Leben und Leiden der Siebenbürgen

 

Pendo Gebundene Ausgabe 480 Seiten Erscheinungsdatum: 15.09.2014 Preis: 19,99 € ISBN: 9783866123748

Pendo
Fester Einband
480 Seiten
Erscheinungsdatum: 15.09.2014
Preis: 19,99 €
ISBN: 9783866123748

Klappentext
Frieda Telling ist solide verheiratet, Mutter einer erwachsenen Tochter und mit 49 Jahren auf dem Höhepunkt ihrer Karriere als Astronomin. Ihre Leidenschaft gilt der Suche nach einer zweiten Erde. Doch am Tag der Verlobung ihrer Tochter ändert sich alles, denn Aline läuft vor ein Auto und fällt ins Koma. Offenbar hat das Geschenk von Friedas Mutter Aline völlig verstört: ein zerrissenes rotes Halstuch. Kann ein Stück Stoff so viel Macht haben? Gab es eine geheime Liebe im Leben von Friedas Mutter? Friedas Suche nach der anderen Hälfte des Halstuchs und seinem Besitzer führt sie in die Vergangenheit und schließlich nach Siebenbürgen. Doch die Spur verliert sich im Jahr 1948 in einem sowjetischen Gefangenlager. Und der Mann, der Frieda helfen kann, berührt sie vielmehr, als ihr lieb ist.

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Zuerst möchte ich etwas zur Gestaltung des Buches sagen. Leider sieht man heute nur noch sehr wenig schön gestaltete Bücher. Dieses Buch macht eine Ausnahme. Die wunderschönen Mohnblumen, die man auf dem Cover hinten und vorne sehen kann, sind auch im inneren des Buches wiederzufinden. Jeweils auf den ersten beiden Seiten und den letzten beiden Seiten. Das macht das Buch schon zu etwas besonderem. Hinzu kommt, dass zu Beginn jeden Kapitels eine Mohnblume gezeichnet ist. Mir gefällt das ausgesprochen gut, macht das ganze Buch zu etwas besonderem. Und nicht zu vergessen das Lesebändchen. Wenn die Verlage nur wüssten wie glücklich sie Leser machen, wenn ihre Bücher Lesebändchen haben …

Henny lebt in einem Pflegeheim weil sie Dement ist und sie immer mehr in ihre eigene Welt abdriftet. Sie ist aber gerade in letzter Zeit sehr unruhig, hat sie doch bemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt. Aline bekommt von Henny zur Verlobung eine kleine Kiste mit einem roten Halstuch. Als Aline dies sieht ist sie entsetzt. Doch bevor sie klärende Fragen stellen kann, verunglückt sie und fällt ins Koma. Frieda steht vor einem Rätsel. Was ist mit Henny los und warum war Aline so entsetzt? Sie macht sich auf die Such nach der Lösung und kommt dabei an ihre eigenen Grenzen. Sie als absolute Realistin glaubt nicht an Liebe und Schicksal, muss sich aber doch eines anderen belehren lassen. Je tiefer sie in die Vergangenheit reist, desto mehr muss sie auf sich und ihr Bauchgefühl hören. Und am Ende ist alles ganz anders …

Die Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Allein der Prolog um Henny (Friedas Mutter und Alines Großmutter) hat mich dermaßen neugierig gemacht, dass ich dieses Buch kaum beiseitelegen konnte. Dieser Roman ist sehr vielschichtig. Es geht um die Liebe zwischen einem Romantiker und einer Realistin, um Vergangenheit und Gegenwart, um Glück und Schicksal … doch der Focus des Romans liegt in der Geschichte der „Siebenbürgen“ … ihr Leben und Leiden in Rumänien und dann später in Deutschland.

4 von 5 Sternen

Wie man im Alter leben könnte …

Berlin Verlag Fester Einband 336 Seiten Erscheinungsdatum: 13.10.2014 Preis: 19,99 € ISBN: 9783827011893

Berlin Verlag
Fester Einband
336 Seiten
Erscheinungsdatum: 13.10.2014
Preis: 19,99 €
ISBN: 9783827011893

Klappentext
Renée ist 45, als sie ihren Mann verliert. Plötzlich sieht sie sich allein in ihrem über 300 m2 großen Kreuzberger Zimmer-Labyrinth, denn ihre Kinder gehen längst eigene Wege. In den Wochen der Trauer reift in Renée der Plan, die übergroße Eigentumswohnung doch nicht zu verkaufen, sondern stattdessen mit alten Freunden eine Wohngemeinschaft zu gründen – das Versprechen auf eine Zukunft, in der man nicht einsam, sondern gemeinsam älter und alt werden kann. Eine Wunschkonstellation hat sie im Kopf, aber passen diese Menschen wirklich zusammen: ihre Sandkastenliebe Michael, ein Arzt der Bücher liebt; das ungleiche Paar Anne und Pavel, von denen die eine als Bundestagsabgeordnete beruflich durchstartet, während der andere mit seiner Midlife-Crisis kämpft; sowie der schon pensionierte Musiklehrer und Jazzliebhaber Wilfried? Nach zwei gemeinsamen Test-Urlaubswochen in einem Haus in der Uckermark stürzen sie sich in das Wagnis und stellen fest, dass man zwar viel planen kann, das Leben am Ende aber immer andere Geschichten schreibt.

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Mich hat dieses Buch interessiert, weil mein Mann und ich auch schon mehrfach darüber nachgedacht haben im Alter eine solche WG zu gründen oder mitzumachen. Daher war ich sehr gespannt was mich in diesem Buch erwartet. Sicherlich ist es eine fiktive Geschichte, daher war ich für mich umso mehr überrascht, woran man alles denken muss. Dinge an die ich im Leben nicht gedacht hätte, die aber für einen geregelten Tagesablauf wichtig sind, etwa wie … essen alle gemeinsam zu einer bestimmten Uhrzeit … ein Kühlschrank mit Lebensmittel für alle, oder hat jeder seinen eigenen … eine Waschmine für alle, bei der jedoch es Waschpläne gibt … und und und … Dinge die für mich jetzt vollkommen „normal“ sind müssen durchgeplant werden. Tja und dann natürlich auch die Menschen mit denen man zusammen ziehen möchte wichtig. Passt man zusammen, stimmt die Chemie? Das muss ja bei jedem der Bewohner passen, und seien wir ehrlich, schon im „normalen“ Leben hat man es mit dem ein oder anderen Freund/ Freundin etwas schwerer. Und dann, ja dann muss man sich auch der Frage stellen … was passiert, wenn jemand krank wird? Schwer krank. Bin ich dann als Mitbewohner bereit den kranken Menschen zu pflegen? Keine leichte Antwort, denn auch darüber habe ich mir bisher keinen wirklichen Gedanken gemacht …

Dies alles hat aber die Autorin Katja Altenhoven hervorragend in ihrem Buch verarbeitet. Mit Humor aber auch Ernsthaftigkeit geht sie das Thema Leben im Alter an. Ich habe oft gelacht über Dinge die mir so banal erschienen und geweint, wenn es hart auf hart ging.

Ein wichtiges Thema unserer Zeit: „Wie möchte ich im Alter leben“. Ein tolles Buch, das dieses Thema klasse umsetzt.

4 von 5 Sternen