Kurz & Knapp … September 2018

Ich komme mit von Angelika Waldis

Vita und Lazy kennen sich eigentlich schon ein Leben lang. Vita zog vor 42 Jahren als junge Mutter in das Haus in der Torstraße 6. Der Sohn ist mittlerweile aus dem Haus und ihr Mann verstorben. Lazy ist 21, Student und nennt Vita wie alle anderen Bewohner, die Alte von oben. Lazy ist jung und frei, leibt seine Freundin und das Leben. Als seiner Freundin ihn verlässt und er zudem noch schwer erkrankt, wird Vita plötzlich zu einer Art von Freundin. Sie kümmert sich und weicht Lazy nicht mehr von der Seite.

Eine Freundschaft zwischen Lazy und Vita bahnt sich an. Ungewöhnlich? Eher nicht. Beide haben niemanden, der sich um sie kümmert oder sich für sie interessiert. Lazy wurde von seiner Freundin verlassen und zum Vater gibt es keinen Kontakt. Vitas Mann lebt nicht mehr und der Sohn lebt im fernen Amerika und kommt nur alle Jubeljahre die Mutter besuchen. Somit ist es dann nicht ungewöhnlich, dass Lazy und Vita zueinander finden.

Fazit: Eine nette Geschichte, die zeigt, dass Familie nicht immer Blutsverwandte sein müssen. Nachhinten raus, wird die Geschichte dann aber doch ein wenig konstruiert.

(Wunderraum, ISBN: 9783336547975, Preis: 20,00 Euro)

 

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Putzfrau bei den Beatles von Birgit Rabisch

Vier Freunde, alle in die Jahre gekommen leben in ihrer persönlichen „Yellow Submarine“. Da wundert es nicht, dass sie sich John, George, Paul und Ringo nennen. Jana, eine junge Frau, ist auf der Suche nach einem Job, um etwas Geld zu verdienen, da sie an ihrem ersten großen Buch schreibt. Sie landet bei den vieren als Putzfrau und erfährt vieles aus deren Leben. Eines Tages taucht ein kleiner Junge auf und behauptet der Enkel von Paul sei. Die Beatles sind schwer geschockt, vor allem Paul, der keine Ahnung von einer Tochter hatte.

Natürlich geht es in diesem Buch nicht um die wirklichen Beatles, sondern um eine Gruppe Männer, die in dieser Zeit aufgewachsen sind. Sie lieben die Musik der Beatles und hatten als Jugendliche auch eine eigne Band. Neben der Musik der Beatles und dem Leben der vier Männer nimmt sich Rabisch vielen aktuellen Themen unserer Zeit an … Generationenkonflikte, Politik in Amerika … um nur zwei von vielen zu nennen. Leider waren mir das dann zu viele, da alles irgendwie nur angedeutet und nicht richtig ausgearbeitet wurde. Sehr schade!

Fazit: Ein weiteres Buch von Birgit Rabisch, dass ich gerne gelesen habe, mich aber nicht wirklich überzeugen konnte. Die anderen beiden Vorgängerbücher fand ich wesentlich stärker!

(duotincta, ISBN: 9783946086307, Preis: 15,00 Euro)

 

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Zehntelbrüder von Ruth Cera

Mich hat ein auf den ersten Blick sehr verworrenes Familienkonstrukt. Da ist erst einmal sein Halbbruder, und dann noch seine beiden Stiefbrüder. Aber da sind auch noch die beiden Töchter seines Vaters und dessen zweiten Ehefrau. Seine Mutter ist irgendwann abgetaucht und keiner weiß wo sie steckt. Da ist Micha elf. Er wächst zunächst bei seinem Stiefvater auf, und dann später bei einer weiteren Exfrau seines Stiefvaters. Und so wird sein Familienkonstrukt immer verworrener.

Cera erzählt hier eine sehr spannende Familienkonstellation. Die zeigt, dass man nicht Blutsverwand sein muss, um Familie zu sein. Am Anfang hatte ich leichte Schwierigkeiten alle Protagonisten auseinander zu halten bzw. einzugliedern wer wohin gehört. Doch irgendwann hatte ich den Dreh raus. Obwohl Micha sehr „verwaist“ aufwächst, meist auf sich allein gestellt ist, ist er scheinbar der einzige in dieser Familienkonstellation, der seinen Weg findet und geht. Micha ist derjenige, der sich immer wieder um seine vielen Geschwister und deren Belange kümmert.

Fazit: Mir hat dieses Buch sehr gefallen. Was mir nicht gefiel war die kleine Schrift und die minimalen Zeilenabstände in der Taschenbuchausgabe. Das hat das Lesevergnügen ein wenig gemildert.

(Frankfurter Verlagsanstalt, ISBN: 9783627002510, Preis: 14,00 Euro)

 

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Abenteuer Kind

Verlag duotincta GbR Flexibler Einband  206 Seiten Erscheinungsdatum: 18.10.2016 Preis: 14,95 € ISBN: 9783946086222

Verlag duotincta GbR
Flexibler Einband
206 Seiten
Erscheinungsdatum:
18.10.2016
Preis: 14,95 €
ISBN: 9783946086222

Rückentext
Mutter und Tochter – eine oft konfliktreiche Beziehung, die seit der Antike nicht nur in der Literatur für Sprengstoff sorgt. Die Beziehung zwischen Lena und Ariane ist geprägt von der Unfähigkeit, sich in die Welt der jeweils anderen einzufühlen. Vieles bleibt unausgesprochen, beide lügen sich an und fühlen sich missverstanden im Labyrinth der gegenseitigen Täuschungen.
Die Mutter Lena, eine ehemalige feministische Bestsellerautorin, lebt vereinsamt in ihrer großen Villa. Die Tochter Ariane fühlt sich als Kind von ihrer Mutter vernachlässigt und als leicht erkennbare Figur ihrer Romane bloßgestellt. Ariane arbeitet als Verhaltensforscherin über „Lügen und Tricksen unter Raben“.
Mutter und Tochter erzählen von einer gemeinsamen Vergangenheit, die völlig unterschiedlich erlebt wurde und immer mehr auch ein Porträt des aktuellen Konfliktes zwischen der Generation 68 und ihren pragmatischen Erben wird. Dabei vermengen sich gelebte Leben und literarische Fiktion, während die Gegenwart das Gespinst aus vermeintlichen Gewissheiten nach und nach zerstört wird.

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Lena ist eine bekannte Bestseller Autorin.  Unter einem Pseudonym schreibt sie die ersten Bücher als Feministin und Frauenrechtlerin. Ihre Protagonistin lebt ein Leben ohne Mann. Sie will jedoch Kinder und entschließt sich für eine künstliche Befruchtung ohne den Namen des Samenspenders zu kennen. Im wahren Leben sieht es bei Lena ähnlich aus. Sie liebt ihr Leben ohne Mann. Und um authentisch über eine Schwangerschaft, Geburt und Leben mit einem Kind zu schreiben, bekommt sie Ariane. Ariane spürt schnell, dass es der Mutter immer in erster Linie um ihre Protagonistin geht. Daher fühlt sich Ariane ungeliebt und ungewollt. Immer öfter flieht sie in der Jugend zu ihrem „Onkel“. Über den Namen ihres Vaters erfährt sie nichts. Mutter und Tochter entfremden sich immer mehr.

Diese Geschichte geht unter die Haut. An vielen Stellen hat es mich ganz schön wütend gemacht, wie verantwortungslos Lena handelt. So zum Bespiel, als sie beschließt ein Kind zu bekommen, nur damit sie weiß, wie es sich für ihre Protagonistin anfühlt, ein Kind zu bekommen. Als dann Ariane da ist, merkt Lena schnell, dass Ariane nicht so „bequem“ zu handhaben ist wie die Tochter der Protagonistin. Aber auch andere Stellen machen mich einfach sauer. Für mich ist und blieb Lena eine egoistische Person, die sich wenig Gedanken um ihr Kind gemacht hat. Erst als sie alt und der Erfolg nicht mehr da ist, merkt sie plötzlich wie einsam sie ist und sucht die Nähe zur Tochter. Doch der Zug ist abgefahren. Die beiden haben sich nichts mehr zu sagen.

Ariane versucht von Kindesbeinen an ein selbstständiges Leben zu führen. Holt sich ihre Liebe bei den Tieren, vorzugsweise den Raben. Sie hat sich der Wissenschaft verschrieben. Für Ariane ist es klar, dass sie anders als ihre Mutter sein möchte. Und so heiratet sie ihre Liebe und bekommt ein Kind. Sie startet einen letzten Versuch, sich doch noch ihrer Mutter anzunähern. Doch auch dieser misslingt.

Dieses Buch von Birgit Rabisch ist genauso so, wie ich es von ihr erwartet habe.  Klar, sachlich ohne große Schnörkel erzählt sie eine Mutter-Tochter- Beziehung wie es sie zu tausenden gibt. Voller Konflikte und Missverständnisse, die allerdings in dieser Geschichte kein gutes Ende findet. Die beiden sind nicht fähig ihre Konflikte zu kommunizieren. Manchmal hätte ich die beiden am liebsten geschüttelt und ihnen gesagt sie sollten endlich mal reden. Aber nein, das schaffen sie nicht. Jede hat ihrer eigenen Sicht auf die Dinge und denkt sie sei im Recht bzw. ihre Sicht sei die richtige.

Ein offenes und ehrliches Buch über  die Konflikte zwischen Müttern und Töchtern. Ein Buch, das unter die Haut geht und der Botschaft … redet miteinander!

5 von 5 Sternen

 

Ein kleiner Jahresrückblick …

 

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Hallo Ihr Lieben,

eigentlich bin ich kein Freund von Jahresrückblicken oder gar Vorausblicken. Denn wie heißt es so schön … ett kütt wie ett kütt …

Heute jedoch möchte ich die ruhige Zeit im Laden mal nutzen, um einen kleinen Rückblick zu starten. Mein erstes volles Jahr im Büchergarten neigt sich dem Ende. Es war ein Jahr mit tollen, verrückten, schönen und überraschenden Ereignissen. Dieses Jahr haben wir im Büchergarten das erste Mal mit den Schulen den „Welttag des Buches“ gefeiert. Insgesamt waren 125 Kinder in der Buchhandlung und haben sich von mir etwas zur Entstehung von Büchern erzählen lassen und anschließend bekam jedes Kind sein Buch zum „Welttag des Buches“. Das war so schön und wir werden es 2017 wieder machen und hoffen, dass sich noch mehr Schulen anmelden. Die Anmeldefrist für die Schulen läuft noch bis zum 31. Januar 2017 auf http://www.welttag-des-buches.de/ . Dann gab es noch die Lesetütenaktion … auch diese werden wir in 2017 wiederholen. Und dann waren da noch all die kleinen Geschichten in der Buchhandlung, die ich versuche immer wieder aufzuschreiben um sie Euch zu erzählen. Zwei sind mir in besonderer Erinnerung geblieben. Die Geschichte mit „meinem Frosch“ und die Geschichte mit „meinem jüngsten Kunden“. Übrigens von Fröschlis Besitzerin und Fröschli selber habe ich zu Weihnachten eine wunderschöne selbstgemachte Weihnachtskarte bekommen. ♥♥♥

Besonders schöne und unterhaltsame Stunden habe ich mit den Damen des Lesekreis verbracht. Wir haben dieses Jahr viele tolle Bücher gelesen, waren bei einigen Büchern ganz unterschiedlicher Meinung, doch gerade die Diskussionen darüber waren sehr anregend und interssant.

Dann waren da all die tollen Veranstaltungen/ Lesungen mit wundervollen Autoren*innen. Angefangen mit Christoph Poschenrieder/ Februar, dann Michaela Grünig/ März, Veronika Peters/ April, Christina Beuther/ Juni, Birgit Rabisch/ September, Hans Georgi/ Oktober, Reinhard Wagner/ November und Torsten Woywod/ Dezember. Es waren wundervolle Lesungen und Abende mit Euch. DANKE!!!

Bei all der Euphorie gibt es auch etwas trauriges … mein Blog. Irgendwie schaff ich es nicht, vor allem im November und Dezember, regelmäßig zu bloggen. Ich muss noch stark an meinem Zeitmanagement arbeiten. Liebe Follower habt ein bisschen Nachsicht mit mir. Ich werde versuchen es 2017 besser zu machen.

Nun bleiben nicht mehr viele Stunden und 2016 wird vorbei sein. Die schönen Stunden und Begegnungen in diesem Jahr werden jedoch für immer in meinem Herzen bleiben. An dieser Stelle ein dickes DANKE an alle … meine lieben Kunden*innen in und um Ruppichteroth herum, den Frauen aus dem Lesekreis, den tollen Autoren*innen die hier waren und die noch kommen werden, den Verlage die mich als Buchhändlerin und Bloggerin unterstützen, den Followern und all den lieben Menschen, die im Hintergrund mich immer und immer wieder motivieren und bestätigen in dem was ich mache. DANKE dass es Euch gibt. ♥♥♥

 

Wir sehen uns …

Eure Angelika