„So wie du mich kennst“ von Anika Landsteiner

Fischer Krüger, Flexibler Einband, 352 Seiten, Preis 16,99 Euro, ISBN:9783810530745, Hier kaufen

Rückentext

Karla und Marie. Marie und Karla. Früher waren die beiden Schwestern eine Einheit. Doch dann kam das Leben dazwischen – so wie es das eben tut. Plötzlich steht Karla mit einer Urne im Arm an der scheiß Schönen Aussicht. Marie ist tot. Und Karla hat das Gefühl, dass sie ihre Schwester gar nicht richtig kannte. Sie fragt sich: Was weiß ich wirklich über die, die ich am meisten liebe?

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„(…) – an Tagen, wie der heutige einer war – musste der Anzug nicht ganz passen, da durfte der Stoff verrutschen, denn das Leben war es nun auch.“ (Seite 22)

 Marie und Karla wachsen auf dem Dorf auf. Sie sind Geschwister und stehen sich sehr nahe. Sie vertrauen sich alles an. Es gibt keine Geheimnisse zwischen ihnen. Später im Leben zieht Marie der Liebe wegen nach Amerika. Trotzdem bleiben die Schwerstern in Kontakt und erzählen sich nach wie vor alles. Die Liebe zerbricht irgendwann und doch Marie bleibt in Amerika. Doch dann passiert es, Marie kommt bei  einem Unfall ums Leben. Karla ist erschüttert, ihre Seelenverwandte ist tot.

Nachdem Marie in der Heimat beigesetzt wurde, reist Karla nach Amerika um Maries Wohnung aufzulösen. Doch dabei entdeckt sie Dinge, die so gar nicht zu Marie passten und Karla fängt an zu zweifeln, ob Marie ihr wirklich alles anvertraut hat, was sie bewegte …

 „Eine Wohnung weiß nicht, dass ihre Besitzerin nicht mehr wiederkommen wird. Und wenn niemand anderes aufräumt, ausräumt, wenn niemand wieder einzieht, dann wird nichts passieren, gar nichts. Ein Ort der Verlassenheit bleibt bestehen, doch darauf legt sich Staub, eine hauchdünne Schicht, die immer dicker und fester wird. Irgendwann kleben die Schichten zusammen. Die Momentaufnahme mit dem Staub, der sie konserviert.“ (Seite 41)

 Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Karla erzählt die Geschichte, in der sie nach Amerika fliegt, um die Dinge ihrer Schwerster zu ordnen. Dabei stößt sie auf Dinge, die eine ganz andere Marie/ Schwester zeigen, als sie sie kennt. Und dann erzählt die tote Marie über ihr Leben in Amerika und über die Geheimnisse, die sie ihrer Schwester verschwiegen hat.

„Aber Karla, und das ist ein Teil meiner schmerzlichem Wahrheit, weiß mittlerweile so vieles nicht. Und wo soll ich anfangen, wenn ich die vielen richtigen Momente für ein Geständnis immer wieder habe verstreichen lassen? Mit Karla ist es nie zu spät für die Wahrheit, aber ich weiß auch, wie sehr ich sie nach all der Zeit damit verletzten würde.“ (Seite 61)

 Ich muss gestehen, mich hat das Buchs ehr überrascht. Das Cover sieht eher nach einer Liebesgeschichte oder Freundinnengeschichte aus, also eher leichtem. Doch im Laufe der Story muss ich feststellen, dass es hier um viel mehr geht.

Es geht um Vertrauen, Wahrheit, aber auch um den Zwiespalt und Tabuthemen. Wie viel Wahrheit kann eine Schwester vertragen? Kann ich ihr erzählen, dass meine Ehe nicht so toll war, wie alle glauben? Dass sie von Gewalt geprägt war! Kann ich das meiner Schwester zumuten? Vielleicht war ich ja auch daran schuld, dass mein Partner mich so behandelt …

Mich hat die Geschichte um Karla und Marie sehr berührt. Vor allem Maries Geschichte ist bewegend und lässt mich nachdenklich zurück … Nicht alles was toll und schön erscheint ist es auch!

„Ich bin nicht ich ohne dich“ (Seite 79)

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