einzige Kunde/ die einzige Kundin an diesem Tag, die mir versicherten, dass ihr Leben ohne mich keinen Sinn hätte. Ach ist das schön ♥♥♥ Danke an den Diogenes Verlag für die tollen Plakate und an meine lieben Kunden*innen … Danke das es Sie/ Euch gibt … mein Leben ohne Euch hätte keinen Sinn ♥♥♥

Eure Angelika ♥