„Das Herz von Paris“ von Veronika Peters

Oktopus by Kampa, Fester Einband, ISBN: 9783311300199, Preis: 22,00 €, Hier kaufen:

Ich bin ganz verliebt in dieses Buch. ♥

Ann-Sophie und ihr Mann gehen im Frühling 1925 nach Paris. Ann-Sophies Mann wird in Zukunft in der Anwaltskanzlei seines Onkels arbeiten. Die junge Frau hingegen langweilt sich und vertrödelt ihre Tage.

An einem dieser Tage streift sie durch Paris und landet durch Zufall vor der Buchhandlung „Shakespeare and Company“. Vor der Tür trifft sie auf eine rauchende Frau in Männerkleidung. Es ist die Buchhändlerin und Verlegerin Sylvia Beach. Neugierig geworden betritt Ann-Sophie die Buchhandlung und fasziniert von den Frauen denen sie dort begegnet.

Die Frauen bieten ihr eine Stelle als Aushilfe an, die Ann-Sophie sofort annimmt. Schon bald wird aus der schüchternen Ann-Sophie eine junge und selbstbewusste Frau, die mehr vom Leben und der Liebe will.

Mich hat dieses Buch so gefesselt. Ich mochte es so sehr zu sehen, wie aus der schüchternen Sophie eine selbstbewusste Frau wird. Mir gefielen die lockeren Gespräche der Frauen, hatte oft das Gefühl, ich säße dabei und könnte mitplaudern. Natürlich ist nicht alles eitler Sonnenschein, denn schon schnell kommt es zu Spannungen zwischen Ann-Sophie und ihrem Mann, der mit der Emanzipation seiner Frau gar nicht umgehen kann. Doch die Frauen der Company stärken der jungen Frau den Rücken, bzw. alle stehen für alle ein.

Ich hab ja schon einige Bücher von Veronika Peters gelesen, und das hier ist definitiv eines meiner Lieblingsbücher von ihr.

Danke liebe Veronika für diese wirklich schöne Geschichte und den schönen Stunden die ich mit den Frauen der Company verbringen durfte. ♥♥♥

Ein kleiner Jahresrückblick …

 

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Hallo Ihr Lieben,

eigentlich bin ich kein Freund von Jahresrückblicken oder gar Vorausblicken. Denn wie heißt es so schön … ett kütt wie ett kütt …

Heute jedoch möchte ich die ruhige Zeit im Laden mal nutzen, um einen kleinen Rückblick zu starten. Mein erstes volles Jahr im Büchergarten neigt sich dem Ende. Es war ein Jahr mit tollen, verrückten, schönen und überraschenden Ereignissen. Dieses Jahr haben wir im Büchergarten das erste Mal mit den Schulen den „Welttag des Buches“ gefeiert. Insgesamt waren 125 Kinder in der Buchhandlung und haben sich von mir etwas zur Entstehung von Büchern erzählen lassen und anschließend bekam jedes Kind sein Buch zum „Welttag des Buches“. Das war so schön und wir werden es 2017 wieder machen und hoffen, dass sich noch mehr Schulen anmelden. Die Anmeldefrist für die Schulen läuft noch bis zum 31. Januar 2017 auf http://www.welttag-des-buches.de/ . Dann gab es noch die Lesetütenaktion … auch diese werden wir in 2017 wiederholen. Und dann waren da noch all die kleinen Geschichten in der Buchhandlung, die ich versuche immer wieder aufzuschreiben um sie Euch zu erzählen. Zwei sind mir in besonderer Erinnerung geblieben. Die Geschichte mit „meinem Frosch“ und die Geschichte mit „meinem jüngsten Kunden“. Übrigens von Fröschlis Besitzerin und Fröschli selber habe ich zu Weihnachten eine wunderschöne selbstgemachte Weihnachtskarte bekommen. ♥♥♥

Besonders schöne und unterhaltsame Stunden habe ich mit den Damen des Lesekreis verbracht. Wir haben dieses Jahr viele tolle Bücher gelesen, waren bei einigen Büchern ganz unterschiedlicher Meinung, doch gerade die Diskussionen darüber waren sehr anregend und interssant.

Dann waren da all die tollen Veranstaltungen/ Lesungen mit wundervollen Autoren*innen. Angefangen mit Christoph Poschenrieder/ Februar, dann Michaela Grünig/ März, Veronika Peters/ April, Christina Beuther/ Juni, Birgit Rabisch/ September, Hans Georgi/ Oktober, Reinhard Wagner/ November und Torsten Woywod/ Dezember. Es waren wundervolle Lesungen und Abende mit Euch. DANKE!!!

Bei all der Euphorie gibt es auch etwas trauriges … mein Blog. Irgendwie schaff ich es nicht, vor allem im November und Dezember, regelmäßig zu bloggen. Ich muss noch stark an meinem Zeitmanagement arbeiten. Liebe Follower habt ein bisschen Nachsicht mit mir. Ich werde versuchen es 2017 besser zu machen.

Nun bleiben nicht mehr viele Stunden und 2016 wird vorbei sein. Die schönen Stunden und Begegnungen in diesem Jahr werden jedoch für immer in meinem Herzen bleiben. An dieser Stelle ein dickes DANKE an alle … meine lieben Kunden*innen in und um Ruppichteroth herum, den Frauen aus dem Lesekreis, den tollen Autoren*innen die hier waren und die noch kommen werden, den Verlage die mich als Buchhändlerin und Bloggerin unterstützen, den Followern und all den lieben Menschen, die im Hintergrund mich immer und immer wieder motivieren und bestätigen in dem was ich mache. DANKE dass es Euch gibt. ♥♥♥

 

Wir sehen uns …

Eure Angelika

… aus „Aller Anfang fällt vom Himmel“ von Veronika Peters

Goldmann Verlag (HC)  Fester Einband  288 Seiten Erscheinungsdatum: 21.09.2015  Preis: 19,99 € ISBN: 9783442313211

Goldmann Verlag (HC)
Fester Einband
288 Seiten
Erscheinungsdatum:
21.09.2015
Preis: 19,99 €
ISBN: 9783442313211

 

Er fühlt sich nur dann wohl, wenn alles um ihn herum verlässlich strukturiert war, wenn die Welt ihre Ordnung hatte, und sei es nur in Form perfekt positionierter Filzpantoffel in der Morgenfrühe.“ (Seite 17)

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„Nachdem seine Frau so völlig unerwartet gestorben war, hatte er sich das Alleinsein wie einen Mantel umgelegt (…)“ (Seite 18)

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„Alleinsein und Ordnung, das waren die beiden Pfeiler, auf denen Korbinians Existenz als Witwer bis zu diesem vierzehnten November aufgestellt war, Alleinsein und Ordnung hielten ihn beieinander, und genauso wäre es bis an sein Lebensende geblieben, wenn er selbst zu bestimmen gehabt hätte.“ (Seite 18/19)

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„Hier war etwas im Gang, das ihm die Kontrolle über sein eigenes Leben zu entreißen drohte. Dagegen musste dringend etwas unternommen werden, bevor vollständig entmachtet war. Korbinian hatte jedoch nicht die geringste Idee, was das sein könnte. (Seite 78)

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„Für einen Bruchteil einer Sekunde dachte Korbinian daran, Emilia spontan in den Arme zu nehmen. Weil das aber genau die Art von Gefühlsregung freisetzen konnte, die ihn womöglich die Fassung kostete, ließ er es bleiben und ging in den Flur, um Schuhe und Mantel anzuziehen.“ (Seite 172)

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Sie sah ihn mit großen Augen an, voller Unschuld, Zuneigung und Vertrauen. Schockiert stellte Korbinian fest, dass er anscheinend irgendwann damit begonnen hatte, dieses kleine durchtrieben Biest gern zu haben.“ (Seite 192)

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Chaos trifft auf Struktur und Ordnung

Goldmann Verlag (HC)  Fester Einband  288 Seiten Erscheinungsdatum: 21.09.2015  Preis: 19,99 € ISBN: 9783442313211

Goldmann Verlag (HC)
Fester Einband
288 Seiten
Erscheinungsdatum:
21.09.2015
Preis: 19,99 €
ISBN: 9783442313211

Klappentext
Korbinian Gerhard ist Lehrer und seit dem Tod seiner Frau allein lebend. Er ist kauzig, pedantisch und legt Wert darauf, die Dinge unter Kontrolle zu haben. Billa ist siebzehn, freiheitsliebend und rebellisch – und ohne Dach über dem Kopf, denn sie ist von zu Hause abgehauen. Als Korbinian sie an einem kalten Winterabend hungrig und krank auffindet, nimmt er sie widerwillig mit zu sich nach Hause.
Dass seine sorgsam gehütete Ordnung damit bedrohlich ins Wanken gerät, bekommt er bald zu spüren: Billa fegt – nebst ihrer Entourage – wie ein Gewitter durch sein Leben und scheut sich nicht, alle vermeintlichen Gewissheiten auf den Kopf zu stellen. Und Korbinian staunt nicht wenig, als er sich plötzlich wiederfindet in dem großen Abenteuer, das man Freundschaft nennt …

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Er fühlt sich nur dann wohl, wenn alles um ihn herum verlässlich strukturiert war, wenn die Welt ihre Ordnung hatte, und sei es nur in Form perfekt positionierter Filzpantoffel in der Morgenfrühe.“ (Seite 17)

„Nachdem seine Frau so völlig unerwartet gestorben war, hatte er sich das Alleinsein wie einen Mantel umgelegt (…)“ (Seite 18)

Korbinian lebt seit dem frühen Tod seiner Frau allein. Er hat sich nie die Zeit genommen wirklich um sie zu trauern. Im Gegenteil … er ist nach der Beerdigung direkt zur Tagesordnung übergegangen. Sein Tagesablauf ist strukturiert und durchgeplant. Kleineste Abweichungen bringen ihn aus dem Trott bzw. werden erst gar nicht zugelassen. So wird er unweigerlich zu einem Menschen, der mit der Gesellschaft anderer Menschen nichts mehr anzufangen weiß. Er mag es allein zu sein … mit sich und seinen Gedanken. Andere Menschen zerstören nur seine Struktur.

„Alleinsein und Ordnung, das waren die beiden Pfeiler, auf denen Korbinians Existenz als Witwer bis zu diesem vierzehnten November aufgestellt war, Alleinsein und Ordnung hielten ihn beieinander, und genauso wäre es bis an sein Lebensende geblieben, wenn er selbst zu bestimmen gehabt hätte.“ (Seite 18/19)

Doch eines Tages stürzt Billa in sein Leben, und die bringt es mehr als nur durcheinander. Sie bringt das pure Chaos. Billa lebt auf der Straße, sie ist auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Vater. In einer kalten Nacht gewährt Korbinian der kranken Billa Unterschlupf in der Nähe seiner Wohnung. Doch im Laufe der Nacht geht es Billa immer schlechter und Korbinian ruft in seiner Hilflosigkeit seiner Schwester an. Emilia und Korbinian haben sich auch schon Jahre nicht mehr gesehen, obwohl sie nur ein paar Straßen auseinander wohnen.  Doch Emilia kommt sofort und bringt einen Arzt mit. Dieser stellt eine schwere Grippe bei Billa fest und verordnet Bettruhe. Nun muss Korbinian sein Gästezimmer für Billa opfern und sein Schlafzimmer für Emilia, die auch über Nacht bleiben will. Das Chaos nimmt seinen Lauf und Korbinians gewohntes Leben droht aus den Fugen zu geraten …

„Hier war etwas im Gang, das ihm die Kontrolle über sein eigenes Leben zu entreißen drohte. Dagegen musste dringend etwas unternommen werden, bevor vollständig entmachtet war. Korbinian hatte jedoch nicht die geringste Idee, was das sein könnte. (Seite 78)

Ich habe schon einige Bücher von Veronika Peters gelesen. Bücher die manchmal voller Leichtigkeit daher kamen oder eine Sehnsucht auslösten. Doch dieses Buch ist anders. Ich kann es eigentlich nicht wirklich beschreiben. Es ist ein stilles und manchmal auch nachdenkliches Buch. Die Geschichte von Korbinian und seinem Verlust macht mich traurig. Er lässt seine Trauer um seine Frau nicht zu und flüchtet sich in Ordnung und Struktur. Alles muss nach einem bestimmten Schema ablaufen. Tagein und Tagaus. Gefühle haben keinen Raum, keinen Platz. Selbst die Beziehung zu seiner Schwester kappte er, aus Angst vor Gefühlen. Denn Gefühle jeglicher Art könnten dazu führen, dass er sich der Trauer und dem Verlust seiner Frau stellen muss.

„Für einen Bruchteil einer Sekunde dachte Korbinian daran, Emilia spontan in den Arme zu nehmen. Weil das aber genau die Art von Gefühlsregung freisetzen konnte, die ihn womöglich die Fassung kostete, ließ er es bleiben und ging in den Flur, um Schuhe und Mantel anzuziehen.“ (Seite 172)

Billa ist eine Jugendliche, die kein schönes Elternhaus hat. Sie lebt auf der Straße, weil der Vater trinkt und sie prügelt. Eine Jugendliche, die sich nach Liebe und Geborgenheit eines Elternhauses sehnt. Nun treffen diese beiden Charaktere aufeinander. Die eine sucht die Liebe/ Nähe/ Geborgenheit, der andere möchte nichts damit zu tun haben. Und dennoch nähern sich beide immer mehr an.

Sie sah ihn mit großen Augen an, voller Unschuld, Zuneigung und Vertrauen. Schockiert stellte Korbinian fest, dass er anscheinend irgendwann damit begonnen hatte, dieses kleine durchtrieben Biest gern zu haben.“ (Seite 192)

Mir gefällt dieser wunderschöne ruhige und leise Roman sehr gut. Ich denke jeder Mensch verarbeitet seine Trauer anders. Korbinian war nicht in der Lage seine zuzulassen um sie dann verarbeiten zu können. Es bedurfte erst einer Billa, die wie ein Wirbelwind in sein Leben rauscht und es auf den Kopf stellt. Durch sie lernt er wieder mit Menschen und Gefühlen zu leben. Aber auch Billa lernt, nämlich dass es sich lohnt den Menschen zu vertrauen.

Ein wundervolles Buch über die Trauer, den Verlust und einem Neubeginn!

Danke liebe Veronika!

5 von 5 Sternen