Rückblick & Einblick … Januar 2020

 

Hallo Ihr Lieben,

in diesem Jahr wird es ein paar kleine Änderungen geben. Wie bei vielen von euch, ist auch meine Lese- und Lebenszeit sehr begrenzt. Deshalb werde ich mich nicht mehr mit Büchern aufhalten, die mich nach ca. 100 Seiten nicht packen. Sie werden rigoros abgebrochen, nicht besprochen, weder kurz noch lang, vielleicht gibt es eine kurze Erwähnung. Somit fällt die Kategorie „Kurz & Knapp“ weg. Unter der neuen Rubrik „Rückblick & Einblick“ erzähle ich euch von meinen gelesenen Büchern und dem was ich ansonsten so gemacht habe.

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Rückblick

Der Januar ist ein ruhiger Monat im Buchhandel. Nachdem das Weihnachtssortiment eingelagert wurde, die Silvesterdeko ebenfalls, ist Anfang Januar das große Räumen und putzen angesagt. Aber damit ist man in so einer „kleinen“ Buchhandlung schnell durch. Somit bleibt viel Zeit für Bücher. Ich habe im Januar 8 Bücher gelesen. Zwei davon waren schon echte Highlights in diesem Monat, zwei totale Flops und der Rest war unterhaltsam.

Highlight waren das neue Buch von Isabelle Autissier „Klara vergessen“  aus dem Mare Verlag (erscheint am 04.02.2020) und das Debüt von Katya Apekina „Je tiefer das Wasser“ aus dem Suhrkamp Verlag (erscheint am 17.02.2020). Zu beiden Büchern wird es eine ausführliche Rezension geben. Hier nur kurz warum die beiden ein Highlight waren.

Auf den neuen Autissier habe ich mich sehr gefreut, hatte jedoch Angst, dass meine Erwartungen viel zu hoch sind, nachdem mich „Herz auf Eis“ so begeistert hatte. In „Klara vergessen“ geht es um eine Familiengeschichte die in der Zeit der ehemaligen UdSSR beginnt und in der Jetztzeit endet. Das Ganze ist so spannend, emotional, realistisch und brutal beschrieben. Sie schildert die Geschichte einer Frau, die zu KGB Zeiten inhaftiert wird, wie ihre Familien damit umgeht und welche Auswirkungen dies alles auf die weitere Generationen hat. Hier hat Autissier wieder einmal ihr ganzes Können gezeigt. Chapeau!

Das Debüt von Apekina hat mich echt umgehauen. Auch sie erzählt eine Familiengeschichte. Doch eine ganz andere. Die Mutter versucht sich umzubringen, landet in einer Klinik, die Kinder kommen zum Vater, den sie nie wirklich kennen gelernt haben, da er die Familie kurz nach der Geburt des zweiten Kindes verließ. Apekina erzählt eine Geschichte über die Suche nach Liebe und Anmerkung, und zeigt dabei ein Szenario auf, das mich erschüttert hat. Auch hier kann ich nur Chapeau sagen!

Zu den Flops gehören „Der Freund“ von Sigrid Nunez aus dem Aufbau Verlag und „Nix passiert“ von Kathrin Weißling aus dem Ullstein Verlag. Die beiden habe ich abgebrochen. Leute …. beide Bücher waren so zäh und langweilig, dass ich irgendwann einfach nicht mehr weiter lesen wollte. In „Nix passiert“ jammert ein junger Mann rum. Kann nicht verstehen warum seine Freundin ihn verlassen hat. Kehrt zu Mama zurück und jammert da weiter. Das war mir dann irgendwann zu viel. In „Der Freund“ verarbeitet eine Frau den Verlust ihres besten Freundes. Ich frage mich nur wo das auf all den Seiten statt gefunden hat. Auch hier passiert alles mögliche, nur nicht das was im Klappentext beschreiben steht. Nein danke …

Zu den restlichen Büchern gibt es Rezensionen, bis auf Alex Oetkers Buch. Hier habe ich keine geschrieben. Ich mag seine Krimis sehr, da sie nicht so blutig sind, und dennoch sehr spannend. Auch der neuste Fall um Luke Verlain war wieder mega spannend, begleitet von guten Weinen und ebenso gutem Essen. Am Ende gab es dann eine große Überraschung! Hier die Rezensionslinks zu „Die Kakerlake“ von Ian McEwan aud dem Diogenes Verlag, „Geteilt durch zwei“ von Barbara Kunrath erschienen bei Ullstein und „Goldkind“ von Claire Adam aus dem Hoffmann & Campe Verlag.

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Einblick

Die letzten Monate in 2019 waren ja nicht so wirklich meine. Ihr habt es ja gelesen. Im neuen Jahr möchte ich versuchen die Zeit intensiver zu nutzen, zu genießen, zu leben … Das ist erst einmal gar nicht so einfach, und ich werde sicherlich sehr oft in alte Muster zurück fallen, dennoch möchte ich es versuchen. Natürlich sind das nicht weltbewegende Dinge und für euch vielleicht völlig normal und alltäglich, und nicht alles was ich mach habe ich sonst nicht auch schon gemacht. Doch es ist mir bei all dem wichtig, das Ganze wirklich bewusst zu erleben und nicht mal eben zwischendurch oder weil man es halt so macht.

Ende des Monats haben wir uns eine kleine Auszeit gegönnt und waren in Bütgenbach. Das leigt kurz hinter der deutschen Grenze in Belgien. Von dort ist es nicht weit in das Hohe Venn. (Ja, es heißt das Hohe Venn). Auf der FB Seite von Angelika liest gibt es Bilder. Leute, da ist es soooo schön. Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann fahrt einmal dort hin. Obwohl wir Winter haben, ist die Landschaft im Hochmoor einfach unglaublich schön. Ich hänge euch noch ein paar Bilder unten dran.

Eure Angelika ♥♥♥

 

 

 

Geteilt durch zwei von Barbara Kunrath

Ullstein Verlag
Flexibler Einband
399 Seiten
Erscheinungsdatum:
Januar 2020
ISBN: 9783548060491
Preis: 10,00 Euro

Klappentext

Nadja Kleman ist glücklich. Sie hat einen fürsorglichen Mann und eine erwachsene Tochter. Nie hat es ihr an etwas gemangelt, schon gar nicht an Liebe. Und doch ist da diese Lücke in ihrem Leben, die sich so schwer beschreiben oder gar begreifen lässt. Es ist eine Stimme im Radio, die Nadjas überschaubares Leben von heute auf morgen durcheinanderbringt. Eine Stimme, die klingt wie ihre eigene. Und wie die ihrer Tochter Lena. Nadja recherchiert: Die Frau aus dem Radio heißt Pia Abrecht. Wie sich bald herausstellt, redet sie nicht nur mit gleicher Stimme, sondern sieht Nadja auch noch zum Verwechseln ähnlich. Pia ist Nadjas Zwilling.

Nach der ersten überwältigenden Freude ergeben sich für beide Schwestern viele neue, teils drängende Fragen. Gemeinsam machen sie sich auf die Reise in die Vergangenheit, nach der nichts mehr so sein wird, wie es einmal war …

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Nadja ist einundvierzig, als sie erfährt, dass sie eine Zwillingsschwester hat. Sicherlich hatte sie schon immer das Gefühl, dass etwas fehlt im Leben. Jetzt hat sie die Bestätigung. Die beiden Mädchen wurde in unterschiedliche Familien zur Adoption gegeben. Als Nadja ihr Ziehmutter nach ihrer leiblichen Mutter befragt, stößt sie auf eine Wand des Schweigens. Auch Pia fragt ihr Ziehmutter nach der leiblichen. Von ihrer Tante, die gleichzeitig ihre Ziehmutter und die Schwester ihrer verstorbenen leiblichen Mutter ist, bekommt sie einige wenige Details zum Tod der Mutter und zu ihrer Adoption. Doch als Nadja und Pia tiefer graben und nachhaken, stoßen sie auf Widersprüche. Also machen sich die Beiden auf die Suche nach der Wahrheit und nach dem Vater, der noch lebt …

Dies ist mein zweites Buch, welches ich von Barbara Kunrath lese. Mir hat die Geschichte gut gefallen, obwohl ich sie am Anfang etwas langatmig fand. Doch irgendwann kam die Stelle, an der in Rückblicken die Toten und die Lebenden die Geschichte der Zwillinge … die Geburt, die Adoption, dem Tod der Mutter und das Verbleiben des Vaters … erzählen. Dabei gibt es immer wieder erstaunliche Wendungen, bis zum Schluss.

Kunrath erzählt eine emotionale Geschichte über Adoption, Lügen, Sehnsucht, Schuld, Schicksal und Träume.