Geschafft!!!

IMG_2700Puh … das wäre erst einmal geschafft. Endlich habe ich auch einen Blog. Ich möchte mit diesem Blog meine Liebe zu Büchern teilen. Für mich gibt es nichts schöneres als den Menschen von meiner Liebe zu Büchern zu erzählen, sie mit meiner Freude über Literatur anzustecken.🙂

Erst einmal habe ich ein paar Rezensionen aus dem letzten Jahr online gestellt. Ob noch mehr aus dem letzten Jahr folgen weiß ich noch nicht, da es ja dieses Jahr viele tolle neue Bücher geben wird.

Ich möchte Euch eine kleine „Einführung“ geben.

Home -> Alle aktuellen Beiträge und Rezensionen

Über mich -> Ein kleiner Einblick in mein Leben und später dann auch Beiträge über die weitere Entwicklung zur Verwirklichung meines Traumes … einer eigenen Buchhandlung

Rezensionen -> Alle Rezensionen zu gelesenen Bücher gestaffelt nach Jahren

A-Z -> Meine gelesenen Bücher nach Autoren in alphabetischer Reihenfolge geordnet

Schätze -> Bücher die mir besonders am Herzen liegen ♥

Zitate -> Besondere Stellen aus den gelesenen Büchern, die mich berührt haben

Slide-Out Sidebar -> Die befindet sich links auf diesem Blog. Um sie zu aktivieren müsst Ihr oben links auf das Symbol gehen. Dann öffnet sie sich. Dort findet ihr auch den Follower Button.🙂

In den nächsten Tagen und Wochen werde ich das ein oder andere noch spezifizieren. Über Frage, Anregungen und konstruktive Kritik freue ich mich. Ihr könnt das hier kommentieren oder mir eine Mail schreiben: angelikaabels@gmx.de.

Jetzt wünsche ich Euch mega viel Spaß beim stöbern in meinem Blog.

Eure Angelika ♥

Wie ein 10jähriger versucht den „Schein“ zu wahren

Piper Flexibler Einband  192 Seiten Erscheinungsdatum: 16.04.2013  Preis: 7,99 € ISBN: 9783492305013

Piper
Flexibler Einband
192 Seiten
Erscheinungsdatum:
16.04.2013
Preis: 8,99 €
ISBN: 9783492305013

Klappentext

Luca ist kaum zehn Jahre alt, aber was er von Waisenhäusern zu halten hat, weiß er genau – die kennt er aus dem Fernsehen, und da will er auf keinen Fall hin. Deshalb beschließt er, niemanden zu sagen, dass im Schlafzimmer seine Mutter tot im Bett liegt. Er wird schon zurechtkommen. Schließlich ist er es gewohnt, sich um das meiste selbst zu kümmern, denn Mama war gelegentlich ein bisschen komisch, und einen Vater hat er nicht. So gut es geht versucht er, regelmäßig zu essen und einigermaßen sauber und ordentlich in der Schule zu erscheinen. Eine Zeit lang läuft alles glatt, aber dann gibt es ein Problem …

∗∗∗∗∗

Ich möchte nicht weiter auf den Inhalt eingehen, da man sonst zu viel verrät. Dieses Buch ist eins von der Sorte, die einen lange nachhaltig beschäftigen. Da ist dieser kleine Kerl, keine zehn Jahre alt, und er muss von heute auf morgen ohne seine Mutter auskommen. Er denkt immer nur daran, dass er den „Schein“ wahren muss, hofft, dass seine Mutter wie Jesus vielleicht am dritten Tage aufersteht und muss dann erfahren, dass er an seine Grenzen kommt.

Während des Lesens habe ich immer nur Gedacht … oh je, der arme kleine Kerl. Ich wollte ihn in den Arm nehmen, trösten und ihm sagen, dass er nicht Schuld ist am Tod seiner Mutter, denn das denkt er unentwegt. Aber auch frage ich mich ständig … merkt das wirklich niemand? Riecht keiner den süßlichen Geruch der verwesenden Leiche? Schließlich leben sie in einem Mehrparteienhaushalt. Vermisst niemand die Mutter? Fragen, die mich wütend werden lassen und mir wieder einmal zeigen, dass wir in einer Gesellschaft leben in der weggeschaut wird. Man will mit den Problemen der anderen nichts zu tun haben.

Die Autorin versteht es, diese „Spurenhinterlassende“ Geschichte einfühlsam zu erzählen. Ein Buch das noch lange nachwirken wird!!!

 

4 von 5 Sternen

Neulich in der Buchhandlung … #5

11885203_508120629356738_8988971561955172936_n

Hallo Ihr Lieben,

heute melde ich mich mal wieder.🙂 Endlich habe ich ein bisschen Zeit, um etwas zu schreiben. Die letzten Wochen waren echt unglaublich.

Als die Ferien begannen, habe ich so für mich gedacht … ach, jetzt wird es ein bisschen ruhiger und Du kannst einmal verschiedene Dinge aufarbeiten, wie zum Beispiel Rezensionen schreiben ( die gelesenen Bücher stapeln sich). Doch daraus wurde dann doch nichts. Vom ersten Tag der Ferien bis gestern ging es hier in der Buchhandlung Schlag auf Schlag. es wurden Unmengen von Schulbüchern von Eltern und Schülern bestellt. Für mich war das ja alles neu und ich war echt überrascht, was da alles gebraucht wird und vor allem wie hoch der Eigenanteil ist, bzw. wie viele Arbeitshefte gebraucht werden. Der Höhepunkt war dann gestern. Am Montag kamen unzählige Eltern und Schüler in die Buchhandlung gestürzt, um auf den letzten Drücker noch Bücher zu bestellen. Fazit: Gestern Morgen kamen sechs Kisten Bücher und am Abend habe ich echt gedacht ich hätte einen Tag im Weihnachtsgeschäft hinter mir. Es ging nur rein und raus.

Heute morgen habe ich dann so vor mich hingearbeitet, es war bis dato ein verhältnismäßig normaler Mittwoch. Doch seit dreizehn Uhr stürmen wieder die Kids in den Laden um Arbeitshefte zu bestellen. Einige Schulen geben nämlich erst mit dem ersten Schultag die Liste der Arbeitshefte raus. Nun denn … warten wir mal ab.🙂

Nächste Woche übergebe ich „Lesetüten“ an die neuen Erstklässler. Darüber werde ich Euch dann später berichten.

Nun hoffe ich sehr, dass ich in nächster Zeit dazu kommen wieder regelmäßiger Rezensionen zu posten.

Bis dann

Eure Angelika ♥

Alltagshelden und ihre Sehnsüchte

Riverfield Verlag Fester Einband 304 Seiten Erscheinungsdatum: 27.02.2016 Preis: 24,90 € ISBN: 9783952452349

Riverfield Verlag
Fester Einband
304 Seiten
Erscheinungsdatum:
27.02.2016
Preis: 24,90 €
ISBN: 9783952452349

Klappentext
Der junge Bert Bucher sieht sich als künftiger Rockstar. Da kommt ihm der Tod seiner Großmutter gerade gelegen, so kann er in ihre leer stehende Wohnung n Freiburg ziehen und seine Karriere vorantreiben. Ein Vorhaben, das bald von der schönen Studentin Lana gestört wird.
Johann B. Grab ist Inhaber einer Buchhandlung und sehnt sich zurück in die Welt ohne Internet. Seine griechische Frau hingegen wünscht sich ein Kind, und der zeugungsunfähige Johann ist bereit, zu diesem Zweck einen Mann für sie zu suchen.
Henry Schweizer wohnt in seiner Bar, die er zu seinem persönlichen Sehnsuchtsort gemacht hat. Hier verwässern sich Sorgen im Rausch, abstruse Ideen reifen zu Taten heran und Verliere werden zu Gewinnern.

∗∗∗∗∗

„Dabei war es doch gerade der Rückblick, der den Dingen Tiefe verlieh, der einem erlaubte, Ereignisse zu verstehen und einzuordnen. Erst der Rückblick machte eine bestimmte Zeit richtig interessant, machte aus dem Alltag Kultur, und erst die Fähigkeit zurückzublicken machte aus dem Menschen ein  intelligentes Wesen.“ (Seite 85)

Das Debüt von David Bielmann „Freedom Bar“ hat mich verzaubert. Zuerst dachte ich, ach ja ein paar Leutchen, die sich in einer Bar treffen und sich ihren Frust von der Seele reden. Doch dieses Buch kann viel mehr.

Es verzaubert mit einer Geschichte über Menschen, die alle in einem Haus in Freiburg leben. Im Keller ist eine Bar, darüber ein Buchhandlung und darüber wiederum Wohnungen. Die Menschen, die dort leben sind Menschen wie Du und ich. Menschen mit Problemen, Sehnsüchten , Hoffnungen und Träumen. Sie alle sind auf der Suche, die einen finden … die anderen nicht. Aber das ist noch nicht alles was diese Buch ausmacht. Es ist diese Feinfühligkeit, diese Sensibilität, dieses kleine bisschen  Melancholie, mit denen David Bielmann seine Protagonisten und ihre Geschichte zeichnet … das macht das Buch zu etwas besonderem.

„Unter den sieben Milliarden Menschen, die derzeit auf der Welt lebten, gab es zu jeder Sekunde Tausende, die gerade enttäuscht worden waren, sich eine Träne von der Wange wischten und Trost beim Mond suchten. (.. .) Was immer man auch tat, was immer auch geschah, man war nicht allein, und vielleicht, dachte er weiter, während er in den Sternenhimmel sah, war die Sehnsucht sogar das einzige Gefühl, das man auf sämtlichen Planeten kannte.“ (S. 147)

An einer Stelle im Buch ist mein Herz besonders aufgegangen, da sie mir aus dem Herzen spricht und vielleicht auch eine kleine Ode an uns Buchhändler*innen ist  …

„Buchhändlerin? >Ist das nicht etwas … na ja, langweilig?<, fragte Bert vorsichtig. >Nicht, wenn man Buchhandlungen als Paradies betrachtet.< Ihre Augen begannen zu leuchten. > Hast du dir schon einmal überlegt, was sich so alles in einer kleinen Buchhandlung drin befindet? Wie viele Menschen da zusammen kommen, wie viel gedacht und gesagt und gefühlt wird, wie viele Reisen und Küsse und Morde stattfinden, wie viele Welten da erschaffen worden sind? Eine Buchhandlung ist ein Universum, in dem man sich frei durch Raum und Zeit bewegen kann. Gibt es etwas Schöneres?<“ (Seite 137)

… für mich ist dies kein Beruf, sondern die Erfüllung meines Traums. Und damit sind wir wieder bei den Protogonisten des Buches.

„Jeder braucht doch ein bisschen Hoffnung, ein paar Träume. Auch wenn sie dann nicht in Erfüllung gehen, es reicht doch schon, wenn man sie nur im Kopf hat. Wenn man sie nicht vergisst. Sonst geht man ja kaputt, verstehst du?'“ (S. 184)

Vielen Dank lieber David Bielmann für dieses wundervolle Debüt, dem ich ganz viele Leser*innen wünsche.

Unbedingt lesen!!!

 

4 von 5 Sternen

Die ach so liebe Familie

DVA Fester Einband 377 Seiten Erscheinungsdatum: 09.11.2015  Preis: 19,99 € ISBN: 9783421047007

DVA
Fester Einband
377 Seiten
Erscheinungsdatum: 09.11.2015
Preis: 19,99 €
ISBN: 9783421047007

Klappentext
Rosaleen ist eine Frau, die nichts tut und von anderen alles erwartet. Sie ist Mitte siebzig, die vier Kinder sind schon lange aus dem Haus. Die Brüder Dan und Emmett sind vor der Enge der irischen Heimat in die Ferne geflohen; das Nesthäkchen Hanna wollte auf den Theaterbühnen der Welt reüssieren, spricht aber nun dem Alkohol zu, und Constance, die Älteste, hat sich selbst verloren. Doch abgenabelt hat sich keines der Kinder. Noch immer versucht jedes auf seine Weise, es dieser besten aller Mütter recht zu machen. Und scheitert.
Da kommt die Einladung zu einem letzten Weihnachtsfest in Ardeevin. Rosaleen möchte das Haus, in dem die Kinder groß geworden sind, das voller Erinnerungen an glückliche Momente und Verletzungen steckt, verkaufen. Die Geschwister reisen mit diffuser Hoffnung auf Versöhnung an – und doch endet es, wie bisher jedes Weihnachten geendet hat.

∗∗∗∗∗

Oh my Dark Rosaleen,
Do not sigh, do not weep!
The priests are on the ocean green,
They march along the deep.” (Seite 202)

Im ersten Teil geht es um die einzelnen Charaktere. Die Kinder und auch Rosaleen werden in einzelnen Kapiteln porträtiert.

Hanna ist das Küken der Familie. Als ich sie kennen lerne hat sie einen Traum: Sie möchte einmal Schauspielerin werden. Jahre später ist aus ihrem Traum nichts geworden. Vor lauter Frust hat sie sich in dem Alkohol zugewandt. Einzig ihr Baby ist ihr ab und an ein Trost.

Constance ist Mutter und Ehefrau. Sie ist immer für alle da. Ihr Perfektionismus bringt sie an den Rand der Selbstaufgabe. Als sie erkrankt ist niemand für sie. Erst da erkennt sie, dass sie etwas ändern muss …

Emmett ist aus der familiären Idylle früh ausgebrochen. Ihn hat es in die weite Welt verschlagen. Dort versucht er Gutes zu tun, findet aber auch keinen Anker im Leben. Beziehungen halten nie lange.

Dan braucht ein halbes Leben um sich seiner Homosexualität zu stellen. Er lebt eine Zeitlang in Amerika zu einer Zeit in der Aids noch nicht so bekannt war. Viele seiner Freunde sterben daran.

Rosleen, Mutter dieser vier Kinder, Witwe. Sie hat sich wenig um die Kinder gekümmert. Oft lag sie stunden- oder sogar tagelang im Bett und hat sich ihrer Welt hingegeben. Die Kinder wuchsen mehr oder weniger alleine auf.

Im zweiten Teil geht s um das Weihnachtsfest, zu dem Rosaleen ihre Kinder eingeladen hat. Sie will ihnen mitteilen, dass sie das Haus verkaufen will. Aber irgendwie läuft wie immer alles aus dem Ruder …

“And Spanish ale shall give you hope,
My Dark Rosaleen,
My own Rosaleen!” (Seite 202)

Ehrlich gesagt habe ich mich mit diesem Buch sehr schwer getan. Keiner der Protagonisten ist mir ans Herz gewachsen. Ich mochte keinen von ihnen. Alle waren irgendwie nur mit sich selber beschäftigt. Das liegt sicherlich an Rosaleen, die durch ihre Art und Weise für mich keine gute Mutter war/ ist. Ihre Anliegen waren und sind immer wichtiger als die ihrer Kinder. So auch an dem Weihnachtsfest. Als schließlich Constance als die Ältere es endlich schafft sich von der Mutter zu „befreien“ passiert etwas, womit Rosaleen nicht gerechnet hat. Und hier liegt die Krux. Keines der Kinder hat es geschafft sich von der Mutter abzunabeln, obwohl diese so lieblos zu ihren Kindern war/ ist. Diese Lieblosigkeit hat die einzelnen Kinder sehr geprägt.

Ein Buch, das sicherlich wegen der Familiengeschichte interessant ist, sich aber nicht leicht lesen lässt, weil die Protagonisten schwierig sind. Ein Buch, bei dem ich als Buchhändlerin nicht weiß wem ich es empfehlen soll/ kann.

Aber macht euch bitte euer eigenes Bild oder auch nicht 

“Shall glad your heart, shall give you hope,
Shall give you Health, and help, and hope,
My Dark Rosaleen!” (Seite 203)

 

3 von 5 Sternen

Das Geheimnis eines Sommers

Langen Müller Fester Einband 500 Seiten Erscheinungsdatum: 20.06.2016 Preis: 24,00 € ISBN: 9783784433998

Langen Müller
Fester Einband
500 Seiten
Erscheinungsdatum:
20.06.2016
Preis: 24,00 €
ISBN: 9783784433998

Klappentext
In einer stürmischen Nacht kommt ein Kleinwagen plötzlich von der Straße ab. Die junge Mutter verschwindet spurlos, das einjährige Kind auf dem Rücksitz kommt in eine Pflegefamilie.
10 Jahre später: Sam lebt mit vielen anderen Pflegekindern auf dem Hof der Carrolls. Manche sind Freunde, andere erbitterte Feinde – allen voran Orson. Er ist brutal und sadistisch und macht Sam das Leben schwer. Nur gut, dass Sam so viel Zeit mit Billy verbringt. Gemeinsam streifen sie durch den Wald und erkunden die Geheimnisse des beschaulichen Ortes Carnival Falls. Als eine neue Familie in den Ort zieht, wollen die beiden sofort mehr erfahren, besonders, weil die Tochter Miranda in ihrem Alter ist. Die drei Zwölfjährigen verstehen sich blendend und stellen sogleich Nachforschungen über Orsons Vergangenheit an. Dabei stoßen sie auf ein dunkles Geheimnis. Und dann gibt es da noch das viel größere Rätsel um Sams Mutter: Wie kam es zu dem Unfall in jener Nacht, und was geschah danach mit ihr?

∗∗∗∗∗

„Die Verwandlung des Schmetterlings“ ist das erste Werk des Autors Federico Axat, das in Deutschland erschienen ist. Andere Bücher von ihm wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt. Axat wurde 1975 in Buenos Aires geboren.

Die Geschichte ist in vier Kapitel unterteilt. Überwiegend spielt die Story im Jahr 1985. Es ist in erster Linie die Geschichte von Sam und um Sam. Nach dem Unfalltod der Mutter (welcher jedoch nie aufgeklärt wurde) wächst Sam in einem Pflegeheim auf. Sam ist mit Billy befreundet. Zu zweit machen sie den Wald in der Nachbarschaft unsicher, bauen Baumhäuser und genießen die Sommerferien. Dann zieht Miranda in ein Haus, um das es viele Geheimnisse gibt. Sam und Billy freunden sich mit dem Mädchen an. Als Orson, ein Kind aus der Pflegefamilie, Sam bedroht, versuchen die drei Freunde dem Geheimnis von Orson auf die Spur zu kommen. Noch ahnen die drei nicht, was sie damit auslösen …

Ich möchte an dieser Stelle nicht mehr verraten, denn dieses Buch lebt von seinen Überraschungen und Wendungen. Und das geht in diesem Buch Schlag auf Schlag. Fast jede Seite beinhaltet eine neue Überraschung, eine neue Wendung, ein neues Geheimnis. Die Geschichte hat mich so in einen Sog gezogen, dass ich gar nicht aufhören konnte zu lesen. Als dann das Ende kam, war ich total überrascht, wie es endet. Während des Lesens hatte ich schon die ein oder andere Vermutung, aber das Ende hat mich dann noch einmal echt geflasht.

Das Buch lebt von seinen vielen kleinen Geheimnissen, von seiner Bildhaften Sprache, die mir zu jeder Zeit das Gefühl gab mittendrin zu sein und seinen vielfältigen Charakteren. Ein Buch über Freundschaft die ein Leben lang hält, das Ende der Kindheit, der Selbstfindung und das Leben selbst.

Unbedingt lesen, aber Vorsicht … Suchtgefahr!!!

 

5 von 5 Sternen

Drehen, drehen, drehen …

btb Fester Einband  304 Seiten  Erscheinungsdatum: 26.04.2016  Preis: 19,99 € ISBN: 9783442756803

btb
Fester Einband
304 Seiten
Erscheinungsdatum:
26.04.2016
Preis: 19,99 €
ISBN: 9783442756803

Klappentext
Im Norden Italiens, inmitten der malerischen Dolomiten, liegt das Tal der Eismacher, in dem sich die Einwohner auf die Herstellung von Speiseeis spezialisiert haben. Giuseppe Talamini behauptet gar, die Eiscreme wurde hier erfunden. Und er muss es wissen, schließlich haben sich die Talaminis seit fünf Generationen dieser Handwerkskunst verschrieben. Jedes Jahr im Frühling siedeln sie nach Rotterdam über, wo sie während der Sommermonate ein kleines Eiscafé betreiben. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt: zartschmelzendes Grappasorbet, sanftgrünes Pistazieneis, zimtfarbene Schokolade. Dennoch beschließt der ältere Sohn Giovanni, mit der Familientradititon zu brechen, um sein Leben der Literatur zu widmen. Denn er liebt das Lesen so sehr wie das Eis. Bis ihn eines Tages sein Bruder aufsucht: Luca, der das Eiscafé übernommen hat, ist inzwischen mit Sophia verheiratet, in die beide Brüder einst unsterblich verliebt waren. Und er hat eine ungewöhnliche Bitte …

∗∗∗∗∗

„“Drehen, drehen, drehen“, sagte Luca. Es war, was unser Vater uns erklärt hatte. Wir mussten lernen; das Eis musste sich drehen.“ (Seite 111)

Ja, das Eis muss sich drehen … immer und immer wieder, aber nicht zu lange, weil sonst wird es zu körnig.

Mein Kopf stand auch kurz davor durchzudrehen. Ach Menno, was bin ich enttäuscht. Nach dem wundervollen Debüt „Fünf Viertelstunden bis zum Meer“ von van der Kwast hatte ich mich so sehr auf das neue Buch gefreut. Doch als ich schon den „dicken“ Wälzer sah, war ich skeptisch, ob van der Kwast bei dem Umfang an den alten Erfolg anknüpfen kann. Und was soll ich sagen … er kann nicht.

Sicherlich, es war sehr interessant etwas über die Entstehung des Eis zu erfahren und wie es in die Welt kam oder auch über das Leben der Eismacher. Das diese im Sommer immer arbeiten müssen, ihr Leben lang. Wir machen uns darüber gar keine Gedanken. Kaufen ein Eis beim Italiener unseres Vertrauens, doch das der nur im Winter Urlaub machen kann ist vielen gar nicht klar. Oder auch die Tatsache, wie sehr die Eismacher von gutem Wetter im Sommer abhängig sind … Das alles war Mega spannend und las sich auch sehr gut. Doch irgendwann wiederholte sich alles permanent.

Ich lese eigentlich nicht quer, aber spätestens nach dem gefühlten 100 Literaturfestival, dem Giovanni beiwohnt habe ich angefangen quer zu lesen. Und was soll ich sagen … erst auf Seite 230 kam der Satz, auf den ich die ganze Zeit schon gewartet hatte. Denn was in etwas wirklich passiert in dem Buch, kann man aus dem Klappentext erahnen. Tja, und dann blieben noch 150 Seiten für die „eigentliche“ Geschichte.

Für mich hätte dieser Roman ruhig 200 Seiten weniger haben können. Aber auch dann wäre er leider nicht so wunderschön gewesen, wie das Debüt von van der Kwast. Mir fehlten bis zum Schluss die wundervolle Sprache und das Gefühl/ die Magie, die das erste Buch hatte.

Schade, schade … aber wie immer an dieser Stelle … das ist meine Meinung. Macht euch bitte eure eigene Meinung.

„Mehr als ein halbes Jahrhundert kein langer, sonniger Sommer, kein früher Sommer, kein leerer Sommer, kein schwüler Sommer, kein kühler Sommer, kein wehmütig süßer Sommer, kein Sommer am Meer.“ (Seite 60)

2 von 5 Sternen

Die Liebe und ihre vielen Facetten

Atlantik Verlag Fester Einband  192 Seiten Erscheinungsdatum: 16.07.2016  Preis: 18,00 € ISBN: 9783455600414

Atlantik Verlag
Fester Einband
192 Seiten
Erscheinungsdatum: 16.07.2016
Preis: 18,00 €
ISBN: 9783455600414

Klappentext
Am Strand in Nordfrankreich: Sonne, Meer, Dünen und Bars. Hier treffen vier Paare ganz unterschiedlichen Alters aufeinander: zwei Teenager im Rausch der ersten Liebe, eine 35-jährige auf der Suche nach einem neuen Glück, eine gelangweilte Hausfrau, die sich ins Abenteuer stürzt, und ein altes Ehepaar, das sich noch genauso liebt wie am ersten Tag. Die Paare begegnen einander, und ihre Schicksale kreuzen sich unter dem Feuerwerk des 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag. Sie alle stehen für die Liebe in all ihren Facetten – denn egal in welchem Alter, die Liebe bleibt ein universelles Gefühl.

∗∗∗∗∗

„Die vier Jahreszeiten des Sommers“ erzählt vier Liebes- und Lebensgeschichten, die alle irgendwie miteinander verwoben sind. Da dieses Buch nur ein Büchlein ist, werde ich inhaltlich nicht viel mehr sagen, als was der Klappentext schon beschreibt. Ich möchte an dieser Stelle viel mehr die wunderbare Sprache und die leichte Melancholie des Buches durch ausgewählte Textpassagen in den Vordergrund stellen.

Beginnend im Frühling der Liebe … zwei Teenager, die gerade sich und die Liebe kennen lernen. Ein erstes herantasten, vorsichtig und ängstlich, wie ein Schneeglöckchen, das sich seinen Weg durch den Schnee sucht. Dann blüht diese erste Liebe langsam auf, wie die Natur in Frühling nach dem Winterschlaf …

Ich warte darauf, dass sie größer wird, Mama. Ich warte darauf, dass sie den Kopf an meine Schulter lehnt. Ich warte darauf, dass ihr Mund zittert, wenn ich mich ihr nähere. Ich warte auf die betörenden Düfte, die sagen, du kannst dich jetzt in mich verlieren, in mir verbrennen. Ich warte darauf, ihr Worte zu sagen, die man nicht zurücknehmen kann. Die Worte, die die Weichen stellen für ein Leben zu zweit. Für das Glück. Und manchmal für eine Tragödie.“ (Seite 24)

Dann kommt der Sommer … eine Frau von 35 Jahren sehnt sich nach einem Mann, mit dem sie alt werden kann, mit dem sie ein Familie gründen kann. Doch zwischen Wunsch und Realität klafft oft ein großer Graben. Es gibt Menschen, die einfach kein Glück haben den richtigen Partner zu finden, die im Sommer der Liebe hängen bleiben und vielleicht in der Hitze der Sonne verbrennen …

Einige Jahre später lernte ich einen Ehemann kennen. Lachen Sie nicht. Natürlich war er bezaubernd. Sogar schön. Von der Art Schönheit, die wir Frauen bei einem Mann wahrnehmen, wenn wir hungrig sind. Sein Blick, seine Stimme, seine Worte waren ungeschickt. Nach ein paar Liebesnächten, Fieber, Zärtlichkeit, Gewalt und Versöhnung wurde ich schwanger. Erst stürzt man sich aufeinander, und dann stürzt man ab.“ (Seite 57)

Im Herbst der Liebe angelangt, erzählt die Geschichte von einer Frau, die fünfzig wird und das Gefühl hat von ihrem Mann nicht mehr geliebt zu werden. Ihren Körper, so denkt sie, findet er abstoßend, weil dieser nicht mehr ohne Makel ist. Doch dieser Körper erzählt eine Geschichte … die von einer wunderbaren Liebe, aus der drei Kinder hervorgegangen sind, die natürlich Spuren am Körper der Frau zurück gelassen haben. Nach dem Frühling und dem Sommer dieser Liebe ist nun im Herbst die Zeit gekommen sich neu zu entdecken/ zu finden. Nicht immer leicht, aber durchaus möglich …

„Morgen muss ich auch den perfekten Körpern entgegentreten. Den Körpern mit makellosen Brüsten, die sie der Jugend oder der Chirurgie verdanken. Den wunderbaren, herrlich gebräunten Körpern, die den Frauenmagazinen und den Hochglanzseiten entsprungen zu sein scheinen und denen man jetzt hier am Strand begegnet, sie sind ganz nah neben uns und unseren Männern. Den Körpern mit endlosen Beinen, die auf den Kaffeterrassen unter kurzen Röckchen zur Schau gestellt werden, wie diese „Zirkel, die den Erdball in alle Himmelsrichtungen ausmessen.“ Diese Traumkörper, wie Ohrfeigen, die mich ständig daran erinnern, was man entbehrt, wenn man die fünfzig erreicht hat, was uns das Leben, die Geburten, die niederträchtige Zeit und der heimliche Kummer geraubt haben. Weil mein Mann mich nicht mehr anschaut …“ (Seite96/ 97)

Und letztendlich erzählt dieses wunderbare Buch die Geschichte der Liebe im Winter des Lebens. Zwei Menschen sind miteinander alt geworden. Sie haben Höhen und Tiefen erlebt. Ihre Liebe hat alles überdauert … sie sind eins geworden und  gehen ihren letzten Weg gemeinsam …

“Wir sind wunderbar verliebt – seit fünfunddreißig Jahren. Wir sind der Letzte des anderen, diese Gewissheit macht uns unendlich ruhig, glücklich und frei. Wir sind ewig schön füreinander.“ (Seite 179)

Neben den Einblicken in das Leben und die Liebe der einzelnen Protagonisten hat mich auch die Bedeutung der Blumen sehr fasziniert. Die spielen eine Rolle in diesem wundervollen Buch.

Für mich ist dieses Buch ist ein wahrer Schatz unter den vielen, vielen Neuerscheinungen innerhalb eines Jahres. Grégoire Delacourts Roman ist so wunderschön trotz all der Melancholie. Ich habe mich an einem Sommertag an die Küste Frankreichs locken lassen … und mein Herz dagelassen. Die Sprache und die Geschichte haben mich verzaubert ♥♥♥

Unbedingt lesen!!!

5 von 5 Sternen