Geschafft!!!

IMG_2700Puh … das wäre erst einmal geschafft. Endlich habe ich auch einen Blog. Ich möchte mit diesem Blog meine Liebe zu Büchern teilen. Für mich gibt es nichts schöneres als den Menschen von meiner Liebe zu Büchern zu erzählen, sie mit meiner Freude über Literatur anzustecken.🙂

Erst einmal habe ich ein paar Rezensionen aus dem letzten Jahr online gestellt. Ob noch mehr aus dem letzten Jahr folgen weiß ich noch nicht, da es ja dieses Jahr viele tolle neue Bücher geben wird.

Ich möchte Euch eine kleine „Einführung“ geben.

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In den nächsten Tagen und Wochen werde ich das ein oder andere noch spezifizieren. Über Frage, Anregungen und konstruktive Kritik freue ich mich. Ihr könnt das hier kommentieren oder mir eine Mail schreiben: angelikaabels@gmx.de.

Jetzt wünsche ich Euch mega viel Spaß beim stöbern in meinem Blog.

Eure Angelika ♥

Habenichts und Taugenichts

Hoffmann und Campe Fester Einband  112 Seiten Erscheinungsdatum: 17.09.2016  Preis: 18,00 € ISBN: 9783455405774

Hoffmann und Campe
Fester Einband
112 Seiten
Erscheinungsdatum:
17.09.2016
Preis: 18,00 €
ISBN: 9783455405774

Klappentext
Tom Smith und Jerry Wesson haben mit der Waffenfabrik mur den Nachnamen gemein. Echte Abenteurer brauchen keine Waffen. Die Habenichts lernen sich am Rande der Niagarafälle kennen, wo sich der eine als Erfinder und Meteorologe, der andere als „Leichenfischer“ verdingt. Zusammen mit der Journalistin Rachel planen sie den ganz großen Coup. Sie wollen der Welt eine unvergessliche Geschichte liefern und zu Helden werden.

∗∗∗∗∗

„Und jetzt fasse ich zusammen: Wir hatten große Erwartungen an das Leben, und wir haben nichts zustande gebracht, wir sind dabei, ins Nichts abzurutschen, und das tun wir am Arsch der Welt, in einem miesen Loch, wo ein herrlicher Wasserfall uns jeden Tag daran erinnert, dass die Erbärmlichkeit eine Erfindung des Menschen ist und die Großartigkeit der normale Lauf der Welt.“ (Seite 37)

Nachdem ich „Mr Gwyn“ in einer Nacht verschlungen habe, war ich auf das neue Buch von Baricco sehr gespannt. Als ich es dann in der Hand hielt war ich erst einmal sehr verwundert, denn dieses Buch war dann doch eher ein Büchlein mit 111 Seiten. Dann schlage ich das Büchlein auf und es erwartet mich eine zweite Überraschung. Die Geschichte ist wie ein Theaterstück aufgebaut. Es gibt zwei Akte und diese sind in mehrere Sätze eingeteilt. Zu Anfang eines jeden Satzes erfahre ich in kurzen Sätzen wo ich mich als Leserin befinde, wie die Stimmung  und die „Geschwindigkeit“ des Satzes sind.  Dann wird mir noch angezeigt wer was sagt.

Bevor ich angefangen habe zu lesen, war ich mir nicht ganz sicher, ob dieses Buch etwas für mich ist. Doch ehrlich gesagt, war ich schneller in der Geschichte drin, als ich erwartet habe. Schnell sind die voran stehenden Namen nicht mehr nötig. Ich weiß automatisch wer was sagt. Komischerweise habe ich die Texte automatisch in der vorgegebenen „Geschwindigkeit“ gelesen.🙂

„Ich hätte ihr sagen können, dass viele auf die gleiche Weise vor ihrem Leben davonspringen, über sich selbst hinaus, indem sie alles riskieren, um sich wirklich lebendig zu fühlen.“ (Seite 100)

Der Inhalt der Geschichte ist schnell erzählt … zwei Männer Tom und Jerry (ob Baricco dabei beim Schreiben an die Katze und die Maus gedacht hat?) treffen an den Niagarafällen aufeinander. Keiner von den beiden ist wirklich erfolgreich. Dann gesellt sich Rachel eine erfolglose Journalistin zu ihnen und alle drei planen zusammen etwas Spektakuläres. Ein Ritt auf den Niagarafällen .. ein Ritt auf dem Wasser, der zu einem Ritt des Lebens wird.

„Dieses Mal hatten wir sorgfältig gesät; wir alle hatten Phantasie, Verrücktheit und Talent gesät. Und geerntet haben wir eine zweideutige Frucht: das schöne Licht einer Erinnerung und das Privileg einer Erschütterung, die uns für immer stolz und geheimnisvoll machen wird.“ (Seite 101)

Ich habe dieses Büchlein in einer schlaflosen Nacht gelesen und mich hervorragend unterhalten gefühlt. An vielen Stellen habe ich mir die Nase zugehalten um nicht laut loszulachen und meinen Mann damit geweckt hätte.

Die Dialoge sind der Knaller … kurz und pointiert, kein großes Tamtam. Es gibt zwischendrin aber auch leise und nachdenkliche Töne. Eine Geschichte über Taugenichts und Habenichts, die einmal im Leben den großen Coup landen wollen, um sich damit ein Denkmal zu setzen.

Ich hätte noch ewig weiter lesen können … unbedingt lesen!

 

5 von 5 Sternen

Aufgeben oder Durchbeißen

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Hallo Ihr Lieben,

 

heute melde ich mich mal, weil ich in einem Dilemma stecke und Eure Meinung dazu wissen möchte.

Seit Wochen fange ich dieses und/ oder jenes Buch an. Aber irgendwie sind die alle „doof“. Ich komme einfach nicht in die Geschichten rein und nun überlege ich ernsthaft die Bücher abzubrechen und nicht weiter zu lesen.

Ehrlich gesagt habe ich erst zwei Bücher in meinem Leseleben abgebrochen. Das eine war von einer Dame, die mal einen Literaturnobelpreis gewonnen hat. Das Buch war so irre geschrieben, dass ich abgebrochen habe. Doch das Buch hat mir keine Ruhe gelassen und ich habe es nach einem halben Jahr noch einmal zur Hand genommen und es in einem Rutsch gelesen. Das andere Buch war von einem Herrn. Bis heute weiß ich nicht was er dem Leser mit diesem Buch sagen wollte oder auch nicht. Dieses Buch habe ich nicht noch einmal gelesen.

Auf der einen Seite tut es mir so leid, wenn ich ein Buch abbreche/ abbrechen möchte, denn schließlich ist es mit viel Liebe, Hingabe und Zeit von einem Menschen geschrieben worden. Das allein verdient schon meinen höchsten Respekt. Doch was mache ich, wenn ich überhaupt nicht in die Geschichte rein komme? Und was, wenn das Buch doch noch interessant wird, und ich zu früh abgebrochen habe?

Auf der anderen Seite denke ich, es gibt so viele tolle Bücher, warum soll ich meine kostbare Lebens- und Lesezeit mit schlechten Büchern verbringen? Daraus ergibt sich gleich die Frage … gibt es überhaupt schlechte Büche bzw. ist ein Buch „schlecht“ nur weil es mir nicht gefällt? Und darf man das einem Autor*in sagen?

Wie macht Ihr das? Abbrechen oder Durchbeißen? Ich bin sehr auf Eure Antworten gespannt.

 

Eure Angelika ♥

 

♥ Was für ein KRASSES „Scheißschönes“ Buch ♥

Blumenbar Fester Einband  256 Seiten  Erscheinungsdatum: 09.09.2013  Preis: 18,99 € ISBN: 9783351050061

Blumenbar
Fester Einband
256 Seiten
Erscheinungsdatum:
09.09.2013
Preis: 18,99 €
ISBN: 9783351050061

Klappentext
Eigentlich ist es ein ehernes Gesetz: Johann und Tilda, Tilda und Johann. Das Baumhaus in Tildas Garten hat Johanns Vater gezimmert, also wird es nicht mehr lange dauern, bis Johann dort mit ihr schlafen wird. Denkt er. Johann wartet nur noch auf eins: Schamhaare. Doch dann bricht alles aus den Fugen. Das Land versinkt im Terror der RAF, Tilda schreibt Liebesbriefe an Andreas Baader im Gefängnis und schleppt dann einen Jungen an, Sebastian. Der ist groß, schön, allein. Johann weiß: Paar ist eine Sache für zwei. Von einem Tag auf den anderen ist er in sein Zimmer verbannt, kämpft mit Fieber und seinen Phantasien davon, wie die beiden hinter Tildas heruntergelassenem Rollo alles tun.
Von den Fernsehnachrichten zur RAF angeregt, reift in ihm ein Plan: Mach kaputt, was dich kaputt macht. Denn drei sind einer zu viel.

∗∗∗∗∗

Es ist der Sommer 1977. Ein Sommer der geprägt ist von Gewalt und Terror in Deutschland. Die RAF ist allgegenwärtig. Ponto wird umgebracht. Schleyer entführt. Mit der Entführung der Landshut versucht man Mitglieder der RAF frei zu pressen. Später, im Herbst 1977 wird Schleyer ermordet aufgefunden und die drei inhaftierten Anführer der RAF Baader, Ensslin und Raspe bringen sich in ihren Zellen der JVA Stuttgart um.

Es ist ein Sommer, in dem Tilda, Johann und Sebastian aufwachsen. Kids zwischen 13 Jahren und 14 Jahren. Tilda und Johann kennen sich seit dem sie drei Jahre alt sind. Sie haben immer alles gemeinsam gemacht. Das heißt Johann hat immer alles gemacht was Tilda wollte. Sie als die Ältere war immer die Bestimmerin. In diesem Sommer wollen sie eine Bande gründen. Tilda schleppt Sebastian an. Und von nun an wird alles anders. Johann reagiert mit Eifersucht auf Sebastian und Tilda spielt die beiden Jungen gegeneinander aus. Sie will wissen, wer von beiden bereit ist alles, wirklich alles für sie zu tun.

Es wird ein Sommer, der ihr ganzes Leben verändert. Was wie ein scheinbar harmloses Spiel beginnt eskaliert zu einer Tragödie.

WOW … was für ein KRASSES Buch. Ein Buch, das ein wahres Karussell an Gefühlen  in mir auslöst. Dieses Buch ist verstörend, teilweise ekelhaft, voller Wut und Hass, aber auch Liebe. Es bringt mich zum Lachen, zum Weinen und erinnert mich an alte Zeiten. Sprachlich ergeht es mir genauso. Da ist einmal der kalte und beherrschende Ton von Tilda und dann ist die Sprache plötzlich poetisch, philosophisch und empfindsam wie Johann.

Jelle Behnert ist mit diesem Debütroman etwas ganz Großartiges gelungen. Sie schafft es die große Bandbreite von Gefühlen in eine Geschichte zu packen, die krasser nicht sein kann. Die einen werden dieses Buch lieben, die anderen werden es hassen.

Ich liebe es  ♥ und kann nur sagen: Ihr müsst es lesen!!! Aber Vorsicht … es zieht euch in einen Bann, den ihr so noch nicht gekannt habt!!!

 

5 von 5 Sternen

… aus „Die Insel“ von Wolfgang Eicher

duotincta Flexibler Einband  300 Seiten  Erscheinungsdatum: 07.03.2016  Preis: 14,95 € ISBN: 9783946086079

duotincta
Flexibler Einband
300 Seiten
Erscheinungsdatum:
07.03.2016
Preis: 14,95 €
ISBN: 9783946086079

 

„Stellt euch vor: In all diesen Fabriken scheinbar hirnkranker Idioten lagert nichts anderes als die Wahrheit, die im Stande ist, die ganze Welt in die Luft zu sprengen! Und das nur, weil sie sich nicht das Leben nehmen konnten und keinen anderen Weg mehr wussten als hierher! Genau wie ich!“ (Seite 13)

∗∗∗

Liebe ist die Unmöglichkeit, das Leben mit sich selbst zu führen.“ (Seite 22)

∗∗∗

Es gibt viele magische Plätze auf dieser Welt. Das sind Orte, die Kraft geben. Das vorher mühsame Leben wird wieder einfacher. Jede Stadt, jedes Dorf, jeder Ort, wo Menschen wohnen, besitzt solche Plätze. Man muss sie nur suchen, und wird sie finden.“ (Seite 158)

∗∗∗

„Unser Ziel, die Tiefen des Schwarzen Meeres.
Mit an Bord, die Wahrheit um den Sinn des Lebens.
Sie hat sich nicht verändert.
Sie wird immer da sein.
Sie wird Krisen verursachen.
Immer wieder.
Sie wird mich erzittern lassen.
Es ist eine schreckliche Geschichte.
Dennoch werde ich leben können.
Weil es eine Liebesgeschichte ist.“ (Seite 234)

∗∗∗

Hoffnung auf Leben

Insel Verlag Fester Einband  333 Seiten  Erscheinungsdatum: 08.08.2016  Preis: 22,00 € ISBN: 9783458176848

Insel Verlag
Fester Einband
333 Seiten
Erscheinungsdatum:
08.08.2016
Preis: 22,00 €
ISBN: 9783458176848

Klappentext
Gustav Perle ist ein zurückhaltender Mann. Er wuchs in den 1940er-Jahren allein bei seiner Mutter Emilie in ärmlichen Verhältnissen im schweizerischen Matzlingen auf – und schon damals hat er gelernt, nicht zu viel vom Leben zu wollen. Als Anton in seine Klasse kommt, ein Junge aus einer kultivierten jüdischen Familie, hält mit ihm auch das Schöne in Gustavs Leben Einzug. Anton spielt Klavier, und seine Familie nimmt Gustav Sonntags mit zum Eislaufen. Emilie sieht das nicht gerne, lebt sie doch in der Überzeugung, dass die Bereitschaft ihres verstorbenen Mannes, jüdischen Flüchtlingen zu helfen, letztendlich ihr gemeinsames Leben ruiniert hat. Doch Anton ist alles, was Gustav braucht, um glücklich zu sein…

∗∗∗∗∗

„Dinge sind immer nur eine Weile weiß.“ (Seite 37)
„Weil so das Leben ist. Man kann nie zurück, wenn etwas erst einmal vorbei ist.“ (Seite 46)

Gustav Perle wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Der Vater verstarb früh und dieser Tod hat dazu geführt, dass Gustav Mutter ein verbitterter Mensch wurde. Sie erzählt Gustav tagtäglich was für ein Held der Vater gewesen sei, da er jüdischen Flüchtlingen geholfen hat. Doch diese Hilfe hat ihm letztendlich auch das Leben gekostet. Emilie ist scheinbar seit diesem Tod nicht mehr in der Lage Gefühle zu zeigen. Auch nicht ihrem Sohn gegenüber. Sie ermahnt Gustav ständig „sich zu beherrschen“ Und so wächst Gustav auf, ohne dass er weiß, wie eine liebevolle Mutter sein kann.

„Dennoch dachte er sehr oft an seine Kindheit. Und jedes Mal ergriff ihn eine Traurigkeit, die absolut und umfassend zu sein schien – als könne kein Kummer der Welt ihn noch einmal so heftig treffen. Diese Traurigkeit legte sich wie ein grauer Dämmer um seine alte Kindheitsvorstellung, dass er unsichtbar sei: die quälende Erinnerung daran, dass der Knabe Gustav immerzu versucht hatte, sich ins Licht zu rücken, damit seine Mutti ihn besser sah. Aber sie hatte ihn nie wirklich gesehen. Sie hatte sich für die Person, die er war, im Grunde blind gestellt.“ (S. 214)

Dann tritt Anton in sein Leben. Die beiden Jungen freunden sich trotz unterschiedlicher Herkunft an. Anton kommt aus wohlhabenden Verhältnissen, und mit dieser Freundschaft erlebt Gust eine andere Welt. Eine voller Freuden, Liebe und Geborgenheit. Doch ist dem wirklich so?

„Gustav fand, dass Anton inmitten all dieser ihn umringenden verzauberten Kinder etwas von einem Rattenfänger hatte. Und er dachte: Ich gehöre auch dazu; ich bin ebenfalls verzaubert. Ich werde Anton folgen, wo immer er mich hinführt – und sei es in eine  dunkle Höhle.“ (Seite 227)

Die Geschichte ist in drei Kapitel unterteilt. Im ersten Teil  geht es um die Kinder Gustav und Anton. Wie sie aufwachsen, sich kennen lernen und Zeit miteinander verbringen.  Im zweiten Teil der Geschichte erfährt man wie Emilie Gustavs Vater kennen lernt, und warum er letztendlich zu Tode kam. Für mich ein sehr wichtiges Kapitel in dieser Geschichte, da ich Dinge erfahre die ich so nicht vermutet hätte und die einen vollkommen neuen Aspekt in die Geschichte bringen. Der dritte und letzte Teil erzählt die Geschichte der erwachsenen Kinder. Was aus ihnen und ihrer Freundschaft geworden ist.

Für mich ist Emilie, Gustav Mutter,  eine kaltherzige Frau. Das mag sicherlich daran liegen, dass sie früh ihren Mann verloren hat und sich allein um Gustav kümmern muss. Gustav scheint irgendwie nur zu funktionieren. Er macht das was seine Mutter sagt und scheint zu keinerlei Gefühl fähig zu sein. Was nicht verwunderlich ist, da seine Mutter ihm keine zeigt. Er versuch so sehr seiner Mutter zu „gefallen“, dass er sich fast darüber aufgibt. Sofern man das bei einem Kind sagen kann.
Anton ist für mich ein verzogenes Einzelkind. An vielen Stellen wird klar, so sehe ich es zumindest, dass er Gustav nur benutzt. Immer wenn es für Anton unangenehm wird schiebt er Gustav vor. Beruft sich dann auf ihre Freundschaft.  Dies alles zeigt mir, wie egal Gustav Anton letztendlich ist.

„Und jetzt, dachte er, befinde ich mich selbst im Mittelland meines Lebens, und alles um mich herum brüllt mich an und will, dass ich mein Verhalten und meine Ansichten ändere, und das bringt mich noch um.“ (Seite 271)

Mich hat dieses Buch sehr berührt, obwohl es stellenweise sehr emotionslos geschrieben wurde. Gustav ist ein Protagonist, der mir irgendwie, von Anfang an ans Herz gewachsen ist. Es liegt wohl daran, dass er eine absolut tragische Gestalt in diesem Buch ist.

Gustav möchte einfach nur geliebt werden. Doch die Menschen die er liebt sind der wirklichen Liebe gar nicht fähig … und das macht mich einfach traurig und wütend zugleich. Gustav bemüht sich immer und immer wieder um die Liebe der Mutter und die Liebe von Anton, oftmals bis zur Selbstaufgabe. Und die? Die sehen nur sich…

Eine Geschichte, die noch lange nachwirkt.

Unbedingt lesen!

5 von 5 Sternen

 

Ein wertvolles Stück der Literaturgeschichte

Atrium Zürich Fester Einband  320 Seiten Erscheinungsdatum: 01.01.2013 Preis: 22,95 € ISBN: 9783855353910

Atrium Zürich
Fester Einband
320 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.01.2013
Preis: 22,95 €
ISBN: 9783855353910

Klappentext
1931 lieferte Erich Kästner seinem Verlag ein Manuskript mit dem Titel „Der Gang vor die Hunde“: die Geschichte des arbeitslosen Germanisten Jakob Fabian, der durch das überhitzte Berlin der späten Zwanzigerjahre streift, eine Stadt, die sich politisch und erotisch im Ausnahmezustand befindet. Der junge Kästner, der freche Shootingstar der Berliner Literatur-Szene, hatte alle Register gezogen. Das machte seinen Roman für den Verlag zu einem Sprengsatz, den das Lektorat mit spitzen Fingern entschärfte und der dann – entgegen Kästners ursprünglicher Intension – unter dem Titel „Fabian“ erschien. Noch in der verharmlosten Form galt das Buch vielen als dekadent und obszön. Kästner selbst sagt dazu: “Dieses Buch ist nichts für Konfirmanden, ganz gleich, wie alt sie sind.“

∗∗∗∗∗

Ich gestehe, ich hatte bis dato noch nie etwas von Kästner gelesen. Mir war er durch seine Kinderbücher bekannt und durch meinen Literaturunterricht für den Fernlehrgang lernte ich ihn etwas kennen. Ich lernte, dass Kästners  „Fabian“ ein sogenannter Großstadtroman mit biografischen Zügen war. Er zeigt ein Bild von Berlin am „Vorabend der Machtergreifung Adolf Hitlers“.
Ehrlich gesagt habe ich dieses Buch verschlungen. Man merkt, dass Kästner, der von sich selber sagt er sei ein Moralist, die Geschichte rund um Fabian „überzieht“. Mit jeder Zeile spürt man die Ironie und den Sarkasmus, mit der Kästner jene Zeit aufzeigt. Eine Zeit, in der Homosexualität, Geldgier und Macht eine große Rolle spielen … eben eine Zeit, in der alles „vor die Hunde“ ging … am meisten doch die Moral.

Stilistisch hervorragend geschrieben, auf das wichtigste beschränkt ohne große Schnörkeleien, aber immer mit einem erhobenen Zeigefinger.

Was auch noch erwähnenswert ist, ist der umfangreiche und sehr informative Anhang, in dem detailliert erklärt und aufgezeigt wird, was alles 1931 gestrichen bzw. verändert wurde hinsichtlich des Originals.

Dieses Buch ist ein absolutes Muss, da es ein wertvolles Stück Literaturgeschichte ist!!!

 

5 von 5 Sternen

… aus „Mein bester letzter Sommer“ von Anne Freytag

Heyne HC Fester Einband  368 Seiten  Erscheinungsdatum: 08.03.2016 Preis: 14,99 €  ISBN: 9783453270121

Heyne HC
Fester Einband
368 Seiten
Erscheinungsdatum:
08.03.2016
Preis: 14,99 €
ISBN: 9783453270121

 

„Früher habe ich mein Leben totorganisiert. Jetzt organisiere ich eben meinen Tod.“ (Seite 19)

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Das Leben wird nicht definiert von den Momenten, in denen du atmest, sondern von denen, die dir den Atem rauben.“ (Seite 24)

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„Ich muss lachen. Nein, mit Oskar habe ich nicht gerechnet. Mit ihm und diesem Kribbeln. Ich sitze nur da und starre auf meinen Bildschirm, mit diesem Lächeln auf den Lippen und den Tränen, die mir in die Augen steigen und seine Worte zu schwarzen Flecken verschwimmen lassen. Ich wähle die Illusion. Das Leben in der Seifenblase. Und das, obwohl sie vermutlich schon sehr bald platzen wird. Ich will einfach leben – zumindest solange ich das noch kann.“ (Seite 51)

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Dann plötzlich die zarte Berührung seiner Unterlippe. Es ist nicht mehr als der Flügelschlag eines Schmetterlings, und doch hält er meine Welt an. Seine Lippen liegen auf meinen, behutsam, noch zögernd.“ (Seite 82)

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„Ich will nicht sterben. Ich würde am liebsten jeden Tag mit Oskar ein bisschen älter werden, bis wir eines Tages runzelig sind wie Rosinen. Aber das wird nicht passieren. Bald wird es mich nicht mehr geben, aber der Gedanke, glücklich zu sterben, lässt mich dennoch lächeln. Mein Herz mag kaputt sein, aber es  ist voller Liebe.“ (Seite 265)

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„Mein Blick fällt auf Oskar Gesicht, und ich spüre, wie mir Tränen in die Augen steigen. Ich dachte, ich gehe als unbeschriebenes Blatt, aber das werde ich nicht. Oskar hat Spuren hinterlassen. Seine Gefühle in meinem Herzen, seine Stimme in meinem Kopf und seine Hände auf meiner Haut. Ich glaube ich habe verstanden. Liebe ist genug. Und ich wurde geliebt.“ (Seite 350)

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