Geschafft!!!

IMG_2700Puh … das wäre erst einmal geschafft. Endlich habe ich auch einen Blog. Ich möchte mit diesem Blog meine Liebe zu Büchern teilen. Für mich gibt es nichts schöneres als den Menschen von meiner Liebe zu Büchern zu erzählen, sie mit meiner Freude über Literatur anzustecken. 🙂

Erst einmal habe ich ein paar Rezensionen aus dem letzten Jahr online gestellt. Ob noch mehr aus dem letzten Jahr folgen weiß ich noch nicht, da es ja dieses Jahr viele tolle neue Bücher geben wird.

Ich möchte Euch eine kleine „Einführung“ geben.

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In den nächsten Tagen und Wochen werde ich das ein oder andere noch spezifizieren. Über Frage, Anregungen und konstruktive Kritik freue ich mich. Ihr könnt das hier kommentieren oder mir eine Mail schreiben: angelikaabels@gmx.de.

Jetzt wünsche ich Euch mega viel Spaß beim stöbern in meinem Blog.

Eure Angelika ♥

Sophie und Alex

 

Heyne Verlag, ISBN 9783453271036, Preis: 14,99 €

Rückentext
Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der  Geburt im Stich gelassen hat, und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.
Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert …

∗∗∗∗∗

„Weil es beschissen ist, jemandem so ähnlich zu sehen, den man hasst. Oder hassen sollte. Jemandem, den man eigentlich nicht kennt und trotzdem vermisst. Jemandem, der etwas ganz tief in einem drin kaputt gemacht hat und von dem man sich dennoch wünscht, dass er eines Tages zurückkommt und einem sagt, dass er einen lieb hat. Menschen gehen. Manchmal körperlich – Lukas -, manchmal emotional – Papa – und manchmal beides – meine Mutter.“ (Seite 21)

Sophie wächst bei ihrem Vater auf, denn ihre Mutter hat die Familie kurz nach Sophies Geburt verlassen. Vater und Tochter verstehen sich gut. Sophie hat einen besten Freund, Lukas. Alles scheint in bester Ordnung zu sein. Doch dann verliebt sich Sophies Vater in eine Kollegin und will zu ihr und ihren Kindern nach München ziehen. Sophie ist entsetzt. Ihr Leben ist schon kompliziert genug, und nun soll sie ihren besten Freund verlassen um in eine Stadt zu einer Familie zu ziehen, die sie gar nicht will. Doch leider hat Sophie keine andere Option.

In der neuen Stadt fühlt sich Sophie vollkommen allein. Die neue „Mutter“ und „Brüder“ geben sich alle Mühe, damit Sophie sich einlebt. Doch die sperrt sich dagegen. Dann trifft sie das Mädchen aus dem Nachbarshaus und fühlt sich von Alex angezogen. Vorsichtig nähren sich die beiden an …

„Ich hatte noch nie eine beste Freundin, und ich habe auch keine vermisst, aber nach diesem Abend mit Alex – zwanzig Meter Luftlinie voneinander entfernt, lachend jede in ihrem Bett – weiß ich, dass ich in ihr jemanden gefunden habe, den ich behalten will.“ (Seite 159)

„Den Mund voll ungesagter Dinge“ ist der zweite Jugendroman von Anne Freytag, den ich gelesen habe. Den ersten „Mein bester letzter Sommer“ habe ich verschlungen. Darum war ich auf das neue Buch sehr gespannt.

Was soll ich sagen, auch den habe ich verschlungen. Sophie ist eine Protagonistin, die mir von der ersten Seite an ans Herz gewachsen ist. Ihre Verletzlichkeit, durch den Weggang der Mutter ausgelöst, versteckt unter einer Coolness, die bei den kleinsten Verletzungen zusammenbricht, macht sie so real. Jede Seite habe ich das Gefühlschaos in ihr spüren können.

In dem neuen Roman von Anne Freytag geht es um das Suchen und Finden der eigenen Sexualität. Mit Sophie schafft sie eine Protagonistin, die am Anfang nicht in der Lage ist Gefühle zu zulassen. Der Verlust/ Weggang der Mutter hat in ihr eine Grundangst vor Verlusten aufgebaut. Also schütz sie sich, in dem sie keine Gefühle aufkommen lässt. Doch als Sophie auf Alex trifft ist plötzlich alles anders. Bei Alex kann Sophie sich geben wie sie ist. Doch ein Mädchen kann/ darf doch kein Mädchen lieben. Das stürzt Sophie und auch Alex, die einen Freund hat, in ein Gefühlschaos.

Anne Freytag schafft es mit einfühlsamen und sensiblen Worten dieses Gefühlschaos zu beschreiben. Als Leserin kann ich es förmlich spüren. Mit jeder Seite fiebere ich mit Sophie, wie es weiter geht. Schafft sie es? Kann sie endlich ihren Platz im Leben finden? Und Alex … wird sie an Sophies Seite sein?

„Ich wollte mich immer verlieben. Ich wollte das alles fühlen. Ich wollte überschwemmt werden von Emotionen, die ich nicht verstehe. Die ich nicht erklären kann. Ich wollte mich in jemandem verlieren und gleichzeitig in ihm wiederfinden. Ich wollte jemanden, der über mein Gesicht hinaussieht und mich auch dann noch liebt. wenn ich es am wenigsten verdient habe, weil ich es nämlich genau dann am meisten bräuchte. Ich wollte, dass jemand sich Schicht für Schicht bis zu meinem panischen Herzen vorarbeitet, weil ich es ihm nur dann schenken kann. Und ich wollte, dass es jemand ist, der es verdient hat. Jemand, der bleibt. Jemand, der mich so küsst, dass ich aufhöre zu denken. Dass ich nur noch aus Lippen und Hände bestehe. Jemand, mit dem der Film in meinem Kopf und die Realität endlich übereinstimmen. Mit dem ich ausnahmsweise mal wirklich komme und dem ich es nicht nur vorspiele. Jemand, mit dem ich reden kann. Und lachen. Und nackt sein. Einfach jemand, mit dem ich gerne ich bin. Wer auch immer das sein mag.“ (Seite 217)

Dieses Buch ist ein Coming-out Roman, der sehr gefühlvoll, sensibel und in meinen Augen real geschrieben ist. Ich wünsche mir viele Leser*innen für diese tolle Geschichte und kann nur sagen … unbedingt lesen!

Liebe Anne, vielen Dank für dieses wundervolle Buch und die tolle Zeit mit Sophie und Alex. Ich habe Sophie in mein Herz geschlossen und am Ende mit ihr geweint ♥♥♥

… aus „Die vier Jahreszeiten des Sommers“ von Grégoire Delacourt

Atlantik Verlag, ISBN 9783455600414, Preis: 18,00 €

Ich warte darauf, dass sie größer wird, Mama. Ich warte darauf, dass sie den Kopf an meine Schulter lehnt. Ich warte darauf, dass ihr Mund zittert, wenn ich mich ihr nähere. Ich warte auf die betörenden Düfte, die sagen, du kannst dich jetzt in mich verlieren, in mir verbrennen. Ich warte darauf, ihr Worte zu sagen, die man nicht zurücknehmen kann. Die Worte, die die Weichen stellen für ein Leben zu zweit. Für das Glück. Und manchmal für eine Tragödie.“ (Seite 24)

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Einige Jahre später lernte ich einen Ehemann kennen. Lachen Sie nicht. Natürlich war er bezaubernd. Sogar schön. Von der Art Schönheit, die wir Frauen bei einem Mann wahrnehmen, wenn wir hungrig sind. Sein Blick, seine Stimme, seine Worte waren ungeschickt. Nach ein paar Liebesnächten, Fieber, Zärtlichkeit, Gewalt und Versöhnung wurde ich schwanger. Erst stürzt man sich aufeinander, und dann stürzt man ab.“ (Seite 57)

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„Morgen muss ich auch den perfekten Körpern entgegentreten. Den Körpern mit makellosen Brüsten, die sie der Jugend oder der Chirurgie verdanken. Den wunderbaren, herrlich gebräunten Körpern, die den Frauenmagazinen und den Hochglanzseiten entsprungen zu sein scheinen und denen man jetzt hier am Strand begegnet, sie sind ganz nah neben uns und unseren Männern. Den Körpern mit endlosen Beinen, die auf den Kaffeeterrassen unter kurzen Röckchen zur Schau gestellt werden, wie diese „Zirkel, die den Erdball in alle Himmelsrichtungen ausmessen.“ Diese Traumkörper, wie Ohrfeigen, die mich ständig daran erinnern, was man entbehrt, wenn man die fünfzig erreicht hat, was uns das Leben, die Geburten, die niederträchtige Zeit und der heimliche Kummer geraubt haben. Weil mein Mann mich nicht mehr anschaut …“ (Seite96/ 97)

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“Wir sind wunderbar verliebt – seit fünfunddreißig Jahren. Wir sind der Letzte des anderen, diese Gewissheit macht uns unendlich ruhig, glücklich und frei. Wir sind ewig schön füreinander.“ (Seite 179)

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Von ewiger Jugend und Schönheit

dtv-Klassiker, ISBN: 9783423142076, Preis: 8,90 €

Rückentext
Dorian Gray ist jung, schön und unverdorben. Beim Anblick seines Porträts äußert er den „wahnsinnigen Wunsch“, das Bildnis möge an seiner Stelle altern, er selbst ewig makellos jung bleiben. Er ahnt nicht, was das für Folgen hat.

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„Ich bin auf alles eifersüchtig, dessen Schönheit nicht stirbt. Ich bin eifersüchtig auf das Porträt, das du von mir gemalt hast. Warum soll es behalten, was ich verlieren muss? Jeder Augenblick, der vergeht, macht mich ärmer und das Bild reicher. Ach, wenn es doch umgekehrt wäre! Wenn sich das Bild verändern würde und ich könnte so sein, wie ich jetzt bin! Warum hast du es bloß gemalt? Eines Tages wird es mich verspotten – schrecklich verspotten!“ (Seite 42/42)

Die Geschichte ist schnell zusammen gefasst. Der Maler Basil Hallward malt ein wunderschönes und zugleich sein bestes Porträt aller Zeiten. Zu sehen ist der junge Dorian Gray. Beim Anblick seines Porträts hat Dorian nur einen einzigen Wunsch … er möchte zeit seines Lebens immer so wunderschön und jung aussehen wie auf diesem Bild. Im weiteren Verlauf der Geschichte trifft  Dorian auf den Lebemann Lord Henry. Dieser zeigt Dorian ein Leben im Überfluss. Diese Leben prägt Dorian. Er geht sogar letzteendlich über Leichen.

„Das Geheimnis des Jungbleibens besteht darin, nie eine Empfindung zu haben, die einem nicht gut zu Gesicht steht.“ (Seite 120)

Ehrlich gesagt habe ich noch nie etwas von Oscar Wilde gelesen. Doch die Damen aus dem Lesekreis wollten dieses Buch unbedingt lesen. Also musste ich den „sauren Apfel“ beißen. Vier Wochen hatte ich Zeit und es lag auf meinem Nachttisch und lag dort und lag dort … Vier Tage vor dem nächsten Lesekreis Abend habe ich dann angefangen das Buch zu lesen. Alles in mir sträubte sich … doch dann habe ich es fast verschlungen, denn es war gar nicht so „staubig“ und „trocken“ wie ich vermutet hatte. Es war mega spannend, hatte zwar ein paar Längen, doch das Ende hat mich dann echt fasziniert.

„Er spürte, dass die Zeit gekommen war, sich zu entscheiden. Oder war die Entscheidung bereits gefallen? Ja, das Leben hatte für ihn entschieden – das Leben und seine unendliche Neugier auf dieses Leben. Ewige Jugend, unendliche Leidenschaft, geheime subtile Genüsse, wilde Freuden und noch wildere Sünden – all diese Dinge würde er haben. Die Last seiner Schande würde das Bild tragen.“ (Seite 148/ 149)

„Das Bildnis des Dorian Gray“ ist Wildes einziger Roman. Von der ersten Seite an, hat mich die Sprache die Wilde benutzt in ihren Bann gezogen. Der Wunsch nach ewiger Jugend und Schönheit … auch heute noch ein Thema in unserer Gesellschaft. Heute kann man mit Hilfe von Spritzen und Operationen nachhelfen. In der Zeit von Wildes Roman war das noch Wunschdenken. Doch was passiert, wenn der Wunsch Wirklichkeit wird? Was, wenn ein Bild anstatt ich selbst altere? Und was, wenn man ein Leben am Abgrund führt. Ein Leben voller Dekadenz und Gier? Wie passt das zu einem Bildnis, voller Schönheit und Unverdorbenheit?

Diesen „Konflikt“ beschreibt Wilde einfach phantastisch und unterhaltsam, bis hin zu einem Ende, das ich so gar nicht erwartet hätte.

Dann ergriff ihn jäher Hass auf die eigene Schönheit, die ihn ruiniert hatte, seine Schönheit und Jugend, um die er gebeten hatte. Ohne diese beiden Dinge hätte sein Leben unbefleckt bleiben können. Seine Schönheit war nur eine Maske für ihn gewesen, seine Jugend nur blanker Hohn. Was war denn Jugend im besten Falle? Eine grüne und unreife Zeit, eine Zeit der oberflächlichen Launen und blassen Gedanken. Warum hatte er ihre Livree angezogen? Die Jugend hatte ihn verdorben.“ (Seite 304)

 

4 von 5 Sternen

Neulich in der Buchhandlung … #8

 

Hallo liebe Leser,

am 23. April war ja „Welttag des Buches“. Aus diesem Anlass gibt es jedes Jahr die Aktion „Ich schenk Dir eine Geschichte“ von der Stiftung Lesen und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Lehrkräfte der 4. und 5. Jahrgangsstufe können dann kostenfrei Buchgutscheine bestellen, die sie dann an ihre Schüler verteilen. Diese können die Gutscheine dann in den teilnehmenden Buchhandlungen gegen das Buch „Ich schenk dir eine Geschichte“ einlösen. Jedes Jahr gibt es ein neues Buch zum Welttag des Buches. In diesem Jahr haben bundesweit  42.000 Klassen mit insgesamt 1 Millionen Schülerinnen und Schülern teilgenommen.

Für mich war es dieses Jahr das zweite Mal. Natürlich habe ich einiges aus dem letzten Jahr gelernt und für verbesserungswürdig gehalten. Die Kids sollen natürlich nicht einfach nur ihr Buch abholen, sondern auch etwas über Bücher und Buchhandlungen erfahren. Dieses Jahr erwartete ich 5 Klassen (3x 4. Jahrgangsstufe und 2x 5. Jahrgangsstufe) mit insgesamt 120 Schülerinnen und Schüler.

Den Mädchen und Jungs aus der 4. Jahrgangsstufe habe ich etwas darüber erzählt, wie Bücher entstehen. Von dem ersten Gedanken der Autoren über Druck und Layout bis hin zur Vermarktung. Ich finde es immer wieder faszinierend wie gebannt die Kids zuhören und auch kluge Fragen stellen. Manchmal bin ich sogar echt verblüfft über die Fragen.

Den Schülerinnen und Schülern der 5. Jahrgangsstufe erzähle ich wie man Buchhändlerin wird und was diese den ganzen Tag so macht. Auch das fand dieses Jahr gr0ßes Interesse. Einige fragten nach, ob sie vielleicht ein Praktikum im Büchergarten machen dürften.

Für mich waren die letzten 4 Tage sehr aufregend und voll mit Glücksgefühlen. Wenn mir jetzt einer erzählen will, die Kids unserer Zeit hängen nur am Smartphone oder Tablet oder … oder und würden sich nicht mehr für Bücher und das Lesen interessieren, dem muss ich widersprechen. Kinder sind interessiert, von Natur aus neugierig auf das was sie nicht kennen. Und nur wenn man hier ansetzt egal, ob als Eltern, Lehrer oder auch Buchhändlerin, dann kann man Kids auch für das Lesen begeistern. Das macht mich glücklich, und wenn ich von de 120 Kids nur 12 zu Lesern fürs Leben mache, dann macht mich das glücklich.

Ich bin jetzt schon gespannt aufs nächste Jahr.

Eure Angelika ♥♥♥

Das geraubte Leben der Nordkoreaner

Suhrkamp
Erscheinungsdatum: 11.03.2013
ISBN: 9783518465226
Preis: 10,99 €

Klappentext
Pak Jun Do hat noch nie einen Film gesehen, kaum je ein Werbeplakat, er findet es merkwürdig, dass woanders Leute Tiere im Haus halten, und wundert sich über Maschinen, die Geld auswerfen. Er kennt keine Ironie, keine Kunst, keine Mode und keine Magazine. Aufgewachsen im nordkoreanischen Waisenhaus „Frohe Zukunft“, ist er ein winziges Rädchen im großen Getriebe der absurd-grausamen Herrschaft des „Geliebten Führers“ Kim Jong Il. Nur ein falsches Wort kann jeden sofort ins Lager bringen. Doch mit der Zeit beginnt Jun Do an etwas zu glauben, was stärker ist als Staatstreue: Freundschaft und Liebe. Als er die Schauspielerin Sun Moon trifft, lernt er das bedingungslose Vertrauen in einen anderen Menschen kennen. Und nur dafür lohnt es sich zu überleben.

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Obwohl diese Geschichte eine „fiktive“ ist, steckt doch mehr Realität und Wahrheit über Nordkorea darin, als man als Leser wahr haben möchte. Dieses Buch ist keine einfache Lektüre, und es braucht eine Zeit, bis man sich darin zurecht findet. Denn das was man hier liest lässt einem den Atem stocken.

Menschen sind hier nicht Menschen. Sie sind Spielbälle des „Geliebten Führers“. Er allein bestimmt und manipuliert wie es ihm gefällt. Männer bekommen ihre Ehefrauen zugewiesen. Stirbt der Mann, wird ein Ersatzmann für die Frau gefunden. Hübsche junge Frauen werden verschleppt und müssen dort als Hostessen arbeiten. Denunzierte werden solange gefoltert bis sie gestehen und landen dann im Arbeitslager. Sterben sie dort, zapft man ihnen das Blut für Blutkonserven ab. Oder aber sie werden durch Elektroschocktherapie ihrer Vergangenheit beraubt. Menschen verschwinden einfach und keiner wagt es danach zu fragen, denn für alles hat der „Geliebte Führer“ eine Geschichte. Seine Geschichte.

Ihr denkt, dass kann und darf im 21. Jahrhundert nicht sein? Leider ist dem so. Ich habe mich schlau gemacht und im Netz gestöbert. Leider ist das der traurige Alltag in Nordkorea. Was die Menschen dort ertragen müssen ist einfach unfassbar, und die „mächtigen“ Staaten und Länder drum herum können nichts machen, um diesen Wahnsinn zu beenden.

Trotz alledem was ich lesen musste über Jun Do und sein Leben in Nordkorea, lässt mich dieses Buch nicht ganz so traurig zurück. Denn trotz aller widrigen Umstände lernt Jun Do Menschen kennen, denen er vertrauen kann, und die ihm zeigen, dass es sich lohnt zu kämpfen. Vielleicht schaffen andere Menschen in Nordkorea diesen Schritt auch, und vielleicht erhebt sich irgendwann ein ganzes Volk gegen den „Geliebten Führer“ … vielleicht … ich wünsche es mir sehr!!!

„(…) Als Buc weg war sagte er zu Jun Do:“Wo wir herkommen, sind Geschichten Realität. Wenn der Staat einen Bauern zum Musikvirtuosen erklärt, dann tun alle gut daran, ihn von da an Maestro zu nennen. Und er selbst täte gut daran, insgeheim Klavier zu üben. Für uns hat die Geschichte eine größere Bedeutung als die Person. Wenn ein Mann nicht zu seiner Geschichte passt, dann ist es der Mann der sich ändern muss.“ (…) (Seite 191/192)

Ende und Anfang

Atlantik Verlag, ISBN: 9783455600568, Preis: 20,00 €

Klappentext
„Wer auf meiner Beerdigung weint, mit dem rede ich kein Wort mehr“, hat Lou oft gewitzelt. Auf der kleinen bretonischen Insel mochte sie jeder: Lou war eine verständnisvolle Mutter, eine lustige Großmutter, eine verlässliche Freundin und Nachbarin. Sie kochte miserabel, aber voller Liebe, hatte das lauteste Lachen und trank am liebsten Champagner.
Doch nun ist Lou tot – und die Familie droht auseinanderzubrechen. Jo war zwar ein liebevoller Ehemann, doch seine erwachsenen Kinder Sarah und Cyrian kennt er kaum. In ihrem Testament bittet ihn Lou, ihr einen letzten Wunsch zu erfüllen: Er soll das zerrüttete Verhältnis zu Sarah und Cyrian kitten und die beiden glücklich machen. Erst dann darf er ihren letzten Brief lesen – der versiegelt, natürlich in einer Champagnerflasche, auf ihn wartet.
Eine folgenschwere Flaschenpost und eine schwierige Mission. Doch zum Glück steht Jo seine patente Enkeltochter Pomme zur Seite, die Schicksal spielt. Und bald ist in Lous und Jos Familie nichts mehr, wie es war …

∗∗∗∗∗

„Der Notar geht unsere Kinder holen. Das wird ein Gemetzel. Du hast mir gerade die nächsten zwei Monate versaut meine Liebe. was bleibt mir noch, ohne dich? Die zweistellige Zahl unserer gemeinsamen Jahre und die hundertstellige unserer gemeinsamen Lachanfälle?“ (Seite 45)

Lou ist tot und hinterlässt viele traurige Menschen, die Jo auf den richtigen Weg bringen soll.

Sarah die Tochter der  beiden. Sie wurde nach einer schweren Erkrankung von ihrem Freund und zukünftigen Mann verlassen. Seither versucht sie der Liebe aus dem Weg zu gehen.

Cyrian der Sohn von Lou und Jo. Lou wusste Bescheid. Wusste von Dany, seiner Freundin, mit der er seine Frau Albane betrügt. Die beiden haben eine Tochter … Charlotte. Außerdem hat Cyrian noch eine Tochter, Pomme. Doch der Kontakt zu ihr ist sehr sporadisch. Lous Sohn hat kurz vor Pommes Geburt die Insel Groix verlassen und lebt seitdem in Paris.

Albane ist eine strenge Mutter, die Charlotte ständig unter Kontrolle hält.

Pomme liebt ihre Mutter und die Großeltern. Denn obwohl sie kaum Kontakt zu ihrem Vater hat, hat sie einen sehr engen Kontakt zur ihren Großeltern.

Und dann ist da noch Jo. Die Beiden haben sich unendlich geliebt. Seinetwegen ist Lou mit auf die Insel Groix gezogen und hatte dort ein schönes Leben.

„Wir sind eine sonderbare Familie. Du warst der Mörtel, Lou. Ohne dich bröckelt das Gebäude, wankt, um mit großem Getöse einzustürzen.“ (Seite 64)
„Du warst die Schönste. Du hast mir beigebracht, glücklich zu sein und mich überall wohlzufühlen. Ohne dich bin ich ein Trottel.“ (Seite 87)

Auf den ersten Blick sind die vielen Namen und Protagonisten verwirrend. Doch innerhalb der Geschichte haben alle ihren eigenen Platz. Abwechselnd erzählen sie aus ihrem Leben und dem Leben mit Lou. Sie lassen mich an ihrem Schmerz über den Verlust von Lou teilhaben. Dabei erfahre ich viele Details, die zuerst einen Blick in jedes einzelne Leben zulassen und später alle zu einem großen Geflecht innerhalb der Familie werden.

Mir hat das sehr gut gefallen. Diese kleinen Einblicke, die mich an manchen Stellen zuerst einmal verwundert, manchmal auch wütend gemacht haben. Doch dann, im Großen Ganzen konnte ich jeden einzelnen Protagonisten in seinem Handeln und Leben verstehen.

Fouchet gelingt es mit leisen und warmen Worten die Trauer und den Verlust  jedes einzelnen herauszuarbeiten, Ich fühlte mich allen sehr nah, doch Jo und Pomme waren die, die mein Herz am meisten berührt haben. Das mag sicherlich auch daran liegen, dass sie den größten Part in der Geschichte haben.

„Nicht die Kinder oder Enkel machen uns glücklich, sondern die Liebe, die sie hervorrufen, mit der man sie umgibt, die uns durchdringt.“
(…)
„Man kann nicht wissen, woran man einmal sterben wird, aber man kann entscheiden, wie man leben will.“ (Seite 358)

Ein zauberhafter Familienroman mit Charakteren, die von Fouchet liebevoll dargestellt werden, mit all ihren Ecken und Kanten, in einer Kulisse mit französischem Charme.

Unbedingt lesen ♥♥♥

 

4 von 5 Sternen

In eigener Sache …

Hallo Ihr Lieben,

irgendwie bin ich ein wenig Blog müde. Ich lese viele Bücher im Moment, doch ich schaffe es nicht die Rezensionen dazu zu schreiben. Hier liegen 6 Bücher, die darauf warten besprochen zu werden. Mir fehlen einfach die Worte dafür. Ich habe das Gefühl, dass sich jede Rezension gleich liest. Wenn ich andere Blogs anschaue, so finde ich die wesentlich professioneller als meinen. Das fängt beim Layout an bis hin zu den Bildern und Beiträgen.

Heute zum Beispiel wollte ich, weil es fehlt, ein Impressum unten anfügen, doch ich raffe das nicht, weil ich keine Ahnung davon habe. Ich muss mich erst durch zig Anleitungen lesen und verstehe immer noch nichts. Dann kommt noch dazu, dass manche Anleitungen nur in Englisch sind, und das verstehe ich gar nicht. Damit habe ich heute ungelogen 4 Stunden verbracht und nichts ist dabei rausgekommen. Verschwendete Zeit, Zeit die ich zum lesen hätte nutzen können. Das frustet mich total. Ständig habe ich das Gefühl ich muss dies, ich muss das … Vielleicht sind meine persönlichen Ansprüche an mich auch viel zu hoch … ich weiß es nicht.

Den Blog ruhen lassen kann ich nicht, da er ja Teil meines Büchergarten ist. Das möchte ich auch nicht. Irgendwie drehe ich mich im Kreis. Falls jemand von Euch Tipps hat, immer her damit …

Eure Angelika ♥♥♥