„Wild Game“ von Adrienne Brodeur

Droemer
Fester Einband
272 Seiten
Erscheinungsdatum:
01.04.2020
ISBN: 9783426278178
Preis: 18,00 Euro

Klappentext

Adrienne hat eine umwerfende, strahlende Mutter, die der Mittelpunkt einer jeden Gesellschaft ist. Malabar ist eine begnadete Köchin und verzaubert jeden mit ihrem Charme – doch sie auch eine große Egozentrikerin. Als sie sich in den besten Freund ihres Mannes verliebt, macht sie ihre vierzehnjährige Tochter zu ihrer engsten Vertrauten und stellt auf diese Weise das Mutter-Tochter-Verhältnis auf den Kopf. Bald schon lebt Adrienne ganz für die aufregende Liebesgeschichte ihrer Mutter, statt ihre eigene Jugend auszukosten. Ihr erscheint es als einzige Chance, vom Malabar endlich wirklich wahr genommen zu werden. Schließlich verstrickt sie sich so sehr in das Spiel ihrer Mutter, dass sie voll und ganz den Boden unter den Füßen zu verlieren droht. Erst als erwachsene Frau ist sie in der Lage, die Muster zu erkennen, die ihr Leben geprägt haben, und es gelingt ihr, sich mit ihrer Mutter auszusöhnen.

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„Eine verborgene Wahrheit, mehr ist eine Lüge nicht.“ (Seite 11)

Es ist ein Sommer Ende der 70ziger Jahre, der Adriennes Leben komplett verändern wird. Die Familie macht wie jedes Jahr Urlaub im Ferienhaus auf Cape Code. Freunde der Familie sind immer sehr willkommen und Malabar, Adriennes Mutter liebt es die Gäste zu verwöhnen. Auch in diesem Sommer sind Gäste auf Cape Code. Ben, der beste Freund von Adriennes Stiefvater, ist mit seiner Frau Lily zu Besuch. Die Familien genießen die Ferienzeit. Adrienne ist gerade 14 und erlebt die ersten zarten Bande des Verliebtseins.

Nach einer feuchtfröhlichen Party wird Adrienne mitten in der Nacht von ihrer Mutter geweckt. Sie erzählt aufgeregt ihrer 14jährigen Tochter das Ben, der Freund des Vaters sie geküsst hat. Malabar ist total aus dem Häuschen und schwärmt Adrienne von Ben und diesem Kuss vor. Malabar forder allerdings von Adrienne absolutes Stillschweigen. Sie darf niemandem etwas davon erzählen.

„Blinzle noch einmal, und dir wird klar, dass die Wahrheit, die du für gut verborgen gehalten hattest, ans Licht gekommen ist, dass sich unter veränderten Bedingungen, irgendein unansehnliches Teil davon offenbart hat. Wir alle wissen, dass eine Lüge oft weitere Lügen nach sich zieht. Täuschung erfordert Einsatz, Wachsamkeit und ein sehr gutes Gedächtnis. Man muss sich anstrengen, wenn man will, dass die Wahrheit verborgen bleibt.“ (Seite 11)

Aus diesem Kuss wird eine Affäre, in der Adrienne immer wieder gezwungen ist zu lügen. Sie muss ihr ganzes Umfeld an- und belügen. Zuerst fällt es ihr sehr schwer, ihren Stiefvater und auch Lily zu belügen. Doch andererseits ist das die Chance endlich der unnahbaren Malabar nahe zu sein. Als Komplizin, als Eingeweihte, als Vertraute … denn das ist etwas, was sich Adrienne immer von ihrer Mutter gewünscht hat. Nähe, Liebe, Vertrauen … all das hat sie jetzt, das Malabar sie in ihr Geheimnis eingeweiht hat.

Adrienne hat mit 14 Jahren noch keine Ahnung, welche Auswirkung dieses Geheimnis auf ihr Leben haben wird. Erst als erwachsene Frau schafft sie es, sich aus dieser „Verbindung“ zu lösen und ein eigenes Leben zu leben ….

„Ich wusste immer, was meiner Mutter gefiel, aber einen moralischen Kompass hatte ich nicht. Es sollte Jahre dauern, bis ich verstand, was sie geprägt hatte und was mich, und welchen Schmerz wir verursachten. Damals wusste ich nur, dass ich mich am meisten geliebt fühlte, wenn ich meine Mutter glücklich machte, und zu diesem Zweck war mir jedes Mittel recht.“ (Seite 55)

Was für ein unglaubliches Buch!!! Es ist der biografische Roman der Autorin Adrienne Brodeur, in dem sie über die toxische und zerstörerische Beziehung zu ihrer Mutter berichtet. An vielen Stellen war ich erschrocken und schockiert, wie Malabar ihrer Tochter für ihren Vorteil benutzt und manipuliert. Wie sie die Abhängigkeit eines Kindes von seiner Mutter für ihre Zwecke missbraucht … einfach unglaublich.

Aber erst einmal von vorne. In der Nacht, in der Malabar Adrienne vom Kuss erzählt, macht sie ihrer Tochter zur Mitwisserin und Komplizin. Adrienne findet es toll, das ihre auch so phantastische Mutter sie endlich beachtet und zur Vertrauten macht. Doch mit dem anvertrauen des Geheimnisse ist es nicht getan. Fortan muss Adrienne ihr Umfeld belügen, um Ben und Malabar zu decken, ihnen Freiräume zu schaffen usw. Das geht über zig Jahre so. Adriennes Welt ist die ihrer Mutter und deren Affäre mit Ben. Adriennes Leben bleibt auf der Strecke.

Als Adrienne irgendwann erkennt, dass ihre Mutter sie all die Jahre nur benutzt hat, zerbricht vieles in ihr … sie wird magersüchtig … depressiv …

„Natürlich war ich noch immer Malabars Tochter. Ich wusste, dass ich sie nie im Stich lassen würde – wenn sie anrief, würde ich drangehen, bis zum Ende – , aber ich wusste auch, dass ich mich aus ihrem Griff befreit hatte. Wir waren nicht, wie ich als Heranwachsende geglaubt hatte, zwei Hälften eines Ganzen. Sie war ein eigener Mensch, genau wie ich. Und jedes Mal, wenn ich es schaffte, nicht so zu sein wie sie, wurde ich mehr ich selbst.“ (Seite 263)

Dieses Buch hat mich sehr lange beschäftigt und jetzt, wo ich diese Rezension schreibe kommt vieles wieder hoch. Der Narzissmus dieser Mutter ist einfach unglaublich. Sie zerstört ja nicht nur ihr Leben, sonder das ihres gesamten Umfelds, insbesondere das ihrer Tochter. Ich glaube Adrienne Brodeur hat dieses Buch gebraucht, um sich ein weiteres Stück aus der toxischen Abhängigkeit zu ihrer Mutter zu lösen. Ich wünsche ihr sehr, dass sie ihren Weg und ihren Platz im Leben findet.

Absolute Leseempfehlung!!!

 

 

 

 

Wie viel Wahrheit verkraftet eine Liebe?

Hoffmann und Campe Fester Einband  384 Seiten Erscheinungsdatum: 10.03.2016 Preis: 16,99 € ISBN: 9783455403824

Hoffmann und Campe
Fester Einband
384 Seiten
Erscheinungsdatum:
10.03.2016
Preis: 22,00 €
ISBN: 9783455403824

Klappentext
Regensburg – Shanghai – Brooklyn: Verfolgung, Existenzangst und Neuanfänge in fremden Ländern, das sind Carls Erfahrungen, als er 1950 in Brooklyn Emmi kennenlernt, die so wie er aus Bayern stammt. Bei ihr findet er Zuflucht, Geborgenheit und eine Liebe, die ein Leben lang tragen soll. Über die Vergangenheit reden beide nicht, zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an das, was war. Aber Jahrzehnte später bittet eine Freundin Carl, die Briefe und Dokumente ihres verstorbenen Ehemannes, eines Holocaust-Überlebenden, durchzusehen. Nur widerwillig macht sich Carl an die Arbeit – und findet in den Unterlagen aus dem KZ Dachau auch Hinweise auf Emmis Vergangenheit …

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„Ihm kam es so vor, als würden die Bücher, die er tagsüber las, die Geschichten der Matrosen und seine eigene Phantasie zu einem großen Ganzen vermengen. Alles war so phantastisch und einzigartig. Eine Welt der Wunder, in der Geschichten Wirklichkeit wurden. Alles war hier möglich, so schien es ihm. Alles.“ (Seite 106)

Regensburg-Shanghai (März 1938 – Mai 1938)
Carl ist zu Beginn der Geschichte gerade zwölf Jahre alt. Er lebt mit seinen Eltern und seiner neunjährigen Schwester Ida  in Regensburg. Die neuen Gesetze und die Verdeutschung machen sich schleichend bemerkbar. Viele Juden gehen in den freiwilligen Tod, weil man ihnen ihr Hab und Gut nimmt. Carls Vater hat jüdische Wurzeln, die Mutter und die Kinder sind jedoch katholische. Dennoch legt man der Familie nahe das Land zu verlassen, bevor man sie arisiert. Sie bekommen Tickets für die „Conte Biancamano“ um von Genua aus nach Shanghai überzusetzen, da Shanghai ein Land ist, in dem man kein Visum braucht.

An Bord angekommen, dreht Carls Vater um. Er kann sein Land nicht verlassen/ verraten. Er ist fest davon überzeugt, dass er sicher ist. Doch Greta glaubt nicht daran und will ihre Kinder in Sicherheit bringen. Also fährt die Familie ohne den Vater los.

„Mag sein, Sie haben recht damit, dass wir uns zu häufig im Wind gebogen haben, aber wer sich nicht beigt, bricht.“ (Seite 71)

München (November 1938 – Dezember 1943)
In diesem Abschnitt lerne ich Erna kennen. Ein junges Mädchen, das sich ganz gerne mit Jungs vergnügt. Eines Tages hat die Mutter genug davon und schickt die Tochter zur Tante nach München. Dort soll Erna ihrer Tante Marga helfen. Erna ist zuerst nicht wirklich davon begeistert, doch schon bald findet sie das was ihre Tante macht interessant.

Marga hat in München ein sogenanntes „Institut für Lebensberatung“. Bei ihr treffen sich die reichen Frauen von Hitlers Soldaten um über ihre Wehwechen zu klagen. Und Marga hilft wo immer sie kann … sei es bei einer Abtreibung, bei der Beschaffung von Kindern oder sonstigen, was unbedingtes Stillschweigen erfordert. Dies geht bis zum Dezember 1943 gut. Dann fliegt alles auf und Erna muss fliehen …

So ist das im Leben, manche Menschen lieben die Hand, die sie schlägt, mehr als die, die ihnen Gutes tut.“ (Seite 90)

Shanghai (Juni 1938 – Juli 1947)
Carl, seine Schwester und seine Mutter sind in Shanghai angekommen. In diesem Kapitel werden die nächsten Jahre der Familie erzählt. Von ihrer Eingewöhnung, ihrer Arbeit und der Schule. Sie lernen viele Menschen kennen und freunden sich an. Aber ich erfahre auch etwas über den Vater in Deutschland. Sein Leben läuft nicht so wie er erwartet hat. Er landet in Dachau.

Dann irgendwann ist der Krieg zu Ende und die Familie Schwarz kann nach Deutschland zurück kehren. Doch Karl kehrt nicht nach Deutschland zurück. Er geht mit einem befreundeten Paar nach Amerika.

Jedes Kapitel endet in der Gegenwart, nämlich 2010 in Larchmont. Dort lebt Carl … mit Emmi

„Wie konnte ein gütiges Gotteswesen all das Unglück, Krankheiten, Hunger, kurz die Ungerechtigkeit der Welt dulden? Müsste Gott nicht eingreifen, anstatt zuzusehen, wie sie hier sein Werk langsam, aber sicher zerstörten? Und warum ein Gott? Warum sollte es nur einen wahren Gott geben, die Existenz eines einzigen Gottes war genauso wenig bewiesen wie die Existenz vieler. War es nicht Arroganz und wahnsinnige Überheblichkeit zu glauben, nur monotheistische Religionen lägen richtig und Polytheisten falsch?“ (Seite 240)

Mir hat dieses Buch ausgesprochen gut gefallen. Der Aufbau des Buches in die unterschiedlichen Zeiten und Leben bis hin zu den dazwischen geschobenen Kapiteln in der Gegenwart haben mich an dieses Buch gefesselt. Ich wusste schon einiges über den Holocaust, aber dennoch habe ich wieder eine Menge dazu erfahren. Ich denke ein Thema, bei dem man immer wieder Neues erfährt und kennen lernt.

Mir persönlich hat das Kapitel „München“ am besten gefallen. Ich mochte Marga als Menschen sehr, obwohl sie sehr schlimme und auch verwerfliche Dinge getan hat. Sie hat Kinder abgetrieben und Kinder von Müttern die sie nicht wollten an andere, die sie wollten abgeben. Sicherlich schlimm, aber seien wir doch mal ehrlich … auch heute werden Kinder abgetrieben, und kein Mensch sagt etwas. Und auch heute werden Kinder weggegeben, und keiner sagt etwas. Sicherlich war es in Zeiten der Kriegswirren nicht alles legitim, aber wo kein Kläger auch kein Richter.

Doch in diesem Buch von Andrea Schenkel geht es nicht ausschließlich darum, was Recht und Unrecht ist, oder den Holocaust. Es geht auch darum, in wie weit man mit einer Lüge leben kann. Einer Lebenslüge … einer Lüge, die der Partner nicht weiß. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wie ich reagieren würde, würde mir mein Partner wichtige Dinge aus seinem Leben vorenthalten, und ich bekäme sie eines Tages heraus.

Ist dies dann ein Vertrauensbruch? Man lebt ein Leben zusammen und dann kommt eine Lüge ans Tageslicht, eine Wahrheit die alles verändert und die letztendlich die Liebe in Frage stellt …

Unbedingt lesen!!!

„Sie ging, wie sie in sein Leben gekommen war. Und so wie der letzte Sommer schon vergessen ist, wenn sich die ersten Blätter an den Bäumen verfärben und die Spinnen sich an langen Fäden durch die Lüfte tragen lassen, hatte auch er sie schon vergessen, als die ersten Stürme die Blätter der Bäume durch die Luft tanzen ließen.“ (Seite 9)

 

5 von 5 Sternen

Die Wahrheit

duotincta Flexibler Einband  300 Seiten  Erscheinungsdatum: 07.03.2016  Preis: 14,95 € ISBN: 9783946086079

duotincta
Flexibler Einband
300 Seiten
Erscheinungsdatum:
07.03.2016
Preis: 14,95 €
ISBN: 9783946086079

Rückentext
Da liegt einer. Es ist ein Krankenhaus. Er weiß etwas. Darum ist er hier. Die Insel hat ihn entwurzelt. Ich mag ihn küssen. Ich hab mich verliebt.
Er ist vom Meer gekommen. Ich war noch nie am Meer. Ich werde ihm meine Geschichte erzählen, und er mir die seine. Dann werden wir aus unseren Geschichten ausbrechen. Wir werden Abenteuer wagen. Das Abenteuer trägt den Namen Liebe und Leben.
Noch glaubt er daran nicht. Er ist neu hier. Er muss noch schlafen. Er muss sich erholen. Ich lausche seinen Atemzügen. Wenn er mir das Meer zeigt, werde ich ihn heiraten. Er wird mir ganz sicher das Meer zeigen. Das Meer ist nämlich schön, wunderschön.
Ob ich mich ein wenig zu ihm legen kann?
Achtung, da kommt die Schwester!

∗∗∗∗∗

„Stellt euch vor: In all diesen Fabriken scheinbar hirnkranker Idioten lagert nichts anderes als die Wahrheit, die im Stande ist, die ganze Welt in die Luft zu sprengen! Und das nur, weil sie sich nicht das Leben nehmen konnten und keinen anderen Weg mehr wussten als hierher! Genau wie ich!“ (Seite 13)

Ein junger Mann wird in eine Klinik eingeliefert. Es kann nicht mehr. Seine einzigen Gedanken sind, dass er sich umbringen muss, um die Wahrheit zu schützen. Doch er kann sich nicht umbringen. Er schafft es nicht den letzten Schritt zu tun. Und doch muss er es tun, um die Wahrheit zu schützen, denn er ist der Besitzer der Wahrheit.

In Gesprächen versucht der Arzt herauszubekommen was passiert ist. Doch der junge Mann verschließt sich dem Arzt gegenüber. Einzig einer jungen Frau, die ebenfalls in der Klinik ist erzählt er Fragmente aus seinem Leben, aber nicht, warum er sich umbringen muss, aber nicht kann.

Bis vor kurzem war er auf den Meeren unterwegs und hat den Traum seines verstorbenen Vaters gelebt … die Meere zu besegeln. Auf seinem letzten Törn hat er sie dann gefunden die Wahrheit, die niemand erfahren darf.

„Liebe ist die Unmöglichkeit, das Leben mit sich selbst zu führen.“ (Seite 22)

Da ist die junge Frau, Sabine. Sie ist in der Klinik, weil sie schon mehrfach versucht hat sich umzubringen. Sie hört sich die Geschichte des jungen Mannes an und erzählt ihm irgendwann ihr. Ihr Vater ist ein berühmter Anwalt und hatte nie Zeit für sie. Die Mutter das Gegenteil … überfürsorglich. Sabine versucht dem zu entfliehen, in dem sie mehrere Selbstmordversuche unternimmt.

Er hat die Meere besegelt, sie war noch nie am Meer. Eines Tages brechen die beiden auf, weil er ihr das Meer zeigen möchte.

„Es gibt viele magische Plätze auf dieser Welt. Das sind Orte, die Kraft geben. Das vorher mühsame Leben wird wieder einfacher. Jede Stadt, jedes Dorf, jeder Ort, wo Menschen wohnen, besitzt solche Plätze. Man muss sie nur suchen, und wird sie finden.“ (Seite 158)

Dieser Roman von Wolfgang Eicher ist nicht leicht zu lesen, er hat mich echt gefordert. Ich war an manchen Stellen soweit, dass ich abbrechen wollte. Doch ich habe nicht und bin auch froh darüber. Warum war es nicht einfach …

Am Anfang habe ich gedacht, was ist das für ein Spinner … hat der seinen Verstand verloren, weil er zu lange auf dem Meer und der Sonne ausgesetzt war? Hat er Wahnvorstellungen? Was hat er erlebt, was so „furchtbar“ war, dass er dieses „Wahrheit“ für sich behalten muss, weil es die Menschheit sonst in den Abgrund stürzen würde? Für mich war nie so richtig klar, ist es Wahrheit oder Wahn, was der Protagonist erlebt und/ oder erzählt. Im weiteren Verlauf erfahre ich natürlich was passiert ist und bin selbst sprachlos. Wolfgang Eicher hat sich an diesem Punkt der Geschichte unter anderem mit einem Thema beschäftigt, was im Moment sehr aktuell ist … die Religionen und ihr Ausmaß in unserer Welt.

Aber das ist nicht das einzige Thema des Buches. Hier sind zwei Menschen, die ein wenig unserer Gesellschaft widerspiegeln. Im Überangebot und dem ständigen alles machen und haben zu wollen, scheinen die beiden überfordert zu sein. Sind somit auf der Suche nach dem Sinn ihres des Lebens. Und dann passiert etwas, das mir persönlich sehr gut gefallen hat … die, die sich mehrfach umbringen wollte holt ihn zurück ins Leben, macht ihm Mut sich der „Wahrheit“ zu stellen.

„Die Insel“ von Wolfgang Eicher ist ein Appell an das Leben und die Liebe … das jedes Leben seine eigene Wahrheit um den Sinn des Lebens hat …

„Unser Ziel, die Tiefen des Schwarzen Meeres.
Mit an Bord, die Wahrheit um den Sinn des Lebens.
Sie hat sich nicht verändert.
Sie wird immer da sein.
Sie wird Krisen verursachen.
Immer wieder.
Sie wird mich erzittern lassen.
Es ist eine schreckliche Geschichte.
Dennoch werde ich leben können.

 

4 von 5 Sternen