„Sieben Tage Sommer“ von Thommie Bayer

Piper Verlag, Fester Einband, ISBN: 9783492070447, Preis: 22,00 Euro, Hier kaufen

Klappentext

Max Torberg ist vermögender Erbe einer Bankenfamilie. In den Hügeln der Côte d’Azur besitzt er ein großzügiges Ferienhaus mit Weinkeller und eigenem Pool. Dorthin lädt er fünf alte Bekannte ein, die ihm dreißig Jahre zuvor bei einem Überfall das Leben gerettet haben. Seither sind sie sich nicht begegnet, nun sollen sie eine Woche in seinem Haus verbringen, wo ihnen die Angestellt Anja jegliche Anstrengung abnimmt.  Er selbst ist noch verhindert, so lässt er ausrichten. Bei Rotwein, Gesprächen und gutem Essen  beginnen sich seine Gäste zu fragen, worin der Grund ihres Besuchs liegt. Tatsächlich verfolgt der kluge, aufmerksame Torberg ein Ziel, das auch die junge Anja miteinschließt.

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„Ja, ich bin deshalb so menschenscheu geworden und führe dieses zurück gezogenen Leben, weil mich der Entführungsversuch so erschüttert hat. Ich habe alles, was öffentlich war, aufgegeben, bin aus dem Vorstand der Bank und der drei Stiftungen ausgetreten, habe meinem Bruder alle Vollmachten übertragen und bin seither nur stiller Teilhaber.“ (Seite 26)

Vor dreißig Jahren haben ihm, Max Torberg, fünf junge Menschen das Leben gerettet. Nun lädt er sie unter dem Vorwand in sein Haus ein. Seine  Angestellte Anja soll ihm jeden Tag berichten was seine Gäste so treiben. Was keiner ahnt, Torberg verfolgt seine eigenen Ziele.

„Jedenfalls hat uns dieses Ereignis miteinander verbunden. Das heißt, es hat uns mit Herrn Torberg verbunden. Untereinander sind wir uns heute noch fremder als damals. Die beiden Liebespaare waren bald Geschichte, und dass wir jetzt beieinandersitzen, fühlt sich völlig absurd an. Keiner von uns interessiert sich für die anderen, keiner von uns mag die anderen, obwohl, André ist ein netter Mann, finde ich, ihn nehme ich aus von dieser Beschreibung, aber auch er wirkt so allein und distanziert, dass ich glaube, es geht ihm wie mir. Er fragt sich, was das für Leute sind, mit denen er hier so höflich wie möglich seine Zeit verschwendet.“ (Seite 64)

Ich mag Thommie Bayers Bücher sehr. Sie sind alle immer voller Leichtigkeit. In seinem neuen Roman bin ich als Leserin auf dem Beobachtungsposten. Zuerst  lerne ich Max Torberg und seine Angestellte Anja ein wenig kennen. Anja schreibt Max täglich Mails, in denen sie über Torbergs Gäste berichtet. Diese waren vor Jahren eng befreundet und haben Torberg das Leben gerettet. Nach und nach erfahre ich, dass keine einzige der Freundschaften mehr besteht. Selbst die damaligen Paare sind getrennt. Nun sind alle gezwungen ein paar Tage miteinander zu verbringen und nach und nach erzählen sie von ihrem Leben nach der Rettung Torbergs. Ich erfahre auch, was damals vor dreißig Jahren genau passiert ist.

„In Gruppen werden schnell Rollen verteilt., und bevor es jemand bemerkt, halten sich alle an die ihnen zugewiesenen. Trotzdem sagt es viel mehr aus, als ein Gespräch zwischen zwei Menschen, wenn zudem noch klar ist, was sich einer von dem anderen erhofft.“ (Seite 133/134)

Dieser Mailverkehr zwischen Anja und Max ist so herrlich erfrischend, denn Anja hat eine sehr gute Beobachtungsgabe und berichtet Max sehr präzise und pointiert über seine Gäste.

Ein wundervoller Roman für leichte Sommertage oder verregnete Kuscheltage auf dem Sofa. Bitte lesen !!

„Alles, was passiert, hat Folgen. Im wirklichen Leben benehmen sich Menschen schlecht, weil sie sich schlecht benehmen wollen. Sie genießen es.“ (Seite 136/ 137)

 

 

 

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