Geschafft!!!

IMG_2700Puh … das wäre erst einmal geschafft. Endlich habe ich auch einen Blog. Ich möchte mit diesem Blog meine Liebe zu Büchern teilen. Für mich gibt es nichts schöneres als den Menschen von meiner Liebe zu Büchern zu erzählen, sie mit meiner Freude über Literatur anzustecken. 🙂

Erst einmal habe ich ein paar Rezensionen aus dem letzten Jahr online gestellt. Ob noch mehr aus dem letzten Jahr folgen weiß ich noch nicht, da es ja dieses Jahr viele tolle neue Bücher geben wird.

Ich möchte Euch eine kleine „Einführung“ geben.

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In den nächsten Tagen und Wochen werde ich das ein oder andere noch spezifizieren. Über Frage, Anregungen und konstruktive Kritik freue ich mich. Ihr könnt das hier kommentieren oder mir eine Mail schreiben: angelikaabels@gmx.de.

Jetzt wünsche ich Euch mega viel Spaß beim stöbern in meinem Blog.

Eure Angelika ♥

Rückblick & Einblick … Februar 2020

 

Hallo Ihr Lieben,

ich bin Euch noch einen Rückblick & Einblick für Februar schuldig. Bisher bin ich nicht dazu gekommen. Mein Kopf ist momentan voll mit 1000 anderen Dingen. Da ich nicht schlafen kann, hab ich mir mal den Laptop ins Bett geholt und möchte Euch zumindest einen kleinen Rückblick & Einblick für Februar 2020 geben.

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Rückblick

Im Februar habe ich erstaunlicherweise auch viele Bücher gelesen, was auch an dem verlängertem Wochenende wegen Karneval lag. Auch im Februar gab es wirklich gute Bücher, aber auch echt mega Flops. Richtig gut gefallen haben mir „Das Haus der Frauen“ von Laetitita Colombani aus dem S. Fischer Verlag, „Hör mir zu, auch wenn ich schweige“ Abbie Greaves ebenfalls S. Fischer Verlag und „Die blaue Stunde“ von William Boyd aus dem Kampa Verlag. (Rezensionen folgen)

Das erste Buch von Colombani „Der Zopf“ habe ich nicht gelesen. Das Thema sprach mich seinerzeit nicht an. Doch bei dem neuen Buch sprach mich der Inhalt sehr an. Da gibt es einmal den realen Teil über eine Frau die 1926 gelebt hat und sich mit all ihrer Kraft für bedürftige Menschen eingesetzt hat, bis sie schließlich dann das erste Frauenhaus, den „Palais de la Femme“ in Frankreich schuf. Mir hat diese Geschichte sehr gefallen, vor allem weil diese Frau, die niemand wirklich kennt etwas großartiges geschaffen hat. Parallel dazu erzählt Colombani Geschichten von Frauen, die in diesem Hause leben. Einzelschicksale die für viele Schicksale stellvertreten stehen. Mich haben sie sehr berührt.

„Hör mir zu, auch wenn ich schweige“ habe ich in einer Nacht gelesen. Wow, die Autorin hat es drauf einen Spannungsbogen aufzubauen, so dass man bis zum Schluss dran bleibt. Erzählt wird die Geschichte eines Paares, welches seit 40 Jahren verheiratet ist. Sie liegt nach einem Selbstmordversuch im Koma und er erzählt ihr am Bett ihre gemeinsame Lebensgeschichte. Doch dies macht er, um ihr etwa zu gestehen … seit sechs Monaten hat er nicht mit ihr gesprochen, sich einfach verweigert, weil er in seinen Augen eine große Schuld auf sich geladen hat. Doch bevor er ihr gestehen kann was es ist, spitzt sich die Lage im Krankenhaus zu und er wird nach Hause geschickt. Dort findet er eine Art Tagebuch und nun erzählt sie aus ihrem gemeinsamen Leben und auch sie denkt, dass sie eine große Schuld auf sich geladen hat und will sich deshalb umbringen. Ich sag euch, das ist so toll geschrieben, und da ich unbedingt wissen wollte was für eine Schuld beide auf sich geladen haben, musste ich immer weiter lesen. Ich will nicht zu viel vorweg nehmen, aber nur so viel … ich denke beide hätten es nicht ändern können.

Boyds „Die blaue Stunde“ ist das zweite Buch, welches ich von diesem Autor gelesen habe. Boyd hat eine tolle Art zu erzählen. Völlig unspektakulär erzählt er von einem Mann der sehr lange im Gefängnis saß, wegen eines Mordes den er nicht begangen hat, und nun seine angebliche Tochter aufsucht. Mit ihr gemeinsam möchte er diesen Mord von damals aufklären. Die vermeintliche Tochter sträubt sich zuerst, willigt aber dann doch ein, wenn er ihr seine Lebensgeschichte erzählt. Und dass macht Boyds Protagonist dann auch. Mir hat an dieser Geschichte die ruhige leise teilweise melancholische Erzählweise gefallen.

Auch durchaus lesenswert war „Nach Mattias“ von Peter Zantingh aus dem Diogenes Verlag. Zantingh erzählt von Menschen, die in irgendeiner Weise Mattias gekannt haben. Flüchtige wie innige Beziehungen oder Bekanntschaften. Doch nun ist Mattias tot und ich als Leserin erfahre wie sich dieser Tod auf diese Menschen auswirkt, wie er ihr weiteres Leben beeinflusst.

Ein wenig enttäuscht hat mich das neue Buch von Sabine Roger. Wie sehr habe ich „Das Labyrinth der Wörter“ geliebt. In „Wenn das Schicksal anklopft, mach auf“ geht es um eine junge Frau die das Touret Syndrom hat, eine alte Frau die Angst vor Menschen und dem Leben hat, und noch ein paar anderen „verrückten“ Gestalten. Eigentlich ein Thema, was mich interessiert. Was aber mega anstrengend war, war das Roger die Ticks mit einbaut. Heißt man liest ständig ein Wuaaaaahhhhhh oder liest ein und dasselbe Wort 3-5 hintereinander. Das hat mich in meinem Lesefluss sehr beinträchtig und ich konnte mich auf die eigentliche Story gar nicht konzentrieren. Ab Mitte des Buches wird es weniger, doch da hatte ich das Interesse bereits verloren und hab nur noch quer gelesen. Tolle Story, aber mich hat die Umsetzung ein wenig genervt. Versucht es und schaut selbst, wie Ihr es empfindet.

So, nun noch zu meinem absoluten Flop. Das ist leider „Power“ von Verena Güntner aus dem Dumont Verlag. Oh man, ich habe keine Ahnung was mir diese Geschichte sagen möchte. Das ist wieder so ein Buch, das spaltet. Entweder man liebt es, oder man findet es ganz schrecklich. Ich gehöre leider zu denen, die es ganz schrecklich finden. Es fängt schon einmal damit an, dass die Protagonistin Kerze heißt. Bitte wer heißt im realen Leben Kerze? Dann geht e schon gleich weiter … ein Hund wird vermisst. Kerze macht es sich zur Aufgabe diesen zu finden. Als ihr das auf Anhieb nicht gelingt, versetzt sie sich in den Hund , kriecht auf allen vieren, schnüffelt rum etc. Nun möchten ihr andere Kinder beim Suchen helfen. Das dürfen sie, müssen allerdings wie Kerze auf allen vieren kriechen, wie Hunde fressen und schnüffeln. Letztendlich leben alle Kinder im Wald, die Eltern kommen nicht mehr an ihre Kinder heran, werden von ihnen gebissen und angebellt. Mal ganz ehrlich … ich hab den Sinn nicht verstanden. Sorry!

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Einblick

Im Februar war ja Karneval und Valentinstag. Aus Karneval mach ich mir nicht wirklich etwas. Das liegt wohl daran, dass ich als Kind auf jede Veranstaltung geschleppt wurde die es gab, da mein Vater als Kölner in vielen Karnevalsvereinen war. Deshalb habe ich wohl so etwas wie ein Karnevaltrauma. 🙂 Für mich ist Karneval immer ein verlängertes Wochenende, da wir Rosenmontag den Büchergarten zu lassen, an dem ich viel lesen kann.

Dann war auch noch Valentinstag. Auch einer dieser Tage, der aus Amerika eingeschleppt wurde. Ich bin dann immer hin und her gerissen. Mache ich einen Bücher- und SchnickschnackTisch oder lass ich es bleiben. Meist mache ich dann doch einen, weil einige KundenInnen doch nach Büchern oder Schnickschnack nachfragen. Persönlich machen wir es uns immer schön an diesem Tag. Kochen etwas zusammen und trinken ein Gläschen Wein … Aber mein Mann hat absolutes Blumenkaufverbot. Ich finde die Preise für Blumen an diesem Tag echt unverschämt.

Ansonsten waren wir im Februar das erste Mal bei Trend & Trade in Holland. Da ist ein riesiges Einkaufszentrum für Widerverkäufer. Dort bekommt man alles mögliche rund um NonBooks. Wir kleinen Inhaber geführte Läden haben leider immer wieder das Problem bei den NonBooks, das entweder die VEs (Verkaufseinheiten) so groß sind, dass man ewig an einem Artikel verkauft oder die Mindestbestellmengen so hoch sind. Hier kann ich von dem Artikel der mir gefällt nur 1 oder 2 oder 3 oder wie auch immer nehmen. Ich fand es spannend und hab auch ein paar schöne Sachen für den Büchergarten erstanden.

Apropo Mindestbestellmengen etc. Gerade vor ein paar Wochen habe ich mich wieder sehr über eine Firma, deren Name ich nicht nennen werde, geärgert. Durch Zufall sah ich, dass dieser Verlag wunderschönes Porzellan auf den Markt gebracht hat. Tassen, Eierbecher, Müslischalen etc. Also hab ich da angerufen und einen Katalog bestellt. Die VEs waren okay, und die Dame am Telefon sagte mir, dass ich auf jeden Fall immer die VEs nehmen muss. Nun denn … ich habe mir dann ein paar Sachen ausgesucht und bestellt. Ein paar Tage später bekomme ich einen Anruf vom Verlag, mit dem Hinweis, das ich von diesem Porzellan von allen Motiven eine VE nehmen muss. Ich hatte mir zum Beispiel von den Tassen nur 3 Motive ausgesucht. Es gibt aber 8. Da war ich echt sauer, denn das war mega viel. Das wäre ein dreifaches fast vierfaches Einkaufsvolumen gewesen von dem was ich bestellen wollte. Das kann ich als kleine Buchhandlung nicht wuppen. Liebe Verlage, liebe NonBook Vertriebler … warum acht ihr das? Warum muss man immer solche Mengen abnehmen, die ich niemals verkauft bekomme? Das führt letztendlich dazu, dass nur große Buchhandlungen diese tollen Sachen führen können und die kleinen Buchhandlungen bleiben mal wieder auf der Strecke. Schade … Schade …

So, das war es erst einmal von mir.

Passt auf Euch auf …. Eure Angelika ♥

 

„Das Haus der Frauen“ von Laetitia Colombani

S. Fischer
Fester Einband
256 Seiten
Erscheinungsdatum:
26.02.2020
ISBN: 9783103900033
Preis: 20,00 Euro

Klappentext

Solène ist Staranwältin in Paris. Als sich ein Mandant nach verlorenem Prozess vor ihren Augen in den Tod stürzt, bricht sie zusammen. Halt findet sie im Haus der Frauen, in dem Frauen in Not Zuflucht finden. Sie wird zur Briefschreiberin. Mit jedem Brief, den sie im Auftrag der Bewohnerinnen schreibt, wächst nicht nur ihr Mitgefühl für die verschiedenen Schicksale, sondern auch ihr Interesse an der heldenhaften Blanche Peyron, die 1926 allen Widerständen zum Trotz den „Palais de la Femme“ in Paris begründete.

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„Solène ist genau das: ein kleiner aus dem Nest gefallener Vogel, der versucht, einen Brand zu löschen. Ihr Handeln ist unbedeutend, nicht der Rede wert-lächerlich, wie man sagen würde. Aber sie leistet ihren Beitrag.“ (Seite 158)

Solène arbeitet seit Jahren erfolgreich als Anwältin. Als sich jedoch ein Mandant nach einem verlorenen Prozess vor ihren Augen selbst tötet, stürzt sie das in eine tiefe Krise. Sie hat keine Perspektive mehr, alles erscheint ihr sinnlos und leer. Ihr Therapeut schlägt ihr vor ehrenamtlich zu arbeiten. Menschen zu helfen. Zuerst verweigert Solène sich dieser Idee, ist es doch sie selbst, die Hilfe braucht. Doch sie geht in den „Palais de la Femme“ und schaut sich die Arbeit an …

„Kindheitsträume zu vergessen ist nicht schwer, man hört einfach auf daran zu denken. Man bedeckt sie mit einem Schleier, so wie man Laken über Möbelstücke wirft, wenn man sein Haus für längere Zeit verlässt.“ (Seite 24)

 1925 … Blanche Roussel arbeitet als junge Frau in der Heilsarmee. Ihr Vision ist es allen Menschen, die in Not geraten sind zu helfen. Sie lernt ihren zukünftigen Mann Albin Peyron in der Armee kennen. Fortan setzen die beiden alles in Bewegung um Bedürftigen zu helfen. 1926 gelingt es den beiden mit Hilfe von Spendengeldern und Eigenleistung das „Palais de la Femme“ zu eröffnen.

„Auf diesem wenige Gramm wiegenden Papier liegt das Gewicht eines Lebens. Die Blätter sind leicht und wiegen doch schwer. Es ist keilen Kleinigkeit, Übermittlerin einer solchen Botschaft zu sein. Solène bedenkt, wie viel Vertrauen Binta ihr entgegengebracht hat, indem sie ihr ihre Geschichte erzählt hat. Dessen muss sie sich als würdig erweisen. Sie weiß noch nicht, wie sie es am besten angeht, aber sie nimmt sich vor, ihrer Pflicht mit all der ihr zur Verfügung stehenden Aufrichtigkeit, Intelligenz und Sensibilität nachzukommen. Sie will die richtigen Worte finden (…)“ (Seite 130/131)

Was für ein wunderbares Buch! Erzählt wir in zwei Zeitebenen. Da ist einmal die Geschichte von Solène, einer erfolgreichen jungen Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht. Durch den Freitod eines Mandanten stürzt ihre heile Welt ein. Auf den Rat ihres Therapeuten nimmt sie eine ehrenamtliche Tätigkeit auf. Ihre Arbeit im Frauenhaus hilft ihr aus ihrer Krise. Die Geschichten und Schicksale der Frauen dort haben mich sehr berührt. Es sind Schicksale die auch heute noch zig Millionen Frauen erleben müssen und über die niemand ein Wort verliert.

Parallel dazu wird die Geschichte von Blanche Peyron erzählt. Eine Frau, die wirklich gelebt hat, und die so gut wie niemand kennt. Ich habe ihren Namen auf jeden Fall noch nie gehört oder gelesen. Aber diese Frau hat mit ihrem Mann und vielen anderen Helfern etwas großartiges geschaffen. Sie hat das erste Frauenhaus der Welt gegründet und somit einen Zufluchtsort bedürftige Frauen. Hier hat mich die Lebensgeschichte von Blanche sehr berührt. Sie hat bis zu Erschöpfung für die Verwirklichung ihres Traumes gearbeitet. Ihr großer Wunsch war es den Bedürftigen zu helfen.

Laetitia Colombani hat mit ihrem sehr gefühlvollen Roman Blanche Peyron ein kleines Denkmal gesetzt. Aber wie ihr unten lesen könnt, war Blanche das nicht wichtig. Ihr war es wichtig etwas für die Frauen zu tun und das hat sie nachhaltig geschafft!

Danke Blanche Peyron! Danke Laetitia Colombani!

Unbedingt lesen!

„Ihr Körper hat seine letzte Ruhestätte in Saint-Georges gefunden, doch ihre Seele woanders, Albin weiß es. Sie lebt in jedem Winkel des Palastes fort, auf dessen Fluren, in dessen Gemeinschaftssaal, in der Empfangshalle und in den Zimmern. In jeder Frau, die dort lebt, und in allen, die dort in Zukunft leben werden. Ihr Name wird nicht in die Geschichte eingehen. Die Welt wird vergessen, wer Blanche Peyron war. Aber das ist nicht wichtig, sie hat sich nie viel aus Ruhm und Ehre gemacht. Ihr Palast jedoch wird über sie hinaus Bestand haben. Er wird der Zeit und den Jahren trotzen. Er wird der Nachwelt erhalten bleiben. Um nichts anderes ging es ihr.“ (Seite 241/242)

 

 

„Je tiefer das Wasser“ von Katya Apekina

Suhrkamp Verlag
Fester Einband
396 Seiten
Erscheinungsdatum:
17.02.2020
ISBN: 9783518429075
Preis: 24,00 Euro

Klappentext

Nach dem Selbstmordversuch der Mutter geht alles ganz schnell. Edie und Mae müssen nach New York, zu Dennis Lomack: Er ist ihr unbekannter Vater und die Schriftstellerikone einer ganzen Generation. Für Edie bedeutet die neue Umgebung einen unverzeihlichen Verrat, für Mae die langersehnte Möglichkeit der Befreiung. Schnell kommt es zum Bruch. Während die eine einen verzweifelten Rettungsversuch unternimmt, lässt sich die andere ein auf die Zuneigung des Vaters und die Bitte, ihm beim Schreiben seines neuen Romans über die Mutter zu helfen. Alle sind sie getrieben von einer Obsession: verstehen, was zwischen ihnen, was tief in ihnen vor sich geht.

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„Er fing mit seiner Beziehung zu Marianne an. In der Geschichte gibt es eine lange Tradition von Männern, die jüngere Frauen heiraten: schön und gut. Außerdem war es die Zeit der freien Liebe. Aber wäre Jackson McLean noch am Leben gewesen, wären Marianne und Dennis nie zusammengekommen! Marianne war ein Kind. Dennis protzte, er würde sich um sie kümmern, aber in Wirklichkeit plünderte er sie für sein eigenes Werk aus.“ (Seite 172)

Marianne hat versucht sich umzubringen. Nicht das erste Mal. Nun wird sie in eine Psychiatrische Klinik eingewiesen. Ihre beiden Töchter Edie (16 Jahre) und Mae (14 Jahre) müssen zu ihrem Vater Dennis nach New York. Er hat die Familie vor 12 Jahren verlassen und den Kontakt vollkommen abgebrochen.

Dennis Lomack war ein erfolgreicher Schriftsteller und Marianne seine Muse. Solang sie an seiner Seite war, schrieb er Romane. Dennis lernte Marianne kennen als sie 9 Jahre alt war. Nach dem Tod von Mariannes Vater heiraten die beiden. Zu diesem Zeitpunkt ist Marianne 16 Jahre alt.

„In jenem Frühling war Dad das Einzige, was für mich zählte. Ich wollte ihm nur gefallen. Ich wollte ständig seine Aufmerksamkeit. Wenn seine Gedanken bei Mom waren – und das waren sie oft – , dann wurde ich eben Marianne.

(…)

Ich hatte ein unglaubliches Talent dafür, Dads Muse zu sein. Und ich brauchte nicht viel Fantasie, um mir vorzumachen, dass seine Gefühle für Mom mir galten, weil ich ihre Zweitbesetzung war.“ (Seite 221/222)

Mae sieht ihrer Mutter zu verwechseln ähnlich und Mae fühlt sich von ihrer Mutter eingeengt. Marianne schleppt ihre Tochter überall mit hin, was Mae Kindheit und Jugend sehr belastet. Deshalb genießt sie das neue Leben bei ihrem Vater, weit weg von ihrer einnehmenden Mutter.

Dennis sieht in seiner Tochter Mae die junge Marianne und findet in ihr die Muse aus früheren Zeiten. Und plötzlich fließen wieder die Worte aufs Papier …

„An diesem Nachmittag spürte ich zum ersten Mal … ich weiß nicht, wie ich es genau beschreiben soll. Als mein Kopf in Dads Schoß lag, ballte sich das ganze Glück, das mir gefehlt hatte, in diesem einen Augenblick zusammen. Ich sah zu ihm hoch und war nicht mehr ich selbst. Ich war Mom, aber nicht, wie ich sie kannte. Sie stülpte mir nicht ihre Dunkelheit wie eine Tüte über den Kopf. Nein, es war anders. Ich wurde die Mom, die sie vor vielen Jahren war. Auch Dad spürte es, das merkte ich. Vielleicht hätte der Moment länger gedauert, wenn Edie nicht ständig geredet und Druck gemacht hätte. Sie wollte mich wieder zu der anderen Mutter zurückbringen. Der in der Nervenklinik, die mich gefesselt und geviertelt als Opfer brauchte.“ (Seite 116)

Edie fühlt sich schuldig. Sie denkt, dass sie die Einweisung der Mutter in die Klinik hätte verhindern können. Edie möchte nicht bei ihrem Vater sein und versucht die Schwester zu überreden mit ihr gemeinsam die Mutter aus der Klinik zu holen. Doch Mae fühlt sich wohl beim Vater. Also macht sich Edie allein auf den Weg nach Hause. Doch Marianne will ihre Tochter nicht sehen, fragt mach Mae. Edies Eifersucht flammt wieder auf. Immer will Marianne nur Mae um sich haben und stößt Edie von sich.

„Was Mariannes Tochter allerdings nicht mitbekam und wahrscheinlich nie erfahren wird, was, dass Marianne nach ihrem Besuch immerzu weinte, leise, damit die Schwester es nicht mitkriegte. In diesem Moment begriff ich Mariannes Verhalten – sie folget einem Urinstinkt und wollte ihre Tochter von sich fernhalten und so für ihre Sicherheit sorgen, auch wenn sie dem Mädchen damit das Herz brach.“ (Seite 241)

WOW … was für ein DEBÜT!!! Ich bin immer noch hin und weg. Von der ersten bis zur letzten Seite hat mich dieses Buch so sehr gefesselt, dass ich es an einem Tag gelesen habe. Die Geschichte hat einen unglaublichen Sog und das obwohl sich Abgründe auftun. Doch von Anfang an …

In kurzen Kapitel lässt die Autorin verschieden Menschen zu Wort kommen. Das sind neben Edie und Mae, Marianne und Dennis, auch Weggefährten der vier. Edie und Mae sind jedoch die Erzähler, die den größten Raum einnehmen. Apekina bedient sich verschiedener stilistischer Mittel, unter anderem Tagebucheinträge, medizinische Berichte etc., welche die Geschichte noch komplexe machen.

Mich hat die Geschichte sehr berührt, aber auch fassungslos gemacht. Da sind zwei Kinder, die um die Liebe der Eltern buhlen. Edie, um die ihrer Mutter und Mae um die ihres Vaters. Und beide werden nur für die eigenen Zwecke der Eltern benutzt. Das hat mich echt fassungslos und wütend gemacht. Was mich dann aber wirklich erschüttert hat, ist wie weit Kinder gehen würden, um die Liebe der Eltern zu bekommen.

Dies ist keine leichte Geschichte und an vielen Stellen tun sich Abgründe auf. Jeder einzelne Protagonist versucht gegen seine inneren Dämonen anzukämpfen. Gegen Wut, Trauer, seelische Verletzungen und Selbstzweifeln … und keinem gelingt es wirklich aus dieser selbstzerstörerischen Spirale auszubrechen.

„Heute kann ich leicht sagen, das ich wünschte, ich wäre netter zu meiner Schwester gewesen, aber damals war mir das noch nicht möglich. Unser Vater hatte mir gerade das Herz gebrochen, unsere Mutter hatte sich gerade umgebracht , und ich hatte mich gerade verbrennen wollen. Ich konnte es mir nicht leisten, großzügig zu sein.“ (Seite 343)

Ein grandioses Debüt, das noch lange nachwirkt! Unbedingt lesen!!!

 

 

 

 

„Klara vergessen“ von Isabelle Autissier

mare
Fester Einband
304 Seiten
Erscheinungsdatum:
04.02.2020
ISBN: 9783866486270
Preis: 24,00 Euro

Klappentext

Murmansk, nördlich des Polarkreises. Zum ersten Mal kehrt Juri, der längst als Ornithologe in Nordamerika lebt, in seine Heimat zurück. Sein Vater Rubin liegt im Sterben, lediglich das Rätsel um Juris Großmutter Klara – eine Wissenschaftlerin zur Zeit Stalins, die vor den Augen des damals vierjährigen Rubin verhaftet wurde – hält ihn am Leben. Klaras Verschwinden und eine Jugend voller Entbehrungen haben aus Rubin einen unerbittlichen Fischer und hartherzigen Vater gemacht, der seinen ungeliebten Sohn nun in einem letzten Aufeinandertreffen um Hilfe bittet: Er soll herausfinden, was mit Klara passiert ist. Und schließlich stößt Juri auf eine Wahrheit, die ihm vor Augen führt, wie eng alle drei Schicksale – sein eigenes, Klaras und Rubins – miteinander verknüpft sind …

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„Behaupte dich, schlag zu, geh drauflos! Das waren seine immer gleichen Worte, als er jung war. Juri konnte sich nicht vorstellen, dass sein Vater ihn um Frieden bat, einen letzten Segen.“ (Seite 19)

 „An guten Tagen war es mit dem Training ausgestanden. An schlechten zerrte Rubin, wenn er mitten in der Nacht mit glasigem Blick und lallend nach Hause kam, den Jungen aus dem Bett, weil er vergessen hatte, dass der die Prüfung schon hinter sich hatte. Diese zusätzliche Lektion artete in Geschrei und Gürtelschläge aus. Am nächsten Tag würde das ganze Haus wissen, dass Juri gezüchtigt worden war, und darüber lachen, wie unsicher er auf seinen schmerzenden Beinen stand.“ (Seite 66)

 Juri ist 46 Jahre alt, Ornithologe und lebt seit 26 Jahren in New York. Damals ist er geflohen … aus seinem Land, der UdSSR und vor seiner Familie bzw. seinem Vater. Er hat ein gutes Leben in New York. Und jetzt ist da plötzlich dieser Brief der ehemaligen Nachbarin, die ihn bittet in die Heimat zurück zu kommen, da sein Vater im Sterben liegt und den Sohn noch einmal sehen möchte. Juri ist hin und her gerissen. Was will sein Vater von ihm? Absolution für das was er Juri angetan hat?

Er ringt sich durch und reist in seine alte Heimat, nach Murmansk. Am Sterbebett des Vaters hört er vom letzten Wunsch seines Vater … Juri soll die Wahrheit über das Verschwinden von Klara heraus finden. Klara, eine renommierte Wissenschaftlerin, ist Juris Großmutter und Rubins Mutter. Als Rubin 6 Jahre alt war, wurde die Mutter vor seinen Augen wegen Spionage verhaftet und man hörte nie wieder etwas von ihr.

Nur widerwillig erklärt sich Juri bereit nach Klara und der Wahrheit zu forschen, in der Hoffnung so mehr über die geheime Familiengeschichte zu erfahren. Einer Geschichte, die das Leben der Protagonisten nach Klaras Verhaftung drastisch verändert hat…

„Sie setzte die Tasse ab und rieb nervös die Hände aneinander. Sie senkte den Kopf, um zu vermeiden, die Akte anzusehen, als sei sie verhext. Siebzig Jahre später war die Angst immer noch da. Das MGB gab es nicht mehr, ebenso wenig den KGB, aber die Schatten lagen noch immer bedrohlich über allem.“ (Seite 145)

In wechselnden Kapitel erzählen Juri und Rubin aus ihrem Leben. Ich erfahre wie es Rubin ergeht, nachdem die Mutter fort ist. Er wächst bei einem schwachen Vater auf und findet später Stärke und Halt in seiner Arbeit als Kapitän eines sowjetischen Fischtrawlers. Als sein Sohn Juri geboren wird, will er seinem Sohn von Anfang an zu einem starken Mann heranziehen, anders als sein Vater. Doch Juri ist eher der weiche Typ. Irgendwann flieht Juri vor seinem Vater und seiner Heimat. Beide leben in einer Zeit und in einem Land, in der man vorsichtig sein muss mit dem was man sagt und tut. Überall wird man denunziert, verraten, angeklagt und/ oder verschwindet im Nirgendwo.

Das Buch erzählt aber nicht nur die Lebensgeschichte der beiden, nein, sie erzählt auch von Suche nach Klara, und das dies nicht einfach ist, weil Akten verschwunden sind oder Teile davon geschwärzt wurden. Und deshalb ist es um so spannender, als im letzten Drittel dann Klara zu Wort kommt und ihre Geschichte erzählt, wie es zu all dem gekommen ist und was aus ihr wurde …

„Binnen weniger Stunden war Juri zum Sohn eines Mörders und Enkel eines Verräters geworden. Obwohl er wusste, dass dies keine vererbbaren Charaktereigenschaften waren, fragte er sich, welche Rolle die Abstammung spielte. Hatte auch Klara ein Verbrechen begannen, oder war sie eine echte Spionin gewesen? (Seite 155)

Ich habe mich sehr auf den neuen Autissier gefreut und doch hatte ich auch gleichzeitig Angst. Wird der neue Roman genauso gut sein wie „Herz auf Eis“, ein Roman, der mir die Füße unter dem Boden weggerissen hat, weil er so intensiv war, so unglaublich anders … Aber meine Angst war unbegründet. Schon nach wenigen Seiten hat mich Autissiers Erzählweise gepackt. Was sie über Juris und Rubins Leben erzählt, von der Zeit Stalins, dem Gulag … einfach unglaublich packend, zuweilen aber auch wie in ihrem ersten Buch sehr intensiv und erschütternd.

„Klara vergessen“ ist ein Roman der Genrationen. Er zeigt was mit einer Familie passieren kann, wenn das Gefüge aus dem Gleichgewicht gerät. Mit der Verhaftung Klaras wegen Spionage , wird aus Rubin der Sohn einer Volksverräterin und brutaler Vater, was auch Auswirkungen auf Juris Leben hat.

Neben der Geschichte um Juris Familie habe ich aber auch sehr viel über die stalinistische Zeit erfahren. Unter anderem auch wie mit Menschen umgegangen wurde, die sich nicht dem Regime unterworfen haben und im Gulag gelandet sind.

„Wie die meisten seiner Landsleute hatte Juri sich nie Näher mit dem Gulag beschäftigt. Jetzt wo seine eigene Familie einen Platz in der Geschichte einnahm, wurde er zum Spezialisten. Die Faszination, die für ihn von der erbarmungslosen Maschinerie ausging, war ebenso groß wie sein Entsetzen über das erschütternde Schicksal seiner Großmutter. Beim Durchforsten der Vergangenheit suchte er auch ein wenig sich selbst, denjenigen, der ebenso Antons Zaghaftigkeit wie Klaras Aufsässigkeit geerbt hatte. Hätten diese beiden Menschen nicht zu jener Zeit gelebt, wäre Rubin und auch sein eigenes Leben anders verlaufen. Dieser Gedanke quälte ihn.“ (Seite 241)

Wieder hat Autissier einen außergewöhnlichen Roman geschrieben. Anders als „Herz auf Eis“, aber genauso intensiv und zärtlich wie auch erschütternd und brutal. Unbedingt lesen!

Danke Isabelle Autissier für diese außergewöhnliche Art zu schreiben, die jedes Leserherz höher schlagen lässt. ♥♥♥

Rückblick & Einblick … Januar 2020

 

Hallo Ihr Lieben,

in diesem Jahr wird es ein paar kleine Änderungen geben. Wie bei vielen von euch, ist auch meine Lese- und Lebenszeit sehr begrenzt. Deshalb werde ich mich nicht mehr mit Büchern aufhalten, die mich nach ca. 100 Seiten nicht packen. Sie werden rigoros abgebrochen, nicht besprochen, weder kurz noch lang, vielleicht gibt es eine kurze Erwähnung. Somit fällt die Kategorie „Kurz & Knapp“ weg. Unter der neuen Rubrik „Rückblick & Einblick“ erzähle ich euch von meinen gelesenen Büchern und dem was ich ansonsten so gemacht habe.

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Rückblick

Der Januar ist ein ruhiger Monat im Buchhandel. Nachdem das Weihnachtssortiment eingelagert wurde, die Silvesterdeko ebenfalls, ist Anfang Januar das große Räumen und putzen angesagt. Aber damit ist man in so einer „kleinen“ Buchhandlung schnell durch. Somit bleibt viel Zeit für Bücher. Ich habe im Januar 8 Bücher gelesen. Zwei davon waren schon echte Highlights in diesem Monat, zwei totale Flops und der Rest war unterhaltsam.

Highlight waren das neue Buch von Isabelle Autissier „Klara vergessen“  aus dem Mare Verlag (erscheint am 04.02.2020) und das Debüt von Katya Apekina „Je tiefer das Wasser“ aus dem Suhrkamp Verlag (erscheint am 17.02.2020). Zu beiden Büchern wird es eine ausführliche Rezension geben. Hier nur kurz warum die beiden ein Highlight waren.

Auf den neuen Autissier habe ich mich sehr gefreut, hatte jedoch Angst, dass meine Erwartungen viel zu hoch sind, nachdem mich „Herz auf Eis“ so begeistert hatte. In „Klara vergessen“ geht es um eine Familiengeschichte die in der Zeit der ehemaligen UdSSR beginnt und in der Jetztzeit endet. Das Ganze ist so spannend, emotional, realistisch und brutal beschrieben. Sie schildert die Geschichte einer Frau, die zu KGB Zeiten inhaftiert wird, wie ihre Familien damit umgeht und welche Auswirkungen dies alles auf die weitere Generationen hat. Hier hat Autissier wieder einmal ihr ganzes Können gezeigt. Chapeau!

Das Debüt von Apekina hat mich echt umgehauen. Auch sie erzählt eine Familiengeschichte. Doch eine ganz andere. Die Mutter versucht sich umzubringen, landet in einer Klinik, die Kinder kommen zum Vater, den sie nie wirklich kennen gelernt haben, da er die Familie kurz nach der Geburt des zweiten Kindes verließ. Apekina erzählt eine Geschichte über die Suche nach Liebe und Anmerkung, und zeigt dabei ein Szenario auf, das mich erschüttert hat. Auch hier kann ich nur Chapeau sagen!

Zu den Flops gehören „Der Freund“ von Sigrid Nunez aus dem Aufbau Verlag und „Nix passiert“ von Kathrin Weißling aus dem Ullstein Verlag. Die beiden habe ich abgebrochen. Leute …. beide Bücher waren so zäh und langweilig, dass ich irgendwann einfach nicht mehr weiter lesen wollte. In „Nix passiert“ jammert ein junger Mann rum. Kann nicht verstehen warum seine Freundin ihn verlassen hat. Kehrt zu Mama zurück und jammert da weiter. Das war mir dann irgendwann zu viel. In „Der Freund“ verarbeitet eine Frau den Verlust ihres besten Freundes. Ich frage mich nur wo das auf all den Seiten statt gefunden hat. Auch hier passiert alles mögliche, nur nicht das was im Klappentext beschreiben steht. Nein danke …

Zu den restlichen Büchern gibt es Rezensionen, bis auf Alex Oetkers Buch. Hier habe ich keine geschrieben. Ich mag seine Krimis sehr, da sie nicht so blutig sind, und dennoch sehr spannend. Auch der neuste Fall um Luke Verlain war wieder mega spannend, begleitet von guten Weinen und ebenso gutem Essen. Am Ende gab es dann eine große Überraschung! Hier die Rezensionslinks zu „Die Kakerlake“ von Ian McEwan aud dem Diogenes Verlag, „Geteilt durch zwei“ von Barbara Kunrath erschienen bei Ullstein und „Goldkind“ von Claire Adam aus dem Hoffmann & Campe Verlag.

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Einblick

Die letzten Monate in 2019 waren ja nicht so wirklich meine. Ihr habt es ja gelesen. Im neuen Jahr möchte ich versuchen die Zeit intensiver zu nutzen, zu genießen, zu leben … Das ist erst einmal gar nicht so einfach, und ich werde sicherlich sehr oft in alte Muster zurück fallen, dennoch möchte ich es versuchen. Natürlich sind das nicht weltbewegende Dinge und für euch vielleicht völlig normal und alltäglich, und nicht alles was ich mach habe ich sonst nicht auch schon gemacht. Doch es ist mir bei all dem wichtig, das Ganze wirklich bewusst zu erleben und nicht mal eben zwischendurch oder weil man es halt so macht.

Ende des Monats haben wir uns eine kleine Auszeit gegönnt und waren in Bütgenbach. Das leigt kurz hinter der deutschen Grenze in Belgien. Von dort ist es nicht weit in das Hohe Venn. (Ja, es heißt das Hohe Venn). Auf der FB Seite von Angelika liest gibt es Bilder. Leute, da ist es soooo schön. Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann fahrt einmal dort hin. Obwohl wir Winter haben, ist die Landschaft im Hochmoor einfach unglaublich schön. Ich hänge euch noch ein paar Bilder unten dran.

Eure Angelika ♥♥♥

 

 

 

Goldkind von Claire Adam

Hoffmann und Campe
Fester Einband
272 Seiten
Erscheinungsdatum:
04.01.2020
ISBN: 9783455005981
Preis: 23,00 Euro

Klappentext

Der Alltag der Deyalsinghs ist nicht immer leicht – so kehrt Clyde, der Vater oft erschöpft von seiner Arbeit in der Ölfabrik zurück, während die beiden Söhne jeden Tag weite Wege in die Hauptstadt fahren, um eine Eliteschule zu besuchen. Zwar wurde nur der hochbegabte Peter angenommen, doch sollte der verträumte Paul nicht von seinem Zwillingsbruder getrennt werden. Eines Abends kehrt Paul nicht von seinem Streifzug durch den Busch zurück, der direkt hinter dem Haus der Familie beginnt. – dabei bleibt man auf Trinidad zu Hause, sobald die Sonne untergeht. Die Sorge ist groß, geschehen in der Stadt doch jeden Tag schreckliche Verbrechen – erst kürzlich wurde die Familie selbst zu Hause von Räubern überfallen. Als klar wird, dass Paul entführt worden ist, erkennt Clyde, dass die Hoffnungen auf eine bessere Zukunft für seine Kinder einen unvorstellbaren Preis haben.

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Clyde und Joy leben mit ihren Zwillingen Peter und Paul auf Trinidad, eine kleine Insel im Karibischen Meer nahe Venezuela. Obwohl Clyde eine gut bezahlte Arbeit in einer Ölfirma hat, wächst ihm vieles über den Kopf und so nimmt er Dankbar die kleinen Geldschenke von Onkel Vishnu an. Der ist es auch, der bei der Geburt der Zwillinge feststellt, dass Paul durch Sauerstoffmangel „zurück“ bleiben wird. Peter gleitet durchs Leben, ihm gelingt alles, doch Paul hat es von Anfang an schwer und mogelt sich mit Peters Hilfe und der Nachsicht vieler durch. Dann verunfallt der Onkel und hinterlässt der Familie ein kleines Vermögen für Peters Zukunft. Als Peter von einem Ausflug nicht zurück kommt, wird irgendwann klar, dass es entführt wurde. Wenig später kommt eine Lösegeldforderung. Doch soll Clyde das Geld, welches für Peters Zukunft gedacht war, den Entführern geben um Paul zu retten?

Die Geschichte ist in drei Teile aufgeteilt. Im ersten erfahre ich von Paul und seiner Entführung. Ich mochte Paul sehr und habe mich immer wieder gefragt, warum alle immer behaupten er sei zurück geblieben. Er ist sicherlich ein ruhiges und verträumtes Kind. Paul hat von sich selbst eine sehr geringe Meinung und betrachtet sich als Anhängsel von Peter. Er versucht seinen Entführern zu entkommen und sucht immer und immer wieder nach einem Ausweg aus seiner Misere.

Der zweite Teil erzählt von der Geburt der Zwillinge, dem Leben der Familie auf Trinidad bis hin zur Entführung. Ich erfahre ein wenig über die hohe Kriminalität und Mafiavorgänge auf der Insel. Von den Träumen der Bewohner ein besseres Leben zu führen und endlich dieser Armut zu entfliehen. Peter ist ein begabter Schüler, was die Lehrer schnell feststellen. Er hat die Möglichkeit in der Stadt eine gute Schule zu besuchen. Paul darf ihn begleiten und bekommt durch einen Lehrer Nachhilfe.

Im dritten und letzten Teil schildert die Autorin den inneren Konflikt des Vaters, ob er das Lösegeld zahlen soll oder nicht, und über die Zeit nach der Entführung.

Mir hat die Geschichte gut gefallen. Sie hat allerdings ein paar Schwächen. So hat es mich zum Beispiel echt geärgert, dass Paul immer als dumm dargestellt wurde bzw. wie diese „Dummheit“ argumentiert wurde. Ja, er war langsam in dem was er tat. Doch wenn man als Kind immer und immer wieder zu hören bekommt dass man dumm sei macht das etwas mit einem Kind. Es denkt dann irgendwann es sei wirklich dumm und verhält sich auch so. Und was ich echt ein bisschen schade fand, war das der dritte Teil so kurz abgehandelt wurde. In den ersten beiden Teilen erzählt die Autorin sehr ausführlich von den Familie, dem Land, dem Leben, dem Umstand der Entführung usw. Doch als es darum geht, welche Entscheidung die Eltern treffen und warum, hatte ich den Eindruck die Autorin hatte entweder keine Zeit mehr oder aber sie hatte keine Seiten mehr zur Verfügung. Mich hätte die Auseinandersetzung des Vater und der Mutter mit der Entscheidung ob sie das Lösegeld zahlen oder nicht, sehr interessiert. Doch darauf wird nur mit wenigen Worten eingegangen. Schade!

Alles in allem dennoch lesenswert!

Geteilt durch zwei von Barbara Kunrath

Ullstein Verlag
Flexibler Einband
399 Seiten
Erscheinungsdatum:
Januar 2020
ISBN: 9783548060491
Preis: 10,00 Euro

Klappentext

Nadja Kleman ist glücklich. Sie hat einen fürsorglichen Mann und eine erwachsene Tochter. Nie hat es ihr an etwas gemangelt, schon gar nicht an Liebe. Und doch ist da diese Lücke in ihrem Leben, die sich so schwer beschreiben oder gar begreifen lässt. Es ist eine Stimme im Radio, die Nadjas überschaubares Leben von heute auf morgen durcheinanderbringt. Eine Stimme, die klingt wie ihre eigene. Und wie die ihrer Tochter Lena. Nadja recherchiert: Die Frau aus dem Radio heißt Pia Abrecht. Wie sich bald herausstellt, redet sie nicht nur mit gleicher Stimme, sondern sieht Nadja auch noch zum Verwechseln ähnlich. Pia ist Nadjas Zwilling.

Nach der ersten überwältigenden Freude ergeben sich für beide Schwestern viele neue, teils drängende Fragen. Gemeinsam machen sie sich auf die Reise in die Vergangenheit, nach der nichts mehr so sein wird, wie es einmal war …

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Nadja ist einundvierzig, als sie erfährt, dass sie eine Zwillingsschwester hat. Sicherlich hatte sie schon immer das Gefühl, dass etwas fehlt im Leben. Jetzt hat sie die Bestätigung. Die beiden Mädchen wurde in unterschiedliche Familien zur Adoption gegeben. Als Nadja ihr Ziehmutter nach ihrer leiblichen Mutter befragt, stößt sie auf eine Wand des Schweigens. Auch Pia fragt ihr Ziehmutter nach der leiblichen. Von ihrer Tante, die gleichzeitig ihre Ziehmutter und die Schwester ihrer verstorbenen leiblichen Mutter ist, bekommt sie einige wenige Details zum Tod der Mutter und zu ihrer Adoption. Doch als Nadja und Pia tiefer graben und nachhaken, stoßen sie auf Widersprüche. Also machen sich die Beiden auf die Suche nach der Wahrheit und nach dem Vater, der noch lebt …

Dies ist mein zweites Buch, welches ich von Barbara Kunrath lese. Mir hat die Geschichte gut gefallen, obwohl ich sie am Anfang etwas langatmig fand. Doch irgendwann kam die Stelle, an der in Rückblicken die Toten und die Lebenden die Geschichte der Zwillinge … die Geburt, die Adoption, dem Tod der Mutter und das Verbleiben des Vaters … erzählen. Dabei gibt es immer wieder erstaunliche Wendungen, bis zum Schluss.

Kunrath erzählt eine emotionale Geschichte über Adoption, Lügen, Sehnsucht, Schuld, Schicksal und Träume.