Neulich in der Buchhandlung … #21

 

Hallo Ihr Lieben

in dieser Woche musste ich sehr lachen. Kinder bemerken und sehen so viel mehr als wir Erwachsene, obwohl manches so offensichtlich zu sehen ist. 🙂

Junge Frau und ein ca. 6-7 jähriges Mädchen betreten die Buchhandlung. Zielstrebig gehen sie in die Kinderbuchecke. Erst einmal lasse ich die beiden stöbern und bekomme mit, dass es sich wohl um Tante und Patenkind handelt. Die Kurze darf sich das erste Mal ein Buch selber aussuchen. Es werden alle möglichen Bücher aus dem Regal gezogen. Bilderbücher, Erstlesebücher … aber irgendwie scheint das alles noch nicht wirklich so das richtige zu sein. Auf einmal tuscheln die Beiden. Neugierig wie ich bin 😉 frage ich was es zu tuscheln gibt. Daraufhin schaut mich die Kurze an und sagt: „Warum gibt es hier so viele Bücher mit Pups.“ Da mussten wir alle ganz furchtbar lachen. Dann habe ich geschaut, und wahrhaftig, da lagen drei Bücher nebeneinander, die allesamt das Wort „Pups“ auf dem Cover stehen hatten. Warum da jetzt drei Bücher mit Pups lagen kann ich auch nicht sagen. Komisch ist das schon. 😀 Für die Kurze war das natürlich mega lustig, da Pups ja ein Wort ist, bzw. eine Sache, über die man gar nicht oder nur leise spricht. Wir haben dann alle drei ganz oft Pups gesagt. Das war wirklich ganz schön pupsig. 🙂

Ich fand das sehr interessant und frage mich, ob das bei den Kinderbuchverlagen gerade so Thema ist. 🙂 Die Kurze hat sich dann für „Prinzessin Zuckerpups“ entschieden. Und da Kids zu ihrem ersten Buch immer ein Lesezeichen geschenkt bekommen, durfte sie sich auch noch ein Lesezeichen aussuchen. Sie hat sich so gefreut.

Soweit von hier, wünsche Euch einen schönen Tag

Eure Angelika ♥

 

Neulich in der Buchhandlung … #19

Hallo Ihr Lieben,

gerade diese Woche erlebt …

Vater und Sohn betreten die Buchhandlung. Der Sohn ist ca. 2-3 Jahre alt. Die beiden waren vor ein paar Tagen schon einmal da und haben Bilderbücher gekauft. Heute möchten die beiden ein Wörterbuch Deutsch-Italienisch abholen, welches der Vater bestellt hat. Ich gebe also das Buch raus und der Kurze sagt:“ Papa, möchte Buch gucken.“ Der Vater gibt es dem Sohn. Wir Erwachsenen quatschen noch ne Runde und der Sohn sitz auf dem Boden und schaut sich das Buch an. Dann gehen die beiden. An der Tür bemerkt der Vater, dass der Sohn das Buch nicht mehr in der Hand hält. Es liegt im Kassenbereich auf dem Boden. Der Vater zu seinem Sohn:“ Das Buch müssen wir aber mitnehmen, das ist bezahlt. Holst du es bitte.“ Der Sohn: „Nein.“ Der Vater:“ Warum nicht?“ Der Sohn:“ Keine Bilder drin.“ Tja, damit war die Sache dann geklärt. Was ist die Essenz dieser Geschichte … Bücher ohne Bilder kommen dem Kurzen nicht ins Haus. 🙂

In diesem Sinne …. schöne Feiertage

Eure Angelika ♥

Neulich in der Buchhandlung … #18

Hallo Ihr Lieben,

heute habe ich einmal ein persönliches Anliegen, bzw. möchte Euch unsere neue Veranstaltung „Spätschicht“ vorstellen.

Vor einiger Zeit habe ich im Radio einen Beitrag aus Schweden gehört. Dort ist es Gang und Gebe, dass sich die Menschen nach Feierabend in den Büchereien des Ortes treffen. Die sind täglich bis 24.00 Uhr geöffnet. Dort treffen sich die Menschen um in Ruhe am PC zu arbeiten, mit Freuden zu plaudern, zu stöbern etc. Der Letzte, der geht, macht das Licht aus. Nun gut, die Skandinavier sind da auch etwas anders gestrickt als wir hier in Deutschland … sie vertrauen einfach darauf, dass niemand etwas mitgehen lässt.

Tolle Sache dachte ich mir, und habe überlegt warum geht das bei uns in Deutschland nicht? Oder so etwas ähnliches zumindest. Gut, ich führe keine öffentliche Bücherei, und PCs an denen man arbeiten könnte habe ich auch nicht. Aber ich führe eine Buchhandlung und somit einen Ort, an dem man sich begegnet und im besten Fall sich auch wohlfühlt. Hinzu kommt, dass auf dem Land die Geschäfte meist um 18.00 Uhr – 18.30 Uhr schließen, bis auf die großen Discounter.

Und so reifte der Gedanke immer weiter und weiter … und schließlich entschied ich mich es zu versuchen …

Ab dem 22. März 2019 wird es einmal im Monat die sogenannte „Spätschicht“ geben. An diesem Tag/ Abend haben wir bis 22.00 Uhr geöffnet. Aber nicht, um Bücher oder sonstiges zu verkaufen, sondern als Treffpunkt … zum plaudern, inne halten, schmökern, stöbern,  austauschen … mit Freunden oder auch alleine.  Natürlich kann man auch Bücher erwerben, aber darauf liegt für mich an diesen Abenden nicht der Fokus. Ich möchte die Buchhandlung an diesen Abenden zu einem Ort der Begegnungen machen.

Na, was haltet Ihr davon? Werden wir uns sehen? Ich würde mich sehr freuen!

Eure Angelika ♥

Neulich in der Buchhandlung … #17

 

Hallo Ihr Lieben,

 

es gibt Tage, da möchte ich laut loslachen, weil das Erlebte so … ja wie soll ich es nennen … kurios, witzig, surreal …. ist. 🙂 Aber lest selbst …

 

Ein junger Mann betritt die Buchhandlung mit einem großen Karton unter dem Arm. Es ist kurz vor Ladenschluss. Er wirkt gestresst … gehetzt. Der junge Mann schmeißt (!) das Paket auf die Ladentheke.

„Können Sie mir das bitte einpacken?“

Ich bin etwas irritiert und antworte:

„Das ist aber kein Buch und auch kein NonBook Artikel den wir führen.“

„Stimmt. Das habe ich nebenan gekauft.“

Ich jetzt noch irritierter:

„Und warum lassen Sie es sich nicht dort verpacken?“

„Sie haben einfach schöneres Geschenkpapier als die von nebenan.“

Tja, was soll man da noch sagen. 🙂 Ich hab das Paket dann verpackt, und währenddessen kam heraus, dass es ein Geschenk für s Freundin ist. Der junge Mann wollte mir dann fürs verpacken 5 Euro geben, doch ich habe abgelehnt und ihm und seiner Freundin, unbekannter Weise, einen schönen Abend gewünscht. Er verließ die Buchhandlung mit einem strahlenden Lächeln.

 

Eure Angelika ♥♥♥

 

Neulich in der Buchhandlung … #13

Hallo Ihr Lieben,

ich hab schon lange nichts mehr aus meinem Leben als Buchhändlerin erzählt. Darum gibt es heute mal wieder eine kleine Geschichte. 🙂

Vor ein paar Tagen kam eine Mutter mit ihrer Tochter in die Buchhandlung. Beide gingen zielstrebig in die Kinderbuchecke. Ich fragte beide, ob ich ihnen weiter helfen könnte. Die Kurze schaute ihre Mutter an, und die sagte leise zu ihr: „Frag doch.“ Daraufhin fragt mich die Kurze: „Hast du Freundebücher? Mit Pferden?“ und strahlt mich mit einer mega Zahnlücke an. Ich antworte: „Leider nicht. Müssen wir bestellen. Sollen wir mal in den Computer gucken?“ Sie nickt. Also gehen wir Richtung Kasse zum Computer um zu schauen. Nun war die Kurze aber wirklich kurz, und sie schaute so gerade über den Tresen drüber und konnte kaum etwas im Computer erkennen. Da hab ich sie kurzerhand hochgehoben und auf die Theke gesetzt. Jetzt konnte sie schauen und grinste mich mit ihrer mega Zahnlücke an. Ich hab ihr dann verschiedene Freundebücher gezeigt und sie hat sich dann eines ausgesucht, welches ich bestellt habe.

Gestern kamen die beiden wieder in den Laden, um das Freundebuch abzuholen. Ich gab es ihr und die Kurze schaute sofort rein. „Na?“, fragte die Mutter, „ist es so wie du es dir vorgestellt hast?“ Die Kurze strahlt, zeigt ihre Zahnlücke und meint: „Das ist das schönste Freundebuch, dass ich je gesehen habe.“

Na, was will ich mehr … Kind glücklich, Mutter glücklich, Buchhändlerin glücklich … seufz

Eure Angelika ♥♥♥

Neulich in der Buchhandlung … #12

Lieber Diogenes Verlag,

seit September 2015 führe ich eine kleine Buchhandlung im beschaulichen Ruppichteroth (Rhein-Sieg-Kreis). Ich mag die Menschen in Ruppichteroth und den Ort auch. Ich bin gerne hier und sehr dankbar, dass ich mir meinen Traum einer eigenen Buchhandlung erfüllen konnte.

Natürlich gibt es auch Tage, an denen ich mich frage warum mache ich das alles, weshalb mache ich keinen Job irgendwo als Angestellte. So einen Tag hatte ich gerade gestern wieder. Draußen ist es kalt und ungemütlich. Ich bin krank und gehöre eigentlich ins Bett. Dennoch schleppe ich mich in die Buchhandlung und bemühe mich auch schwierige Kunden*innen zufrieden zu stellen … ich bin also mega genervt und dann steht plötzlich eine Kundin im Laden, lächelt mich an und sagt: Wissen Sie eigentlich, dass mein Leben ohne Sie keinen Sinn hat? Und das ist dann einer dieser Momente der mein Herz berührt … mich alles vergessen lässt … meine Erkältung, mein Wunsch nach einem Bett und der Frage „Warum“.

Seit ca. einem halben Jahr habe ich dieses Plakat von Dir in meiner Eingangstür hängen. Was ich seit dem erlebt habe ist einfach unglaublich.  Menschen, egal ob Stammkunde oder ganz neuer Kunde, ob Jung oder Alt, ob Männlein oder Weiblein, ob Introvertierte oder Extrovertierte … stehen plötzlich vor mir und sagen mir, dass ihr Leben ohne mich keinen Sinn hat. Jetzt mal ganz ehrlich … ist das nicht die schönste Liebeserklärung die man als Buchhändlerin bekommen kann?

Und deshalb lieber Diogenes Verlag möchte ich mich heute bei Dir einmal dafür bedanken. DANKE ♥♥♥ Danke ♥♥♥ … für dieses wundervolle Plakat und der damit verbundenen Liebeserklärung an den Buchhändler*in/ Buchhandel.

 

Eure Angelika ♥♥♥

 

P.S.: An alle Leser*innen da draußen: Geht zu euren Buchhändlern*innen und macht ihnen obige Liebeserklärung. Auch wenn es ein wenig Überwindung kosten mag … euren Buchhändler*in wird es glücklich machen!

 

Neulich in der Buchhandlung … #7

 

Ihr Lieben,

es wird mal wieder Zeit ein wenig aus meinem buchhändlerischen Alltag zu erzählen. 🙂

Am Montag Nachmittag kommt ein Kunde in den Laden. Es ist ein Stammkunde. Er schaut mich ernst an und sagt dann: „Ich muss Ihnen sagen, mein Leben hat ohne Sie keinen Sinn.“ Ich schaue ihn an, denken was hat er denn für ein Problem und überlege wie ich reagieren soll … schaue verlegen im Laden herum und sehe auf die Eingangstür … ich stutzte und plötzlich wird mir alles klar … grinse den Kunden an und sage: Danke! 🙂

Was war passiert? Am Montag Morgen habe ich eine Lieferung Bücher bekommen. Vom Diogenes Verlag. Und wer kennt sie nicht, die wundervollen Sprüche vom Verlag, die es auf Karten, Tüten und Plakate gedruckt gibt. Es gibt unter anderem einen Lieblingsspruch, den ich als Plakat bekommen habe. Dieses Plakat habe ich dann am Montag Vormittag in die Eingangstür gehängt. Allerdings habe ich nicht mit dieser Reaktion gerechnet. Dieser Herr am Nachmittag war nicht der einzige Kunde/ die einzige Kundin an diesem Tag, die mir versicherten, dass ihr Leben ohne mich keinen Sinn hätte. Ach ist das schön ♥♥♥ Danke an den Diogenes Verlag für die tollen Plakate und an meine lieben Kunden*innen … Danke das es Sie/ Euch gibt … mein Leben ohne Euch hätte keinen Sinn ♥♥♥

Eure Angelika ♥