„Ursprung“ von Eva Tind

Mare Verlag, Fester Einband, ISBN: 9783866486478, Preis: 25,00 €, Hier kaufen:

Kai liebt Miriam über alles. Miriam liebt Kai, doch ihre Kunst liebt sie mehr. Die beiden bekommen ein Kind und kurz nach der Geburt geht Miriam, um nur noch für ihre Kunst zu leben. Kai zieht Sui, so heißt die gemeinsame Tochter, alleine groß. Als Sui flügge wird und zu Hause auszieht, stürzt das Kai in eine Krise. Er reist nach Indien um Kraft und neuen Sinn zu finden.

Da Sui ihre Mutter kaum kennt, reist sie zu ihr. Miriam lebt schon seit Jahren in einem einsamen Waldgebiet, um dort an einem großen Kunstprojekt zu arbeiten. Doch die Begegnung mit ihrer Mutter verläuft anders als sich Sui das erhofft hat. Sie reist weiter auf die koreanische Insel Marado und hofft dort Antworten zu ihren Wurzeln zu finden.

Am Anfang hat mich das Buch ein wenig traurig und wütend zugleich gemacht. Miriam und ihr Egoismus sind mir so auf die Nerven gegangen. Doch je weiter ich in die Geschichte eingetaucht bin, desto mehr hat mich die ganze Geschichte fasziniert. Sie wird aus der Perspektive jedes einzelnen erzählt.

Kais Suchen und Finden, nach neuen Ansätzen für sein Leben ohne Sui; Miriams Kunstprojekt, welches ein Lebensprojekt wird für das sie bis zum Tod alles gibt; und schließlich Suis Suche nach ihren Wurzeln/ Identität machen das Buch zu etwas besonderem.

Jede Geschichte für sich ist einzigartig und alle zusammen ein wundervolles Buch über das Suchen und Finden der eigenen Identität in verschiedenen Lebensphasen.

„Heute beissen die Fische nicht“ von Ina Westman

mareverlag, Fester Einband, 256 Seiten, Preis: 22,00 Euro, ISBN: 9783866486454, Hier kaufen:

Klappentext

Eine Familie verbringt ihren Sommer auf einer abgelegenen Insel im finnischen Schärengarten. Vater, Mutter, Kind – Joel, Emma und Fanni: Die Idylle könnte perfekt sein. Doch Emma, die Fotojournalistin ist und häufig in Krisengebieten unterwegs, wird von heftigen Kopfschmerzattacken und Halluzinationen geplagt: Treibt dort aus dem Nebel wirklich ein verlassenes Boot auf sie zu? Und sitzt da vorne auf dem Stein tatsächlich eine dunkelhäutige Frau und blickt aufs Meer? Oder sind es nur Erinnerungsfetzen an ein vergangenes Geschehen, das Emma bis in ihr Sommerrefugium verfolgt und droht, sie von sich selbst und ihren Liebsten zu entfremden?

∗∗∗∗∗

Emma und ihre Familie verbringen den Sommer auf einer finnischen Insel. Emma wurde gerade operiert. Am Kopf. Ein schlimme Verletzung. Woher und wie sie entstanden ist? Emma kann sich nicht erinnern. Nicht wirklich, aber Nacht für Nacht und sogar am Tag steigen Erinnerungsfetzen in ihr hoch. Doch die sind so furchteinflößend, dass Emma denkt sie wird verrückt. Sie verschließt sich immer mehr und redet kaum noch mit ihrer Familie, aus Angst vor dem was sie erlebt hat.

Joel weiß nicht, wie er mit der Krise seiner Frau umgehen soll. Er hat keine Ahnung von dem was sie in ihrem Job erlebt hat. Die beiden sprechen/ sprachen nie darüber. Jetzt wünscht er sich, sie hätten öfter darüber gesprochen, dann hätte er vielleicht jetzt einen Zugang zu ihr.

Fanni versteht nicht, was mit ihrer Mutter passiert, und warum diese sie entweder von sich stößt oder sie umklammert und keine Sekunde aus den Augen lässt. Auch ihr Vater kann es ihr nicht erklären. So wendet sie sich immer wieder an ihren Großvater und führt mit ihm ihre Gespräche.

„Später dachte ich, dass damals wohl mein Schweigen begann. Von da an ließ ich auch andere Dinge unerwähnt, zuerst Erlebnisse von meinen Dienstreisen, Dinge, die in meine Träume vordrangen, die wachsenden Beklemmungen, die Hoffnungslosigkeit, die gegenüber der Hoffnung immer mehr Raum gewann. Den Zweifel an unserer Beziehung, den Zweifel, der von Anfang an da gewesen und eigentlich nie weggegangen war. Den Wunsch, ein Kind zu haben, den Wunsch kein Kind zu haben.“ (Seite 107/ 108)

Dieses Buch ist dunkel, melancholisch zuweilen sehr traurig und an vielen Stellen schrecklich. Dunkel und melancholisch, weil die Stimmung der Protagonisten an keiner Stelle fröhlich ist. Alle sind traurig, suchen nach Erklärung und hängen ihren Gefühlen und Gedanken nach. Traurig und schrecklich sind die Erinnerungsfetzen von Emma … Menschen die fliehen, Boote auf dem Wasser, Tote im Meer, Krieg, Rassismus, Verfolgung … Wirklich an vielen Stellen keine leichte Kost, und doch hat mich dieses Buch sehr berührt, da die Autorin mit diesen Themen sehr behutsam in Emmas Erinnerung umgeht, und mir als Leser wieder einmal mehr bewusst wird, was Journalisten bzw. Menschen in Krisengebieten sehen und erleben. Und dieses Geschehnisse auch ihre Spuren bei jedem Einzelnen hinterlassen. Spuren die keiner sieht oder ahnt, einen Menschen aber verändern …

 

 

„Klara vergessen“ von Isabelle Autissier

mare
Fester Einband
304 Seiten
Erscheinungsdatum:
04.02.2020
ISBN: 9783866486270
Preis: 24,00 Euro

Klappentext

Murmansk, nördlich des Polarkreises. Zum ersten Mal kehrt Juri, der längst als Ornithologe in Nordamerika lebt, in seine Heimat zurück. Sein Vater Rubin liegt im Sterben, lediglich das Rätsel um Juris Großmutter Klara – eine Wissenschaftlerin zur Zeit Stalins, die vor den Augen des damals vierjährigen Rubin verhaftet wurde – hält ihn am Leben. Klaras Verschwinden und eine Jugend voller Entbehrungen haben aus Rubin einen unerbittlichen Fischer und hartherzigen Vater gemacht, der seinen ungeliebten Sohn nun in einem letzten Aufeinandertreffen um Hilfe bittet: Er soll herausfinden, was mit Klara passiert ist. Und schließlich stößt Juri auf eine Wahrheit, die ihm vor Augen führt, wie eng alle drei Schicksale – sein eigenes, Klaras und Rubins – miteinander verknüpft sind …

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„Behaupte dich, schlag zu, geh drauflos! Das waren seine immer gleichen Worte, als er jung war. Juri konnte sich nicht vorstellen, dass sein Vater ihn um Frieden bat, einen letzten Segen.“ (Seite 19)

 „An guten Tagen war es mit dem Training ausgestanden. An schlechten zerrte Rubin, wenn er mitten in der Nacht mit glasigem Blick und lallend nach Hause kam, den Jungen aus dem Bett, weil er vergessen hatte, dass der die Prüfung schon hinter sich hatte. Diese zusätzliche Lektion artete in Geschrei und Gürtelschläge aus. Am nächsten Tag würde das ganze Haus wissen, dass Juri gezüchtigt worden war, und darüber lachen, wie unsicher er auf seinen schmerzenden Beinen stand.“ (Seite 66)

 Juri ist 46 Jahre alt, Ornithologe und lebt seit 26 Jahren in New York. Damals ist er geflohen … aus seinem Land, der UdSSR und vor seiner Familie bzw. seinem Vater. Er hat ein gutes Leben in New York. Und jetzt ist da plötzlich dieser Brief der ehemaligen Nachbarin, die ihn bittet in die Heimat zurück zu kommen, da sein Vater im Sterben liegt und den Sohn noch einmal sehen möchte. Juri ist hin und her gerissen. Was will sein Vater von ihm? Absolution für das was er Juri angetan hat?

Er ringt sich durch und reist in seine alte Heimat, nach Murmansk. Am Sterbebett des Vaters hört er vom letzten Wunsch seines Vater … Juri soll die Wahrheit über das Verschwinden von Klara heraus finden. Klara, eine renommierte Wissenschaftlerin, ist Juris Großmutter und Rubins Mutter. Als Rubin 6 Jahre alt war, wurde die Mutter vor seinen Augen wegen Spionage verhaftet und man hörte nie wieder etwas von ihr.

Nur widerwillig erklärt sich Juri bereit nach Klara und der Wahrheit zu forschen, in der Hoffnung so mehr über die geheime Familiengeschichte zu erfahren. Einer Geschichte, die das Leben der Protagonisten nach Klaras Verhaftung drastisch verändert hat…

„Sie setzte die Tasse ab und rieb nervös die Hände aneinander. Sie senkte den Kopf, um zu vermeiden, die Akte anzusehen, als sei sie verhext. Siebzig Jahre später war die Angst immer noch da. Das MGB gab es nicht mehr, ebenso wenig den KGB, aber die Schatten lagen noch immer bedrohlich über allem.“ (Seite 145)

In wechselnden Kapitel erzählen Juri und Rubin aus ihrem Leben. Ich erfahre wie es Rubin ergeht, nachdem die Mutter fort ist. Er wächst bei einem schwachen Vater auf und findet später Stärke und Halt in seiner Arbeit als Kapitän eines sowjetischen Fischtrawlers. Als sein Sohn Juri geboren wird, will er seinem Sohn von Anfang an zu einem starken Mann heranziehen, anders als sein Vater. Doch Juri ist eher der weiche Typ. Irgendwann flieht Juri vor seinem Vater und seiner Heimat. Beide leben in einer Zeit und in einem Land, in der man vorsichtig sein muss mit dem was man sagt und tut. Überall wird man denunziert, verraten, angeklagt und/ oder verschwindet im Nirgendwo.

Das Buch erzählt aber nicht nur die Lebensgeschichte der beiden, nein, sie erzählt auch von Suche nach Klara, und das dies nicht einfach ist, weil Akten verschwunden sind oder Teile davon geschwärzt wurden. Und deshalb ist es um so spannender, als im letzten Drittel dann Klara zu Wort kommt und ihre Geschichte erzählt, wie es zu all dem gekommen ist und was aus ihr wurde …

„Binnen weniger Stunden war Juri zum Sohn eines Mörders und Enkel eines Verräters geworden. Obwohl er wusste, dass dies keine vererbbaren Charaktereigenschaften waren, fragte er sich, welche Rolle die Abstammung spielte. Hatte auch Klara ein Verbrechen begannen, oder war sie eine echte Spionin gewesen? (Seite 155)

Ich habe mich sehr auf den neuen Autissier gefreut und doch hatte ich auch gleichzeitig Angst. Wird der neue Roman genauso gut sein wie „Herz auf Eis“, ein Roman, der mir die Füße unter dem Boden weggerissen hat, weil er so intensiv war, so unglaublich anders … Aber meine Angst war unbegründet. Schon nach wenigen Seiten hat mich Autissiers Erzählweise gepackt. Was sie über Juris und Rubins Leben erzählt, von der Zeit Stalins, dem Gulag … einfach unglaublich packend, zuweilen aber auch wie in ihrem ersten Buch sehr intensiv und erschütternd.

„Klara vergessen“ ist ein Roman der Genrationen. Er zeigt was mit einer Familie passieren kann, wenn das Gefüge aus dem Gleichgewicht gerät. Mit der Verhaftung Klaras wegen Spionage , wird aus Rubin der Sohn einer Volksverräterin und brutaler Vater, was auch Auswirkungen auf Juris Leben hat.

Neben der Geschichte um Juris Familie habe ich aber auch sehr viel über die stalinistische Zeit erfahren. Unter anderem auch wie mit Menschen umgegangen wurde, die sich nicht dem Regime unterworfen haben und im Gulag gelandet sind.

„Wie die meisten seiner Landsleute hatte Juri sich nie Näher mit dem Gulag beschäftigt. Jetzt wo seine eigene Familie einen Platz in der Geschichte einnahm, wurde er zum Spezialisten. Die Faszination, die für ihn von der erbarmungslosen Maschinerie ausging, war ebenso groß wie sein Entsetzen über das erschütternde Schicksal seiner Großmutter. Beim Durchforsten der Vergangenheit suchte er auch ein wenig sich selbst, denjenigen, der ebenso Antons Zaghaftigkeit wie Klaras Aufsässigkeit geerbt hatte. Hätten diese beiden Menschen nicht zu jener Zeit gelebt, wäre Rubin und auch sein eigenes Leben anders verlaufen. Dieser Gedanke quälte ihn.“ (Seite 241)

Wieder hat Autissier einen außergewöhnlichen Roman geschrieben. Anders als „Herz auf Eis“, aber genauso intensiv und zärtlich wie auch erschütternd und brutal. Unbedingt lesen!

Danke Isabelle Autissier für diese außergewöhnliche Art zu schreiben, die jedes Leserherz höher schlagen lässt. ♥♥♥

Rückblick & Einblick … Januar 2020

 

Hallo Ihr Lieben,

in diesem Jahr wird es ein paar kleine Änderungen geben. Wie bei vielen von euch, ist auch meine Lese- und Lebenszeit sehr begrenzt. Deshalb werde ich mich nicht mehr mit Büchern aufhalten, die mich nach ca. 100 Seiten nicht packen. Sie werden rigoros abgebrochen, nicht besprochen, weder kurz noch lang, vielleicht gibt es eine kurze Erwähnung. Somit fällt die Kategorie „Kurz & Knapp“ weg. Unter der neuen Rubrik „Rückblick & Einblick“ erzähle ich euch von meinen gelesenen Büchern und dem was ich ansonsten so gemacht habe.

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Rückblick

Der Januar ist ein ruhiger Monat im Buchhandel. Nachdem das Weihnachtssortiment eingelagert wurde, die Silvesterdeko ebenfalls, ist Anfang Januar das große Räumen und putzen angesagt. Aber damit ist man in so einer „kleinen“ Buchhandlung schnell durch. Somit bleibt viel Zeit für Bücher. Ich habe im Januar 8 Bücher gelesen. Zwei davon waren schon echte Highlights in diesem Monat, zwei totale Flops und der Rest war unterhaltsam.

Highlight waren das neue Buch von Isabelle Autissier „Klara vergessen“  aus dem Mare Verlag (erscheint am 04.02.2020) und das Debüt von Katya Apekina „Je tiefer das Wasser“ aus dem Suhrkamp Verlag (erscheint am 17.02.2020). Zu beiden Büchern wird es eine ausführliche Rezension geben. Hier nur kurz warum die beiden ein Highlight waren.

Auf den neuen Autissier habe ich mich sehr gefreut, hatte jedoch Angst, dass meine Erwartungen viel zu hoch sind, nachdem mich „Herz auf Eis“ so begeistert hatte. In „Klara vergessen“ geht es um eine Familiengeschichte die in der Zeit der ehemaligen UdSSR beginnt und in der Jetztzeit endet. Das Ganze ist so spannend, emotional, realistisch und brutal beschrieben. Sie schildert die Geschichte einer Frau, die zu KGB Zeiten inhaftiert wird, wie ihre Familien damit umgeht und welche Auswirkungen dies alles auf die weitere Generationen hat. Hier hat Autissier wieder einmal ihr ganzes Können gezeigt. Chapeau!

Das Debüt von Apekina hat mich echt umgehauen. Auch sie erzählt eine Familiengeschichte. Doch eine ganz andere. Die Mutter versucht sich umzubringen, landet in einer Klinik, die Kinder kommen zum Vater, den sie nie wirklich kennen gelernt haben, da er die Familie kurz nach der Geburt des zweiten Kindes verließ. Apekina erzählt eine Geschichte über die Suche nach Liebe und Anmerkung, und zeigt dabei ein Szenario auf, das mich erschüttert hat. Auch hier kann ich nur Chapeau sagen!

Zu den Flops gehören „Der Freund“ von Sigrid Nunez aus dem Aufbau Verlag und „Nix passiert“ von Kathrin Weißling aus dem Ullstein Verlag. Die beiden habe ich abgebrochen. Leute …. beide Bücher waren so zäh und langweilig, dass ich irgendwann einfach nicht mehr weiter lesen wollte. In „Nix passiert“ jammert ein junger Mann rum. Kann nicht verstehen warum seine Freundin ihn verlassen hat. Kehrt zu Mama zurück und jammert da weiter. Das war mir dann irgendwann zu viel. In „Der Freund“ verarbeitet eine Frau den Verlust ihres besten Freundes. Ich frage mich nur wo das auf all den Seiten statt gefunden hat. Auch hier passiert alles mögliche, nur nicht das was im Klappentext beschreiben steht. Nein danke …

Zu den restlichen Büchern gibt es Rezensionen, bis auf Alex Oetkers Buch. Hier habe ich keine geschrieben. Ich mag seine Krimis sehr, da sie nicht so blutig sind, und dennoch sehr spannend. Auch der neuste Fall um Luke Verlain war wieder mega spannend, begleitet von guten Weinen und ebenso gutem Essen. Am Ende gab es dann eine große Überraschung! Hier die Rezensionslinks zu „Die Kakerlake“ von Ian McEwan aud dem Diogenes Verlag, „Geteilt durch zwei“ von Barbara Kunrath erschienen bei Ullstein und „Goldkind“ von Claire Adam aus dem Hoffmann & Campe Verlag.

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Einblick

Die letzten Monate in 2019 waren ja nicht so wirklich meine. Ihr habt es ja gelesen. Im neuen Jahr möchte ich versuchen die Zeit intensiver zu nutzen, zu genießen, zu leben … Das ist erst einmal gar nicht so einfach, und ich werde sicherlich sehr oft in alte Muster zurück fallen, dennoch möchte ich es versuchen. Natürlich sind das nicht weltbewegende Dinge und für euch vielleicht völlig normal und alltäglich, und nicht alles was ich mach habe ich sonst nicht auch schon gemacht. Doch es ist mir bei all dem wichtig, das Ganze wirklich bewusst zu erleben und nicht mal eben zwischendurch oder weil man es halt so macht.

Ende des Monats haben wir uns eine kleine Auszeit gegönnt und waren in Bütgenbach. Das leigt kurz hinter der deutschen Grenze in Belgien. Von dort ist es nicht weit in das Hohe Venn. (Ja, es heißt das Hohe Venn). Auf der FB Seite von Angelika liest gibt es Bilder. Leute, da ist es soooo schön. Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann fahrt einmal dort hin. Obwohl wir Winter haben, ist die Landschaft im Hochmoor einfach unglaublich schön. Ich hänge euch noch ein paar Bilder unten dran.

Eure Angelika ♥♥♥

 

 

 

… aus „Dinge, die vom Himmel fallen“ von Selja Ahava

Mare Verlag
Fester Einband
208 Seiten
Erscheinungsdatum:
14.02.2017
Preis: 20,00 €
ISBN: 9783866482425

„Ich denke viel über die Zeit nach. Ich habe graue Zellen im Gehirn, wie Hercule Poirot. Mit denen denke ich darüber nach, wie die Zeit vergeht und Wunden heilen. Die Erwachsenen sagen, die Zeit heilt alle Wunden, und damit ist gemeint, dass die Zeit vergeht und sich deswegen alles, was passiert in Gedanken verwandelt und man sich immer schlechter daran erinnern kann. Wenn man sich dann nur noch ganz schlecht erinnert, ist die Wunde verheilt.
(…)
Also sitze ich auf der Rückbank und sage „Nichts“ und denke an die heilende Kraft der Zeit und beschließe, mich sicherheitshalber jeden Tag an meine Mutter zu erinnern, bevor die Zeit zu viel heilt.“ (Seite 10/ 11)

∗∗∗

„Mal kommt der Weltuntergang, mal bricht schlagartig das Paradies aus. Mal stirbt jemand so unbemerkt, dass man es gar nicht kapiert. Vielleicht versucht so eine Person dann, als Gespenst wiederzukehren und seine unfertigen Geschichten weiterzuerzählen. Obwohl sie eigentlich einfach nur fortgehen sollte. Am Straßenrand und das Auto davonfahren lassen. Sich in Schwarz-Weiß verwandeln. Kleiner werden und die Zeitform ändern.“ (Seite 202)

∗∗∗

„Die Welt geht weiter. Nichts ist klar, aber die Zeit heilt alle Wunden, und der Mensch vergisst. (…) Dinge passieren. Gleichzeitig, zur falschen Zeit, zu verschiedenen Zeiten, an den falschen Orten.“ (Seite 203)

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Zur Rezension geht es hier!

Psychothriller der Emotionen

Mare Verlag
Fester Einband
224 Seiten
Erscheinungsdatum:
07.03.2017
Preis: 22,00
ISBN: 9783866482562

Klappentext
Sie sind jung und verliebt und haben alles, was sie brauchen. Aber ihr Pariser Leben langweilt sie. Also nehmen Louise und Ludovic ein Sabbatjahr und umsegeln die Welt. Bei einem Ausflug auf eine unbewohnte Insel vor Kap Hoorn reißt ein Sturm ihre Jacht und damit jegliche Verbindung zur Außenwelt mit sich fort. Was als kleiner Ausbruch aus dem Alltag moderner Großstädter gedacht war, wird zum existenziellen Kampf gegen Hunger und Kälte. Nicht weniger aufreibend ist das psychologische Drama, das sich zwischen den Partnern entspinnt. Wer trägt die Schuld an der Misere? Wer behält die Nerven und trifft die richtigen Entscheidungen? Und was wird aus der Liebe, wenn es ums nackte Überleben geht?

∗∗∗∗∗

„Ludovic versucht, nicht ungeduldig zu klingen, aber sie geht ihm auf die Nerven mit ihren ständigen Sorgen. Hätte er auf sie gehört, wären sie jetzt nicht hier, majestätisch, vollkommen allein am Ende der Welt. Sie hätten das Schiff nicht gekauft und diese grandiose Reise gar nicht angetreten.“ (Seite 8)

Ludovic ist ein hipper Typ mit einem betuchten Elternhaus. Er liebt Partys, Frauen und das Leben.

Louise ist das genaue Gegenteil. Unscheinbar, die Tochter eines einfachen Kaufmannes und interessiert sich nur fürs Bergsteigen.

Eines Tages treffen die Beiden aufeinander und verlieben sich ineinander. Nach einem halben Jahr ziehen sie zusammen. Aber Ludovic ist ein unruhiger Typ, der das Leben spüren muss. Er hat das Leben in der Stadt satt, will die Welt umsegeln, will etwas erleben. Nach viele Gesprächen und unterschiedlichsten Argumenten schafft Ludovic es, dass Louise zustimmt und mit ihm ein Sabbatjahr einlegt, um die Welt zu umsegeln.

„Keiner kommentiert die Situation. Sie bewegen sich, das wissen beide, auf vermintem Gebiet, wo sie leicht in Streit geraten können: sie, die Vorsichtige, er, der Impulsive.“ (Seite 16)

Ein Freund hatte ihnen von dieser Insel und den tollen Gletschern erzählt. Obwohl diese unter Naturschutz steht und nicht betreten werden darf, machen sie auf ihrer Reise einen Abstecher dort hin. Während sie auf einem Berg rumkraxeln verschlechtert sich das Wetter und Louise mahnt zur Rückkehr. Doch wieder einmal gelingt es Ludovic Louises Bedenken zu zerstreuen. Plötzlich kippt das Wetter und ihnen bleibt nur eine Höhle, um sich vor dem Unwetter zu schützen. Als das Unwetter vorbei ist, bemerken sie, dass ihr Boot nicht mehr da ist. Sie sind auf der Insel gestrandet. Was jetzt? Der pure Überlebenskampf beginnt …

„Die Stille ist ein Nicht-Geräusch, wie Nicht-Existenz, die sie leben. Wie ein Albtraum, in dem alles verschwunden ist.“ (Seite 111)

Was für ein Hammer Buch!!! Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.

Schon nach den ersten Seiten hat die Geschichte mich gepackt, denn man ist von Anfang an mitten im Geschehen. Louise und Ludovic sind auf diese Insel gestrandet. Es geht ums Überleben. Und dieses Überleben schildert Autissier in einer Art und Weise, die mich zeitweise an meine emotionale Grenze gebracht hat. Ich bin schockiert, betroffen, angeekelt  und kann dennoch nicht aufhören zu lesen. Autissiers Stil ist klar, ohne Schnörkel. Sie verschont mich nicht, beschönigt nichts und dramatisiert nichts … und damit zieht sich mich in den Bann des Buches. Mit jeder Seite hoffe ich auf Rettung und denke schlimmer kann es nicht mehr kommen, doch es kommt noch schlimmer. Denn es geht um zwei Menschen, die um ihr Überleben kämpfen. Es geht um die Frage, wie weit geht der einzelne, um zu überleben?

„Die Angst hat das Allerwichtigste zerstört: ihre Gefühle, ihre Menschlichkeit.“ (Seite 113)

Dieses Buch ist definitiv eines der intensivsten Bücher, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Ich bin immer noch voller Emotionen, wenn ich an die Geschichte denke.

„Herz auf Eis“ ein ganz außergewöhnliches und intensives Buch.

Chapeau Isabelle Autissier!

 

5 von 5 Sternen und Favoritenstatus

Manchmal …

Mare Verlag Fester Einband  208 Seiten  Erscheinungsdatum: 14.02.2017  Preis: 20,00 € ISBN: 9783866482425

Mare Verlag
Fester Einband
208 Seiten
Erscheinungsdatum:
14.02.2017
Preis: 20,00 €
ISBN: 9783866482425

Klappentext
Sachen gibt es, die gibt es gar nicht. Einen Eisbrocken etwa, der mitten im Sommer vom Himmel stürzt und der achtjährigen Saara auf tragische Weise die Mutter nimmt. Schweren Herzens muss das Mädchen mit ihrem Vater das geliebte Sägemehlhaus verlassen und zu ihrer Tanta Annu ziehen. Doch auch dieser widerfährt wenig später Unglaubliches, als sie zum zweiten Mal im Lotto gewinnt – und vor Schreck in einen dreiwöchigen Dornröschenschlaf fällt. Und während Saara ihren einzigen Vertrauten Hercule Poirot um Hilfe anfleht, schreibt Annu auf der Suche nach Antworten Briefe an einen Fischer in Schottland, der bereits zum vierten Mal vom Blitz getroffen wurde und sein Schicksal dennoch jeden Tag aufs Neue herausfordert.

∗∗∗∗∗

„Ich denke viel über die Zeit nach. Ich habe graue Zellen im Gehirn, wie Hercule Poirot. Mit denen denke ich darüber nach, wie die Zeit vergeht und Wunden heilen. Die Erwachsenen sagen, die Zeit heilt alle Wunden, und damit ist gemeint, dass die Zeit vergeht und sich deswegen alles, was passiert in Gedanken verwandelt und man sich immer schlechter daran erinnern kann. Wenn man sich dann nur noch ganz schlecht erinnert, ist die Wunde verheilt.
(…)
Also sitze ich auf der Rückbank und sage „Nichts“ und denke an die heilende Kraft der Zeit und beschließe, mich sicherheitshalber jeden Tag an meine Mutter zu erinnern, bevor die Zeit zu viel heilt.“ (Seite 10/ 11)

Die Geschichte ist in vier Kapitel unterteilt. Im ersten lerne ich Saara kennen, die gerade auf tragische Weise ihre Mutter verloren hat. Wie, dass erfahre ich zunächst nicht, sondern ich lerne Saara mit all ihrer Trauer und auch Wut kennen. Sie kann nicht verstehen, was passiert ist, denn sie ist erst acht Jahre alt. Ihr Vater ist keine wirkliche Hilfe, da er in seiner eigenen Trauer gefangen ist.  Saara stellt sich viele Fragen, sucht nach einem Warum, einem Halt, irgendetwas das den Verlust der Mutter erklären kann. Doch sie findet nur die Märchen, die ihre Mutter ihr immer erzählt hat. Die bieten ihr Trost und Halt.

Im zweiten Abschnitt geht es um Annu. Saaras Tante, bei der Saara und ihr Vater nach dem Tod der Mutter vorrübergehend leben. Und auch ihr passieren merkwürdige Dinge. Nachdem sie das zweite Mal im Lotto gewonnen hat, fällt sie in einen mehrwöchigen Schlaf. Aber als anders als Saara ist Annu in der Lage sich mit dem Geschehenen auseinander zu setzen, da  sie die Erfahrung eines Erwachsenen hat. Annu findet im Internet einen Mann, dem auch seltsame Dinge zugestoßen sind und schreibt ihm. Es entsteht ein reger Briefwechsel, in dem ich viele kuriose Dinge und Zufälle erfahre.

Dann erzählt die Geschichte Pekkas Leben. Von seiner Liebe zu Saaras Mutter, dem ersten Kennenlernen bis hin zu Saaras Geburt. Doch anders als bei Saara ist er scheinbar schnell über den Tod der Mutter hinweg und heiratet eine andere Frau, die ein Kind von ihm bekommt. Doch auch diese Ehe steht unter keinem guten Stern …

Im letzten Teil geht es wieder um Saara und die Geburt ihrer kleinen Schwester. Es sind ein paar Jahre seit dem Tod der Mutter vergangen. Die „neue“ Familie lebt wieder im „alten“ Haus. Saara stellt sich dem Tod der Mutter in ihren Träumen und scheint langsam deren Tod zu verarbeiten. Und die kleine Schwester wird geboren. Ein Kind das keine große Lebenserwartung hat.

„Mal kommt der Weltuntergang, mal bricht schlagartig das Paradies aus. Mal stirbt jemand so unbemerkt, dass man es gar nicht kapiert. Vielleicht versucht so eine Person dann, als Gespenst wiederzukehren und seine unfertigen Geschichten weiterzuerzählen. Obwohl sie eigentlich einfach nur fortgehen sollte. Am Straßenrand und das Auto davonfahren lassen. Sich in Schwarz-Weiß verwandeln. Kleiner werden und die Zeitform ändern.“ (Seite 202)

Dies ist mein zweites Buch von Ahava, das ich gelesen habe. Daher wusste ich vom sprachlichen Stil her, was mich erwartet. Ahava hat einen ganz eigenen Stil zu schreiben. Trotz anspruchsvollem Thema (Sterben, Tod, Trauer) fühlt man sich beim Lesen auf einer Wolke. Einer Wolke der Leichtigkeit. Ahava greift  immer wieder zu Bildnissen aus Märchen, um  diese schweren Themen „abzuarbeiten“ und lässt so Saara verstehen, was passiert ist.

Auch mag ich wieder die vielen philosophischen Ansätze über das Leben, den Tod und all die Dinge die wir so selbstverständlich nehmen. Aber nichts sollet in unserem Leben selbstverständlich sein. Wir sollten vielmehr die Augenblicke des Lebens genießen, jeden einzelnen, denn das Leben ist nicht berechenbar, es ist nicht endlos, auch wenn es uns manchmal so vorkommt.

Dieses Buch ist anders, dieses Buch ist skurril, dieses Buch ist irre und lässt den einen oder anderen verwirrt zurück. Doch dieses Buch muss man wie das Leben betrachten … neugierig, offen, ehrlich, schonungslos, sentimental, traurig, märchenhaft … einfach wunderschön!

„Die Welt geht weiter. Nichts ist klar, aber die Zeit heilt alle Wunden, und der Mensch vergisst. (…) Dinge passieren. Gleichzeitig, zur falschen Zeit, zu verschiedenen Zeiten, an den falschen Orten.“ (Seite 203)

 

4 von 5 Sternen 

Lebensfragen

Mare Verlag Fester Einband 288 Seiten Erscheinungsdatum: 09.02.2016 Preis: 20,00 € ISBN: 9783866482456

Mare Verlag
Fester Einband
288 Seiten
Erscheinungsdatum:
09.02.2016
Preis: 20,00 €
ISBN: 9783866482456

Klappentext
Es ist eine einzige Einstellung in einem Film, die ihn aufrüttelt: eine kurze Szene am Mont-Saint-Michel, der berühmten Felseninsel im normannischen Wattenmeer. Der Mann, den dieses Bild an eine längst vergessen geglaubte Postkarte erinnert, ist ein Deutscher, der in London lebt, er ist soeben fünfzig geworden und voller Zweifel an seinem Lebensentwurf: Zwar mangelt es ihm nicht an Erfolg, doch er vermisst das Gefühl, der Nachwelt etwas Sichtbares zu hinterlassen – und Nachkommen, die seine Arbeit später schätzen und sich an ihn erinnern könnten. So scheint es kein Zufall, dass gerade jetzt die Erinnerungen an seinen Großvater Jakob Fiedler – den damaligen Absender der Karte vom Mont-Saint-Michel – wach werden, der als einfacher Pflasterer ein die Jahrzehnte überdauerndes Werk geschaffen und seine Familie ernährt hatte. Die Flut der Fragen, die sich dem Enkel mit einem Mal aufdrängen, entfaltet eine ungeahnte Wucht … Bis ihm die Begegnung mit einer jungen Frau aus Litauen die Augen öffnet für eine ganz neue Möglichkeit des Glücks im Hier und Jetzt.

∗∗∗

„Es war, wie wenn nach einem bewegenden Film das Licht angeht und man sich in einem Kinosaal wiederfindet. Es war eine Desillusionierung. Ich deutete sie als Mahnung, mich beim Blick auf die Vergangenheit nicht der Nostalgie hinzugeben, sondern das Erinnern unter Berücksichtigung der größeren Zusammenhänge strategisch anzugehen.“  (Seite 30)

Der Protagonist in dieser Geschichte hat keinen Namen. Er ist gerade fünfzig geworden und zieht eine Bilanz seines Lebens. Dabei stellt er fest, dass er zwar sehr erfolgreich in seinem Beruf ist, doch dass er niemanden hat, mit dem er dies teilen kann. Keine Frau und keine Kinder. Niemand ist da, dem er etwas hinterlassen kann. Doch darauf folgt die weitere Frage … was wenn er jemanden hätte dem er etwas hinterlassen könnte … was wäre es dann. Aus seiner Sicht hat er nicht geschaffen in seinem Leben, was erwähnen wert wäre.
Anders sieht es mit seinem Großvater aus. Durch eine kurze Sequenz in einem Kinofilm erinnert er sich an seinen Gr0ßvater und dem was er großartiges geleistet hat. Kurzerhand beschließt er sich auf die Spuren seines Großvater zu begeben, in der Hoffnung darüber mehr über sich zu erfahren. Und während dieser „Reise“ begegnet er Neringa, die eine andere Sich auf die Dinge des Lebens hat als er.

„Sie kennen keine Schwere, wenn sie tanzen, antwortet sie. Wenn ein Mensch tanzt, wirkt die Trägheit der Materie als Gegenkraft. Die Figuren wissen davon nichts. Die Kraft, die sie emporhebt, ist größer als die Kraft, dies sie an die Erde fesselt. Sie streifen die Erde nur. Und sie müssen sich auch nicht auf festen Boden von den Anstrengungen des Tanzen erholen.
Sie brauchen kein solides Pflaster unter den Füßen, sagte ich.“ (Seite 170)

Ehrlich gesagt reißt mich dieses Buch hin und her. Ich bin fasziniert von der Sprache und der Sprachgewalt dieses Buches. Stefan Moster erzählt seine Geschichte um den namenlosen Protagonisten klar und strukturiert, dennoch schwingt eine gewisse Melancholie zwischen den Zeilen, eine Sehnsucht nach Antworten. Antworten auf die Fragen des Lebens, die sich (auch ich) viele Menschen in der Mitte des Lebens stellen. Wer bin ich, was habe ich erreicht im Leben, wie wird mein Leben weiter gehen. Und jeder geht damit anders um. Die einen suchen immer weiter ohne jemals eine Antwort zu finden, die anderen finden eine  Antwort und wiederum andere brauchen irgendwann keine Antwort, weil sie plötzlich wissen und fühlen was wichtig ist im Leben.

Auf der Suche nach Antworten wird aber auch klar, wie sehr sich Realität und Erinnerungen miteinander vermischen, und dass diese nicht immer übereinstimmen. Das es vorkommen kann, dass man Menschen oder Begebenheiten auf einen „Sockel“ stellt, aber die Realität vollkommen anders war/ ist.

Ich habe mich lange gefragt, warum Mosters Protagonist keinen Namen hat. Vielleicht hat er deshalb keinen Namen, weil es einfach symbolisieren soll, dass er noch nicht seine wahre Identität im Leben gefunden hat, dass er noch auf der Suche ist. Im Pendant dazu schafft Moster eine Frau die Neringa heißt. Neringa ist eine Stadt in der Gemeinde Neringa, in Litauen. Symbolisiert also Heimat/ zu Hause sein. Und in der Tat scheint es so, als würde der namenlose Protagonist am Ende eine Art Heimat bei Neringa finden.

„Ihre Art zu lieben kannte keine Eile, keine Ungeduld, keinen Vorgriff auf die Zukunft und keine Bedingungen. Sie brauchte weder Losungsworte noch Bekenntnisse. Sie liebte, was vorhanden war, den gemeinsam erlebten Moment, den man nicht in Worte fassen musste.“ (Seite 197)

Ich habe dieses Buch gerne gelesen und es hat mir eines wieder einmal klar gemacht … es bringt nichts Vergangenem nachzutrauern … es bringt vielleicht bedingt etwas sich zu grübeln  wie das Leben weiter gehen kann und was ich der Nachwelt hinterlasse … aber da erinnere ich mich an ein Zitat, das ich erst vor ein paar Tagen gelesen habe …

„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden“ (Sören Kierkegaard)

 

4 von 5 Sternen