Erinnerungen verändern jedes Leben

Diogenes, ISBN: 9783257300482, Preis: 16,00 €

 

Klappentext
Am heißesten Tag des Jahres glüht Berlin in der Sonne, und im Museum für Naturkunde laufen die Vorbereitungen für die große Gala zum 200. Geburtstag des Hauses.
Cathy, eine junge Britin und Konservatorin im Museum, soll an diesem Abend für ihre Forschung ausgezeichnet werden. Doch Cathy ist mit den Gedanken ganz woanders, nachdem sie am Morgen auf ihrem Schreibtisch ein Paket ohne Absender gefunden hat. Sein Inhalt: eine in Bernstein eingeschlossene Raubwanze.
Vier Jahre ist es her, dass Cathy ein solches Paket bekam. Vier Jahre, in denen sie auf der Flucht vor dem Absender zweimal den Kontinent gewechselt hat. Hier in Berlin, an der Seite von Tom, hatte sie sich sicher gefühlt und ein fast normales Leben geführt. Doch nun katapultiert das kleine braune Päckchen sie zurück in eine Vergangenheit, deren Bruchstücke sie sorgfältig verwahrt hält.
Eine atemlose Jagd durch die verlassenen Korridore des Museums beginnt, bei der Cathy um ihre kindliche Unschuld und um ihre große Liebe kämpft.

∗∗∗∗∗

„Die Vergangenheit ist nicht beständig. Der Vorgang des Erinnerns verändert uns, und jedes Leben kann innerhalb eines Tages neu geschrieben werden.“ (Seite 9)

Die Geschichte um Cathy spielt an einem einzigen Tag im Naturkundemuseum in Berlin. Es ist der Tag der 200 Jahrfeier und Cathy soll an diesem Tag geehrt werden. Doch ein kleines Päckchen wirft sie vollkommen aus der Bahn. Der Inhalt eine in Bernstein eingeschlossene Raubwanze. Cathy weiß sofort von wem dieses Paket ist … Daniel. Eine Erinnerung, die sie vergessen für immer möchte . Cathy ist mit Tom nach Berlin gekommen um ein neues Leben zu beginnen. Tom ahnt nichts von ihrer Vergangenheit und das ist gut so. Aber mit dem Päckchen taucht ein ungutes Gefühl in Cathy auf. Hat Daniel sie gefunden?

„Vermeintlich unbelebte Dinge haben mehr Macht, als die meisten Menschen zugeben wollen. Sie können einen verzehren oder einen befreien. Sie können einen für den Rest des Lebens herabziehen oder, wenn man es zulässt, einem die Bürde des Erinnerns abnehmen.“ (Seite 49)

Schon am Anfang der Geschichte habe ich ein ungutes Gefühl. Mir scheint, etwas Bedrohlich kommt auf mich als Leserin zu. Ich kann es nicht in Worte fassen, es ist eine Ahnung … Stothard schafft diese Atmosphäre mit „dahingeworfenen“ Worten und Andeutungen.

Da sind Cathys Verletzungen und Narben die mich Schlimmes vermuten lassen, dann taucht Daniel das erste Mal auf und er ist mir unheimlich, streckenweise habe ich Angst. Es hat den Anschein als wäre Daniel das Böse und Cathy das Liebe. Doch im Verlauf der Geschichte/ Erinnerung müssen sich beide ihrem Dämon der Vergangenheit stellen, um endlich ein freies Leben führen zu können.

Stothard hätte keine passendere Kulisse für ihren Roman wählen können. So wie die fossilen Tiere im Nuturkundemuseum Berlin ihre Geheimnisse in sich tragen, so trägt Cathy ihr Geheimnis in sich. Die Geheimnisse, die Umgebung, der Staub, das Vergessene und Wiederhervorgeholte … ich kann es förmlich riechen und spüren. Stothards Charaktere sind glaubhaft und spürbar … in jeder einzelnen Zeile …

„Daniel glaubte nicht, dass Fehler einfach so passierten: er glaubte, dass sie in einem wuchsen und sich verdichteten, um dann irgendwann zutage zu treten.“ (Seite 103)

Kurz gesagt: Spannendes Buch! Gewalt in einer Beziehung, Stalking, Vergebung und Liebe sind die zentralen Themen. Vorsicht Suchtgefahr!!!

 

5 von 5 Sternen

Was wäre wenn …

Blumenbar, ISBN: 9783351050412, Preis: 16,00 €

Klappentext
Ein junger Mann steht an der Schwelle. Die Prüfung der Jugend hat er gemeistert. Vor dem Erwachsenenlenben fürchtet er sich. Er ist bereit, alles aufzubringen, um sich Gewohnheit und Tristesse zu verwehren, der Ausweglosigkeit des Lebens zu entkommen.
In einer Spätsommernacht besiegelt er einen Pakt mit einem entfernten Bekannten: An sieben Nächten um sieben Uhr wird er losgeschickt in die Nacht, auf dass er eine der sieben Todsünden begegne. Er muss gierig, hochmütig und faul sein, neiden und wüten, Völlerei und Wollust treiben. Er wird sich von einem Hochhaus stürzen, Unmengen Fleisch essen, zum absoluten Nichtstun verdammt und zu Polyamorie verführt.
Und bis zum Morgen muss er schreiben, alles erzählen, ohne Zensur, ohne Beschönigung. Denn die sieben Todsünden sind vielleicht seine letzte Rettung.

∗∗∗∗∗

Durch so viel Form geschritten,
durch Ich und Wir und Du,
doch alles blieb erlitten
durch die ewige Frage: wozu?

Das ist eine Kinderfrage.
Dir wurde erst spät bewußt,
es gibt nur eines: ertrage
-ob Sin, ob Sucht, ob Sage_
Dein fernbestimmtes: Du mußt

Ob Rosen, ob Schnee, ob Meere,
was alles erblühte, verblich,
es gibt nur zwei Dinge: die Leere
und das gezeichnete Ich.

(Gottfried Benn)

Ihr alle kennt sicherlich dieses Gefühl, wenn man ein Buch in den Händen hält und weiß, dieses Buch ist etwas ganz besonderes. So erging es mir gestern mit diesem kleinen Buch von Simon Strauss. Auf dem Cover ein zerzauster junger Mann, der einen fragenden/ suchenden Ausdruck auf dem Gesicht hat. Beim Lesen des Klappentextes bekomme ich Gänsehaut und weiß … hier erwartet mich etwas ganz Großartiges. Dann auf den ersten beiden Seiten zwei Gedichte. Unter anderem das von Benn. Schon jetzt bin ich dem Buch hoffnungslos verfallen. Und es geht weiter so. Die Sprache ist der Hammer. Nachdem ich in den letzten beiden Wochen echt „schlechte“ Bücher gelesen habe dacht ich nur …. Endlich, es gibt sie noch die Bücher mit toller Sprache und Poesie … und mit voller Leidenschaft geschrieben!

Doch jetzt erst einmal genug geschwärmt …

Das Debüt von Simon Strauss befasst sich mit einem jungen Mann der kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag steht. Er hat Angst diese Schwelle zu übertreten. Angst davor dass das Leben dann monoton und langweilig wird. Der Ich Erzähler schließt mit einem Bekannten einen Packt. In sieben Nächten muss er jeweils eine Todsünde begehen und anschließend darüber schreiben. In einzelnen Kapiteln wird jede Todsünde und die damit verbundenen Erfahrungen und Emotionen beschrieben.

Beim Lesen der einzelnen Kapitel kommt mir das Ganze wie ein Manifest auf die alten Zeiten vor. An Hand der Todsünden spiegelt Strauss  die Zeiten heute und damals. Auf der einen Seite vermisst der Ich Erzähler die Zeit, in der es noch Menschen gab, die Träume hatten, die sich zusammen setzten um Pläne zu schmieden oder Aufstände zu führen. Er beklagt, dass heute jeder nur noch für sich alleine ist und sein Ding macht. Junge Menschen die immer auf der Suche nach neuen Abenteuern sind. Alles muss immer schneller, aufregender, riskanter und moderner sein. In unserer schnelllebigen Zeit hat nichts mehr Bestand. Heute freut man sich auf etwas, morgen macht man es und übermorgen hat man es schon wieder vergessen … ohne Rücksicht auf Verluste. Die Wertigkeit eines Lebens ist scheinbar nur noch davon abhängig ob man mithalten kann oder nicht. Daher ist es gar nicht verwunderlich, dass der Ich Erzähler Angst hat, zum „alten Eisen“ zu gehören. Plötzlich nicht mehr hipp zu sein. Verantwortung übernehmen zu müssen für sich und für eine eventuelle Familie. Angepasstheit ist ihm zuwider. Doch ist dem wirklich so?

Dieses Buch ist so viel mehr als eine banale Geschichte. Es ist ein Suchen und Finden der Identität … nach einer Spur, die man im Sand hinterlassen kann.

„Aber vorher lasst mich noch einmal in den Sand zeichnen. Eine Spur hinterlassen für alle, die noch erschütterbar sind. Für sie ist das hier geschrieben. Ein Text aus Angst. Aus Angst vor dem Übergang. Aber vor allem aus Hoffnung. Aus Hoffnung, dass doch noch etwas kommt.“ (Seite 129)

Ein grandioses Debüt!!! Von der ersten bis zur letzten Seite hat mich sowohl Sprache als auch Inhalt gefesselt!!! Unbedingt lesen!!!

P.S.: Der Autor fordert an einer Stelle im Buch mehr Ausrufezeichen. Dieser Aufforderung komme ich gerne nach. 🙂

5 von 5 Sterne

Neulich in der Buchhandlung … #10

 

Liebe Leser,

hier kommt aber jetzt der Bericht vom 9. Bröltaler Familiensonntag. Dieser findet alle 2 Jahre statt und war dieses Jahr am 18. Juni. Dieser Tag steht ganz im Zeichen der Familie. Es werden von allen Ausstellern kleine Events für Klein und Große angeboten. Ferner fand in diesem Jahr auch die Sportlerehrung in diesem Rahmen statt. Dieser Bröltaler Familiensonntag ist ein riesen Event und wird schon ewige Zeit im Voraus vom Schaufenster Ruppichteroth e.V. erarbeitet und vorbereitet.

Dieses Jahr war ich das erste Mal dabei. Am Samstag, dem Tag vor dem großen Event wird ab 14.00 Uhr die Brölstraße auch zugleich Bundesstraße gesperrt. Sobald kein Auto mehr durch fährt bauen die Auststeller (die Gewerbetreibende des Ortes) ihre Pagodenzelte auf. Dies musste ich nicht, da ich meinen Laden direkt an der Straße habe.

Ich habe lange überlegt was ich für ein Event anbieten kann. Für die Kleinen habe ich schnell etwas gefunden. Malen. Und zwar Bilder aus dem Buch „Liebe Prinzessin, ich bin’s, dein Prinz“ des ortsansässigen Autors Simak Büchel. Der Verlag Bohem Press stellte uns 4 Kopiervorlagen zur Verfügung. Und es sollte noch besser kommen. Der Verlag stellte uns auch 3 Preise in Form einer Krone und zwei Schwerter zur Verfügung. Also hieß es malen und gewinnen. An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an den Verlag Bohem Press .

Doch was konnte ich für die Erwachsenen anbieten. Eine Lesung … zu viele Geräusche Drumherum durch das Treiben auf der Straße …. nach langem hin und her, hatte ich mich entschieden Kuchen anzubieten. 15 Stück wollte ich backen. Fronleichnam bin ich dann um 8.00 Uhr aufgestanden und habe angefangen zu backen. Es war schön Mörder warm. Nachdem die ersten Teige fertig waren und auf den Ofen warteten, dachte ich so bei mir … irgendwie sehen die komisch aus. Ach back sie mal, wird schon … Doch auch nach dem backen sahen die Kuchen merkwürdig aus. Ich habe dann einen Kuchen angeschnitten und probiert. BÄÄH … was war das denn, die schmeckten wie eine Mischung aus Altreifen und Mörtel. Was war passiert. Ich weiß es ich genau, vermute aber mal, dass es einfach zu warm war und die Zutaten irgendwie „umgekippt“ sind. Nun stand ich da und hatte nix. 6 Kuchen lagen in der Tonne. Wieder haben wir hin und her überlegt und uns dann dazu entschlossen eine ChillLoungue anzubieten. Wir haben dann unsere Gartenmöbel mitgenommen und diese aufgebaut. Die Leute haben sich gefreut bei der Hitze im Schatten unter unserer Markise sitzen zu können.

Alles in allem war der Tag ein voller Erfolg. Die Kids haben fleißig gemalt und sich über die Gewinne gefreut, und wie bereits erwähnt haben es die Erwachsenen genossen bei uns chillen zu können. Es waren viele „fremde“ Menschen in der Buchhandlung um zu schauen und zu stöbern.

Der nächste Bröltaler Familiensonntag ist in 2 Jahren und ich habe jetzt schon ein paar Ideen was ich machen möchte. Lasst Euch überraschen. Und jetzt ein paar Impressionen vom Tag …

 

 

Bis dann Eure Angelika ♥

 

 

Muslimus modernus

Kein & Aber, ISBN: 9783036957524, Preis: 25,00 €

Klappentext
Während des Studiums in Oxford trifft Peri, die in Glaubensfragen schon immer zwischen den Stühlen saß, auf die weltoffene Shirin und die Kopftuch tragende Mona. Es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen drei  sehr unterschiedlichen Frauen mit muslimischem Hintergrund – Shirin, die Sünderin, Mona, die Gläubige und Peri, die Verwirrte.
Jahre später lebt Peri wieder in Istanbul, hat eine eigene Familie und bewegt sich in den besseren Kreisen. Doch eines Tages wird sie unvermittelt von der Vergangenheit eingeholt. Was ist in Oxford geschehen, dass sie sich mit den Freundinnen entzweit hat? Und was hat der charismatische Professor Azur und sein umstrittenes Seminar über „Gott“ damit zu tun?

∗∗∗∗∗

„Wachsam und gefügig verfolgte sie die Kämpfe und sah zu, wie sich ihre geliebten Eltern gegenseitig zerfleischten. Sie lernte früh, dass kein Krieg schlimmer war als ein Familienkrieg und kein Familienkrieg schlimmer als der, bei dem es um Gott ging.“ (Seite 37)

Peri wächst in Istanbul auf. Die Familie ist irgendwie zerrissen. Die Mutter eine fanatische Gläubige, der Vater ein trinkender Ungläubiger, der ältere Bruder sitzt im Gefängnis wegen kommunistischer Ambitionen … und dazwischen Peri. Sie weiß nicht an wen sie sich mit ihren Fragen über Gott und die Welt wenden soll.  An die fanatische  Mutter oder den saufenden Vater … Glaube oder Nichtglaube …

Dann hat sie die Möglichkeit nach Oxford zu gehen. Sie hofft dort Antworten zu finden. In Oxford angekommen trifft sie auf Mona und Shirin an. Mona ist eine junge Frau, die Frömmigkeit, Feminismus und Kopftuch vereint. Shirin dagegen setzt sich über alle religiösen Gesetze und Moralvorstellungen hinweg. Und wieder sitz Peri zwischen den Stühlen. Erst ein Seminar über Gott scheint Antworten zu bieten oder doch nicht …

„Weder der Glaube war mir fremd noch der Zweifel. Immer unentschlossen, immer schwankend, nie selbstbewusst. Vielleicht hat mich gerade diese Ungewissheit zu dem Menschen gemacht, der ich bin. Aber sie wurde auch mein größter Feind.“ (Seite 549)

Die Geschichte beginnt im Jahr 2016. Peri lebt in Istanbuls besseren Kreisen, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Auf dem Weg zu einer Dinnerparty wird sie überfallen. Dabei fällt ein Bild aus ihrer Zeit in Oxford aus der Tasche. Und Peri erinnert sich an die Zeit von damals.

In Rückblicken wird die Geschichte von Peri erzählt. Mir hat dieses Switchen  in den Zeiten sehr gut gefallen. Da sind die junge suchende Peri und die erwachsene, die scheinbar ihren Platz gefunden hat. Doch hat sie das wirklich?

Dies ist das zweite Buch von Elif Shafak, das ich gelesen habe. Schon bei dem ersten „Ehre“ war ich begeistert. Shafak schafft es mich mit ihren Themen und den Einblick in eine „andere Welt“ zu faszinieren und zu fesseln.

Im Buch gibt es z. Beispiel eine Szene die einen Jungfräulichkeitsbeweis fordert. Ich habe nur den Kopf geschüttelt und mich gefragt in welchem Jahrhundert wir leben und ob es so etwa wirklich noch geben kann … Es sieht ganz danach aus.

„>Kann mir mal jemand erklären, warum junge Muslime immer so schnell beleidigt sind?< >Vielleicht weil wir ständig angegriffen werden? Tagtäglich muss ich mich rechtfertigen, obwohl ich nichts Böses getan habe. Ich soll beweisen, dass ich keine potentielle Selbstmordattentäterin bin! Ich fühle mich immerzu kontrolliert. Weißt du, wie verlassen man sich da vorkommt?<“ (Seite 468/ 469)

Glaube und Fanatismus, zwei Wörter die im Moment unseren Alltag mehr denn je begleiten.

Beim Lesen des Buches konnte ich Mona an vielen Stellen so sehr verstehen.  Eine junge Muslima, die ihren Glauben leben möchte, dies mit den Tragen des Kopftuches verdeutlicht aber auch zugleich eine Feministin ist, die sich für die Rechte der Frauen in einem Männer geprägten Land einsetzt. Und dann die ständigen Anfeindungen von außen, dass alle „Kopftuchträgerinnen“ potentielle Attentäter sind.

Auch Peri s Gedanken konnte ich sehr gut nachvollziehen. Da sind die fanatische Mutter und der trinkende ungläubige Vater … beides ist nicht das was Peri sich unter „ihrem“ Gott vorstellt. Doch was ist Gott?

Peri ist ein Symbol für viele von uns … sie ist Suchende, Fragende und Zweifelnde.

Mir hat dieses Buch ausgesprochen gut gefallen. Vor allem die Aspekte des Glaubens, die Denkanstöße in verschiedene Richtungen und die philosophische Betrachtungsweise  haben dieses Buch lange nachwirken lassen und in unserem Lesekreis zu einer sehr langen Diskussion  über Glaube Religion geführt.

„Ich glaube, dass Gott aus vielen Teilen besteht und ganz bunt ist. Ich kann mir einen friedlichen Gott zusammenbauen, der alle leibt. Oder einen wütenden, der alle bestraft. Oder gar keinen. Gott ist wie Lego.“ (Seite 64)

Unbedingt lesen!!!

 

5 von 5 Sternen

Jetta Carleton

Kiepenheuer & Witsch, ISBN: 978-3-462-04096-8, Preis: 9,99 €

Missouri in den 50er-Jahren: Wie in jedem Sommer kommen die längst erwachsenen Töchter von Matthew und Callie Soames für zwei Wochen zurück auf die Farm ihrer Eltern: die stets pflichtbewusste Leonie, die das Glück an sich vorbeiziehen zu lassen scheint, Mary Jo, die fernab der Familie in New York beim Fernsehen arbeitet, und Jessica, die das College sausen ließ und den falschen Mann geheiratet hat. Mathy, die Rebellin, wird von allen vermisst. Eine schmerzhaft schöne Reise zurück in die Vergangenheit beginnt.

∗∗∗∗∗

Dieses Buch ist in mehreren Kapiteln gestaltet. Zuerst einmal wird über die Familie im Allgemeinen erzählt. Über die alljährlich Anreise der Töchter und die gemeinsam verlebte Urlaubszeit. Danach wird aus Sicht jeder einzelnen Person die Familiengeschichte erzählt. Aber immer fortführen bis in die Zeit, in der wir uns am Anfang befinden. Die Autorin hat das so einfühlsam geschrieben, so fesselnd und liebevoll. Man erfährt warum und wieso jeder einzelne sich so verhält und/ oder so geworden ist wie er ist. Dabei erfährt der Leser Dinge, die er so vielleicht gar nicht erwartet hätte.

Ein wundervolles Buch, über eine wundervolle Landschaft und eine Familie, die zusammen hält bzw. immer wieder zusammen findet, egal was passiert.

Ein Buch über Mut, Eitelkeit, Verzicht und ungeahnten Chancen. Ein Buch über Lachen, Liebe und Traurigkeit.Einfach ein wundervolles Buch und ich hätte endlos weiter lesen können.

Danke an dieser Stelle an Regina und Sabine …. ohne Eure Rezis hätte ich nie dieses wunderschöne Buch gelesen!!! ♥♥♥

∗∗∗∗∗∗∗∗

Kiepenheuer & Witsch, ISBN: 978-3-462-04394-5, Preis: 8,99 €

Missouri, Anfang der Vierzigerjahre: Allen Liles, Mitte zwanzig träumt von New York, vom Theater, von der Musik, vom Schreiben. Stattdessen beginnt sie an einem College in der tiefsten Provinz zu unterrichten, wie ihre Mutter und Großmutter. Dort öffnet sie ihren Studenten ein Tor zur Welt, sie treffen sich in Bars und Cafés, diskutieren über Literatur, Liebe, das Leben, bis spät in die Nacht. Als Allen sich in einen der Studenten verliebt, erkennen sie Grenzen, die sie lange ignoriert hat. Sie muss sich entscheiden, wofür es sich zu kämpfen lohnt – und was ihr die Freiheit wert ist.

∗∗∗∗∗

Dies ist nach „Wenn die Mondblumen blühen“ Jetta Carletons 2. Roman. Das Manuskript war lange verschollen und wurde 2009 nach der zweiten Veröffentlichung von „Wenn die Mondblumen blühen“ gefunden.

Allen Liles ist eine junge Frau, die ihr Leben noch vor sich hat. Sie ist jung und wild. Möchte das Leben genießen. Doch durch ihre Stellung als Lehrerin wird sie gezwungen sich an Konventionen und Richtlinien zu halten. Ob sie damit glücklich wird?

„In Frühlingsnächten“ ist ein wundervoller Roman, der lyrische und philosophische Elemente enthält. Auch hier ist sie wieder, diese Magie, die die Autorin benutzt, um den Leser in seinen Bann zu ziehen. Ein Buch, das man aber auf Grund dieser lyrischen und philosophischen Texte nicht schnell lesen kann/ sollte. Ich habe mich diesen Texten hingegeben und auf mich wirken lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

… aus „Niemand weiß, wie spät es ist“ von René Freund

Zsolnay, Paul
Fester Einband
272 Seiten
Erscheinungsdatum: 25.07.2016
Preis: 20,00 €
ISBN: 9783552063266

 

„Der Tod ist ein Skandal, hat Canetti gesagt. Das ist ein großer Unsinn. Canetti gehört nicht zum Kreis meiner Altersfreunde! Der Tod ist eine simple Sache. Der Skandal ist das Leben. Es geht einfach weiter.“ (Seite 192)

∗∗∗

„Alles ist irgendwann das erste Mal. Und alles ist irgendwann das letzet Mal. Der erste Kuss, der letzte Kuss … der unwiederbringliche letzte Kuss.“ (Seite 193)

∗∗∗

„Ich verstehe da so: Es gibt nur zwei Möglichkeiten – es gibt keine dritte! Entweder, das alles hat einen Sinn, oder alles ist Willkür und Zufall. Entweder. Dein Leben wird von einer inneren Weisheit geleitet, oder deine Freunde, deine Familie, deine Erfahrungen sind sinnlos und austauschbar. Und auch wenn ich wie wir alle den Sinn nicht erkennen kann, möchte ich auf den Sinn wetten. Das macht unser Leben einfach größer und erfüllter.“ (Seite 234)

∗∗∗

Neulich in der Buchhandlung … #9

Hallo Ihr Lieben,

eigentlich wollte ich heute etwas über den 9. Bröltaler Familiensonntag schreiben. Doch soeben habe ich eine ganz liebe Nachricht über Facebook bekommen. Die hat mich so berührt, dass ich diese Nachricht mit Euch teilen möchte.


 

 

Liebe Angelika,

wir schicken Ihnen viele Grüße aus dem Krankenhaus. Gestern wurde unsere kleine Hope geboren, mit 3470gr und 49 cm verzaubert sie uns nun täglich. Wir freuen uns schon auf unseren ersten Spaziergang…..mit Zwischenstopp in Büchergarten.

Viele liebe Grüße von C. B. (Name habe ich gekürzt) und Hope Aurélie

 

 

 

Ich bin gerade total verliebt in diese kleine Maus. Ist die nicht süß? ♥♥♥  Und der Name … Hope Aurélie …. ♥♥♥ Ich bin so gerührt und muss jetzt erst mal das Pippi aus den Augen wischen …

Eure Angelika ♥