Geschafft!!!

IMG_2700Puh … das wäre erst einmal geschafft. Endlich habe ich auch einen Blog. Ich möchte mit diesem Blog meine Liebe zu Büchern teilen. Für mich gibt es nichts schöneres als den Menschen von meiner Liebe zu Büchern zu erzählen, sie mit meiner Freude über Literatur anzustecken. 🙂

Erst einmal habe ich ein paar Rezensionen aus dem letzten Jahr online gestellt. Ob noch mehr aus dem letzten Jahr folgen weiß ich noch nicht, da es ja dieses Jahr viele tolle neue Bücher geben wird.

Ich möchte Euch eine kleine „Einführung“ geben.

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In den nächsten Tagen und Wochen werde ich das ein oder andere noch spezifizieren. Über Frage, Anregungen und konstruktive Kritik freue ich mich. Ihr könnt das hier kommentieren oder mir eine Mail schreiben: angelikaabels@gmx.de.

Jetzt wünsche ich Euch mega viel Spaß beim stöbern in meinem Blog.

Eure Angelika ♥

Tolles Debüt!!!

Hoffmann und Campe
Flexibler Einband
288 Seiten
Erscheinungsdatum:
17.03.2017
Preis: 16,00 €
ISBN: 9783455000092

 

Klappentext
Luc Verlain liebt gutes Essen, Frauen und sein sorgenfreies Leben in Paris. Doch als sein Vater schwer erkrankt und niemand weiß, wie lange der Austernfischer noch zu leben hat, lässt Luc sich versetzen. Ausgerechnet nach Bordeaux in die Regien Aquitaine, von wo er als junger Polizist geflohen war. Und schon kurz nach seiner Ankunft erschüttert ein Mord die Gegend: Ein Mädchen liegt erschlagen am Strand. Schnell wird ein Tatverdächtiger festgenommen, doch die Bewohner des Heimatdorfs der Toten vertrauen der Polizei nicht und nehmen die Sache selbst in die Hand. Lucs Ermittlungen führen an die Strände und in die Weinberge der Region und zurück nach Paris, immer an seiner Seite: seine Kollegin Anouk, deren Charme er nur schwer widerstehen kann …

                                                                                                                 ∗∗∗∗∗

                                                                                                                                                    Ruppichteroth, 17.03.2017

Lieber Alexander,

vor ein paar Wochen zog ein Päckchen bei mir ein. Als ich es öffnete war ich erst einmal ein wenig sprachlos, dachte nur … och nö … ich lese doch keine Krimis. Als ich dann die beigelegte Karte aus der Aquitaine las war ich wirklich vollkommen sprachlos … was nicht so oft passiert 🙂

An dieser Stelle muss ich jetzt mal kurz die Mädels von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit  bei Hoffmann und Campe erwähnen. Ich bin immer wieder überrascht was ihr euch alles so einfallen lasst. Chapeau und merci  ♥♥♥

Zurück zur Postkarte. Sie war von keinem geringeren als Dir lieber Alexander. Mit ein paar lieben Grüßen in den Rhein-Sieg-Kreis und ein paar persönlichen Sätzen zur Erfüllung meines Traumes (wer hat Dir das denn geflüstert 🙂 )wünscht Du mir viel Spaß mit Comissaiere Luc.

Huch, jetzt war ich schon ein wenig „gebauchpinselt“. DER Alexander Oetker schreibt mir (!!!)  … und mindestens noch 100 anderen Leser*innen/ Blogger*innen  … eine Postkarte . Ich hab dann angefangen in Deinem Buch zu blättern. Als ich auf der letzten Seite Dein „Merci“ gelesen habe, war ich gerührt. Ich liebe Nachwörter in Büchern. Sie geben dem ganzen eine sehr persönliche Note. Natürlich bin ich dann sofort auf www.lucverlain.de gegangen. Die Seite von Luc und seinem Aquitaine  ist sehr schön und hat mich dann wirklich neugierig gemacht.

Tja, was soll ich sagen, ich habe angefangen, den ersten (!!!) Krimi meines Lebens (im zarten Alter von 53 Jahren) zu lesen.

Schon nach den ersten 50 Seiten war ich verliebt in die Aquitaine. Deine Beschreibungen von der Landschaft und dem Flair lässt mich glauben ich sei vor Ort. Luc mag ich von Anfang und ich kann ihn mir sehr gut vorstellen. Froh war ich, als Du sein kleines Geheimnis um Hélène am Ende auch lüftest. Ich hatte befürchtet, dass ich die Aufklärung erst im nächsten Buch bekomme.

Die Such nach dem Mörder war von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend. Ich hatte natürlich auch zwei „Hauptverdächtige“, doch leider war der Mörder ein anderer. Erst kurz vor Schluss ahnte ich wer es ist. Super gemacht. An manchen Stellen habe ich auch gelacht. Zum Beispiel als Luc das erste Mal auf Etexberria (wird x geschrieben aber sch gesprochen) *ggg* Ich muss dazu anmerken, ich habe das Buch abends im Bett gelesen und dann eben versucht den Namen laut auszusprechen. Mein Mann fragte mich nach dem zehnten Versuch was ich denn da mache …
Aus Deinem Lebenslauf und der Bemerkung auf der vorletzten Seite Deines Buches weiß ich, dass Frankreich Dein Herzensland ist, und Du sehr viel Anteil an den Dingen die dort geschehen nimmst. Die lässt Du auch ein wenig in die Geschichte um Luc einfließen, ohne dass es „aufdringlich“ wird. Dinge wie die Anschläge auf Charlie Hebdo und dem Rassismus in diesem Land.

So, nun werde ich diesen Brief langsam schließen … Ich bin keine Krimiexpertin, doch ich kann sagen, ich habe Dein Buch, die Geschichte um Luc sehr gerne gelesen. Mich hat das Land und das „Savoir-vivre“ sehr angesprochen und dank Deiner wundervollen Beschreibung konnte ich für eine kurze Zeit an diesem wunderbaren Ort verweilen.

Ein wirklich tolles Debüt!!!

Ich weiß, Du arbeitest bereist an einer Fortsetzung und darauf freue ich mich jetzt schon. Vielleicht verschlägt es Dich einmal in den Rhein-Sieg-Kreis zu einer Lesung im Büchergarten … wer weiß …

Nun ist es Zeit Abschied zu nehmen …
Merci pour tout …
Drück Dich …
Angelika

P.S.: Ich wünsche Deinem Buch gaaaaaanz viele Leser!!!

5 von 5 Sternen

Neulich in der Buchhandlung … #7

 

Ihr Lieben,

es wird mal wieder Zeit ein wenig aus meinem buchhändlerischen Alltag zu erzählen. 🙂

Am Montag Nachmittag kommt ein Kunde in den Laden. Es ist ein Stammkunde. Er schaut mich ernst an und sagt dann: „Ich muss Ihnen sagen, mein Leben hat ohne Sie keinen Sinn.“ Ich schaue ihn an, denken was hat er denn für ein Problem und überlege wie ich reagieren soll … schaue verlegen im Laden herum und sehe auf die Eingangstür … ich stutzte und plötzlich wird mir alles klar … grinse den Kunden an und sage: Danke! 🙂

Was war passiert? Am Montag Morgen habe ich eine Lieferung Bücher bekommen. Vom Diogenes Verlag. Und wer kennt sie nicht, die wundervollen Sprüche vom Verlag, die es auf Karten, Tüten und Plakate gedruckt gibt. Es gibt unter anderem einen Lieblingsspruch, den ich als Plakat bekommen habe. Dieses Plakat habe ich dann am Montag Vormittag in die Eingangstür gehängt. Allerdings habe ich nicht mit dieser Reaktion gerechnet. Dieser Herr am Nachmittag war nicht der einzige Kunde/ die einzige Kundin an diesem Tag, die mir versicherten, dass ihr Leben ohne mich keinen Sinn hätte. Ach ist das schön ♥♥♥ Danke an den Diogenes Verlag für die tollen Plakate und an meine lieben Kunden*innen … Danke das es Sie/ Euch gibt … mein Leben ohne Euch hätte keinen Sinn ♥♥♥

Eure Angelika ♥

 

Psychothriller der Emotionen

Mare Verlag
Fester Einband
224 Seiten
Erscheinungsdatum:
07.03.2017
Preis: 22,00
ISBN: 9783866482562

Klappentext
Sie sind jung und verliebt und haben alles, was sie brauchen. Aber ihr Pariser Leben langweilt sie. Also nehmen Louise und Ludovic ein Sabbatjahr und umsegeln die Welt. Bei einem Ausflug auf eine unbewohnte Insel vor Kap Hoorn reißt ein Sturm ihre Jacht und damit jegliche Verbindung zur Außenwelt mit sich fort. Was als kleiner Ausbruch aus dem Alltag moderner Großstädter gedacht war, wird zum existenziellen Kampf gegen Hunger und Kälte. Nicht weniger aufreibend ist das psychologische Drama, das sich zwischen den Partnern entspinnt. Wer trägt die Schuld an der Misere? Wer behält die Nerven und trifft die richtigen Entscheidungen? Und was wird aus der Liebe, wenn es ums nackte Überleben geht?

∗∗∗∗∗

„Ludovic versucht, nicht ungeduldig zu klingen, aber sie geht ihm auf die Nerven mit ihren ständigen Sorgen. Hätte er auf sie gehört, wären sie jetzt nicht hier, majestätisch, vollkommen allein am Ende der Welt. Sie hätten das Schiff nicht gekauft und diese grandiose Reise gar nicht angetreten.“ (Seite 8)

Ludovic ist ein hipper Typ mit einem betuchten Elternhaus. Er liebt Partys, Frauen und das Leben.

Louise ist das genaue Gegenteil. Unscheinbar, die Tochter eines einfachen Kaufmannes und interessiert sich nur fürs Bergsteigen.

Eines Tages treffen die Beiden aufeinander und verlieben sich ineinander. Nach einem halben Jahr ziehen sie zusammen. Aber Ludovic ist ein unruhiger Typ, der das Leben spüren muss. Er hat das Leben in der Stadt satt, will die Welt umsegeln, will etwas erleben. Nach viele Gesprächen und unterschiedlichsten Argumenten schafft Ludovic es, dass Louise zustimmt und mit ihm ein Sabbatjahr einlegt, um die Welt zu umsegeln.

„Keiner kommentiert die Situation. Sie bewegen sich, das wissen beide, auf vermintem Gebiet, wo sie leicht in Streit geraten können: sie, die Vorsichtige, er, der Impulsive.“ (Seite 16)

Ein Freund hatte ihnen von dieser Insel und den tollen Gletschern erzählt. Obwohl diese unter Naturschutz steht und nicht betreten werden darf, machen sie auf ihrer Reise einen Abstecher dort hin. Während sie auf einem Berg rumkraxeln verschlechtert sich das Wetter und Louise mahnt zur Rückkehr. Doch wieder einmal gelingt es Ludovic Louises Bedenken zu zerstreuen. Plötzlich kippt das Wetter und ihnen bleibt nur eine Höhle, um sich vor dem Unwetter zu schützen. Als das Unwetter vorbei ist, bemerken sie, dass ihr Boot nicht mehr da ist. Sie sind auf der Insel gestrandet. Was jetzt? Der pure Überlebenskampf beginnt …

„Die Stille ist ein Nicht-Geräusch, wie Nicht-Existenz, die sie leben. Wie ein Albtraum, in dem alles verschwunden ist.“ (Seite 111)

Was für ein Hammer Buch!!! Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.

Schon nach den ersten Seiten hat die Geschichte mich gepackt, denn man ist von Anfang an mitten im Geschehen. Louise und Ludovic sind auf diese Insel gestrandet. Es geht ums Überleben. Und dieses Überleben schildert Autissier in einer Art und Weise, die mich zeitweise an meine emotionale Grenze gebracht hat. Ich bin schockiert, betroffen, angeekelt  und kann dennoch nicht aufhören zu lesen. Autissiers Stil ist klar, ohne Schnörkel. Sie verschont mich nicht, beschönigt nichts und dramatisiert nichts … und damit zieht sich mich in den Bann des Buches. Mit jeder Seite hoffe ich auf Rettung und denke schlimmer kann es nicht mehr kommen, doch es kommt noch schlimmer. Denn es geht um zwei Menschen, die um ihr Überleben kämpfen. Es geht um die Frage, wie weit geht der einzelne, um zu überleben?

„Die Angst hat das Allerwichtigste zerstört: ihre Gefühle, ihre Menschlichkeit.“ (Seite 113)

Dieses Buch ist definitiv eines der intensivsten Bücher, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Ich bin immer noch voller Emotionen, wenn ich an die Geschichte denke.

„Herz auf Eis“ ein ganz außergewöhnliches und intensives Buch.

Chapeau Isabelle Autissier!

 

5 von 5 Sternen und Favoritenstatus

Abenteuer Kind

Verlag duotincta GbR Flexibler Einband  206 Seiten Erscheinungsdatum: 18.10.2016 Preis: 14,95 € ISBN: 9783946086222

Verlag duotincta GbR
Flexibler Einband
206 Seiten
Erscheinungsdatum:
18.10.2016
Preis: 14,95 €
ISBN: 9783946086222

Rückentext
Mutter und Tochter – eine oft konfliktreiche Beziehung, die seit der Antike nicht nur in der Literatur für Sprengstoff sorgt. Die Beziehung zwischen Lena und Ariane ist geprägt von der Unfähigkeit, sich in die Welt der jeweils anderen einzufühlen. Vieles bleibt unausgesprochen, beide lügen sich an und fühlen sich missverstanden im Labyrinth der gegenseitigen Täuschungen.
Die Mutter Lena, eine ehemalige feministische Bestsellerautorin, lebt vereinsamt in ihrer großen Villa. Die Tochter Ariane fühlt sich als Kind von ihrer Mutter vernachlässigt und als leicht erkennbare Figur ihrer Romane bloßgestellt. Ariane arbeitet als Verhaltensforscherin über „Lügen und Tricksen unter Raben“.
Mutter und Tochter erzählen von einer gemeinsamen Vergangenheit, die völlig unterschiedlich erlebt wurde und immer mehr auch ein Porträt des aktuellen Konfliktes zwischen der Generation 68 und ihren pragmatischen Erben wird. Dabei vermengen sich gelebte Leben und literarische Fiktion, während die Gegenwart das Gespinst aus vermeintlichen Gewissheiten nach und nach zerstört wird.

∗∗∗∗∗

Lena ist eine bekannte Bestseller Autorin.  Unter einem Pseudonym schreibt sie die ersten Bücher als Feministin und Frauenrechtlerin. Ihre Protagonistin lebt ein Leben ohne Mann. Sie will jedoch Kinder und entschließt sich für eine künstliche Befruchtung ohne den Namen des Samenspenders zu kennen. Im wahren Leben sieht es bei Lena ähnlich aus. Sie liebt ihr Leben ohne Mann. Und um authentisch über eine Schwangerschaft, Geburt und Leben mit einem Kind zu schreiben, bekommt sie Ariane. Ariane spürt schnell, dass es der Mutter immer in erster Linie um ihre Protagonistin geht. Daher fühlt sich Ariane ungeliebt und ungewollt. Immer öfter flieht sie in der Jugend zu ihrem „Onkel“. Über den Namen ihres Vaters erfährt sie nichts. Mutter und Tochter entfremden sich immer mehr.

Diese Geschichte geht unter die Haut. An vielen Stellen hat es mich ganz schön wütend gemacht, wie verantwortungslos Lena handelt. So zum Bespiel, als sie beschließt ein Kind zu bekommen, nur damit sie weiß, wie es sich für ihre Protagonistin anfühlt, ein Kind zu bekommen. Als dann Ariane da ist, merkt Lena schnell, dass Ariane nicht so „bequem“ zu handhaben ist wie die Tochter der Protagonistin. Aber auch andere Stellen machen mich einfach sauer. Für mich ist und blieb Lena eine egoistische Person, die sich wenig Gedanken um ihr Kind gemacht hat. Erst als sie alt und der Erfolg nicht mehr da ist, merkt sie plötzlich wie einsam sie ist und sucht die Nähe zur Tochter. Doch der Zug ist abgefahren. Die beiden haben sich nichts mehr zu sagen.

Ariane versucht von Kindesbeinen an ein selbstständiges Leben zu führen. Holt sich ihre Liebe bei den Tieren, vorzugsweise den Raben. Sie hat sich der Wissenschaft verschrieben. Für Ariane ist es klar, dass sie anders als ihre Mutter sein möchte. Und so heiratet sie ihre Liebe und bekommt ein Kind. Sie startet einen letzten Versuch, sich doch noch ihrer Mutter anzunähern. Doch auch dieser misslingt.

Dieses Buch von Birgit Rabisch ist genauso so, wie ich es von ihr erwartet habe.  Klar, sachlich ohne große Schnörkel erzählt sie eine Mutter-Tochter- Beziehung wie es sie zu tausenden gibt. Voller Konflikte und Missverständnisse, die allerdings in dieser Geschichte kein gutes Ende findet. Die beiden sind nicht fähig ihre Konflikte zu kommunizieren. Manchmal hätte ich die beiden am liebsten geschüttelt und ihnen gesagt sie sollten endlich mal reden. Aber nein, das schaffen sie nicht. Jede hat ihrer eigenen Sicht auf die Dinge und denkt sie sei im Recht bzw. ihre Sicht sei die richtige.

Ein offenes und ehrliches Buch über  die Konflikte zwischen Müttern und Töchtern. Ein Buch, das unter die Haut geht und der Botschaft … redet miteinander!

5 von 5 Sternen

 

Emotionale Familiengeschichte

Hoffmann & Campe Fester Einband  304 Seiten Erscheinungsdatum: 17.02.2017  Preis: 20,00 € ISBN: 9783455000016

Hoffmann & Campe
Fester Einband
304 Seiten
Erscheinungsdatum:
17.02.2017
Preis: 20,00 €
ISBN: 9783455000016

Klappentext
Ipanema, im Sommer 1985: Als Andrés Mutter bei einem Autounfall stirbt, findet der Sechzehnjährige Trost bei dem Dienstmädchen der Familie – und ihrer Tochter Luana, mit der er aufgewachsen ist, wenn ihre Leben auch kaum unterschiedlicher sein könnten: André wird wie sein Vater Medizin studieren, Luana wird das Dienstmädchen einer wohlhabenden Familie werden. Allen Widrigkeiten zum Trotz verlieben sich die Teenager, bis die jugendliche Unbeschwertheit an der Wirklichkeit zerbricht. Dreißig Jahre später bekommt André, der mit seiner Frau und zwei Töchtern in London lebt einen Brief von Luana …

∗∗∗∗∗

„Das Papier roch holzig, feucht, leicht tropisch. Die Vergangenheit besitzt einen bestimmten Geruch, nicht wahr? Für mich riecht sie nach Brasilien. Ich hielt mir den Brief vors Gesicht, atmete ein und spürte, wie dein Jahre dahinschmolzen. Mit einem Mal war ich wieder siebzehn, noch ein Junge. Seit fast dreißig Jahren hatte ich Luana nicht mehr gesehen.“ (Seite 6)

André bekommt nach dreißig Jahren einen Brief von Luana. In diesem ersten Brief erzählt sie ihm davon, dass sie ihn bewusst im Internet gesucht hat und genau weiß, was er in den letzten dreißig Jahren so gemacht hat. Sie erzählt auch ein wenig von sich und kündigt an, ihm weitere Briefe zu schreiben, in denen sie André von ihrem Leben erzählen wird.

Zunächst ist André verwirrt und erinnert sich dann an das Jahr 1985. Seine Mutter war gerade gestorben. Rita, die empregada der Familie wird schnell zum Mutterersatz. Rita holt ihre Tochter Luana ins Haus und André ist von diesem Mädchen fasziniert. Die beiden freunden sich an, doch schon bald wird mehr daraus … die beiden verlieben sich ineinander. Aber die Liebe steht unter keinem guten Stern, denn man verliebt sich nicht in eine empregada. Zunächst kämpfen die beiden für ihre Liebe, doch dann geschieht etwas unvorhergesehenes und André flieht in die Welt und landet schließlich irgendwann in London, heiratet und vergisst sein altes Leben in Ipanema. Dreißig Jahre später reist er nach Brasilien, um Luana wieder zu sehen und um sich seiner  Vergangenheit zu stellen.

Wenn man jung ist, begreift man die Dinge noch nicht in dem Moment, in dem sie geschehen; erst wenn die Bilder erneut im Geist abgespielt werden, lange nachdem das Haar ergraut und der Bauch erschlafft ist, wird einem ihre Bedeutung bewusst.“ (Seite 41)

Die Geschichte fängt mit Luanas Brief an, und macht sofort neugierig. Es gibt Andeutungen auf ein Ereignis, welches auch für André neu zu sein schein. In Zeitsprüngen nimmt mich die Autorin Luiza Sauma in Andrés  und Luanas Leben mit. Einmal bin ich im hier und jetzt, dann wieder in Ipanema 1985. In einer wunderschönen und leisen Sprache erzählt Sauma von der ersten Liebe der Teenager, von einer Liebe, die so nicht sein darf, da André ein Junge aus reichem Haus ist, und Luana nur eine empregada (Dienstmädchen). Nebenbei erfahre ich auch einiges über Brasilien, den Menschen  und ihr Leben im Jahr 1985. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und André verlässt Brasilien. Ich erfahre von seinem Leben in London. Spüre seine innere Zerrissenheit und seine Sehnsucht nach der Heimat.

„Meinen Vater scherten Regeln nicht, abgesehen von denen, die er selbst aufstellte. Was das anging, war er keine Ausnahme. Das Land – genau genommen der ganze Kontinent – wurde von Männern wie ihm regiert. Regeln waren für die Bedienstete und arme Leute da und für die glücklichen Gringos, die in zivilisierten Ländern lebten.“ (Seite 112)

Durch die Zeitsprünge und den wechselnden Perspektiven schafft es die Autorin eine Spannung zu halten, der ich mich nicht entziehen konnte und so habe  das Buch in einem Rutsch gelesen. An manchen Stellen war ich über die Entwicklung der Geschichte überrascht.

Ich habe die Geschichte von André und Luana sehr gern gelesen. Immer hatte ich die Hoffnung, dass sich alles zum Guten wendet. Doch was wäre gut gewesen? Hätten André und Luana in der brasilianischen Gesellschaft eine Chance gehabt?  Ich denke die beiden hatten nie eine wirkliche Chance, auch wenn sie es sich noch so sehr gewünscht haben. Außerdem wird auch klar, dass manche Versäumnisse im Leben unwiederbringlich sind.

„Ich habe den gleichen Fehler begangen, den Menschen seit Anbeginn der Zeit machen: zu denken, man könnte sich ändern, indem man einfach woandershin geht.“ (Seite 294)

 

4 von 5 Sternen

Manchmal …

Mare Verlag Fester Einband  208 Seiten  Erscheinungsdatum: 14.02.2017  Preis: 20,00 € ISBN: 9783866482425

Mare Verlag
Fester Einband
208 Seiten
Erscheinungsdatum:
14.02.2017
Preis: 20,00 €
ISBN: 9783866482425

Klappentext
Sachen gibt es, die gibt es gar nicht. Einen Eisbrocken etwa, der mitten im Sommer vom Himmel stürzt und der achtjährigen Saara auf tragische Weise die Mutter nimmt. Schweren Herzens muss das Mädchen mit ihrem Vater das geliebte Sägemehlhaus verlassen und zu ihrer Tanta Annu ziehen. Doch auch dieser widerfährt wenig später Unglaubliches, als sie zum zweiten Mal im Lotto gewinnt – und vor Schreck in einen dreiwöchigen Dornröschenschlaf fällt. Und während Saara ihren einzigen Vertrauten Hercule Poirot um Hilfe anfleht, schreibt Annu auf der Suche nach Antworten Briefe an einen Fischer in Schottland, der bereits zum vierten Mal vom Blitz getroffen wurde und sein Schicksal dennoch jeden Tag aufs Neue herausfordert.

∗∗∗∗∗

„Ich denke viel über die Zeit nach. Ich habe graue Zellen im Gehirn, wie Hercule Poirot. Mit denen denke ich darüber nach, wie die Zeit vergeht und Wunden heilen. Die Erwachsenen sagen, die Zeit heilt alle Wunden, und damit ist gemeint, dass die Zeit vergeht und sich deswegen alles, was passiert in Gedanken verwandelt und man sich immer schlechter daran erinnern kann. Wenn man sich dann nur noch ganz schlecht erinnert, ist die Wunde verheilt.
(…)
Also sitze ich auf der Rückbank und sage „Nichts“ und denke an die heilende Kraft der Zeit und beschließe, mich sicherheitshalber jeden Tag an meine Mutter zu erinnern, bevor die Zeit zu viel heilt.“ (Seite 10/ 11)

Die Geschichte ist in vier Kapitel unterteilt. Im ersten lerne ich Saara kennen, die gerade auf tragische Weise ihre Mutter verloren hat. Wie, dass erfahre ich zunächst nicht, sondern ich lerne Saara mit all ihrer Trauer und auch Wut kennen. Sie kann nicht verstehen, was passiert ist, denn sie ist erst acht Jahre alt. Ihr Vater ist keine wirkliche Hilfe, da er in seiner eigenen Trauer gefangen ist.  Saara stellt sich viele Fragen, sucht nach einem Warum, einem Halt, irgendetwas das den Verlust der Mutter erklären kann. Doch sie findet nur die Märchen, die ihre Mutter ihr immer erzählt hat. Die bieten ihr Trost und Halt.

Im zweiten Abschnitt geht es um Annu. Saaras Tante, bei der Saara und ihr Vater nach dem Tod der Mutter vorrübergehend leben. Und auch ihr passieren merkwürdige Dinge. Nachdem sie das zweite Mal im Lotto gewonnen hat, fällt sie in einen mehrwöchigen Schlaf. Aber als anders als Saara ist Annu in der Lage sich mit dem Geschehenen auseinander zu setzen, da  sie die Erfahrung eines Erwachsenen hat. Annu findet im Internet einen Mann, dem auch seltsame Dinge zugestoßen sind und schreibt ihm. Es entsteht ein reger Briefwechsel, in dem ich viele kuriose Dinge und Zufälle erfahre.

Dann erzählt die Geschichte Pekkas Leben. Von seiner Liebe zu Saaras Mutter, dem ersten Kennenlernen bis hin zu Saaras Geburt. Doch anders als bei Saara ist er scheinbar schnell über den Tod der Mutter hinweg und heiratet eine andere Frau, die ein Kind von ihm bekommt. Doch auch diese Ehe steht unter keinem guten Stern …

Im letzten Teil geht es wieder um Saara und die Geburt ihrer kleinen Schwester. Es sind ein paar Jahre seit dem Tod der Mutter vergangen. Die „neue“ Familie lebt wieder im „alten“ Haus. Saara stellt sich dem Tod der Mutter in ihren Träumen und scheint langsam deren Tod zu verarbeiten. Und die kleine Schwester wird geboren. Ein Kind das keine große Lebenserwartung hat.

„Mal kommt der Weltuntergang, mal bricht schlagartig das Paradies aus. Mal stirbt jemand so unbemerkt, dass man es gar nicht kapiert. Vielleicht versucht so eine Person dann, als Gespenst wiederzukehren und seine unfertigen Geschichten weiterzuerzählen. Obwohl sie eigentlich einfach nur fortgehen sollte. Am Straßenrand und das Auto davonfahren lassen. Sich in Schwarz-Weiß verwandeln. Kleiner werden und die Zeitform ändern.“ (Seite 202)

Dies ist mein zweites Buch von Ahava, das ich gelesen habe. Daher wusste ich vom sprachlichen Stil her, was mich erwartet. Ahava hat einen ganz eigenen Stil zu schreiben. Trotz anspruchsvollem Thema (Sterben, Tod, Trauer) fühlt man sich beim Lesen auf einer Wolke. Einer Wolke der Leichtigkeit. Ahava greift  immer wieder zu Bildnissen aus Märchen, um  diese schweren Themen „abzuarbeiten“ und lässt so Saara verstehen, was passiert ist.

Auch mag ich wieder die vielen philosophischen Ansätze über das Leben, den Tod und all die Dinge die wir so selbstverständlich nehmen. Aber nichts sollet in unserem Leben selbstverständlich sein. Wir sollten vielmehr die Augenblicke des Lebens genießen, jeden einzelnen, denn das Leben ist nicht berechenbar, es ist nicht endlos, auch wenn es uns manchmal so vorkommt.

Dieses Buch ist anders, dieses Buch ist skurril, dieses Buch ist irre und lässt den einen oder anderen verwirrt zurück. Doch dieses Buch muss man wie das Leben betrachten … neugierig, offen, ehrlich, schonungslos, sentimental, traurig, märchenhaft … einfach wunderschön!

„Die Welt geht weiter. Nichts ist klar, aber die Zeit heilt alle Wunden, und der Mensch vergisst. (…) Dinge passieren. Gleichzeitig, zur falschen Zeit, zu verschiedenen Zeiten, an den falschen Orten.“ (Seite 203)

 

4 von 5 Sternen 

Kochen mit Stephan Staats

 

 

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Hallo Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch von zwei mega tollen Events erzählen, die wir diese Woche im Büchergarten/ Maro Kochschule Marcus Zimmermann hatten. Alles fing jedoch vor Weihnachten an.

img_2297Anfang Dezember kam eine Kunde in die Buchhandlung und fragte nach einem bestimmten Kochbuch. „Staats Geheimnisse“ von Stephan Staats aus dem Becker Joest Volk Verlag. Ich bestellte das Buch und war natürlich neugierig, was da für ein Kochbuch kommt. Als ich es dann in meinen Händen hielt war ich begeistert. Es war eines dieser Bücher, dass sich aus der Masse der vielen Kochbücher hervorhob. Es waren nicht nur Rezepte drin, sondern auch Geschichten, denn Stephan Staats war unter anderem Schiffskoch auf den Yachten der Reichen und Schönen.

Als Kind einer französischen Mutter und eines deutschen Vater wurden viele Familienfeste im In- und Ausland gefeiert, bei denen die Leidenschaft für das Kochen im Vordergrund stand. Darum war es für ihn bereits mit 11 Jahren klar, dass er Koch werden und um die Welt reisen möchte. Nach seiner Lehre als Koch reist er durch Zentraleuropa, über den Pazifik nach Australien und lebt dann einige Jahre in Neuseeland. 2004 taucht er in die Welt der Reichen und Schönen ein mit all seinem Glamour und Verrücktheiten.

Aus all diesem Erfahrungen und er Leidenschaft zum Kochen entstand dieses Kochbuch. Wie bereits geschrieben war ich begeistert. So begeistert, dass ganz schnell eine Idee entstand. Nämlich die, mit der Kochschule Marcus Zimmermann ein gemeinsames Kochevent zu organisieren. Ich schrieb Stephan Staats von dieser Idee. Kurz vor Weihnachten trafen wir uns zu einem ersten Gespräch und schnell war klar, das machen wir. Schnell war ein Termin gefunden. Doch womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte war, dass dieser Termin innerhalb von 24 Stunden ausverkauft war. Also schnell nachgefragt, ob wir einen Zusatztermin dran hängen können … wir konnten. Somit stand fest, am 15. und 16 Februar 2017 werden wir mit Stephan Staats kochen.

Dann war es endlich soweit. Am 15. Februar um 19.00 legten wir ab und reisten mit Stephan Staats über die Weltmeere. Kulinarische Stationen waren Italien, Malta, Albanien, Griechenland, Ägypten und Tunesien. Auf dieser Reise haben wir kleine Köstlichkeiten nach Stephan Staats Anweisungen zubereitet. Währenddessen hat er uns von seinem Leben als Schiffkoch der Reichen und Schönen erzählt. Es war ein wunderschöner Abend. Es wurde viel gelacht, gefragt und erzählt.

Auch am zweiten Tag, dem 16. Februar hieß es wieder Leinen los. Die Ziele waren ebenso wie die Gäste anders, aber genauso spannend und schön wie der Abend zuvor.

Ich danke an dieser Stelle …

… Stephan Staats, der Typ ist echt der Hammer … ich freue mich schon auf unser nächstes Event … fühl Dich gedrückt ♥♥♥

… Rainer Höffgen, dass wir in der Maro Kochenschule kochen durften .. auch Dich drück ich ♥♥♥

… Marcus Zimmermann für seinen unermüdlichen Einsatz beim Event … knuddels ♥♥♥

… meinen beiden Mädels Alexandra und Barbara … die beiden haben jetzt Spülhände und brauchen Tillys Pril 🙂

… und meinem Mann, der mich immer in allem unterstützt … Schatz, ich liebe Dich ♥♥♥

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Mehr Impressionen von diesen tollen Events findet Ihr hier.

Eure Angelika ♥♥♥